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Special: Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart 2019

Trickfilmfestival Stuttgart
Trickfilmfestival Stuttgart

Seit 1982 versammeln sich in Stuttgart Animationsbegeisterte um sich ins kreative Festival-Getümmel zu stürzen. Neben klassischen Trickfilm-Vorstellungen gab es unzählige andere Events – die von Studio-Präsentationen über Preisverleihungen bis hin zu Live-Performances reichen. Wir haben den amüsanten Wahnsinn wieder mitgemacht.

Zahlreiche Events auf dem Trickfilm-Festival

Gemeinhin gelten Animationsfilme für viele Zuschauer nur großbudgetierte Pixar-Blockbuster á la „Die Unglaublichen 2“. Doch nach einer Vorstellung wie der Overview-Reihe „Panorama 1-4“ werden selbst die größten Skeptiker überzeugt, dass bereits die bloße Aneinanderreihung von Wasserfarbbildern im Gesamtbild eine emotionale Geschichte erzählen kann. Jeder, der nun denkt auf dem Trickfilm-Festival gibt es nur Abschlussarbeiten von jungen Animatoren zu sehen, irrt. Neben tollen Kurzfilmen – wird mitten auf dem zentral gelegenen Schlossplatz großes Kino mit kinderechten Stoffen nachmittags und familienfreundlichen Streifen wie „Black Panther“ um 20 Uhr als Open-Air geboten. Aufgrund des regnerischen Wetters kam leider nur vereinzelt diese besondere Open-Air-Atmosphäre auf. Neben zahlreichen Ständen mit Süßigkeiten sowie schmackhaften Burgern konnte die VR-Installation im Kunstmuseum namens „The Fate of Assassins“ für faszinierende Momente sorgen. Zweimal am Tag wurde das VR-Abenteuer von professionellen Schauspielern aus Hong Kong verkörpert. Eindrucksvoll in jeglicher Hinsicht.

Preise für ebenso glanzvolle Darbietungen wurden natürlich auch vergeben. Zum einen wurde der jährlich stattfindende Animationssprecherpreis im Kabarett-Theater Renitenztheater verdient an Komiker Otto Waalkes für seine Rolle in „Der Grinch“ verliehen. Technisch ausgefeilter war der „Animated Games Award“. Im imposant wirkenden Kuppelsaal des Kunstgebäudes trug die helle Lichtstimmung dazu bei die verdienten Gewinner der „Neo Magazin Royale“-Schmiede btf noch strahlender wirken zu lassen. Gekonnt witzig und mit sicherer Hand führte ZDF-Redakteur Andreas Garbe durch die Verleihung. Trotz übersichtlicher Zuschauerzahl war das Event eines der Highlights. Neben ausgewählten Kurzfilmen in bestimmten Altersgruppen wie „Young Animation“ oder mehreren „Best of Animation“-Vorstellungen wurden auch wirklich überaus sehenswerte Studio-Präsentationen abgehalten. Beispielsweise beehrte der französische Director von „Ella, Oscar & Hoo“ Christophe Erbes das Publikum und erzählte unterhaltsam seinen bisherigen Werdegang. Neben festen Terminen gab es für Interessierte die freie Gamezone. Hier stellten einige Hochschulen aus Kassel, Luzern und Freiburg ihre fertigen Videospiele vor. Von kunstvoll angehaucht bis hin völlig abgefahren waren nahezu alle Stile vertreten. Zudem konnte man alle fünf Nominierten des „Animated Games Award“ antesten.

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Gerade die großangelegte Gamezone mit ihren zahlreichen Anknüpfungspunkten die von Mainstream-Titeln wie „Rocket League“ bis zu ausgearbeiteten Ideen von Studenten reichen, waren viel besucht. Hier sollten man für die offensive Implementierung von Games, VR und Non-Animation man den Festival-Leitern Dieter Krauß & Prof. Ulrich Wegenast danken, da sie nicht versuchen alles andere zu blockieren. Mit über 1.000 gezeigten Filmen und 80.000 Besuchern (wetterbedingt weniger als 2018) war das Trickfilm-Festival ein voller Erfolg. Lustigerweise waren am 1. Festivaltag, dem Dienstag doppelt so viele Besucher als im letzten Jahr zu Gast – insgesamt 1.500 Personen. Wir werden sicherlich nächstes Jahr wieder zu den Besuchern gehören.

Spoilerfreie Filmkritik zu „Avengers: Endgame“

Avengers Endgame
Avengers Endgame

Der Anfang vom Ende? Nach über 10 Jahren und 22 Filmen steuert Marvel mit „Avengers: Endgame“ unweigerlich auf sein großes Finale zu – zwischen Witz und Action dominiert ganz viel Dramatik. Ein würdiges Ende ohne Kitsch. Unsere Filmkritik zum Comic-Spektakel.

Thanos Werk ist vollendet

Thanos hat gewütet. Sehr sogar. Er hat dem gesamten Universum und den eigentlich beschützenden Superhelden eine gehörige Niederlage verpasst. Die Hälfte aller Bewohner auf jedem Planeten wurden per Fingerschnips ausgelöscht. Zu Staub zerfallen. Als bloßer Kinogänger ist es wahrlich beeindruckend, wie Marvel unter der Leitung von Produzent Kevin Feige vor 11 Jahren mit „Iron Man“ den Grundstein legte, Robert Downey Jr. zu einem noch größeren Star machte und bis heute insgeheim diesen Abschluss plante. Als Cineast sind reine CGI-Schlachten nicht gerade als oscarwürdiges Autorenkino zu bezeichnen, dennoch unterschieden sich frühere Marvel-Filme zu neueren in erheblichen Punkten. Die „Guardians of the Galaxy“ brachten gute Songs und den Humor ins Franchise, während die Abenteuer von „Captain America“ eigentlich gut versteckte Politthriller mit nebensächlichen Superhelden waren. Hauptkonkurrent DC scheint mittlerweile erfolgreich zu agieren, wenngleich sie mit ihren Comic-Interpretationen den schwerwiegenden Fehler machten – sich keine Zeit für die Hauptfiguren zu lassen. Vor dem ersten „Avengers“-Zusammentreffen erhielt jede nennenswerte Figur ein Solo-Abenteuer um sich quasi dem Publikum erst einmal vorzustellen. Von sehr gut (Iron Man, Thor, Captain America – The First Avenger) bis akzeptabel (Der unglaubliche Hulk) waren die Auftakte für den Haupthandlungsfaden gesetzt.

Bisher saß ich selten im Kino und erlebte einen Film mit 181 Minuten Laufzeit in solch kurzweiliger Form. „Avengers: Endgame“ setzt bewusst dramatische Töne an, ohne aber unerträglichen Kitsch beizufügen. Einmal überraschen die Brüder Russo als Regisseure mit entschleunigtem aber unterhaltsam erzähltem Storytelling. Die Figuren von Iron Man, Captain America & Black Widow wirken hier mehr denn je menschlich. Mit Ängsten und Sorgen. Brie Larson als Fels in der Brandung ist nicht so oft wie gedacht zu sehen. Also kommt die Rückkehr von Scott Lang alias Ant-Man gerade recht. Denn mit seiner Theorie könnten die verbleibenden Helden gewisse Fehler rückgängig machen. Trotzdem kommt der Humor nicht zu kurz. In gewisser Hinsicht spielt man ihn auch zu grob bzw. Zielgruppen-gerecht aus. So ist es nur schwer vorstellbar, dass der Battle Royale-Hit „Fortnite“ erwähnt wird. Witzig ja, aber im ernsten Kontext schwierig zu erachten. Die Handlung ist temporeich gestaltet, bleibt nicht zu oft an einer Location und leidet dennoch unter ihrer enormen Größe. Deshalb empfehlen wir allen Marvel-Neulingen wenigstens den direkten Vorgänger „Infinity War“ anzusehen, da euch sonst viele Figuren sowie Plotpoints fragend zurücklassen.

Technisch ist das Grande Finale überaus hübsch anzusehen. Gewohnt hochwertige CGI-Effekte runden die Konfrontationen ab der Hälfte des Films ab. Zumal der 3D-Zuschlag für Filme aus dem Hause Walt Disney niemals enttäuscht. Bereits in „Infinity War“ waren die Animationen von rein digitalen Charakteren wie Thanos wirklich beeindruckend. Der restliche Cast ist bis auf die letzten Nebenrollen prominent besetzt, so darf man sich auf längst vergessene Figuren freuen. Der Score von Alan Silvestri bedient sich aus bekannten Stücken des Vorgängers und untermalt einige Sequenzen sogar recht verspielt. Insgesamt nah an der Perfektion.

Unser Fazit zu „Avengers: Endgame“

Ein letztes Abenteuer, ein letzter Kampf. Thanos zu besiegen erstreckte sich weit über zwei Filme. Bereits in „Marvel’s The Avengers“ gab es leichte Hinweise auf das furiose Finale. Der Cast war mit Leidenschaft dabei und so muss das Publikum, egal wie die Sache nun ausgehen mag, keine Träne vergießen. Denn die Gewissheit, dass jedes einzelne Mitglied unter Nick Fury seinen Frieden hat ist mehr als beruhigend. Ein würdiges Ende.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein. (Richtig gelesen.)

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Avengers: Endgame“ gibt es hier.

Filmkritik zu „Vice – Der zweite Mann“

Vice – Der zweite Mann
Vice – Der zweite Mann

Adam McKay, bekannt für seine Anarcho-Comedys wie „Stiefbrüder“, setzt mit seinem neuesten Film „Vice – Der zweite Mann“ einen bitterbösen Kommentar für die letzten 50 Jahre der US-Politik in Form der Biografie von Dick Cheney. Warum der Film in fast allen Belangen großartig ist, sagt euch unsere Filmkritik.

Im Hintergrund

Unscheinbar aber stets präsent. So könnte man die politische Karriere von Dick Cheney kurz zusammenfassen. Aber was die wenigsten ahnen ist, dass er als einer „der verschwiegensten Politiker“ des Landes erheblichen Anteil daran hatte, wie mit 9/11 umgegangen wurde und für den derzeitigen Zustand in Syrien sowie dem Irak verantwortlich zu zeichnen ist. Adam McKay hat es geschafft trotz den durchaus sehenswerten Klamauk-Comedys mit Buddy Will Ferrell sich auch ernsthafteren Stoffen anzunehmen. „The Big Short“ portraitierte die Gewissenlosigkeit und Geldgier zu Zeiten der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008. Mit Star-Besetzung wie Brad Pitt & Steve Carell holte er aus dem vielleicht anfangs recht kyptischen Thema humorvolle Spitzen. Genauso verfährt der Regisseur bei „Vice“. Während andere Drehbuchatoren hier die Angst vor Konsequenzen mit Respekt verwechseln könnten, haut McKay nochmals drauf. Mit verdammtem Recht.

Gesagt getan – Cheney wird persönlicher Assistent

Dick Cheney war wie erwähnt äußerst verschwiegen. McKay hat sich also Insider, Bücher etc. zu rate gezogen um seinen Lebenslauf akkurat zu präsentieren. 1962 im Alter von 19 war Cheney (stark: Christian Bale) ein klassischer Taugenichts. Zu oft alkoholisiert, Hilfsarbeiter-Jobs und dann stellt ihm seinem Langzeitfreundin Lynne (Amy Adams) ein Ultimatum. Kriegt er sein Leben nicht schnellstens auf die Reihe – ist sie weg. Gesagt getan – Cheney wird persönlicher Assistent von Donald Rumsfeld (Steve Carell) unter Präsident Nixon. Doch will er mehr. Im Verlauf der nächsten Jahre wird er u.a. jüngster Stabschef unter Präsident Geralt Ford sowie auch Ende der 90er-Jahre Vizepräsident unter George Bush (gewohnt cool: Sam Rockwell). McKay veranschaulicht immer wieder kurze Episoden und untermalt sie mit schnell geschnittenen Collagen.

© Universum Film

Überraschende Perspektiven

Auch ist der respektlose Grundtenor stark vertreten, so beginnen nach rund 65 Minuten Laufzeit schon die Credits da Cheney hier im Grunde schon ausgesorgt hat. Interessant ist die Inszenierung. Anfangs noch völlig unbekannt führt uns der Erzähler (Jesse Plemons) durch Cheneys bewegtes Leben plus bitterböser Kommentare. Während die ersten 2/3 des Films in einem Guss wirken, werden die letzten 40 Minuten recht faktenorientiert. Einerseits da der 11. September sowie Guantanamo durchexerziert werden. Immer wieder findet er Kamerastandpunkte, die das Geschehen buchstäblich aus überraschender Perspektive beleuchten. Dialoge werden im Satz für visuelle Andeutungen unterbrochen und selbst leichte Gore-Effekte, die man bestenfalls aus Horrorfilmen kennt, ordnen sich politischer Natur ein. Der Score von Nicholas Britell ist so zackig wie der Film selbst und bedient sich unterschiedlichsten Genres.

Unser Fazit zu „Vice – Der zweite Mann“

Mit bitterbösen Kommentaren zieht McKay sein ganz persönliches Fazit von Dick Cheney. Recht unscheinbar stets in der Öffentlichkeit gesehen, hatte er besonders zur Bush-Ära seine Finger in allen Behörden wie dem FBI, CIA und Pentagon. Andere Regisseure würden wohl mit nüchternem Blick seine Lebensgeschichte auf Zelloid bannen, während Adam McKay hier erst anzufangen scheint. Oscar-würdig in jeder Hinsicht.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „VICE – Der zweite Mann“ gibt es hier.

„Glass“, „Robin Hood“ & „Manhattan Queen“ im Kino-Flash – Januar 19

Kino-Flash
Kino Flash

Am Ende des Monats kommt der – Kino-Flash! Hier besprechen wir Filme, für die es keine große Kritik bei uns gab. Heute vollgepackt ins neue Jahr u.a. mit “Glass”, “Robin Hood” und “Manhattan Queen”.

Glass

Regisseur, mit dem gewohnt schwierigen Namen, M. Night Shyamalan erlebt dank „Split“ und dem Found Footage-Schocker „The Visit“ sein zweites Karrierehoch. Damit darf er mit Unterstützung von Blumhouse Entertainment endlich die von langer Hand geplante „Estrail 177“-Trilogie bestehend auf „Unbreakable“, „Split“ und eben „Glass“ zu Ende führen. Anstatt dem Vorgänger ähnlich auf Horroraspekte zu setzen gleitet man wieder auf der Thriller-Schiene und vereint alle jede Hauptfiguren wie David Dunn (Bruce Willis), Elijah Price (Samuel L. Jackson) sowie Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) innerhalb einer Psychatrie. Hier versucht Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) die vermeintlichen Superhelden-Fähigkeiten zu erklären bzw. aufzudecken. Gibt es überhaupt Superhelden? Shyamalan konzipierte mit „Glass“ einen Superheldenfilm, der realistischer und ernster als Konkurrent Marvel/DC wirkt. Neben der exzellenten Kameraarbeit, die bekanntlich auf Standards verzichtet ist die Präsentation mit ihren Wirrungen absolut sehenswert. Zudem muss einmal mehr McAvoy hervorgehoben werden – er spielt seine unzähligen Persönlichkeiten mit solcher Bravour, dass Komik, Tragik und Unbehaglichkeit Hand in Hand gehen. Mit seinen 129 Minuten etwas zu lang, 15-20 Minuten weniger hätte Längen ausradiert. Trotzdem ist der Abschluss der Trilogie zu empfehlen.

Release: 17. Januar. 2019 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Glass” gibt es hier.

Kino-Flash

© Blumhouse

Kalte Füße

Mit „Kalte Füße“ eröffnet Wolfgang Groos (Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt) das deutsche Kinojahr 2019. Mit einer Story, die genauso gut hätte in Amerika, England oder Norwegen spielen können. Der Kleinkriminelle Denis (Emilio Sakraya) hat größere Schulden bei Gangsterboss Adam (Aleksandar Jovanovic) – seine Idee: Denis soll bei dem älteren wohlhabenden Raimund Groenert (Heiner Lauterbach) in sein Anwesen einbrechen. Da die Hütte mitten in der österreichischen Tundra liegt, kommt da gerade recht. Während des Einbruchs kommt zufällig seine Enkelin (Sonja Gebhardt) vorbei, die Denis für Raimund´s Pfleger hält, da er vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hat. Was danach folgt ist eine recht amüsante Verwechsungs/Gaunerkomödie, die durch ihre Darsteller charmant daherkommt jedoch durch Bad Taste-Humor etwas leidet. So pinkelt zum Beispiel Denis aus offenem Fenster, bei -12 Grad draußen, und dabei friert sein bestes Stück ein. Solche Abschnitte hätte es nicht gebraucht. Auch wenn der Zuschauer den Ausgang schon meilenweit gegen den Wind riecht halten die pfiffig geschriebenen Dialoge am Ball. Zudem beweist Lauterbach, dass er auch ohne ein einziges Wort zu sprechen nicht untätig ist.

Release: 10. Januar. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Kalte Füße” gibt es hier.

Kino-Flash

© Sony Pictures

Robin Hood

Robin Hood kehrt mal wieder mit seiner Ursprungsgeschichte zurück in unsere Kinos. Anders als im Ridley Scott-Vehikel mit Russell Crowe von 2010 mit deutlich mehr Zeitlupen und jugendlichem Spirit. „Kingsman“-Veteran Taron Egerton mimt den Pfeile verschießenden Rächer der Armen im Kampf gegen den Sheriff von Nottingham gespielt von Ben Mendelssohn. Als der Abspann lief dachte ich mir zweifellos, das wäre die bessere „Assassins Creed“-Verfilmung geworden. Blockbuster-Action in opulenter Optik sowie recht einfach zu merkende Motivationen der Hauptfiguren. Die Handlung rund um Robin von Locksley Einzug in die britische Armee in der er, im Einsatz auf seinen späteren Companion „John“ (Jamie Foxx) trifft ist zwar ausgelutscht erfüllt jedoch ihren Zweck. Hier ist es doch schade, dass der Film in Amerika gerade zu mit 30 Mio US-Dollar zu 100 Mio. US-Dollar Budget gefloppt ist. Denn unsehbar ist „Robin Hood“ dank hochwertigem Setting ganz und gar nicht.

Release: 10. Januar. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Robin Hood” gibt es hier.

Kino-Flash

© Lionsgate

Manhattan Queen

„Don’t be fooled by the rocks that I got
I’m still, I’m still Jenny from the block“

Das mag sich auch J.Lo gedacht haben, als sie das Drehbuch zu „Manhattan Queen“ in ihrem Loft in New York las. „Manhattan Queen“ versucht verzweifelt die alten Komödien der frühen 2000er wiederzubeleben und scheitert mit parallel erzählten Storylines etwas. Zur Story: Wenn Maya (Lopez) nicht in Oscar-Make-Up durch Brooklyn joggt ist sie tatkräftige Vize-Filialleiterin einer größeren Supermarkt-Kette. Die erhoffte Beförderung geht schief und sie bekommt durch falsche Zeugnisse unwissentlich eine Job in Manhattan. In einem Make-Up-Unternehmen. „Get Smart“-Regisseur Peter Segal versucht in „Second Act“ die Formel aus „Manhattan Love Story“ zu kopieren und schafft nicht den Charme der Vorlage zu erreichen. Okay, die Gags zünden teilweise was zum Großteil an Leah Remini liegt, die endlich ihre Leinwand-Power zeigt. Zum anderen fehlt ein Gegenpart wie Ralph Fiennes. Viel schlimmer – Segal erzählt ab der Mitte eine gänzlich neue Handlung, die für einen eigenen Film reicht. Naja. Die One-Women-Show mit J.Lo ist typisch für Frauen nach 5 Flaschen Piccolo konzipiert.

Release: 17. Januar. 2019 | FSK: ab 0 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Manhattan Queen” gibt es hier.

Kino-Flash

© Tobis

Creed 2: Rocky´s Legacy

Blut. Schweiß. Auferstehung. Rache. „Creed 2“ ist Boxfilm par excellence. Er macht keine halben Sachen und versteht es unerbitterlichem Willen seiner Figuren auch die Seiten dahinter dem Publkum näher zu bringen. Adonis „Donnie“ Creed (Michael B. Jordan) ist nach Sieg gegen Conlan auf klarer Erfolgslinie und nicht mehr zu stoppen. Das entgeht auch Ivan Drago (Dolph Lundgren) nicht, der seinen Sohn Viktor zum knallharten Boxer trainiert. Bald muss sich Donnie entscheiden – Familie oder Sieg? Trotz leichter Pacing-Probleme bei 130 Minuten Laufzeit bleibt er spannend, kernig und beweist Mut zum Drama. Alleine die choreografierten Fights sowie Openings sind on point! Stallone, der hier wie schon bei „Creed“ das Drehbuch schrieb, konzentriert sich nicht auf kurze Screentime sondern als alternder Trainer mit viel Leidenschaft. Jordan überzeugt ebenfalls und spielt seine Rolle nun mutiger. Der Cast wird durch Haudegen Dolph Lundgren erweitert – gewohnt kalte Blicke mit Esprit. Fazit: Absolut sehenswert!

Release: 24. Januar. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Creed 2: Rocky´s Legacy” gibt es hier.

Kino-Flash

© Warner Bros.

Filmkritik zu „Mein Bester & Ich“

Mein bester Freund und ich Filmkritik
Mein bester Freund und ich Filmkritik

Das US-Remake von „Ziemlich beste Freunde“ hat eine bewegte Produktion2017 abgedreht, durch den Weinstein-Skandal ein Jahr auf Eis gelegt und schlussendlich startet er demnächst im Kino. Wäre er doch nur im Giftschrank geblieben.

Hollywood im Remake-Wahn

Mit US-Remakes ist es ja meist so eine Sache. Kommt irgendwo auf der Welt, meist in Europa, ein sehenswerter Film in die Kinos und läuft anhand der Besucherzahlen hervorragend, darf man sicher sein, dass Hollywood bereits Schauspieler für das Remake sucht. So auch geschehen bei „Ziemlich beste Freunde“ – die Tragikkömödie von 2011 rund um einen querschnittsgelähmten Unternehmer und seinem unfreiwilligen Pfleger aus ärmlichen Verhältnissen avancierte binne kürzester Zeit zum Lieblingsfilm vieler Zuschauer. Hauptdarsteller Omar Sy stieg zum derzeit gefragtesten französischen Schauspieler auf. Das Original aus Frankreich erreichte die unkonventionelle Geschichte zwischen zwei grundverschiedenen Figuren mit Herz und Humor zu erzählen. Was lag nach über 9 Millionen Besuchern alleine hierzulande näher als schnellstens an der US-Fassung zu arbeiten? Nach unzähligen Darstellerwechseln einigte man sich auf Comedian Kevin Hart und Bryan Cranston als ungleiches Paar.

Die Geschichte folgt bis auf zwei eklatante Änderungen der Vorlage. Der Ex-Knacki Dell (Kevin Hart) läuft Gefahr wieder im Kittchen zu landen, da er keinen Job findet bzw. gar nicht will. Aus Trotz wird er vom reichen Unternehmer Philipp Lacasse, der nach einem Sport-Unfall, an den Rollstuhl gefesselt ist angeheuert. Aus anfänglichem Widerwillen entwickelt sich durch Dell´s Humor eine große Freundschaft. Der Stoff bietet also ungeheures Potenzial. Aber wie es Regisseur Neil Burger (Divergent) geschafft diesen ohne Charme, Witz oder jegliches Gefühl auf die Leinwand zu bannen ist unerklärlich. Zwar kopiert Kameramann Stuart Dryburgh hier europäische Sehgewohnheiten mit Bravour, verpasst bei seinen Nahaufnahmen teilweise die markante Stille einzufangen. Kevin Hart war als Besetzung mutig, keine Frage. Jedoch spielt er in „The Upside“ nicht übertrieben, gleiches gilt für Cranston der durch reine Blickkontakte oder Gesichtsausdrücke einiges dem Zuschauer offenbart. Was aber komplett ausgelassen wurde ist der Charme. Kalt wie eine Hundeschaunze werden wichtige Sequenzen durchgehechelt. Es fällt sofort auf, dass Omar Sy (Kevin Harts Rolle im Original) durch seine Eddie Murphy-esken Momente viel Humor einbringt um den Film nicht vollends zur kollektiven Heulerei verkommen zu lassen. Die Stadt Paris wurde durch New York ausgetauscht und das vornehme Stadthaus in ein Penthouse. Leider führt diese Änderung zu wirren Logiklöchern, da Philipp in der Vorlage auch alleine seine Behausung verlassen konnte.

Fragwürdiges Drehbuch

Auch die Rolle von Nicole Kidman wirft einige Fragen auf. Sie übernimmt gleich zwei Rollen, einmal die von Philipps Vertrauensperson und Koordinatorin im Haus. Kenner wissen im Original gab es zwei Rollen dafür. Insgesamt wirkt hier vieles eingedampft und ohne wirkliche Leidenschaft. Die neuen Sequenzen, wie Dell´s verzweifelter Trip in einer Luxusdusche, sollen zwar im gleichen Guss betrachtet werden fallen jedoch durch ihren typischen US-Comedy Touch zu sehr auf. Dafür zeichnet sich wohl Co-Autor Paul Feig aus, der für solche Filme nicht der perfekte Mann ist. Die 1:1 kopierten Szenen machen hier noch den besten Job. Ärgerlich wurde es als „Mein Bester & Ich“ Figuren ganz weg ließ und die Storyline änderte. Beispielsweise fehlt auch gänzlich die Tochter von Philipp. Ebenso endet das Original mit dem ersten Treffen mit Philipp´s Brieffreundin, während im Remake das Date mitten im Film angesiedelt ist und dem Rausschmiss von Dell endet. Zumal der Schluss nicht hirnloser hätte sein können.

Das Remake macht bereits in den ersten Minuten einiges klar. Das ikonische Klavierstück von Ludovico Einaudi wurde aus unerfindlichen Gründen nicht verwendet. Obwohl es dank Remake-Rechte möglich war. Stattdessen setzt Komponist Rob Simonsen auf zwar eingängige Melodien, die jedoch nicht im Kopf bleiben. Zum Ende wird Soul-Queen Aretha Franklin muskialisch eingeflochten. Dennoch ist es schade, das der Score so austauschbar ist und nur in Ansätzen Klvierstücke zulässt. So kommt keine Atmosphäre auf.

Unser Fazit zu „Mein Bester & Ich“

Ein ziemlich bestes US-Remake wurde aus „Mein Bester und Ich“ wirklich nicht. Überraschungsarm wird die Storyline runtergerattert ohne jegliches Gefühl aufkeimen zu lassen. Der Humor ist in einzelnen Punkten mit Schmunzlern vorhanden – was ihn aber nicht vor einem Totalschaden bewahrt. Leute, die „Ziemlich beste Freunde“ mögen, werden enttäuscht und Zuschauer, die das Original nicht kennen, fragen sich weshalb das Original erfolgreich wurde. Lose-Lose-Situation.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Mein Bester & Ich“ gibt es hier.