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Filmkritik zu ES: Kapitel 2 – Schauriges Finale

© Warner Bros.

Nach 27 Jahren kehrt Horrorclown Pennywise zurück – in der Fortsetzung zum erfolgreichen „ES“ inszeniert Regisseur Andrés Muschietti einen gnadenlosen Kampf, der die humorige 80er-Jahren-Perspektive hinter sich lässt und die Gegenwart zum Alptraum wandelt. Unsere Filmkritik.

ES ist zurück

ES war schon immer da. ES tyrannisiert das kleine Städtchen Derry, in der das höchste der Gefühle ein abendlicher Gang ins Kino ist. ES ist die Reinkarnation von Angst. ES ist wieder da. Verfilmungen von Stephen King erleben derzeit eine wahre Hochsaison. Bereits seit einiger Zeit arbeitet vorrangig Warner Bros. an Neuauflagen oder filmischen Neuerzählungen wie der im November startende „Shining“-Nachfolger „Doctor Sleep“. Weiterlesen…

A Toy Story, Hobbs & Shaw & Midsommar im Kino-Flash

Kino-Flash

Am Ende des Monats kommt der – Kino-Flash! Hier besprechen wir Filme, für die es keine große Kritik bei uns gab. Heute wild gemischt u.a. mit Hobbs & Shaw, Late Night, A Toy Story und Midsommar.

Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Längst ist aus dem feuchten Traum aller Teenager bestehend aus Underground-Autorennen und leicht gekleideten Frauen ein geistiger Nachfolger der Marvel Verfilmungen geworden. Nur mit mehr Testosteron statt zusammenhängender Storyline. Mit schlimmsten Erwartungen bin ich „Hobbs & Shaw“ und kam bestens gelaunt wieder raus. Warum? Anders als die „Fast & Furious“-Hauptreihe ist das Werk von „Deadpool 2“-Regisseur David Leitch ein gekonnt humorvoller Film in Tradition der 80er Jahre Buddy-Cop-Ära. Diverse minutenlange Beleidigungen, die sich Hauptakteure The Rock und Statham an die Omme hauen, sind das Herzstück des Ganzen. Zumal hier in Sachen Action der Blick auf Qualität statt Quantität liegt. Zweifelsohne sagt man sich damit einerseits von den öffentlichen Streitereien zwischen Von Diesel und The Rock los und erzählt eine smarte Handlung ohne den teils nur noch peinlich anzusehenden „La Familia“-Pathos. Deadpool-Fans dürfen sich übrigens auf viele Gastauftritte freuen, die im Nachhinein „Hobbs und Shaw“ um ein ganzes Stück verbessert haben. Nur im letzten Viertel pfeift man dann vollends auf jegliche physikalische Gesetze, in dem man Hubschrauber mit Jeeps abheben lässt oder The Rock einen Kampfjet mit bloßer Hand am Boden hält. Bösewicht Idris Alba macht seinen Job gut, obwohl er eher wirkt, als hätte er bei den Dreharbeiten nicht gewusst, dass es hier um keinen Superheldenfilm handelt. Alles in allem perfektes Popcorn-Kino für Jung & Alt.

Release: 1. August. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Fast & Furious: Hobbs & Shaw” gibt es hier.

Hobbs & Shaw

© Universal

Late Night

Eine Late-Night Talkerin, deren Image wie auch die Quoten nach über 30 Jahren sinken, findet sich am Ende ihrer Karriere. Wäre da nicht eine gewitzte junge Frau mit Talent für politisch unkorrekte Gags. „Late Night“ ist kein Film für die Masse. Eher als bestätigende Antwort für alle Comedy-Autoren die sich in unglaublich vielen Situationen selbst wieder erkennen. Katherine Newbury gespielt von einer starken Emma Thompson ist der typische Host einer US-Late Night. Doch Fallon und Co. laufen ihr den Rang ab. Als erste Frau wird deshalb Molly Patel (Mindy Kaling) ins Autorenteam geholt, die mit Witz und frecher Neugier frischen Wind ins Format bringt. Beginnt äußerst stark und wird ohne Probleme viele weibliche Zuschauer ansprechen. Alleine die köstlich dargebotene Arroganz von Thompson, die irgendwo doch ihr Herz am rechten Fleck hat – ist einfach nur großartig. Natürlich verkommt gegen Ende „Late Night“ zum konventionellen US-Film inklusive Happy End. Aber die teils kritischen Untertöne gegen das Fernsehen sowie dem klassischen Humor-Verständnis hinsichtlich Political Correctness vermag das Drehbuch von Mindy Kaling – schöpft hier aus ihrer Zeit als Autorin bei verschiedenen Shows – nahezu sanft dem Publikum zu veranschaulichen. Nach Abspann ist „Late Night“ herrlich bissig mit einem wunderbar harmonierenden Cast, der hinter die Kulissen der ansonsten perfekten Late-Night-Maschinerie blickt.

PS: Als deutsches Remake gäbe es nur einen Mann für die Hauptrolle: Harald Schmidt.

Release: 29. August. 2019 | FSK: ab 0 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Late Night” gibt es hier.

Late Night

© Fox

A Toy Story

Vierter Streich der Pixar-Schmiede erstmals ohne John Lasseter als Produzent oder Drehbuchautor. An seine Stelle traten nun Rashida Jones und Andrew Stanton. Leider merkt man diesen Wegfall als Zuschauer, denn es fehlt am wohligen Charme der Vorgänger. Quasi dem klassischen Pixar-Gefühl. Hier sind zwar alle bekannte Figuren am Start, wirken jedoch wie in einem anderen Film. Kurz zur Handlung: Andy’s Spielsachen sind nun beim Vorschulkind Bonnie, die bastelt aus Müll „Forky“. Durch ein Missgeschick ist Forky verschwunden und nun liegt es an Woody (als Sprecher Michael Bully Herbig) das Spielzeug wiederzufinden. Heraus kommt ein technisch beeindruckender Film, der es schafft solch ein hohes Niveau anzulegen, dem Dreamworks und Co. erstmal Herr werden müssen. Alleine der Fakt, dass anscheinend Photogrammetrie-Technik verwendet wurde, um Objekte bzw. Texturen realistisch darstellen zu können. Dennoch war Teil 3 der Reihe ein guter Schlusspunkt – deshalb wirkt dieser Film wie ein ungefragter Nachklapp. Witzig ist er allemal, natürlich auch unterhaltsam. Selbst Randy Newman ist einmal mehr der Komponist und darf seine jazzigen Melodien gekonnt einstreuen. Etwas enttäuscht lässt uns die Storyline zurück, hier hätte man mehr draus machen können. Beispielsweise sind ehemalige Hauptfiguren – hier Butz Lightyear – zur Randerscheinung degradiert worden. Was bei Sequenzen mit ihm tatsächlich schade ist. Wir hoffen, dass es nun der echte Abschluss war.

Release: 15. August. 2019 | FSK: ab 6 | 3D: Ja. | Post-Credit Scene: Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „A Toy Story” gibt es hier.

Midsommar

Ari Aster ist der ungekrönte König des unangenehmen Kinos. Sein erster Spielfilm „Hereditary – Das Vermächtnis“ erzählte mit ruhiger Hand ein dämonisches Märchen rund um eine Familie, die langsam aber sicher dem Wahnsinn verfällt. „Midsommar“ ist ähnlich gelagert. Hier unternimmt Dani (Florence Pugh) trotz nicht überwundener Trauer mit Studienfreunden eine Reise nach Schweden zur Sommersonnenwende. Doch die abgeschiedene Sippe feiert auf brutale Art und Weise dieses Fest. Aster bleibt mit seiner Kamera lange an den Darstellern hängen. Fast schon dokumentarisch lässt er bestimmte Szenen minutenlang stehen, um so die Atmosphäre von vornherein klar zu machen. Da „Midsommar“ in vielen Aspekten Gewalt regelrecht auslebt sowie gnadenlos draufhält ist die mythische Note seines Vorgänger nur teilweise vorhanden. Man will eine Art geistigen Nachfolger zu „The Wicker Man“ etablieren, scheitert aber daran. Viel zu viel wird interpretativ stehen gelassen, um den Zuschauer auf eine Auflösung warten zu lassen, die jedoch niemals kommt. 140 Minuten sind dafür viel zu lange und wenn man bedenkt, dass noch eine 180 minütige Version folgen soll, sind wir da überaus skeptisch. Freunde des makaberen Horrors mit Tiefgang sind vielleicht hier bestens unterhalten.

Release: 26. September. 2019 | FSK: noch keine Freigabe | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Midsommar” gibt es hier.

Midsommar

© Weltkino

„Anna“, „Yesterday“ & „Annabelle 3“ im Kino-Flash | Juli 19

Kino-Flash

Am Ende des Monats kommt der – Kino-Flash! Hier besprechen wir Filme, für die es keine große Kritik bei uns gab. Heute bunt gemischt u.a. mit “Anna”, “Leberkäsjunkie” und “Annabelle 3”.

Annabelle 3

Horror-Puppe Annabelle geistert wieder einmal durch unsere Lichtspielhäuser. Mittlerweile sind wir nach der „Insidious“, sowie „Conjuring“-Reihe so horrorerfahren, dass uns Jump Scores kaum mehr schockieren können. Die Machart hat sich über die Jahre kaum weiterentwickelt – so erhält man den Eindruck hier Fließbandfilme vorgesetzt zu bekommen. „Annabelle 3“ besitzt zwar Atmosphäre schockt den Zuschauer aber nur mit Müh und Not. Familie Warren, als Experten für Paranormale Phänomene, stehen war im Mittelpunkt haben jedoch nur rund 10 Screentime. Tochter Judy muss eine gespenstische Nacht samt zwei Teenagerinnen überstehen. Mehr als erwartbaren Geisterbahn-Grusel bietet der dritte Teil des Puppen-Franchise nicht. Zumal sich für FSK 16-Verhältnisse die Gewalt in Grenzen hält. Zumal Regisseur Gary Saubermann hier mehrmals Jump Scares anteasert um sie schließlich verpuffen zu lassen. Technisch wie optisch ist der Mindeststandard einer Kinoproduktion gegeben, obwohl manche Sequenzen eher mittelmäßig wirken. Für beinharte Horror-Fans á la James Wan-Werken ist der Kinogang vielleicht Pflicht während die Anderen den Blu-Ray Release abwarten sollten.

Release: 4. Juli. 2019 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Annabelle 3” gibt es hier.

Kino-Flash

© Universal Pictures

Leberkäsjunkie

Der Eberhofer Franz (Sebastian Bezzel) ist wieder da! Bereits zum sechsten Mal ermittelt der Provinzbulle aus Niederkaltenkirchen. Trotz streng verordneter Diät und einem mordenden Brandstifter hält das seine Ex Susi (Lisa Maria Potthoff) nicht davon ab ihn den gemeinsamen Sohn auf’s Auge zu drücken. Nun heißt es Kind, Mord und Familie unter einen Hut zu bringen. 2013 begann man die erfolgreiche Krimi-Reihe von Rita Falk zu verfilmen, obwohl hier die ARD federführend ist, kommt nur selten der Eindruck einer schnöden TV-Produktion auf. Zu besonders ist die Bildsprache und die damit verbundene Storyline, deren Krimi-Anteil zugunsten von humorigen Sequenzen recht niedrig gehalten wird. Regisseur Ed Herzog sollte sich zukünftig noch mehr austoben dürfen, umso seinen Stand als deutschen Edgar Wright auszubauen. Auch in „Leberkäsjunkie“ geht es weniger um den Mordfall – Klischees werden munter durchexerziert um in der guten Cast-Harmonie zwischen Bezzel und Schwarz manche Lacher zu setzen. Kleine Premiere: Erstmals wird ein Teil der Reihe überregional in 260 Kinos gezeigt, durch zahlreiche Wiederholungen im Fernsehen scheint man endlich den Mut gefasst zu haben, auch weitab des Weißwurst-Äquator den Film zu spielen. Insgesamt einen Tick schwächer als die Vorgänger regt jedoch immer noch zum schmunzeln an.

Release: 1. August. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Leberkäsjunkie” gibt es hier.

Kino-Flash

© Constantin Film

Anna

Mein Gott, Luc Besson! Was für großartige Filme hast du nicht dem Kino geschenkt? Angefangen von der Killer-Ballade „Léon – Der Profi“ bis hin zu fantastischen Welten in „Das fünfte Element“. Doch mit der ausgelebten Altherrenfantasie „Anna“ hast du dir keinen Gefallen getan. Nein, „Anna“ ist kein guter Film. Problematisch ist nicht der recht ideenlose Plot, der zu sehr an „Red Sparrow“ erinnert sondern der Fakt, dass sich das Drehbuch für zu clever hält. Da wird zwischendurch mal 5 Jahre zurück dann 4 Monate vor und wieder 10 Tage zurück gespult. Zumal die klaffenden Logiklücken nahezu peinlich auffallen. Kurz zur Handlung: Die mittellose Anna (Sasha Luss) wird vom KGB zur lasziven Killern ausgebildet und geht irgendwann einen Deal mit dem FBI in Form von Lenny Miller (Cillian Murphy) ein. Co-Star Helen Mirren als Chefin ist mit Luss nahezu die einzige, deren Rolle etwas mehr Tiefe als ein Kinderbecken im Freibad bietet. Teils hanebüchene Zeitsprünge gemixt mit leidlich interessanten Dialogen und erschreckend wenig Action. So lässt sich das neue Werk von Besson zusammenfassen – die Story tritt zu lange auf der Stelle und entfaltet so gut wie keinen Reiz sich diesen B-Movie-Thriller anzuschauen. Dass das Budget nicht so hoch lag, erkennt man übrigens zu Beginn gleich, da die Geschichte im Jahr 1990 spielt – auf den Straßen jedoch Tesla-Fahrzeuge im Hintergrund zu sehen sind.

Release: 18. Juli. 2019 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Anna” gibt es hier.

Kino-Flash

© StudioCanal

Yesterday

Was kommt eigentlich heraus, wenn Trainspotting-Regisseur Danny Boyle und Richard Curtis (Vier Hochzeiten und ein Todesfall) zusammen eine Musikkomödie über die Beatles machen? So etwas wie „Yesterday“. Recht gelungen, der mit Newcomer Himesh Patel einen wunderbaren Hauptdarsteller fand. Im Kern dreht sich die Story um den erfolglosen Musiker Jack Malik, der durch einen weltweit 10 sekündigen Stromausfall vom Bus angefahren wird und herausfindet, dass die Band rund um Ringo Starr und John Lennon niemals existent war. So kommt er auf die Idee, weil er sich als einziger an sie erinnert, die Songs selber zu singen. Der Erfolg kommt mit zahlreichen neuen Problemen. In Zeiten der Vielzahl an Biopics wie „Bohemian Rhapsody“ oder „Rocketman“ ist „Yesterday“ erfrischend anders. Hier wird nicht das Leben der Beatles gezeigt sondern ein Märchen mit Fantasy-Elementen erzählt. Curtis taucht wie gewohnt seine Drehbuch in viel Kitsch, was Regisseur Boyle zweifellos in seiner harten Erzählweise hemmt. Dennoch dürfen sich Insider über typische Kameraeinstellungen wie hektische Sequenzen oder surreale Kamerafahrten freuen. Trotz klassischen amüsanten Szenen bietet der Film auch dramatische Momente, in denen Love Interest Lily James ihre volle Leistung abrufen kann. Musiker Ed Sheeran spielt eine nicht unwesentliche Rolle wird jedoch als fast unangreifbarer Charakter zu sehr angehimmelt. „Yesterday“ mag zwar nicht die große Masse erreichen macht aber viel Spaß.

Release: 11. Juli. 2019 | FSK: ab 0 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Yesterday” gibt es hier.

Kino-Flash

© Universal Pictures

Filmkritik zu „X-Men: Dark Phoenix“

© Fox

Das neueste Abenteuer der X-Men offenbart die größte Gefahr für das Kino. Uninspirierte Langeweile. Trotz starkem Cast bleibt der Film belanglos und missversteht gar seine Rolle als Superhelden-Film. Unsere Filmkritik.

Zwischenfall mit Folgen

Es ist wirklich ein Jammer. In den Vereinigten Staaten erfreuen sich die X-Men ungeheurer Beliebtheit. Hier in Europa waren sie stets das Schlusslicht der großangelegten Marvel-Verfilmungen – kein immenser Box-Office á la „Captain Marvel“ oder gar „Venom“ von Sony. Nein, die Mutanten der Hauptreihe sind straight auf ihrer eigenen Seite geblieben. Nur „Deadpool“ erreichte durch irren Humor sowie abgedrehte Action mehr Kinogänger. Nach dem eher enttäuschenden Vorgänger „Apocalypse“ ist Ruhe in den Alltag von Mystique, Jean Grey und allen anderen Mutanten eingekehrt. Nur Professor X (James McAvoy) wird nicht müde seine Gruppierung auf immer gefährliche Missionen zu schicken. Nach einem Zwischenfall im Weltall, in der Jean Grey (Sophie Turner) von einer Sonneneruption erfasst wurde, ist sie stark verändert. Ihre Kraft steigt kontinuierlich und verursacht eine massive Wesensveränderung. Währenddessen sucht die undurchsichtige Vuk (Jessica Chastain) nach ihr. Der Plot ist nicht der Rede wert. Immerhin versucht Drehbuchautor und Regisseur Simon Kinberg mit fragwürdigen Kniffen vollends jeden zu verwirren, der die X-Men-Filmreihe seit Anbeginn kennt. Okay, zwar wurde die Staffelübergabe von Stewart/McKellen durch McAvoy/Fassbender nun durchgezogen – dennoch bleibt man oftmals fragend zurück.

Neben die reichlich dünne Story sowie die gelangweilte Art und Weise des ansich starken Casts ist fast schon traurig. Während McAvoy, Fassbender und Hoult gewohnt glaubwürdig agieren scheinen Lawrence sowie Turner nur zufällig am Set zu stehen. Die Action wirkt im Vergleich zum Vorgänger deutlich reduzierter. Logiklöcher werden billigend in Kauf genommen. Der mittlerweile elementare Sarkasmus der vollwertigen Marvel-Streifen ist gar nicht vorhanden und der gesamte Film ist viel zu nüchtern inszeniert. Da bringt es auch nur reichlich wenig, dass Effekte zwar ansehnlich sind aber der 3D-Touch hier kaum zum Tragen kommt. Für einen Superhelden-Film, der X-Men trotz hohem Anspruch auch sein will, ist erschreckend wenig Schauwert vorhanden. Zu allem Überfluss verheizt man eine hervorragende Schauspielerin wie Jessica Chastain für rund 15 Minuten Screentime. Der Score von Hans Zimmer ist gewohnt mächtig orchestral bleibt aber keineswegs nach Ende des Abspanns im Kopf hängen. Zumal das Abenteuer im Jahr 1995 spielt also kurz vor den Ereignissen des ersten X-Men im Jahr 2000 – ergibt die Handlung keinen Sinn. Es bleibt spannend wie Disney bzw. Marvel diese Figuren in ihr Universum einführt. Leicht wird es nicht.

Unser Fazit zu „X-Men: Dark Phoenix“

Lustlos wir der nächste X-Men-Film auf die Leinwand gebracht. Logiklöcher – geschenkt. Halbgare Story – geschenkt. Aber, wenn selbst den Darstellern dieser Film nur das Mindestmaß an Leistung abverlangt ist man als Zuschauer tatsächlich etwas genervt. Am Schluss bleibt der letzte richtige Fox-Film kein guter (vorzeitiger) Abschluss der X-Men-Reihe.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „X-Men: Dark Phoenix“ gibt es hier.