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Gamescom 2019: Marvel’s The Avengers

Marvel’s Avengers

Marvel’s Avengers: Square Enix lud uns zur exklusiven Gamescom-Demo ein – hier erwartete uns brachiale Blockbuster-Action mit den bekannten Marvel-Superhelden. Wie spielt sich das Action-Adventure oder verkommt es zum seelenlosen Lizenzbrei? Unsere Einschätzung.

Marvel greift wieder an

Es musste ja so kommen. Nach dem wirklich hervorragenden „Marvel’s Spider-Man“ von Insomniac Games möchte man umso gerne mit der geballten Power der Avengers daran anknüpfen. Statt PlayStation-exklusiv wird „Marvel’s Avengers“ ein Multiplattform-Titel. Das Studio hinter dem „Tomb Raider“-Reboot von 2013 entwickeln schon einige Jahre am Spiel und werden nicht müde zu betonen, dass es ein eigenes Avengers-Spiel ohne direkte Vorlage zum MCU (Marvel Cinematic Universe) oder bestehenden Comics gibt. Zumal die Storyline eng mit dem Lizenzgeber erarbeitet wurde – beginnt zumindest die spielbare Demo erfreulich krachend. Am A-Day, der Tag als die neue Helden-Basis in San Francisco eröffnet wird, kommt es zum Angriff von Bösewicht Taskmaster. Zusammen mit unzähligen Soldaten greifen sie Menschen an. Die Retter eilen zu Hilfe und wir übernehmen anfangs die Rolle von Thor. Dieser steuert sich problemlos direkt, unser Donnerhammer kann geworfen und im Flug wieder aufgefangen werden. Erinnert an die Axt von Kratos im „God of War“-Reboot. Mehrere Minuten lang werfen wir Blitze auf herzueilende Gegner. Danach darf Iron Man übernehmen – im Original spricht ihn mehr als gewitzt Nolan North – mit ihm fliegen wir haarscharf an Autowracks vorbei oder starten einen Angriff aus 100 Meter Höhe. Dabei macht das Spiel trotz weniger Gameplay-Mechaniken großen Spaß.

Marvel's Avengers

Marvel’s Avengers

Mit Hulk ins Getümmel

Schließlich schlüpfen wir rund 3 Minuten später in den grünen Koloss Hulk. Grandios: Jede Held wird in kurzen Zwischensequenzen näher vorgestellt, um neue Spieler nicht zu überfordern. Das Gameplay von Hulk ist deutlich schwergängiger. Zwar schlagen wir gekonnt zu, aber hier ist das Movement noch zu stark limitiert, da sich Angriffe spürbar wiederholen. Als Auflockerung werden hier und da kleine Jump’n’Run-Sequenzen eingestreut, die nicht fordernd sind aber verdammt gut aussehen. Insgesamt lebt die Demo eher von groß zelebrierter Action als den leisen Momenten, die es laut Studio Crystal Dynamics definitiv geben wird. Grafisch bewegt sich „Marvel’s Avengers“ auf gutem – wenn auch nicht beeindruckendem Niveau. Die Gesichter sehen wunderbar aus, während manche Effekte leider undetailliert über den Bildschirm flimmern.

Marvel's Avengers

Marvel’s Avengers

Upgrades und Koop

Im weiteren Spielverlauf wird es zudem möglich sein, seine Helden mit Upgrades auszubauen. Je nach gewonnenen XP. Verdient werden sie in zwei Arten von Missionen: „Warzen“ und „Hero“-Aufträge. Letzte sorgen für die Komplettierung der Handlung während die weltweit verorteten „Battle“-Missionen kleine Ausreißer für einzelne Helden darstellen. Diese sollen auch im Koop spielbar sein. Im letzten Drittel der Demo konnten wir zudem Captain America steuern. Bewaffnet mit Schild und Faust steht hier der Nahkampf im Vordergrund. Das Trefferfeedback ist ordentlich somit kommt unweigerlich das Gefühl selbst ein Superheld zu sein. Intuitiv ist die Steuerung. Niemals hatten wir Probleme nicht zu wissen, wo sich welcher Knopf für welchen Move befindet. Zu guter Letzt erschien noch Agentin Romanoff alias „Black Widow“, die sich auffallend wie Lara Croft spielte. Schmunzeln mussten wir als sie zwei Waffen zückte und im Bosskampf mit Taskmaster mal eben zwei Magazine wegschoss. Was alle Helden verbindet ist der Mix aus Nah- und Fernkämpfen. Hier haben sich die Entwickler spürbar Mühe gegeben, sie zwar ähnlich aber unterschiedlich zu designen. Die Demo machte jedenfalls große Lust auf mehr.

Marvel’s Avengers ist ab 15. Mai 2020 für PlayStation 4, Xbox One, Stadia und PC erhältlich.

Zu unserem Gamescom-Special 2019

E3 2019: Die Highlights von Ubisoft & Square Enix

Ubisoft PK E3 2019

Ubisoft setzt auf Altbekanntes – Square Enix auf die Avengers. So kann die Beschreibung beider Showcases lauten. Wir haben uns einmal mehr die Nacht um die Ohren gehauen und zeigen euch hier die Highlights!

Ubisoft hält sich zurück

Bedächtige Musik von einem Orchester. So begann Publisher Ubisoft sein E3-Showcase. Die „Assassin’s Creed Symphony“ kredenzte herrliche Klänge aus dem Serien-Universum. Der Einstieg ist geglückt – kurz darauf ging es mit dem im Vorfeld schon geleakten „Watch Dogs Legion“ weiter. Atmosphärisch folgten wir einer bulligen Figur durch das abendliche Treiben von London. Rote Doppeldecker-Busse und Polizisten, die mehrfach Gewalt anwenden. Es hat sich viel verändert. Nach einem plötzlichen Schusswechsel stirbt überraschend unsere gut erzählte Figur namens „Ian“. Prompt übernehmen wir die Rolle einer älteren Frau, die es faustdick hinter den Ohren hat. „Legion“ bietet als Setting das Post-Brexit England und will mit unzähligen Spielfiguren punkten. In der Vorstellung sah dies überaus spaßig und zugleich innovativ aus. Release von „Watch Dogs: Legion“: 6. März 2020 für alle Systeme und Stadia.

Nach Keanu Reeves bei der Xbox-PK beehrte „It’s Always Sunny in Philadelphia“-Star Rob McElhenney die E3 und stellte sein neues Projekt „Mythic Quest“ vor – Gameplay gab es nicht. Das neue „Ghost Recon: Breakdown“ erhält Mitte Juli eine Beta und kommt am 5. September 2019 auf den Markt. Ubisoft steigt wie EA oder Xbox in den Abo-Spieledienst ein – Uplay+ kommt ebenfalls im September. Der monatliche Preis: 14,99€. Auch für Google Stadia. Ein neues Spiel wird „Roller Champions“ sein. Mit Knuddel-Optik á la Fortnite ist es ein Sport-Multiplayer-Game. Ihr rast auf einer Rennstrecke und bugsiert einen Ball durch größere Ringe. Eigentlich wie Rocket League aber mit Rollschuhen. Zum Ende bedankte sich Ubisoft-Chef Yves Guillemot für die Show und gab einen kleinen Blick auf „Gods and Monsters“ vom Studio Quebec. Hierzu gab es noch kein Gameplay aber einen Release-Termin – 25. Februar. 2020.

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Square Enix setzt auf Klassiker und Superhelden

Fast schon erwartet beginnt Square Enix seine Pressekonferenz mit „Final Fantasy VII Remake“. Producer Yoshinori Kitase erläuterte nach dem schicken Rendertrailer, dass die grafischen Verbesserungen ganze zwei Blu-Ray-Discs füllen. Im Gepäck hatte er noch ein paar Gameplay-Szenen, in dem erstmals das Echtzeit-Kampfsystem veranschaulicht wurde. Einen ATB-Modus gibt es auch wieder: Ist der Balken gefüllt könnt ihr die Zeit anhalten – eure Angriffe planen oder Items nutzen. Im Square Enix-Bereich ist schon eine Demo anspielbar. Angekündigt ist FF VII Remake exklusiv für Playstation 4 – Release am 3. März 2020. Danach wurden kleinere Spiele wie die PC-Fassung von Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered, The Last Remnant Remastered (ab sofort für Switch erhältlich) oder Octopath Traveler gezeigt. Die Bulletstorm-Macher People can fly kehren mit dem düsteren Sci-Fi-Shooter „Outriders“ zurück. Magie und ekelhafte Aliens werden den Großteil des Spiels einnehmen – ab Sommer 2020 wissen wir mehr.

Zum Schluss gab es endlich erste handfeste Informationen zu „Marvel’s Avengers“. In einem langen Trailer sahen wir die Superhelden Iron Man, Hulk, Black Widow, Thor und Captain America in Aktion. Im Original unter anderem gesprochen von Nolan North und Troy Baker gab es typischen Marvel-Humor mit großartig cineastischer Action zu bestaunen. Tomb Raider-Veteranen Crystal Dynamics entwickelt das Solo/Koop-Abenteuer. Klarer Story-Fokus, unabhängig von den Filmen sowie Online-Modus für bis zu vier Spieler. Release am 15. Mai 2020 für PC, PS4, Xbox One und Google Stadia.

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Kingdom Hearts 3 im Test

Kingdom Hearts 3 Test
Kingdom Hearts 3 Test

14 Jahre mussten Fans auf die Rückkehr von Sora, Goofy, Donald und Co. warten bis Mastermind Tetsuya Nomura mit „Kingdom Hearts 3“ einen würdigen Schlusspunkt setzt. In welchen Aspekten das Action-Rollenspiel überzeugt, sagt euch unsere Review zum Spiel.

Wirr aber fantasievoll

Kingdom Hearts ist ein Phänomen. Zum einen bildet die Spielereihe eine mittlerweile über Jahrzehnte bestehende feste Zusammenarbeit zwischen Entwickler Square Enix und dem großen Mäusekonzern Disney. Auch ist es nicht selbstverständlich, dass solch ein Crossover sofort überzeugt und doch konnte Mastermind Tetsuya Nomura problemlos eine treue Fan-Gemeinde für sich einnehmen. Vielleicht lag es an der kindlich-ernsten Storyline rund um den ewigen Kampf von Licht und Dunkelheit sowie die Beschwörung des geheimnisvollen „Kingdom Hearts“. Begann man mit der Saga bereits zu PlayStation 2-Zeiten gab es bisher unzählige weitere Serienteile – mal wurde die Geschichte weitergeführt, dann Paralleluniversen geschaffen, in der Storyentwicklungen keine Auswirkungen auf die eigentliche Geschichte haben und für sich stehen. Also wurde es wirrer und wirrer. Die Mischung aus Echtzeit-Kämpfen in wunderbar designten Disney-Welten zusammen mit den lizensierten Charakteren sowie Figuren aus dem „Final Fantasy“-Kosmos schien Nomura massiven geistigen Output geliefert zu haben. Jedoch versteht bis auf ihn keiner mehr die konfus erzählte Geschichte, was an sich schade ist.

Olymp, Toy Box, San Fransokyo

Ich versuche mal so plausibel wie möglich den Kern von „Kingdom Hearts 3“ zu veranschaulichen – so setzt man nicht direkt an das Ende des Vorgängers an. Square Enix versprach im Vorfeld eingeschworene Fans sowie Neulinge gemeinsam ins Boot zu holen. Der Krieg zwischen Licht und Dunkelheit wütet noch immer. Das Dreigespann aus Schlüsselschwertträger Sora, Goofy und Donald müssen sich auf einen finalen Kampf bereit machen. Deshalb brauchen sie unter anderem Hilfe von Herkules, Captain Jack Sparrow und Mickeys Meister Yen Sid. Doch bevor ihr überhaupt im Menü seit vergehen gerne 10 Minuten. Für Neulinge bedarf es Sitzfleisch die kryptischen Zwischensequenzen in ihrer Häufigkeit durchzustehen. Intelligent von Numura nebenbei fast alle offenen Handlungsfäden zu verknüpfen. Man trifft auf alle wichtigen Gegenspieler der Organisation, kämpft Seite an Seite mit König Micky oder seinem Kindheitsfreund Riku und findet heraus, was mit seinem Herzlosen-Alter-Ego Roxas passiert ist. In der rund 30 stündigen Kampagne erkundet ihr rund sechs Hauptwelten wie den Olymp, Toy Box, San Fransokyo und neu gestaltete Hub-Welten wie Twilight Town. Knapp die Hälfte davon sind aus früheren Teilen bekannt, jedoch jetzt weitläufiger und mit neuen Details versehen. Im Gameplay bleibt die Disney-Action recht klassisch – Sora haut mit dem Schlüsselschwert noch immer auf die Herzlosen (Gegner) ein. Zur Auflockerung können wir Magieangriffe mit Wasser gegen spezielle Feuerfeinde abfeuern. Defensiv ist die Ausweichrolle hilfreich um Attacken zu kontern. Zu dem sind eure Mitkämpfer deutlich cleverer unterwegs, sie heilen Sora bei niedriger Energie und können gemeinsame Angriffe ausführen.

Reaktionsgeschwindigkeit ist wichtig

Anfangs wahrlich anspruchsvoll das Gameplay mit seinen vielen Eckpunkten zu erlernen – flutscht es spätestens nach dem Tutorial im Olymp. Die Inszenierung versprüht sofort die bekannte Disney-Magie und wird von der melancholischen „Final Fantasy“-Atmosphäre aufgefangen. Leider verzichtete man aus Zeitgründen auf die deutsche Lokalisierung, was es für jüngere Spieler deutlich erschweren wird, dem Spiel eine Chance zu geben. Dennoch gibt es keine Klagen an der englischen Synchronisation. Gute Stimmen, wenngleich nicht alle originalen Disney-Sprecher vereint werden konnten. Technisch lassen sich die 14 Jahre kaum anmerken. Die Grafik ist sauber ohne unscharfe Texturen und manchmal scheint es gerade einen neuen Pixar-Film zu spielen. Zudem reagiert die Steuerung blitzschnell. In diversen Kämpfen kommt es nämlich auf unsere Reaktionsgeschwindigkeit an. Daneben gilt es noch viel zu entdecken, zahlreiche Geheimnisse und optionale Nebenaufgaben zu erledigen. Zumal die Minigames im Stile alter LCD-Handhelds uns gar nicht mehr loslassen wollten. Die Musikuntermalung ist ein weiteres Highlight. Zum Großteil originale Stücke kommen zum Einsatz, während Puristen sicherlich das fehlende „Fluch der Karibik“-Theme missen.

Unser Fazit zu „Kingdom Hearts 3“

Zum Abschluss der Saga dreht Square Enix nochmal ordentlich auf. Liebevoll mit jeder Figur umgegangen, das Gameplay ist gewohnt flott und die Geschichte ist beim besten Willen unverständlich. Trotzdem hat mich das Spiel nicht loslassen können. Zu groß war die Neugier auf welchen Charakter Sora trifft. Anfänger könnten recht schnell abgeschreckt von unzähligen Zwischensequenzen sein, sollten jedoch am Ball bleiben. Denn sonst verpasst man ein Effekt-Gewitter mit viel Leidenschaft.

Entwickler: Square Enix | Preis: 69,99 Euro | Für PlayStation 4 & Xbox One | USK: ab 12

Just Cause 4 im großen Test

Entwickler Avalanche Studios setzt auch in „Just Cause 4“ auf groß zelebrierte Action in paradiesischer Kulisse. Hauptfigur Rico Rodriguez darf sich einmal mehr austoben obwohl die Technik zu wünschen übrig lässt – Unser Test.

Fast schon Tradition

Zur Ära der PlayStation 2 war allgemein die Auswahl an verschiedensten Actiontiteln größer. Zum einen war es im Gegensatz zu heute kostengünstiger als kleiner Entwickler seine Spiele zu vertreiben und das Internet noch nicht so fortgeschritten um schon vor Wochen vor Release alles zu verteufeln. „Just Cause“ war bereits im ersten Teil anders. Over-the-Top-Action im Antonio Banderas-Outfit = Rico Rodriguez. Per Fallschirm durfte man schon damals eine atemberaubende Spielwelt erkunden. Der Nachfolger verfolgte dank besserer Hardware der PlayStation 3 schon mehr den Fokus auf ausufernde Blockbuster-Action. Dabei gelang es den Machern in jedem Spiel Geschichten zu inszenieren, die meist unter dem Niveau von drittklassigen Steven Seagal-Grabbeltisch DVD´s liegen. Trotz Schwächen verkauften sich die Vorgänger anständig, was eine Fortsetzung mit Teil 3 rechtfertigte. Durch die Implementierung des pfeilschnellen Wingsuit, ansehnlicheren Explosionen und generell mehr Feintuning fand auch der 3. Auftrag von Rico Rodriguez viele Liebhaber. Mit dem heißerwarteten „Just Cause 4“ könnten jedoch eingefleischte Fans enttäuscht werden.

Zur Story, die obligatorisch einem B-Movie gleicht. Nach den Ereignissen vom dritten Teil ist Rico Rodriguez weiter auf seinem Rachefeldzug. Angekommen im kleinen Land Solís im Süden von Amerika will er die „Schwarze Hand“ eine Söldnertruppe von Widersacherin Gabriela Morales bekämpfen. Diese möchte mit ihrer gefertigten Maschine, mit der sie Naturgewalten wie Tornados oder Sandstürme auf das ärmliche Volk lässt, an Macht und Land gewinnen. Rico unterstützt deshalb den Widerstand und erhält sogar Hilfe von alten Bekannten. Man muss den Entwicklern zweifelsohne ihre Kreativität lassen. Sich durch einen wütenden Wirbelsturm per Wingsuit zu bewegen und dabei die Umwelt in ungeahnter Zerstörung zu sehen, ist einfach unterhaltsam. Leider hört diese Kreativität im weiteren Storyverlauf auf. Serviert werden teils technisch furchterregende Zwischensequenzen, deren Dialoge mehr als zu oft 0815-Phrasen beinhalten. Insgesamt müssen wir für drei Auftraggeber verschiedene Missionen erfüllen. Neu hinzugekommen ist das leidlich angepasste Fronten-System, bei dem wir Truppen mehr und mehr Gebiete der Spielwelt erobern lassen. Dadurch schalten wir Waffen und andere Gegenstände frei. Missionen reichen von klassischer Basen-Zerstörung bis zu ausgefeilten Highlight-Aufträgen, die an Absurdität nicht zu überbieten sind. Hier macht „Just Cause 4“ am meisten Spaß, wenn Rico einer extrovertierten Regisseurin dabei helfen muss, ihren eigenen Tod zu faken. Leider verlässt man sich zu sehr auf Altbekanntes. Zudem kommt das Ende ungewöhnlich abrupt.

Mit Wingsuit in die Action

Im Gegensatz zum Vorgänger wird Rico Rodriguez nicht von Schauspieler Moritz Bleibtreu sondern wieder von einem professionellen Sprecher vertont. Das passt wesentlich besser, lässt aber die Stimmen der Nebenfiguren mehr als amateurhaft aussehen. Aber bei „Just Cause“ zählt doch die Action! Stimmt. Die reiht sich mühelos an den dritten Teil an. Explosionen sind wuchtig. Gewehre feuern krachend. Und im Mix macht das Gameplay im Zusammenspiel mit Greifhaken und Wingsuit des Kern des Spielspaß aus. Steuerung der Boliden ist schwammig wie eh und je – hier bleibt sich Avalanche Studios treu. Übrigens auch am zunehmend eintönigen Spielprinzip. 85% der 15 stündigen Kampagne sind wir damit beschäftigt Basen zu zerstören und Schalter zu aktivieren und/oder Daten zu stehlen. Dankbarerweise präsentieren sich die Nebenmissionen mit ihren Herausforderungen als Auflockerungen. Mal gilt es im Winguit bestimmte Checkpoints zu überqueren oder im Dschungel nach Artefakten zu suchen. Die Spielwelt ist abwechslungsreicher denn je – sie reicht von Küsten über Dschungel-Gebiete zu staubtrocknen Wüsten bis hin zu frischen Eisbergen oberhalb gelegen. Mit zahlreichen Flugzeugen lassen sich die Basen auch einfacher einnehmen. Gerade in Bodengefechten fällt trotzdem auf, dass Rico fast schon zu stark ist. Er überlebt spielend Schüsse und Explosionen aus nächster Nähe und sollte mal härter getroffen werden, reicht ein schneller Wingsuit-Flug nach oben.

Der Greifhaken hat mehrere Funktionen spendiert bekommen. Neben Zugseilen, sind jetzt auch Ballons und kleine Booster an allerlei Gegenständen wie Autos einsetzbar. Unhandlich ist nur die Auswahl, dazu müssen wir stets ins Menü wechseln. Hier war JC 3 ohne optionale Greifhaken-Aufsätze weniger nervig. Um ehrlich zu sein, bin ich fast aus den Latschen gekippt als ich auf unserer PS4 Pro die ersten Spielminuten von „Just Cause 4“ gesehen habe. Hakelige Animationen, grobschlächtige Charaktere-Modelle aus düsteren PS3-Zeiten sowie spürbare Framerate-Drops mit aufploppenden Texturen. Es ist eines der wenigen Spiele einer Reihe, bei dem der Vorgänger besser aussah. Die Kollegen von Digital Foundry haben dies überaus anschaulich zusammengefasst. Es ist komisch, da man mit überdimensionalen Naturkatastrophen und von Fans geliebte Physik-Spielereien wirbt und dann sowas in der Form raushaut. Hier hätten wir uns deutlich mehr Liebe zum Detail gewünscht.

Unser Fazit zu „Just Cause 4“

Rico Rodriguez war nie dafür bekannt, dass ihm große monumentale Geschichte widerfahren. Sein Auftrag die „schwarze Hand“ aus Solís zu verjagen ist im Grunde der Freifahrtschein für eine zügellose Zerstörtungsorgie ohne jede Gnade. Mit dem Kampfhubschrauber das schwer bewachte Fort angreifen und dann im Wingsuit die restlichen Gegner niedermachen während ringsherum der Tornado tobt. Das funktioniert auch im neuesten Teil der Reihe wunderbar bis auf einige ärgerliche Mankos technischer Natur. Es ist wirklich rätselhaft, wieso man gerade grafisch dem Vorgänger hinterher hinkt. Das Gameplay ist stimmig wie sonst, dabei helfen auch die herrlichen Online-Kleinkämpfe zwischen Network-Freunden um Rekorde. „Just Cause 4“ ist mit seiner Open-World einladend, birgt jedoch einige Hindernisse.

Entwickler: Avalanche Studios | Preis: 69,99 Euro | Für PlayStation 4, Xbox One und PC | USK: ab 18

Octopath Traveler im Test für Nintendo Switch

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Octopath Traveler ist nicht nur ein Switch-exklusives JRPG mit eigener Demo im eShop für die Konsole von Nintendo, sondern vereint auch gleichzeitig das Beste aus verschiedenen Epochen der Videospielgeschichte. 2D-Sprites treffen auf 3D Umgebungen. Wir haben sind für euch auf die Reise gegangen.

Octopath Traveler mit Unreal Engine

Die Reise über den Kontinent Orsterra wird in Octopath Traveler auf eine ganz besondere Weise präesentiert. Auf der einen Seite hat man die Helden und Gegner in 2D-Sprites. Auf der anderen Seite hat man diese 3D-Landschaft, welche aber ebenfalls minimal daher kommt und einen ganz neuen Look möglich macht. Das Beste aus den Tagen des Super Nintendo kombiniert mit den heutigen Möglichkeiten einer Unreal Engine. Das sieht auf den ersten Blick sofort vertraut und dennoch erfrischend neu aus. Unsere acht Reisenden hätten dabei vielleicht ein klein wenig mehr persönlichen Charakter verpasst bekommen, doch unsere Truppe macht Spaß und vor allem hat Entwickler Square Enix viel Liebe zum Detail walten lassen. Allerdings sollte man als Spieler ganz klar Fan der alten SNES-Klassiker sein, denn auch in Octopath Traveler ist der rundenbasierte Kampf das große Thema im Spiel. Wer JRPGs nicht mag und rundenbasierte Games generell öde findet, der wird auch mit Octopath Traveler keinen Spaß haben. Wer sich noch unsicher ist, kann bedenkenlos die Demo runterladen.

Unsere acht Helden gehen auf die Reise

Bei der eigenen Auswahl des Helden hat man die freie Wahl. Das ist allerdings auch nicht so extrem wichtig, denn am Ende erlebt man sowieso alle Geschichten im Laufe des Spiels. Es ist aber dennoch eine nette Option und suggeriert viel Freiheit im Spiel. Diese ist auch auf der Map spürbar, aber die Entwickler schicken unsere Reisetruppe doch immer wieder schnell auf den linearen Pfad der Geschichte. Es gibt allerdings auch Truhen und Kleinigkeiten abseits zu entdecken. Bei einem Titel wie Octopath Traveler ist natürlich das Kampfsystem wichtig und steht im Mittelpunkt. Auch Neueinsteiger kommen hier vergleichsweise schnell klar, doch der Boost-Modus und die verschiedenen Fertigkeiten unserer Helden wollen erlernt und beherrscht werden. So können sogar NPCs in den Kampf geholt werden. Meist muss man allerdings erst einmal die Schwachstelle der Gegner finden und das kann Runden kosten. Vor allem gilt es dann erst einmal die Schilde zu attackieren. Erst ohne Schildschutz werden Gegner und Bosse bezwingbar. So muss man auch stets seine Kämpfer im Blick haben, denn für so manchen Kampf benötigt es unbedingt das Schwert. Manche Bosse können ihren Schutzschild sogar wieder langsam aufladen und somit sind die Kämpfe auch eine taktische Herausforderung. Das Aufleveln ist wichtig und natürlich gibt es in Octopath Traveler auch verschiedene Händler. Hier kann es aber bei den Items schnell sehr kostspielig werden. Da hilft es dann Dungeons, Nebenquests und Bosse zu meistern, damit man auf Shoopingtour gehen kann. Es braucht aber gewiss seine Zeit bis man sich neue Waffen kaufen kann. Das Spiel ist aber ziemlich gut darin den Spieler so stark in den Bann zu ziehen, dass man gern in dieser Welt verweilt.

Mehr als eine Hommage an 16-BIT Zeiten

Octopath Traveler wirkt auf den ersten Blick ein wenig wie ein schnelles Retrospiel, welches auf den Pixelstil des SNES setzt und die alte Zeit feiert. Es ist aber nicht nur eine Huldigung der Pixelhelden aus den 90ern, sondern könnte selbst ein Klassiker werden. Der Grafikstil ist in Verbindung mit dem tollen Soundtrack extrem stimmig. Die Helden haben mitunter sogar teils sehr emotionale Beweggründe für ihre Reise. Generell versinkt man als Spieler schnell in dieser Welt und die taktischen Kämpfe machen Laune. Man kann daher mit Octopath Traveler nicht nur eine gute Zeit verbringen, sondern dank der tollen Atmossphäre auch sehr viel Zeit. Selbst die kleinen Zwischenpassagen mit Geplänkel über „Textsprechblasen“ sind irgendwie süß gemacht. Man baut sehr schnell eine Bindung zu diesen Helden auf. Octopath Traveler ist somit auch ein Spiel, welches man nicht nur einfach beendet, sondern gern wieder in die Switch einlegt. In diese Welt kommen wir gern wieder und arbeiten uns noch durch so einige Quests. Ein neuer Klassiker im Retro-Gewand.