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Jazzopen Stuttgart 2019: Parov Stelar in Concert

Jazzopen Stuttgart

Zum Abschluss der diesjährigen Jazzopen verwandelte Elektro-Jazz-Musiker Parov Stelar den Stuttgarter Schlossplatz in einen Open-Air Club. Mit treibenden Beats und poppigen Melodien tanzten nicht nur die Jungen bis tief in die Nacht.

Back to the Swing

Vielleicht war es das ungewöhnlichste Konzert des Festivals. Vielleicht war es damit auch das überraschendste. Insgesamt lebte die diesjährigen Jazzopen von allerlei Überraschungen. Vom aus gesundheitlichen Gründen abgesagten Konzert von Weltstar Sting und der daraus resultierenden Verpflichtung von Aloe Blacc sowie Emeli Sandé oder eben der letzte Festival-Tag auf dem Schlossplatz. Nach einem wohl Hollywood-reifen Auftritt von Christina Aguilera legte man nun musikalisch einige Gänge zurück. Back to the swinging 30’s! Eingeleitet wurde die markante Stilrichtung nahezu perfekt vom „Moka Enti Orchester“, die bekanntlich für den Soundtrack der Erfolgsserie „Babylon Berlin“ verantwortlich sind. In Big-Band-Aufmachung musizierten rund 12 Musiker mit Saxophon, Geige und Piano amüsant klingende Tanzmusik. Stimmungsvoll waren nicht wenige Zuschauer von den dargebotenen Klängen angetan. Zum Abschluss gab sich Sängerin Severija mit ihrem hypnotischen „Zu Asche, zu Staub“-Stück die Ehre, langsam wurde es auf dem Schlossplatz enger.

Parov Stelar live in Stuttgart

Gegen 20:45 Uhr war dann soweit. Die rund 6.500 Menschen auf dem Schlossplatz erwarteten freudig den österreichischen DJ Parov Stelar (bürgerlich: Marcus Füreder). Wie viele andere Musiker seiner Zunft steht er auch meist im Hintergrund am Mischpult, jedoch hat er professionelle Sänger sowie Bläser dabei, die seinen Songs mit Trompete & Saxophon den nötigen Groove geben. Er verwendet kurze Stellen aus typischen Stücken der 30er & 40er und verwandelt sie on Stage in einen Cocktail voller Elektro-Pop-Jazz. Regelmäßig nippt er am regionalbekannten Bier nur um kurz darauf fast schon körperlich aushaltend die nächste Nummer zu spielen. Es fällt besonders auf, dass gut ein Drittel des Publikums weit über 50 ist und fast schon ekstatisch mittanzt. Das Konzert hatte mehrmals dieses bestimmte Club-Feeling wobei der Clash von Jung & Alt hier wirklich amüsant zu betrachten ist. Mitsamt der LED-Wände entfesselt sein bekannter Hit „All Night“ eine völlig elektrisierende Art. Gegen Ende wird der Beat ruhiger und erinnert gar an schnellere Songs von Jamie Cullum. Nach ganzen zwei Zugaben war gegen halb 11 dann aber auch Schluss.

Wie sagte schon Jazztrompeter Quincy Jones: „Shut up & listen“.

Mehr Informationen zu den Jazzopen in Stuttgart findet ihr hier.

Jazzopen Stuttgart 2019: José James, Aloe Blacc & Emeli Sandé

JazzOpen Stuttgart 2019

Nach der überraschenden Absage von Sting schmiedeten die Veranstalter an einem mehr als ebenbürtigen Ersatz-Line-Up – trotz grauem Wetter gelang Emeli Sandé und ihren Kollegen ein hervorragendes Konzerterlebnis.

Absage als Chance

Absagen sind selten gut. Inwiefern sollte ein abgesagtes Abendessen leichter wiegen als das Nichterscheinen von Weltstar Sting? Eine Kehlkopfentzündung zwang den britischen Musiker seine Stimme zu schonen und nicht am gestrigen Donnerstag in Stuttgart aufzutreten. Die recht plötzliche Absage, 40 Stunden vor dem geplanten Konzert, wies die Veranstalter zu einem komplett neuen Line-Up an. Mehr als ebenbürtig vertraten die Pop & Soul-Musiker José James, Aloe Blacc & Emeli Sandé den ehemaligen „Police“-Frontmann. Statt im kurzen Hemd war wetterfeste Kleidung angesagt, denn der wolkenverhangene Himmel ließ nur herbstliche Temperaturen zu. Zudem war bis zuletzt nicht klar, wie viele Zuschauer zum geretteten Gastspiel kommen. Gegen 18:30 Uhr betrat der US-amerikanische Jazzsänger José James die Bühne und legte sich trotz noch überschaubarem Publikum so ins Zeug, dass man meinen könnte er spiele vor 100 Mal so vielen Zuschauern. Neo-Jazz gemischt Freestyle und Hip-Hop. Eingängige Melodien verleiteten nicht wenige schon groovig mitzuschwingen. Als wäre es perfekt abgestimmt beendet der jugendliche wirkende James mit „Ain’t No Sunshine“ von Bill Withers seinen sonnendurchflutetes Set.

Die kleinen Pausen zwischen den Acts nutzten viele um sich im Innenraum neu zu positionieren, um bessere Blicke auf die großangelegte Bühne samt hintergründigen LED-Screen zu erhaschen. SWR 1-Moderatorin Stefanie Anhalt führte gewohnt charmant durch den Abend. Fast schon wie ein exklusives Open-Air anmutend schritt Aloe Blacc begleitet von seiner Band Richtung Zuschauerraum. Lässig mit weißer Hose, schwarzem Jackett und Piloten-Sonnenbrille begrüßte er die aufgeweckten Zuschauer. Der durch den Song „I need a Dollar“ bekannt gewordene Blacc lieferte großartig abgewandelte Jazz-Versionen seiner Hits ab. Die immens erfolgreiche Dance-Pop-Hymne „Wake Me Up“ geriet hier schon mal zur Uptempo-Nummer mit fluffigem Rhythmus. Spätestens ab diesem Moment wurde es im Innenraum deutlich voller und die Tribünen ließen trotz manchem freien Platz die Menschen tatsächlich enger zusammenrücken.

Emotionale Momente

Umarmungen in unzähliger Form waren während „Love is the Answer“ erwünscht. Zumal die Live-Kamera nur zu gerne verliebt dreinschauende Pärchen auf die LED-Wand projizieren wollte. Der Pop-Jazz Abend mit Blacc endete schließlich hochemotional mit einem Cover von Elton John’s „Your Song“ – Gänsehaut vorprogrammiert. Nachfolgend war die Pause hilfreich um das Gesehene kurz sacken zu lassen. Mit einem kraftvollen Beginn beginnt die stimmgewaltige R’n’B & Soul-Sängerin Emeli Sandé ihren Abend. Mit sieben anderen Bandmitgliedern und vier Background-Sängerinnen hörte das Publikum feinsten Pop-Jazz mit dem gewissen Etwas. Ob am Klavier mit ihrer kommenden Single „Shine“ oder dem längst bekannten Radio-Hit „Read All About It“ – jeder Song traf den Nerv. Je länger der Abend dauerte, je dunkler und intimer wurde das Konzert. Nahezu komplett leise empfingen die Anwesenden ihre ruhige Ballade „Clown“. Das Outfit von Sandé war leuchtend rot, zudem sie fast schon gegensätzlich einen weißen Rock trug. Die gespielten Song erinnern oftmals an 70er-Jahre-Jazz aus New Orleans. Anders als beispielsweise Bob Dylan verrät sie zu jedem Stück aus welchem Grund sie diesen Song nun singt. Mit dem kraftvollen „Next to Me“ beschließt Sandé einen vielleicht anders geplanten aber dafür umso wertvolleren Konzertabend.

Wie sagte schon Jazztrompeter Quincy Jones: „Shut up & listen“.

Mehr Informationen zu den Jazzopen in Stuttgart findet ihr hier.

Jazzopen Stuttgart 2019: Bob Dylan in Concert

Bob Dylan
JazzOpen Bob Dylan

Seit über zwei Jahrzehnten zählen die „Jazzopen“ in Stuttgart zu den attraktivsten Festivals weltweit. Für ganze 10 Tage verwandelt sich die Stadt in einen pulsierenden Kessel voller Musik. Gestern verzauberte Bob Dylan das Publikum mit zeitlosen Songs.

Gefühlvolle Poesie

Ich bin schon seit den 70er Fan von ihm. Bei „Blood on the Tracks“ bin ich ihm verfallen.“ erzählt mir Petra freudestrahlend am Schloßplatzspringbrunnen an gestrigen späten Nachmittag. „Hatte die Karte geschenkt bekommen – durfte ihn schon dreimal sehen.“ jeweils in drei verschiedenen Dekaden, fügte die ältere Dame hinzu. Das weltweit bekannte „Jazzopen“-Festival dauert bereits sechs Tage an und verwandelt das sonnendurchflutete Stuttgart in einen Schmelztiegel aus Jazz, Pop und Rock. Gestern erreichte das Musikfest einen der vielen Höhepunkte. Der ewige musikalische Poet Bob Dylan fand sein großes Publikum im Vordergrund des neuen Schlosses. Bereits die vom Großmeister selbst ausgewählte Support-Musikerin Julia Biel spielte melancholisch-einfühlbaren Soul um jeden Zuschauer mit sanften Tönen willkommen zu heißen. Langsam füllt sich das ausverkaufte Konzert, die letzten Besucher flitzen noch schnell zum begehrten Getränkeausschank um ausreichend kühles Nass für kommende 100 Minuten zu haben. Dass dieses Konzert anders als die übrigen im Rahmen des Festivals und wahrscheinlich in ganz Deutschland ist – veranschaulicht eines – Fotos oder gar Videos sind nicht erlaubt. Dylan gilt als rigoros in diesem Punkt, zumal er deshalb schon Zuschauer wütend ermahnte. Zur Sicherheit wurden die Hinweise alle 2 Minuten nochmal groß auf der LED-Wand gezeigt.

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Pünktlich wie man ihn kennt betritt Bob Dylan um 20:15 Uhr nach seinen Musikern die Bühne. Kein Intro. Keine spezielle Bühnenshow. Nur das Klavier an dem er sitzen und die meisten seiner Stücke präsentieren wird. Kommentarlos beginnt der Friedensnobelpreisträger im Bereich Literatur mit „Things Have Changed“. Statt dem lakonischen „Ghhhhh“-Ton stimmt er pulsierenden Blues-Rock an. Mitwippen war hier eindeutig erwünscht. Man merkt bereits nach wenigen Minuten, der Künstler des Abends ist gut aufgelegt. Ob es an der Stadt liegt? Gefällt ihm der güldene Schein der untergehenden Sonne vielleicht? Auf all jene Fragen erhält das Publikum auch heute Abend keine Antwort. Dylan schweigt. Lächelt aber mehrmals milde, tauscht schelmische Blicke mit dem Innenraum aus. An das erwähnte Mitfilm-Verbot hält sich der Großteil aus Respekt. Vereinzelt erkennt man ab und zu erleuchtete Bildschirme. Währenddessen übergibt Dylan mehrmals seinem herausragenden Gitarristen das Scheinwerferlicht. Seit 1988 läuft seine beispiellose „Never Ending“-Tour mit knapp 100 Shows und begeistert von Honolulu bis Kilkenny die Zuhörer.

Ende ohne Hut

Obwohl die Musik für Bob Dylan Fans immer an erster Stelle stand, wurde seine Kleidungswahl fast so oft zitiert wie seine Texte. Hier geht er keine Risiken ein – Cowboy-Hut, geschmackvolles Jackett mit pechschwarzer Hose. Konzentriert bespielt er den Flügel für „Scarlet Town“ oder zieht die Kopfbedeckung im letzten Drittel des Gastspiels aus. Die lockige Frisur lässt ihn im Licht gar mystisch erscheinen. Es frischt ohne die wärmende Sonne merklich auf – umso besser ist nun die Bühne auszumachen. Mit dem rockigen-Gospel Song „Gotta Serve Somebody“ beendet er die eigentliche Show nur um kurz darauf samt Geigen-Begleitung eine abgewandelte Version des Welthits „Blowin‘ in the Wind“ den Abend zu beenden. Um 21:51 Uhr – ganze 9 Minuten vor dem eigentlichen Schluss.

Wie sagte schon Jazztrompeter Quincy Jones: „Shut up & listen“.

Mehr Informationen zu den Jazzopen in Stuttgart findet ihr hier.

Festivalfire bringt Marken und Festivals zusammen

Festivalfire
Festivalfire

Festivalfire ist mir heute über den Weg gelaufen und die Idee dahinter finde ich ziemlich klug. Ich selbst war schon für verschiedene Marken auf Festivals unterwegs und jedes Mal muss man jeden Dreh und jeden Wunsch neu abstimmen. Festivalfire bringt nun die Veranstalter mit den Marken direkt zusammen.

Festivalfire bündelt die Events

Man kennt es in der Branche. Marke XY will unbedingt auf drei Festivals im Sommer stattfinden, weil dazu gerade eine aktuelle Kampagne passt. Die Telefone stehen nicht mehr still und jedes Event hat seine eigenen Agenturen und Ansprechpartner. Vor allem aber muss man sich auch immer wieder über die Werbeformen und Genehmigungen einig werden. Auf manchen Festivals darf man sich mit einem Kamerateam komplett frei bewegen. Andere Locations schicken Aufpasser mit und auf wieder anderen Veranstaltungen ist der Dreh nur an bestimmten Stellen erlaubt. Die Jungs und Mädels von Pushfire haben nun Festivalfire ins Leben gerufen und können dank ihrer guten Kontakte gleich dutzende Festivals buchen. Dazu haben sie auch gleich die Möglichkeiten Werbeformen mit den Veranstaltern abgestimmt und verkaufen es den Marken im Paket. Finde ich ziemlich klug und vor allem können die Agenturen besser planen. Laut Pressemeldung will man sogar Teams für den Dreh vor Ort bereitstellen und kann auch schon vorab die Social Media Aktivitäten abstimmen. Da wird ja glatt ein Traum wahr, wenn es auch in der Praxis wirklich funktioniert.

Festivalfire bringt Marken auf Events: Wir übernehmen die komplette Kommunikation mit den Veranstaltern für unsere Kunden, setzen die Aktion vor Ort um und sorgen für eine reichweitenstarke mediale Verlängerung der Maßnahmen. Langjährige Erfahrung im Eventmarketing, hervorragende Zielgruppenkenntnis und ausgezeichnete Kontakte in der Veranstaltungsbranche sind die Basis für unseren Erfolg.

Quelle: Festivalfire Webseite

Festivals bleiben ein großer Trend

Die Millenials sind auf den Festivals unterwegs und Marken präsentieren sich nur allzu gern in diesem Rahmen. Mehr Lifestyle geht eigentlich nicht. Es macht mir auch immer eine Menge Spaß auf diesen Festivals unterwegs zu sein. Gerade die Abstimmung über Social Media wird aber immer anspruchsvoller und ich mag die Idee, dass man hier einen neuen Ansprechpartner hat, welcher sich schon im Vorfeld um die vielen kleinen Fragen kümmert. Ich bin wirklich gespannt auf Festivalfire.

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Rock am Ring Besucher verlassen singend das Festival „Pure Lust am Leben“

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Die Rock am Ring Besucher haben sich den Spaß nicht nehmen lassen. Zwar musste das Festival wegen einer möglichen Gefahrenlage unterbrochen werden, doch die Besucher haben das Beste aus der Situation gemacht und gleich einmal eine Botschaft verkündet.

Rock am Ring und die Lust am Leben

Mehr als 90.000 wollten zum Festival, doch dann mussten die Organisatoren um Marek Lieberberg wegen Terrorgefahr die gute Zeit unterbrechen. Die Besucher mussten daraufhin das Festivalgelände verlassen, doch die Lust am Leben wollten sie sich dennoch nicht nehmen lassen. Schöne Nummer!

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