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Filmkritik zu „John Wick: Kapitel 3“

John Wick: Kapitel 3
© Lionsgate

John Wick ist zurück und auf der Flucht! Kapitel 3 beginnt nach dem Eklat im Continental-Hotel des Vorgängers – handgemachte Action mit Stil und ein Keanu Reeves in Top-Form. Nur punktuelle Schwächen fallen hier negativ auf. Unsere Review.

Regeln und Konsequenzen

Hastig läuft ein Mann durch den peitschenden Regen im neonerleuchtenden New York City. Neben ihm sein treuer Vierbeiner. Er weiß, viel Zeit bleibt ihm nicht mehr. Er bleibt kurz stehen. Es ist John Wick. Jener John Wick, der raus aus dem Sumpf des Verbrechens wollte es geschafft hat und wegen eines geklauten Autos und getöteten Hundes zurückkehrte, in die grausame Welt voller unausgesprochener Grundsätze unter Killern. Es ist schon bemerkenswert wie ein geradliniger Rachefilm aus dem Jahr 2014 zu einem Franchise dieser Größenordnung heranwachsen konnte. Mehrere Teile, eine geplante TV-Serie und ein kommendes Spin-Off sind respektabel. Natürlich zuckt man unweigerlich zusammen, da sichtlich die Cash Cow gemolken wird, dennoch sieht man sich auch in „John Wick: Kapitel 3“ kaum an der großartig dargebotenen Action satt. Manchmal kam mir es vor, als würde ich ein Videospiel auf der Leinwand schauen. Minutenlange Action-Sequenzen getrennt von ruhigen Story-Abschnitten. Hier wird nämlich strikt zwischen Ruhe und Aktion getrennt.

Da die Handlung im Vorgänger eher zweckmäßig als qualitativ war wiederholt man diesen Fehler nicht nochmal und schrieb einen zweiten Bierdeckel mit Storylines voll. Wick (Keanu Reeves) hat eine der wichtigsten Regeln der Unterwelt gebrochen – einen Kerl im neutralen Killerhotel Continental getötet. Die Strafe: Exkommunikation. Anders gesagt: Freiwild mit einem 15 Mio. Dollar Kopfgeld. Also betreibt Wick die Flucht nach vorne und versucht einige Gefallen einzulösen – wäre da nicht jeder weltweit dahin bestrebt ihn zu töten. Kapitel 3 schließt direkt an das Ende von Teil 2 an. Große Storyeinschnitte sollte man hier ebenso wenig erwarten, wie in der Wüste ein Glas kaltes Wasser zu finden. Einmal mehr zweckmäßig aber nicht mehr nur in der düsteren Großstadt. Nein, das klare Herzstück bilden hier die nahezu perfekt choreografierten Kämpfe zwischen Wick und seinen Gegnern. Nicht nur stylisch sondern auch überaus brutal. Das FSK 18-Siegel ist hier unbestritten gerechtfertigt. Offene Brüche, knackende Genicke und blutige Kopfschüsse sind also Standard. Umso kreativer war man mit dem Mitteln so kämpft Wick auch mal mit Äxten oder auch Macheten. Einmal mehr verbindet sich damit der harmonisch spielende Cast bestehend aus Laurence Fishburne, Neuzugang Halle Berry und als ikonischer Hotelleiter Ian McShane. Der pulsierende Score von Tyler Bates untermalt die stylisch höchstrabiaten Fights mit Bravour. Zumal die augenzwinkernde Ironie hier nicht zu kurz kommt.

Unser Fazit zu „John Wick: Kapitel 3“

Knallharte Action für echte Kerle! Hier wird nicht weggeguckt sondern teils unangenehm draufgehalten. Keanu Reeves spielt kühl distanziert aber nicht gelangweilt seine auf den Leib geschrieben Rolle des kämpfenden Auftragskillers. Die Story erwartbar klein, dafür werden noch mehr die Mechaniken der Unterwelt bzw. den Hohen Rats dem Zuschauer offenbart. Insgesamt kurzweilig erscheinen die 135 Minuten Laufzeit und präsentieren sich als handgemachtes Actionkino aller erster Güte. Doch nur für alle über 18 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „John Wick: Kapitel 3″ gibt es hier.