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Gamescom 2019: Marvel’s The Avengers

Marvel’s Avengers

Marvel’s Avengers: Square Enix lud uns zur exklusiven Gamescom-Demo ein – hier erwartete uns brachiale Blockbuster-Action mit den bekannten Marvel-Superhelden. Wie spielt sich das Action-Adventure oder verkommt es zum seelenlosen Lizenzbrei? Unsere Einschätzung.

Marvel greift wieder an

Es musste ja so kommen. Nach dem wirklich hervorragenden „Marvel’s Spider-Man“ von Insomniac Games möchte man umso gerne mit der geballten Power der Avengers daran anknüpfen. Statt PlayStation-exklusiv wird „Marvel’s Avengers“ ein Multiplattform-Titel. Das Studio hinter dem „Tomb Raider“-Reboot von 2013 entwickeln schon einige Jahre am Spiel und werden nicht müde zu betonen, dass es ein eigenes Avengers-Spiel ohne direkte Vorlage zum MCU (Marvel Cinematic Universe) oder bestehenden Comics gibt. Zumal die Storyline eng mit dem Lizenzgeber erarbeitet wurde – beginnt zumindest die spielbare Demo erfreulich krachend. Am A-Day, der Tag als die neue Helden-Basis in San Francisco eröffnet wird, kommt es zum Angriff von Bösewicht Taskmaster. Zusammen mit unzähligen Soldaten greifen sie Menschen an. Die Retter eilen zu Hilfe und wir übernehmen anfangs die Rolle von Thor. Dieser steuert sich problemlos direkt, unser Donnerhammer kann geworfen und im Flug wieder aufgefangen werden. Erinnert an die Axt von Kratos im „God of War“-Reboot. Mehrere Minuten lang werfen wir Blitze auf herzueilende Gegner. Danach darf Iron Man übernehmen – im Original spricht ihn mehr als gewitzt Nolan North – mit ihm fliegen wir haarscharf an Autowracks vorbei oder starten einen Angriff aus 100 Meter Höhe. Dabei macht das Spiel trotz weniger Gameplay-Mechaniken großen Spaß.

Marvel's Avengers

Marvel’s Avengers

Mit Hulk ins Getümmel

Schließlich schlüpfen wir rund 3 Minuten später in den grünen Koloss Hulk. Grandios: Jede Held wird in kurzen Zwischensequenzen näher vorgestellt, um neue Spieler nicht zu überfordern. Das Gameplay von Hulk ist deutlich schwergängiger. Zwar schlagen wir gekonnt zu, aber hier ist das Movement noch zu stark limitiert, da sich Angriffe spürbar wiederholen. Als Auflockerung werden hier und da kleine Jump’n’Run-Sequenzen eingestreut, die nicht fordernd sind aber verdammt gut aussehen. Insgesamt lebt die Demo eher von groß zelebrierter Action als den leisen Momenten, die es laut Studio Crystal Dynamics definitiv geben wird. Grafisch bewegt sich „Marvel’s Avengers“ auf gutem – wenn auch nicht beeindruckendem Niveau. Die Gesichter sehen wunderbar aus, während manche Effekte leider undetailliert über den Bildschirm flimmern.

Marvel's Avengers

Marvel’s Avengers

Upgrades und Koop

Im weiteren Spielverlauf wird es zudem möglich sein, seine Helden mit Upgrades auszubauen. Je nach gewonnenen XP. Verdient werden sie in zwei Arten von Missionen: „Warzen“ und „Hero“-Aufträge. Letzte sorgen für die Komplettierung der Handlung während die weltweit verorteten „Battle“-Missionen kleine Ausreißer für einzelne Helden darstellen. Diese sollen auch im Koop spielbar sein. Im letzten Drittel der Demo konnten wir zudem Captain America steuern. Bewaffnet mit Schild und Faust steht hier der Nahkampf im Vordergrund. Das Trefferfeedback ist ordentlich somit kommt unweigerlich das Gefühl selbst ein Superheld zu sein. Intuitiv ist die Steuerung. Niemals hatten wir Probleme nicht zu wissen, wo sich welcher Knopf für welchen Move befindet. Zu guter Letzt erschien noch Agentin Romanoff alias „Black Widow“, die sich auffallend wie Lara Croft spielte. Schmunzeln mussten wir als sie zwei Waffen zückte und im Bosskampf mit Taskmaster mal eben zwei Magazine wegschoss. Was alle Helden verbindet ist der Mix aus Nah- und Fernkämpfen. Hier haben sich die Entwickler spürbar Mühe gegeben, sie zwar ähnlich aber unterschiedlich zu designen. Die Demo machte jedenfalls große Lust auf mehr.

Marvel’s Avengers ist ab 15. Mai 2020 für PlayStation 4, Xbox One, Stadia und PC erhältlich.

Zu unserem Gamescom-Special 2019

Spoilerfreie Filmkritik zu „Avengers: Endgame“

Avengers Endgame
Avengers Endgame

Der Anfang vom Ende? Nach über 10 Jahren und 22 Filmen steuert Marvel mit „Avengers: Endgame“ unweigerlich auf sein großes Finale zu – zwischen Witz und Action dominiert ganz viel Dramatik. Ein würdiges Ende ohne Kitsch. Unsere Filmkritik zum Comic-Spektakel.

Thanos Werk ist vollendet

Thanos hat gewütet. Sehr sogar. Er hat dem gesamten Universum und den eigentlich beschützenden Superhelden eine gehörige Niederlage verpasst. Die Hälfte aller Bewohner auf jedem Planeten wurden per Fingerschnips ausgelöscht. Zu Staub zerfallen. Als bloßer Kinogänger ist es wahrlich beeindruckend, wie Marvel unter der Leitung von Produzent Kevin Feige vor 11 Jahren mit „Iron Man“ den Grundstein legte, Robert Downey Jr. zu einem noch größeren Star machte und bis heute insgeheim diesen Abschluss plante. Als Cineast sind reine CGI-Schlachten nicht gerade als oscarwürdiges Autorenkino zu bezeichnen, dennoch unterschieden sich frühere Marvel-Filme zu neueren in erheblichen Punkten. Die „Guardians of the Galaxy“ brachten gute Songs und den Humor ins Franchise, während die Abenteuer von „Captain America“ eigentlich gut versteckte Politthriller mit nebensächlichen Superhelden waren. Hauptkonkurrent DC scheint mittlerweile erfolgreich zu agieren, wenngleich sie mit ihren Comic-Interpretationen den schwerwiegenden Fehler machten – sich keine Zeit für die Hauptfiguren zu lassen. Vor dem ersten „Avengers“-Zusammentreffen erhielt jede nennenswerte Figur ein Solo-Abenteuer um sich quasi dem Publikum erst einmal vorzustellen. Von sehr gut (Iron Man, Thor, Captain America – The First Avenger) bis akzeptabel (Der unglaubliche Hulk) waren die Auftakte für den Haupthandlungsfaden gesetzt.

Bisher saß ich selten im Kino und erlebte einen Film mit 181 Minuten Laufzeit in solch kurzweiliger Form. „Avengers: Endgame“ setzt bewusst dramatische Töne an, ohne aber unerträglichen Kitsch beizufügen. Einmal überraschen die Brüder Russo als Regisseure mit entschleunigtem aber unterhaltsam erzähltem Storytelling. Die Figuren von Iron Man, Captain America & Black Widow wirken hier mehr denn je menschlich. Mit Ängsten und Sorgen. Brie Larson als Fels in der Brandung ist nicht so oft wie gedacht zu sehen. Also kommt die Rückkehr von Scott Lang alias Ant-Man gerade recht. Denn mit seiner Theorie könnten die verbleibenden Helden gewisse Fehler rückgängig machen. Trotzdem kommt der Humor nicht zu kurz. In gewisser Hinsicht spielt man ihn auch zu grob bzw. Zielgruppen-gerecht aus. So ist es nur schwer vorstellbar, dass der Battle Royale-Hit „Fortnite“ erwähnt wird. Witzig ja, aber im ernsten Kontext schwierig zu erachten. Die Handlung ist temporeich gestaltet, bleibt nicht zu oft an einer Location und leidet dennoch unter ihrer enormen Größe. Deshalb empfehlen wir allen Marvel-Neulingen wenigstens den direkten Vorgänger „Infinity War“ anzusehen, da euch sonst viele Figuren sowie Plotpoints fragend zurücklassen.

Technisch ist das Grande Finale überaus hübsch anzusehen. Gewohnt hochwertige CGI-Effekte runden die Konfrontationen ab der Hälfte des Films ab. Zumal der 3D-Zuschlag für Filme aus dem Hause Walt Disney niemals enttäuscht. Bereits in „Infinity War“ waren die Animationen von rein digitalen Charakteren wie Thanos wirklich beeindruckend. Der restliche Cast ist bis auf die letzten Nebenrollen prominent besetzt, so darf man sich auf längst vergessene Figuren freuen. Der Score von Alan Silvestri bedient sich aus bekannten Stücken des Vorgängers und untermalt einige Sequenzen sogar recht verspielt. Insgesamt nah an der Perfektion.

Unser Fazit zu „Avengers: Endgame“

Ein letztes Abenteuer, ein letzter Kampf. Thanos zu besiegen erstreckte sich weit über zwei Filme. Bereits in „Marvel’s The Avengers“ gab es leichte Hinweise auf das furiose Finale. Der Cast war mit Leidenschaft dabei und so muss das Publikum, egal wie die Sache nun ausgehen mag, keine Träne vergießen. Denn die Gewissheit, dass jedes einzelne Mitglied unter Nick Fury seinen Frieden hat ist mehr als beruhigend. Ein würdiges Ende.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein. (Richtig gelesen.)

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Avengers: Endgame“ gibt es hier.

Anthem im großen Test

Anthem Review
© EA

Innovatives Action-Feuerwerk oder monotones Geballer? Anthem ließ uns im Test mit gemischten Gefühlen zurück und konnte trotz guter Grafik sowie neuartigem Gameplay nicht so recht überzeugen. Doch welche Aspekte haben uns genau enttäuscht – der Test verrät sie euch.

Zwickmühle ohne Entkommen?

Bioware ist in der Zwickmühle. Trotz dem fabelhaften Standing als facettenreicher Entwickler wurde insbesondere „Mass Effect: Andromeda“ vor zwei Jahren negativ von Fachpresse sowie Spielerschaft aufgenommen. Durch eine stellenweise unmotivierte Storyline schlug Publisher EA den geplanten Neustart der Serie sogleich in den Wind. Also hieß es bei Bioware frisch ans Werk – zuerst hörte man vom Neu-Projekt „Anthem“ auf der E3 2017. Kurz danach hatten einige Beobachter schon damals den Eindruck, dass man nur zu gerne ein eigenes „Destiny“ aufstellen will. Monat um Monat zogen ins Land und je mehr Infos oder bewegtes Gameplay EA veröffentlichte desto lauter wurden die Stimmen. Erschwerend kommt der Fakt hinzu „Anthem“ ebenso wie bei „Destiny“ für ganze 10 Jahre unterstützen zu wollen. Klingt utopisch – denkt man jedoch an ein „World of Warcraft“, dass aktuell noch immer mehrere 100.000 Spieler pro Monat spielen – ist dieser fromme Wunsch von Publishern durchaus vertretbar.

Anthem möchte als Actionspiel mit Onlineelementen wahrgenommen werden. Kommen wir zur Bioware´s eigentlich größter Stärke – die Handlung: Freelancer in übergroßen Anzügen, genannt Javelins, leben in von Flora und Fauna bewucherten Welt. Die Welt wurde von den Göttern, genannt Shaper, erschaffen. Sie haben dafür die „Hymne der Schöpfung“ verwendet, eine Kraft, die in der Lage ist, zwei Dinge zu tun: Erschaffen und Zerstören. Aus unerklärlichen Gründen sind die Shaper plötzlich verschwunden. Als feindliche Hauptfraktion sind die Dominion im Spiel vertreten. Trotz der unkontrollierbaren Macht wollen sie mit einem eigens gebauten Werkzeug diese nutzen. Als Spieler übernehmen wir die Rolle des vermeintlich letzten Freelancer. Mich beruhigte anfangs, dass meine Figur selbstständig spricht. Nicht wie beispielsweise in „Far Cry: New Dawn“ oder „Metro: Exodus“ wo es recht eigenartig war, dass ausgerechnet meine Hauptfigur kein Wort zu sagen hat. Ein obligatorischer Editor für Hautfarbe sowie Geschlecht darf ebenso wenig fehlen. Problematisch ist die Erzählweise. Werden wir im Intro noch bombardiert mit Infos, die wir ohne Vorwissen weder verstehen noch richtig interpretieren können – passiert danach nichts mehr. Die Hauptstory wird fallengelassen und sich mit dem normalen Alltag in Anthem beschäftigt. Auch wirken vorgestellte Figuren wie Arkanist Owen platt und austauschbar. Von einer spürbaren Entwicklung wollen wir gar nicht erst anfangen. Äußerst schade, dass der Plot nur selten fesselt und sich weit unter dem erwartbaren Bioware-Niveau befindet.

Gleißendes Licht am Horizont

Jedoch gibt es Licht am Horizont. Wörtlich gemeint. Es ist ungemein beeindruckend per Javelin sich Iron Man-haft den monströsen Wasserfall runterzustürzen um sofort zum sichtbaren Missionspunkt zu fliegen. Die Spielwelt von Anthem steht uns sofort offen, erkunden lohnt da sammelbare Materialen und vergessene Lager häufig zu seltenen Gegenständen führen. Sonst wirkt diese Welt unheimlich organisch und voller kreativen Einschüben. Hier ein Klecks „Avatar“ dort reale Vorbilder á la Regenwald. Während anfangs unser Anzug nach wenigen Sekunden überhitzt verbessern wir nach und nach gewisse Bauteile. Laufen wir aber in Fort Basis, unserem Rückzugsort, herum ist es doch stark verwunderlich fast keine ansprechbaren Personen anzutreffen. Optisch mutet die Basis unnatürlich steril leblos an. Mit gefundenen Materialen wie Ember (in verschiedenen Stufen) sowie chimärischen Komponenten basteln wir neue Rüstungsstücke. So könnt ihr völlig frei entscheiden euren Fokus auf Lenkraketen oder Schutzschilde zu legen. Auch findet ihr innerhalb von freien Expeditionen einige Waffen. Zu denen zählen u.a. LMG, Pistolen, Maschinen- oder Scharfschützengewehre. Jede bietet eigene Werte und lassen sich in der Schmiede bearbeiten. Hier darf man zudem kosmetische Upgrades kaufen. Mikrotransaktionen erläutern wir weiter unten. Das Gameplay von Anthem ist mit das Beste am Spiel. Tut man sich in den ersten 30 Minuten noch schwer flutscht es irgendwann. Dann lassen sich auch perfekte Kombi-Optionen in Kämpfen ausführen. Per Knopfdruck aufsteigen, per Faustschlag Dominions & Scars zerstören. Was jedoch nicht über die sagenhaft eiserne Monotonie in Sachen Missionsdesign hinwegtäuscht.

Klassische Mission in „Anthem“ (plus Ladezeiten):

„Finde XY und hole mir Relikt A“
1. Ladezeit
*Spieler läuft zur Schmiede um Setup zu verbessern*
2. Ladezeit
*Spieler ändert Setup*
3. Ladezeit
*Spieler klettert in Jevelin*
4. Ladezeit
*Spieler läuft in Höhle*
5. Ladezeit
*Spieler beendet Mission*
6. Ladezeit
*Spieler reist nach Fort Tarsis*
7. Ladezeit

Ihr merkt schon – viel Zeit zum Nachdenken. Nahezu kindlich möchte Bioware auch Solisten unbedingt in Vierer-Teams zwingen. Entweder mit Freunden oder im Random-Verfahren hetzt man uns von Checkpoint zu Checkpoint – in unserem Test klappte die Zusammenarbeit recht ordentlich was vielleicht daran lag, dass die einzigen Aufgaben aus „Scars abschießen“ und „Türen öffnen“ waren. Falls sich die Gruppe zu schnell bewegt und ihr es nicht schafft aufzuschließen – agiert Bioware gnadenlos und wirft euch kurzerhand aus der Session. Nett. Gerade die oben beschriebene ewig gleiche Monotonie in den Missionen dämpfen den kompletten Spielspaß. Was für den „Destiny-Abklatsch“ spricht sind die auftretenden Bulletsponge-Gegner. Magazin für Magazin fressen nicht nur Elite-Varianten der Widersacher. Okay, in „The Division“ beschwert sich ja auch niemand – aber trotzdem hätte „Anthem“ das Ruder umreißen und andere Akzente setzen können.

Grafisch macht „Anthem“ einerseits in den schon gelobten Außenarealen eine gute Figur während in Fort Tarsis die eigenartig sterile Atmosphäre wartet. Gesichter werden einzig in Zwischensequenzen mit realistischen Ausdrücken sowie Emotionen ausgestattet. Ansonsten lässt die Qualität zu wünschen übrig, Köpfe haben teilweise Knetgummi-Look. Texturen laden häufig gerne nach und Objekte ploppen besonders außerhalb öfter auf. Wie nahezu jedes Blockbuster-Spiel, dass was auf sich hält dürfen wir mit Ingame-Währung Mikrotranaktionen erstehen. Auf Lootboxen verzichtet man, dank „Star Wars: Battlefront 2“, und beschränkt sich nur auf kosmetische Items. Die Ladezeiten bildet aber das größte Manko in „Anthem“. Nach jeder Aktion kommt eine mindestens 15 Sekunden dauernde Zwangspause – absolut nervig. Da die Immersion durch offensichtliche Probleme schon brüchig genug ist, wird sie dadurch vollends zerstört. Dazu gesellen sich Lags, starkes Tearing und nahezu ständige Ruckler. Besonders an Missionsanfängen. Technisch positiv zu erachten sind die wenigen Verbindungsabbrüche. Immerhin. Update 1.04 konnte hierbei nichts ändern.

Unser Fazit zu „Anthem“

Nach 15 Stunden sehen wir den Abspann vom gewollten EA-Heilsbringer in Sachen Online-Shooter. Gelinde gesagt ist es erstaunlich wie wenig Content anhand von kreativem Spieldesign und eigentlicher Handlung benötigt wird, um irgendwie auf die recht lange Spielzeit zu kommen. Antwort: Ewig gleichen Missionstypus abspielen. Bioware ließ mich stellenweise so enttäuscht zurück, dass ich die Konsole abschalten musste. Uninspirierte Figuren, deren Dialoge durchaus Potential zeigen, dass aus Anthem ein wirklich amüsantes Spiel hätte werden können. Vielmehr kratzt man nur an der Oberfläche anstatt tiefer gehend gesellschaftliche Kritik in den Kontext der Geschichte zu stellen. Zahlreiche Kodex-Texte veranschaulichen ein frisches Setting mit interessanter Story – bleibt jedoch weit unter den angestrebten Ambitionen des erfahrenen Entwicklerstudios. Die Spielwelt, so visuell beeindruckend sie auch ist, täuscht nicht über teils katastrophale Probleme hinweg. Einzig das unverkennbare Movement des Javalin ist hier den Kauf vielleicht wert.

Entwickler: Bioware | Preis: 69,99 Euro | Für PlayStation 4, Xbox One und PC | USK: ab 16

Mehr Informationen zu unserem Wertungssystem findest Du hier.

Filmkritik zu „Avengers: Infinity War“

Avengers: Infinity War
© Marvel Studios

Avengers: Infinity War: Der Film, auf den Marvel rund 10 Jahre hingearbeitet hat – läuft seit kurzem im Kino. Ob die geballte Superhelden-Power bestehend aus Iron Man, Doctor Strange und den Guardians of the Galaxy ausreichen, um Obermotz Thanos aufzuhalten und wie groß der Unterhaltungswert ist, verraten wir euch in unserer spoilerfreien Kritik.

10 Jahre Vorbereitung

Marvel. Wer hätte jemals vor dem ersten „Iron Man“ vermutet, dass daraus eines der größten Franchises der gesamten Branche werden würde? Passend mit „Back in Black“ von AC/DC unterlegt warf sich Robert Downey Jr. als erster in die Superhelden-Rolle als Iron Man. Durchaus ironisch, mit krachender Action versetzt und lockeren Plotlines zimmerte man nach und nach große Kassenschlager. Denn der damalige Plan von Marvel alle Filmrechte zurück zu kaufen und selbst mit den eigens gegründeten Studios Blockbuster zu inszenieren galt als schwierig. Comic-Verfilmungen hatten in den Nuller-Jahren keinen guten Stand, qualitativ wie bei den Besucherzahlen. Doch Producer Kevin Feige änderte dies mit Solo-Abenteuern wie „Thor“, „Der unglaubliche Hulk“ oder „Captain America – The First Avenger“ um wenig später einen Taskforce-Film namens „Marvels The Avengers“ zu fertigen. Dieser war ein finanzieller Erfolg und spielte weltweit über eine Milliarde US-Dollar ein. Neue Helden bzw. Phasen waren damit beschlossene Sache und nun gipfeln die vergangenen 10 Jahren auf das Zusammentreffen mit Thanos. Der mächtigste Bösewicht im Universum.

„Avengers: Infinity War“ schließt an das Ende von „Thor 3 – Tag der Entscheidung“ an. Das Raumschiff wurde von Thanos fast zerstört am Leben sind nur noch Bruce Banner als Hulk, Loki und Thor. Durch einen Trick schickt Loki den Hulk zur Ende, um Iron Man sowie Doctor Strange zu warnen. Denn Thanos ist auf der Suche nach den verbleibenden Infinity Steinen – einen davon besitzt er schon. Auf der Erde greifen Thanos Schergen unvermittelt an, während sich Tony Stark mit Spider-Man zum Heimatplaneten Titan reisen. Währenddessen findet Thor im Weltall treibend Rettung durch die Guardians of the Galaxy, die wiederum einen Infinity Stein beim „Collector“ vermuten. Zudem kehrt Captain America mit Black Widow aus dem Untergrund zurück. Dennoch hat Thanos andere Pläne. Die Handlung von „Infinity War“ ruht auf mehreren Säulen. Regisseur Anthony Russo & Joe Russo haben jedoch eine gesunde Balance zwischen den einzelnen Episoden gefunden. Beispielsweise rettet der typische Humor der Guardians bevor es im Kinosaal zu bedrückt wird oder kann die epochale Schlacht bei Captain America gutes Action-Kino bieten. Wobei hier dringend das wirklich hervorragende 3D gelobt werden muss. Alleine für vier Effekte lohnt sich der Auspreis, das nur am Rande. Die Handlungsfäden verbinden sich zusehends am Schluss recht logisch. Doch gibt es Längen. Nicht störend aber bemerkbar.

Ein endgültiger Abschied?

Für einen Marvel-Film ist der Bodycount recht hoch und es wird mehrmals deutlich gemacht, dass „Infinity War“ für einige Helden ein Abschied bedeutet. Man merkt einfach, dass der Ton trotz herrlichem Humor und Action düsterer geworden ist. Das tut der Reihe gut. Die Gespräche zwischen den Helden sind nicht mehr allzu belanglos sondern mit der nötigen Härte versehen. Gut ist auch, dass die Drehbuchautoren den Gegner Thanos nicht plakativ als unglaublich böse und einfach vorhanden sehen, sondern ihm genügend Screentime spendieren um die Motivation und die ein oder andere Emotion zu veranschaulichen. Wie auch Tony Stark, der unter seiner lockeren Oberfläche Ängste und Sorgen offenbart. Nahezu jeder Held besitzt ausreichend Screentime um im Kopf zu bleiben.

Wenn das 3D hier schon so gelobt wird, ist auch der technische Rest gut, mag sich der ein oder andere Leser hier denken. Richtig. Das CGI ist in fast jeder Szene löblich und kann dank 8k-Aufnahme mit scharfen Details punkten. Der Score von Alan Silvestri nimmt bekannte Themes aus den Solo-Abenteuern einzelner Helden auf und vermischt sie orchestral mit frischen Klängen. Besonders in ruhigen Passagen ist der Soundtrack recht ordentlich geraten.

Unser Fazit zu „Avengers: Infinity War“

Was für ein Gipfeltreffen! Marvel bleibt seiner recht einfachen Art von Handlungen treu, garniert sie mit allerlei sympathischen Helden und würzt sie am Schluss mit einer Prise Wehmut. Der Schluss gehört mit Sicherheit zu den leisesten 10 Minuten der Marvel-Blockbuster im Saal. Die rund 150 Minuten sind kurzweilig inszeniert, bis auf kleinere Längen und ist trotz hohen Erwartungen keine Enttäuschungen. Dieser Film muss im Kino geschaut werden.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Avengers: Infinity War“ gibt es hier.

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