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Filmkritik zu ES: Kapitel 2 – Schauriges Finale

© Warner Bros.

Nach 27 Jahren kehrt Horrorclown Pennywise zurück – in der Fortsetzung zum erfolgreichen „ES“ inszeniert Regisseur Andrés Muschietti einen gnadenlosen Kampf, der die humorige 80er-Jahren-Perspektive hinter sich lässt und die Gegenwart zum Alptraum wandelt. Unsere Filmkritik.

ES ist zurück

ES war schon immer da. ES tyrannisiert das kleine Städtchen Derry, in der das höchste der Gefühle ein abendlicher Gang ins Kino ist. ES ist die Reinkarnation von Angst. ES ist wieder da. Verfilmungen von Stephen King erleben derzeit eine wahre Hochsaison. Bereits seit einiger Zeit arbeitet vorrangig Warner Bros. an Neuauflagen oder filmischen Neuerzählungen wie der im November startende „Shining“-Nachfolger „Doctor Sleep“. Weiterlesen…

Filmkritik zu „Once Upon a Time in Hollywood“

Once Upon a Time in Hollywood

Glamourös zelebriert Regie-Großmeister Quentin Tarantino seine Liebeserklärung „Once Upon a Time in Hollywood“ an die späten 60er Jahre in Hollywood. Fernsehen in Schwarzweiß und die Manson-Family komplettieren das tragikkomische Erlebnis. Unsere Filmkritik.

Keine Epoche sicher

Es gibt wohl kaum einen anderen Regisseur bei denen Fans nahezu jede Information aufsaugen, besprechen und diskutieren als bei Quentin Tarantino. Der 1963 geborene Filmemacher gilt noch heute als der junge Wilde in der Traumfabrik. Von gewalthaltig blutigen Gangsterballaden wie „Reservoir Dogs“ bis zum Western-Thriller „Django Unchained“ ist kein Themenfeld zu gewagt. Er ist die personifizierte Grenzüberschreitung. So war auch bekanntlich nicht Hitler in „Inglourius Basterds“ nicht sicher. Vielleicht um Christoph Waltz in die A-Liga von Hollywood zu holen, nebenbei erwähnt. Mit seinem neuesten Werk „Once Upon a Time in Hollywood“ möchte der Ausnahme-Regisseur einen anderen Ton walten lassen. Spürbar gemäßigter gar dem Mainstream etwas verfallen verwirklicht er sein Herzensprojekt. Das merkt an jeder Stelle. Anhand des Casts der wirklich zu beeindrucken weiß, kommt beim Schauen unweigerlich das Gefühl auf – eine Art romantisierte Version seines Kultfilms „Pulp Fiction“ zu bestaunen. Die Story ist hier jedoch nur rudimentär.

Once Upon a Time in Hollywood

© Sony Pictures

„Weine niemals vor einem Mexikaner!“

Der leicht abgehalfterte TV-Star Rick Dalton (grandios: Leonardo DiCaprio) und sein Kumpel und ehemaliger Stuntman Cliff Booth (lässig: Brad Pitt) wollen trotz allerhand Widrigkeiten den Sprung vom Fernsehen ins Kino. Zwischenzeitlich wütet die Manson-Family in Los Angeles und Sharon Tate (wenig zu sehen: Margot Robbie) wie auch ihr Mann Roman Polanski ziehen neben Rick ein. Anders als in „Pulp Fiction“ in der die Handlung den Stil bestimmt, bestimmt hier der Stil die Handlung. 1969 ist in „Once Upon a Time in Hollywood“ keine Zeitform sondern ein Lebensgefühl. Detailreich porträtiert Tarantino seine Drehorte mit zeitgemäßer Werbung, Möbeln und Musik. Gerade diese ist so herrlich ausgewählt, dass man vor lauter Neugier darauf fast die Dialoge überhört. Typischerweise sind eben jene wieder so zeitlos pointiert und voller popkulturelle Zitate mit gewisser Ironie versehen. Zumal der Zuschauer die fiktiven Figuren nur dabei beobachten, wie sie ihren Alltag bestreiten, Leute treffen oder in das ein oder andere Fettnäpfchen treten. Ungewohnt lustig ist der 9. Film von Tarantino geworden. Teils gibt es minutenlange Sequenzen in denen Slapstick verschmilzt mit dem typischen Hollywood-Wahnsinn vermengt werden. Zumal die letzte Viertelstunde zu den kreativsten Arbeiten seiner Karriere gehört.

Once Upon a Time in Hollywood

© Sony Pictures

Bring a Little Love

Der Soundtrack besticht durch seine einzigartige Auswahl. Oldies wie „Mrs. Robinson“ von Simon & Garfunkel oder das schon aus dem Trailer bekannte „Bring a Little Love“ untermalen Szenen wie das ersten Zusammentreffen von Brad Pitt und einer Manson-Jüngerin perfekt. Das Themengebiet Manson-Family ist ohnehin nur punktuell im Film versehen. Vielmehr dient sie zur Einordnung der Zeit und als Background-Story. Teils dokumentarisch wirken viele Momente, in denen der Großmeister gefühlt minutenlang Brad Pitt am Steuer hält. Kann man als Eigenheit beachten oder zur Streckung der Lauflänge – denn 161 Minuten können manchmal lang sein.

Unser Fazit zu Once Upon a Time in Hollywood

Erstmals sehen wir hier Tarantino, der sich etwas dem Mainstream annähert. Mit Absicht. Zwar sind ist die markige Erzählerstimme – teils harte Schnitte und andere Stilmittel enthalten aber deutlich reduzierter als jemals zuvor. Was am man Ende übrig bleibt ist eine liebevolle Hommage an das Kino vor der „New Cinema“-Ära mit klassischem Blödsinn des Filmemachers.

Once Upon a Time in Hollywood. USA 2019. Regie: Quentin Tarantino. Mit Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Margot Robbie. 161 Minuten. Ab 16 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Once Upon a Time in Hollywood“ gibt es hier.

„Anna“, „Yesterday“ & „Annabelle 3“ im Kino-Flash | Juli 19

Kino-Flash

Am Ende des Monats kommt der – Kino-Flash! Hier besprechen wir Filme, für die es keine große Kritik bei uns gab. Heute bunt gemischt u.a. mit “Anna”, “Leberkäsjunkie” und “Annabelle 3”.

Annabelle 3

Horror-Puppe Annabelle geistert wieder einmal durch unsere Lichtspielhäuser. Mittlerweile sind wir nach der „Insidious“, sowie „Conjuring“-Reihe so horrorerfahren, dass uns Jump Scores kaum mehr schockieren können. Die Machart hat sich über die Jahre kaum weiterentwickelt – so erhält man den Eindruck hier Fließbandfilme vorgesetzt zu bekommen. „Annabelle 3“ besitzt zwar Atmosphäre schockt den Zuschauer aber nur mit Müh und Not. Familie Warren, als Experten für Paranormale Phänomene, stehen war im Mittelpunkt haben jedoch nur rund 10 Screentime. Tochter Judy muss eine gespenstische Nacht samt zwei Teenagerinnen überstehen. Mehr als erwartbaren Geisterbahn-Grusel bietet der dritte Teil des Puppen-Franchise nicht. Zumal sich für FSK 16-Verhältnisse die Gewalt in Grenzen hält. Zumal Regisseur Gary Saubermann hier mehrmals Jump Scares anteasert um sie schließlich verpuffen zu lassen. Technisch wie optisch ist der Mindeststandard einer Kinoproduktion gegeben, obwohl manche Sequenzen eher mittelmäßig wirken. Für beinharte Horror-Fans á la James Wan-Werken ist der Kinogang vielleicht Pflicht während die Anderen den Blu-Ray Release abwarten sollten.

Release: 4. Juli. 2019 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Annabelle 3” gibt es hier.

Kino-Flash

© Universal Pictures

Leberkäsjunkie

Der Eberhofer Franz (Sebastian Bezzel) ist wieder da! Bereits zum sechsten Mal ermittelt der Provinzbulle aus Niederkaltenkirchen. Trotz streng verordneter Diät und einem mordenden Brandstifter hält das seine Ex Susi (Lisa Maria Potthoff) nicht davon ab ihn den gemeinsamen Sohn auf’s Auge zu drücken. Nun heißt es Kind, Mord und Familie unter einen Hut zu bringen. 2013 begann man die erfolgreiche Krimi-Reihe von Rita Falk zu verfilmen, obwohl hier die ARD federführend ist, kommt nur selten der Eindruck einer schnöden TV-Produktion auf. Zu besonders ist die Bildsprache und die damit verbundene Storyline, deren Krimi-Anteil zugunsten von humorigen Sequenzen recht niedrig gehalten wird. Regisseur Ed Herzog sollte sich zukünftig noch mehr austoben dürfen, umso seinen Stand als deutschen Edgar Wright auszubauen. Auch in „Leberkäsjunkie“ geht es weniger um den Mordfall – Klischees werden munter durchexerziert um in der guten Cast-Harmonie zwischen Bezzel und Schwarz manche Lacher zu setzen. Kleine Premiere: Erstmals wird ein Teil der Reihe überregional in 260 Kinos gezeigt, durch zahlreiche Wiederholungen im Fernsehen scheint man endlich den Mut gefasst zu haben, auch weitab des Weißwurst-Äquator den Film zu spielen. Insgesamt einen Tick schwächer als die Vorgänger regt jedoch immer noch zum schmunzeln an.

Release: 1. August. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Leberkäsjunkie” gibt es hier.

Kino-Flash

© Constantin Film

Anna

Mein Gott, Luc Besson! Was für großartige Filme hast du nicht dem Kino geschenkt? Angefangen von der Killer-Ballade „Léon – Der Profi“ bis hin zu fantastischen Welten in „Das fünfte Element“. Doch mit der ausgelebten Altherrenfantasie „Anna“ hast du dir keinen Gefallen getan. Nein, „Anna“ ist kein guter Film. Problematisch ist nicht der recht ideenlose Plot, der zu sehr an „Red Sparrow“ erinnert sondern der Fakt, dass sich das Drehbuch für zu clever hält. Da wird zwischendurch mal 5 Jahre zurück dann 4 Monate vor und wieder 10 Tage zurück gespult. Zumal die klaffenden Logiklücken nahezu peinlich auffallen. Kurz zur Handlung: Die mittellose Anna (Sasha Luss) wird vom KGB zur lasziven Killern ausgebildet und geht irgendwann einen Deal mit dem FBI in Form von Lenny Miller (Cillian Murphy) ein. Co-Star Helen Mirren als Chefin ist mit Luss nahezu die einzige, deren Rolle etwas mehr Tiefe als ein Kinderbecken im Freibad bietet. Teils hanebüchene Zeitsprünge gemixt mit leidlich interessanten Dialogen und erschreckend wenig Action. So lässt sich das neue Werk von Besson zusammenfassen – die Story tritt zu lange auf der Stelle und entfaltet so gut wie keinen Reiz sich diesen B-Movie-Thriller anzuschauen. Dass das Budget nicht so hoch lag, erkennt man übrigens zu Beginn gleich, da die Geschichte im Jahr 1990 spielt – auf den Straßen jedoch Tesla-Fahrzeuge im Hintergrund zu sehen sind.

Release: 18. Juli. 2019 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Anna” gibt es hier.

Kino-Flash

© StudioCanal

Yesterday

Was kommt eigentlich heraus, wenn Trainspotting-Regisseur Danny Boyle und Richard Curtis (Vier Hochzeiten und ein Todesfall) zusammen eine Musikkomödie über die Beatles machen? So etwas wie „Yesterday“. Recht gelungen, der mit Newcomer Himesh Patel einen wunderbaren Hauptdarsteller fand. Im Kern dreht sich die Story um den erfolglosen Musiker Jack Malik, der durch einen weltweit 10 sekündigen Stromausfall vom Bus angefahren wird und herausfindet, dass die Band rund um Ringo Starr und John Lennon niemals existent war. So kommt er auf die Idee, weil er sich als einziger an sie erinnert, die Songs selber zu singen. Der Erfolg kommt mit zahlreichen neuen Problemen. In Zeiten der Vielzahl an Biopics wie „Bohemian Rhapsody“ oder „Rocketman“ ist „Yesterday“ erfrischend anders. Hier wird nicht das Leben der Beatles gezeigt sondern ein Märchen mit Fantasy-Elementen erzählt. Curtis taucht wie gewohnt seine Drehbuch in viel Kitsch, was Regisseur Boyle zweifellos in seiner harten Erzählweise hemmt. Dennoch dürfen sich Insider über typische Kameraeinstellungen wie hektische Sequenzen oder surreale Kamerafahrten freuen. Trotz klassischen amüsanten Szenen bietet der Film auch dramatische Momente, in denen Love Interest Lily James ihre volle Leistung abrufen kann. Musiker Ed Sheeran spielt eine nicht unwesentliche Rolle wird jedoch als fast unangreifbarer Charakter zu sehr angehimmelt. „Yesterday“ mag zwar nicht die große Masse erreichen macht aber viel Spaß.

Release: 11. Juli. 2019 | FSK: ab 0 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Yesterday” gibt es hier.

Kino-Flash

© Universal Pictures

Filmkritik zu „Men in Black International“

Men in Black: International

Einmal mehr startet Hollywood eine seiner erfolgreichen Filmreihen neu – in „Men in Black International“ wird zwar etwas Fan-Service geboten aber der Funken will nicht überspringen. Warum? Der Cast aus Hemsworth und Thompson ist unterhaltsam – Unsere Kritik zum Film.

Zwischen Reboot und Fortsetzung

Irgendwo in Los Angeles: „Hey, es gibt zwar zig frische Ideen von vielen jungen Drehbuchautoren aber lass uns auf etwas Bewährtes setzen.“ – „An was, dachtest du?“ – „Komm wir machen es wie bei „21 Jump Street“ aber mit „Men in Black“.“ – „Nee, Spielberg als Produzent spielt da nicht mit.“ – „Okay, dann halt ein nahezu seelenloser Film im selben Universum.“ So ungefähr müssen die Vorbesprechungen zu „Men in Black International“ ausgesehen haben. Regisseur F. Gary Grey versucht in minimalen Ansätzen etwas frischen Wind in Franchise zu bringen, scheitert am starren Drehbuch und dem fehlenden aber an sich elementaren Nerd-Humor. In der original Trilogie von Barry Sonnenfeld fand sich in jedem irgendein besonderer Moment, der dem Zuschauer bestenfalls im Kopf geblieben ist. Sei es in Teil der sprechende Mops Frank oder im Nachfolger die beatboxende Poststation voller Außerirdischer. „MIB International“ bietet davon nichts. Es wirkt alles viel zu glatt – die Marvel-Formel aus ansehnlichen CGI-Effekten und One-Linern unterhält zwar kurz ist vollkommen austauschbar. Die Geschichte rund um einen Maulwurf in der London-MIB-Zentrale und Tessa Thompson als frech-charmante Nachwuchsagentin könnten nicht belangloser sein. Was den Film noch vor dem Absturz bewahrt sind die zahlreichen Aliens.

Diese sind zwar kreativ und auch teils urkomisch in Szene gesetzt – kommen aber nicht allzu häufig vor. Seltsam leblos wirkt der Rest des Film wenn Tessa Thompson und Liam Hemsworth nicht miteinander agieren. Die Dialoge sind wunderbar pointiert geschrieben, erinnern nicht nur einmal an ihre Rollen aus „Thor 3 – Tag der Entscheidung“. Die Nebenrollen sind mit Liam Neeson, Emma Thompson und Rebecca Ferguson ebenso prominent besetzt. Neben der schwachen Handlung überzeugen wenigstens die Effekte – bis auf zwei CGI-Szenen, die wirklich mies und SchleFaZ-Niveau haben. Die 3D-Fassung ist kaum zu empfehlen aufgrund weniger Effekte. Der Score von Danny Elfman ist gewohnt orchestral und bietet Wiedererkennungswert.

Unser Fazit zu „Men in Black International“

Der Roboot einst erfolgreicher Filmreihen birgt immer ein gefährliches Potenzial, dass es schiefgeht. „Men in Black International“ will mit leichtem Bond-Feeling und insgesamt flottem Tempo punkten verlässt dabei jedoch die gesetzte Route der originalen Reihe. Verfolgungsjagden ersetzen clever eingesetzten Nerdhumor etc. Zumal sieben Jahren nach dem letzten „Men in Black“-Film der Bedarf sicherlich noch nicht derart groß ist, um ein weiteres Kapitel zu rechtfertigen.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Men in Black International“ gibt es hier.