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A Toy Story, Hobbs & Shaw & Midsommar im Kino-Flash

Kino-Flash

Am Ende des Monats kommt der – Kino-Flash! Hier besprechen wir Filme, für die es keine große Kritik bei uns gab. Heute wild gemischt u.a. mit Hobbs & Shaw, Late Night, A Toy Story und Midsommar.

Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Längst ist aus dem feuchten Traum aller Teenager bestehend aus Underground-Autorennen und leicht gekleideten Frauen ein geistiger Nachfolger der Marvel Verfilmungen geworden. Nur mit mehr Testosteron statt zusammenhängender Storyline. Mit schlimmsten Erwartungen bin ich „Hobbs & Shaw“ und kam bestens gelaunt wieder raus. Warum? Anders als die „Fast & Furious“-Hauptreihe ist das Werk von „Deadpool 2“-Regisseur David Leitch ein gekonnt humorvoller Film in Tradition der 80er Jahre Buddy-Cop-Ära. Diverse minutenlange Beleidigungen, die sich Hauptakteure The Rock und Statham an die Omme hauen, sind das Herzstück des Ganzen. Zumal hier in Sachen Action der Blick auf Qualität statt Quantität liegt. Zweifelsohne sagt man sich damit einerseits von den öffentlichen Streitereien zwischen Von Diesel und The Rock los und erzählt eine smarte Handlung ohne den teils nur noch peinlich anzusehenden „La Familia“-Pathos. Deadpool-Fans dürfen sich übrigens auf viele Gastauftritte freuen, die im Nachhinein „Hobbs und Shaw“ um ein ganzes Stück verbessert haben. Nur im letzten Viertel pfeift man dann vollends auf jegliche physikalische Gesetze, in dem man Hubschrauber mit Jeeps abheben lässt oder The Rock einen Kampfjet mit bloßer Hand am Boden hält. Bösewicht Idris Alba macht seinen Job gut, obwohl er eher wirkt, als hätte er bei den Dreharbeiten nicht gewusst, dass es hier um keinen Superheldenfilm handelt. Alles in allem perfektes Popcorn-Kino für Jung & Alt.

Release: 1. August. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Fast & Furious: Hobbs & Shaw” gibt es hier.

Hobbs & Shaw

© Universal

Late Night

Eine Late-Night Talkerin, deren Image wie auch die Quoten nach über 30 Jahren sinken, findet sich am Ende ihrer Karriere. Wäre da nicht eine gewitzte junge Frau mit Talent für politisch unkorrekte Gags. „Late Night“ ist kein Film für die Masse. Eher als bestätigende Antwort für alle Comedy-Autoren die sich in unglaublich vielen Situationen selbst wieder erkennen. Katherine Newbury gespielt von einer starken Emma Thompson ist der typische Host einer US-Late Night. Doch Fallon und Co. laufen ihr den Rang ab. Als erste Frau wird deshalb Molly Patel (Mindy Kaling) ins Autorenteam geholt, die mit Witz und frecher Neugier frischen Wind ins Format bringt. Beginnt äußerst stark und wird ohne Probleme viele weibliche Zuschauer ansprechen. Alleine die köstlich dargebotene Arroganz von Thompson, die irgendwo doch ihr Herz am rechten Fleck hat – ist einfach nur großartig. Natürlich verkommt gegen Ende „Late Night“ zum konventionellen US-Film inklusive Happy End. Aber die teils kritischen Untertöne gegen das Fernsehen sowie dem klassischen Humor-Verständnis hinsichtlich Political Correctness vermag das Drehbuch von Mindy Kaling – schöpft hier aus ihrer Zeit als Autorin bei verschiedenen Shows – nahezu sanft dem Publikum zu veranschaulichen. Nach Abspann ist „Late Night“ herrlich bissig mit einem wunderbar harmonierenden Cast, der hinter die Kulissen der ansonsten perfekten Late-Night-Maschinerie blickt.

PS: Als deutsches Remake gäbe es nur einen Mann für die Hauptrolle: Harald Schmidt.

Release: 29. August. 2019 | FSK: ab 0 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Late Night” gibt es hier.

Late Night

© Fox

A Toy Story

Vierter Streich der Pixar-Schmiede erstmals ohne John Lasseter als Produzent oder Drehbuchautor. An seine Stelle traten nun Rashida Jones und Andrew Stanton. Leider merkt man diesen Wegfall als Zuschauer, denn es fehlt am wohligen Charme der Vorgänger. Quasi dem klassischen Pixar-Gefühl. Hier sind zwar alle bekannte Figuren am Start, wirken jedoch wie in einem anderen Film. Kurz zur Handlung: Andy’s Spielsachen sind nun beim Vorschulkind Bonnie, die bastelt aus Müll „Forky“. Durch ein Missgeschick ist Forky verschwunden und nun liegt es an Woody (als Sprecher Michael Bully Herbig) das Spielzeug wiederzufinden. Heraus kommt ein technisch beeindruckender Film, der es schafft solch ein hohes Niveau anzulegen, dem Dreamworks und Co. erstmal Herr werden müssen. Alleine der Fakt, dass anscheinend Photogrammetrie-Technik verwendet wurde, um Objekte bzw. Texturen realistisch darstellen zu können. Dennoch war Teil 3 der Reihe ein guter Schlusspunkt – deshalb wirkt dieser Film wie ein ungefragter Nachklapp. Witzig ist er allemal, natürlich auch unterhaltsam. Selbst Randy Newman ist einmal mehr der Komponist und darf seine jazzigen Melodien gekonnt einstreuen. Etwas enttäuscht lässt uns die Storyline zurück, hier hätte man mehr draus machen können. Beispielsweise sind ehemalige Hauptfiguren – hier Butz Lightyear – zur Randerscheinung degradiert worden. Was bei Sequenzen mit ihm tatsächlich schade ist. Wir hoffen, dass es nun der echte Abschluss war.

Release: 15. August. 2019 | FSK: ab 6 | 3D: Ja. | Post-Credit Scene: Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „A Toy Story” gibt es hier.

Midsommar

Ari Aster ist der ungekrönte König des unangenehmen Kinos. Sein erster Spielfilm „Hereditary – Das Vermächtnis“ erzählte mit ruhiger Hand ein dämonisches Märchen rund um eine Familie, die langsam aber sicher dem Wahnsinn verfällt. „Midsommar“ ist ähnlich gelagert. Hier unternimmt Dani (Florence Pugh) trotz nicht überwundener Trauer mit Studienfreunden eine Reise nach Schweden zur Sommersonnenwende. Doch die abgeschiedene Sippe feiert auf brutale Art und Weise dieses Fest. Aster bleibt mit seiner Kamera lange an den Darstellern hängen. Fast schon dokumentarisch lässt er bestimmte Szenen minutenlang stehen, um so die Atmosphäre von vornherein klar zu machen. Da „Midsommar“ in vielen Aspekten Gewalt regelrecht auslebt sowie gnadenlos draufhält ist die mythische Note seines Vorgänger nur teilweise vorhanden. Man will eine Art geistigen Nachfolger zu „The Wicker Man“ etablieren, scheitert aber daran. Viel zu viel wird interpretativ stehen gelassen, um den Zuschauer auf eine Auflösung warten zu lassen, die jedoch niemals kommt. 140 Minuten sind dafür viel zu lange und wenn man bedenkt, dass noch eine 180 minütige Version folgen soll, sind wir da überaus skeptisch. Freunde des makaberen Horrors mit Tiefgang sind vielleicht hier bestens unterhalten.

Release: 26. September. 2019 | FSK: noch keine Freigabe | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Midsommar” gibt es hier.

Midsommar

© Weltkino

Filmkritik zu „Playmobil: Der Film“ und Interview mit Lino DiSalvo

Playmobil: Der Film

Nach Lego kommt nun ein weiteres Animationsabenteuer mit Spielzeugfiguren in die Kinos – Playmobil – Der Film ist hier aber deutlich kinngerechter gehalten. Wir sahen ihn schon und trafen den Regisseur Lino DiSalvo zum Gespräch.

Nach Lego kommt Playmobil

Es musste ja so kommen. Da die Lego-Kinofilme anhand ihres flotten Storytelling und recht origineller Figuren-Konstellation jüngere Zuschauer im Sturm erobern konnte, musste auch der deutsche Konkurrent Playmobil mal angreifen. Zusammen mit dem aus Brooklyn stammenden Animator und nun auch Filmregisseur Lino DiSalvo haben wir uns über seinen ersten Kinofilm unterhalten. Seit rund drei Jahren kümmert er sich nun um sein eigenes Projekt, das das französisch-kanadische Studios On Animation technisch verantwortet. Zudem ist dies der erste abendfüllende Animationsfilm mit Playmobil-Figuren. Unser Interview fand im Cinema in Stuttgart statt – ein freundlicher Mann mit Hornbrille und leicht grauem Bart erwarte uns bereits freudig im Saal.

Playmobil - Der Film

© StudioCanal

Benny Illgner: Wie lange dauerte es, den Film von der Idee bis zur Fertigstellung umzusetzen?

Lino DiSalvo: (überlegt kurz) Drei Jahre und vier Monate. Ich denke das Storyboard in Animationsfilmen ist die Seele des Films, anders als in Live-Action-Projekten. Walt Disney versuchte auch freier zu arbeiten als es das Drehbuch vorgab. Grundsätzlich wollte ich alles was ich bei Disney lernte, in diesen Film stecken. Mehr als 17 Jahre arbeitete ich bei Disney, im Alter von 22 Jahren wurde ich eingestellt, uns wurde da schon früh erklärt die Wahrheit hinter den Figuren zu erfragen.

„Playmobil – Der Film“ mischt Live-Action mit Animation. Im Kern handelt es sich um die Geschichte von Marla (Anya Taylor-Joy) und ihren jüngeren Bruder Charlie (Gabriel Bateman). Nach dem Verlust der Eltern – erhält sie das Sorgerecht. Nach einem Streit rennt ihr Bruder in eine Messehalle und wird ins Playmobil-Universum gezogen. Ein waghalsiges Abenteuer, in dem tanzende Einhörner völlig normal sind, rund um die Suche nach Charlie beginnt. Beginnend mit Realfilm-Sequenzen und Gesang wirkt der Film im Vergleich zu Lego deutlich ruhiger. Keine überhasteten Gags oder immer schneller werdenden Szenenabfolgen. Auch, wenn sich Marla in der Playmobil-Welt wieder findet verändert sich dies nur wenig. Zwar beginnt hier der typische Toon-Humor zu funktionieren, aber die Handlung kommt nicht so recht in Fahrt. Das liegt zum einen an fehlenden Plotpoints. Vieles wirkt relativ lapidar hingeworfen, sodass am Ende nur die Pointe stimmen muss. Beispielsweise als Charlie mit kindlicher Stimme aber als Wikinger-Figur auf andere Figuren trifft, ist oftmals nur Gag, dass die Stimme nicht zum Outfit passt. Ein bißchen mehr Anarchie á la „Shrek“ hätten wir uns da gewünscht.

Benny Illgner: Hat Ihre Zusammenarbeit als Animator bei Disney geholfen?

Lino DiSalvo: Sicherlich. Die erste Ansage, die ich an die Produzenten stellte war: „Ich muss unbedingt mit Playmobil-Fans sprechen.“ So reiste ich um die Welt und konnte mit 300 Fans sprechen. Es gab zwei Dinge, die jeder Fan daran liebte – zum einen Familie & Storytelling sowie Rollenspiel. Viele wurden emotional als sie mir erzählten, dass sie ihre ersten Geschichten mit Playmobil-Figuren nachspielten. Da wurde mir schnell klar – ich muss diese Wahrheit in solchen Figuren honorieren. Deswegen wollte ich auch keinen zynischen Film machen.

Weniger Tempo aber gute Effekte

Der Humor in „Playmobil – Der Film“ ist ehrlicher. Hier wird nicht hinter jeder ironischen Aussage eine Meta-Ebene verfolgt, die letztendlich einer großen popkulturellen Sachen hinterher läuft. Zumal die deutschen Sprecher wie Matthias Schweighöfer oder auch Christian Ulmen schon allein mit ihrer teils herrlich sarkastischen Art einige Schmunzler bei älteren Zuschauern erzeugen. Dennoch lässt der Film das Tempo aus Dreamworks oder eben Pixar-Werken vermissen. Das ist insofern schade, da es in vielen Momenten genügend Potenzial dafür gäbe. Technisch bewegen sich die Animationen knapp über dem Durchschnitt. Eine wahre Farbenpracht wie im parallel laufenden „A Toy Story“ darf man keineswegs erwarten, dennoch ploppen manchmal ganz nette Effekte auf. Interessant: Es ist ein reiner 2D-Film. Der Score von Heitor Pereira (u.a. Ich – Einfach unverbesserlich) erklingt in vielen Momenten schnell und untermalt die ab der Filmmitte einsetzende Verfolgungsjagd gewohnt gut. Gefühlvolle Sequenzen werden durch Klavierstücke wunderbar begleitet. Leider behält man im Nachgang nichts davon im Kopf.

Benny Illgner: Ohne Spoiler – Was ist deine Lieblingsszene im Film?

Lino DiSalvo: Oh, das ist hart. Als wir dem Film in Los Angeles und London dem Testpublikum zeigten, gab es zwei Figuren, die überaus positiv aufgenommen wurden. Der Foodtruck-Guy und der Spion Rex Dasher. Aber eine bestimmte Szene kann ich nicht direkt aussuchen.

Playmobil - Der Film

© StudioCanal

Unser Fazit zu „Playmobil – Der Film“

Man spürte schon an den Trailern, dass es ein europäischer Film wird. Das typisch amerikanische ist nur in Nuancen vorhanden und sonst geht es generell ruhiger zu. Ich betone das deshalb, weil wahrscheinlich viele Zuschauer mit der Intension eines „Lego“-Films reingehen und vielleicht enttäuscht werden. Der Film macht oftmals Spaß, lässt aber an Tempo und Potenzial vermissen. Animationsfans und auch Kinder werden sicher gut unterhalten – aber Erwachsene könnten auf den Kinogang verzichten.

Playmobil – Der Film. USA 2019. Regie: Lino DiSalvo. Mit Anya Taylor-Joy, Daniel Radcliffe, Meghan Trainor. 100 Minuten. Ab 0 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Kinotickets für „Playmobil – Der Film“ gibt es hier.

Gamescom 2019: Death Stranding

Death Stranding
© RobVegas.de

Wenn Kojima ruft, dann kommen sie alle: PlayStation lud zur einer wirklich speziellen Präsentation seines kommenden Blockbusters „Death Stranding“ ein – Entwickler-Legende Hideo Kojima führte höchstselbst hindurch. Doch schlauer wurden wir damit auch nicht.

Ein Herzensprojekt

Für PlayStation war die Einbindung von Entwickler Hideo Kojima ein richtiger Coup. Vormalig noch bei Konami, dort im gar öffentlich ausgetragenen Streit – man denke an das gestrichene „A Hideo Kojima Game“ bei „Metal Gear Solid 5 – The Phantom Pain“ – auseinander gegangen, fühlt er sich bei Sony doch wohler. Hier kann er seinem Herzensprojekt „Death Stranding“ nachgehen. Ein bißchen merkt man diese neugewonnene Freiheit als er gar schwebend in das zum bersten befüllte Gamescom-Kino bei PlayStation voller Journalisten kommt. Mitsamt seinem Dolmetscher begrüßte er alle Beteiligten und versprach nicht weniger als „ein völlig neues Spielkonzept.“ Nur häufiger erwähnt er das Wort „Connect“, es soll die Menschen überall auf der Welt verbinden. Wie sich das jedoch äußert haben wir auch nach der Präsentation nicht verstanden. Insgesamt wurden vier Kurzfilme bzw. Zwischensequenzen präsentiert, die zwar cineastisches Flair á la Kojima versprühen jedoch nur schwer zu greifen sind. Zumal der typische Humor wie pinkeln zu können für lockere Momente sorgt.

Death Stranding

Es bleibt schleierhaft

Einmal trifft der Hauptprotagonist Sam Porter Bridges gespielt von Norman Reedus auf „Deadman“ einem Hologramm in Gestalt des Regisseurs Guillermo del Toro, der den transportablen Fötus in eine verbundene Gebärmutter transferiert. Vielmehr dreht sich die Handlung wohl darum ne zersplitterte Gesellschaft wieder miteinander zu verbinden und die Menschheit vor dem Aussterben zu retten. Doch mit welchen Mitteln oder wieso bleibt auch jetzt schleierhaft. Bereits in der Opening Night wurde neues Gameplay gezeigt. Hier wandert Bridges durch grünes saftiges Land, dass nicht von ungefähr an Neuseeland erinnert. Wir treffen auf verschiedene Charaktere und verspüren eine doch bedrohliche Stimmung innerhalb der menschenleeren Landschaft. Organisationen wie „UCA“ oder auch die US-Präsidentin Amelie wirken reizvoll sind jedoch nicht einordbar. Dennoch könnte das Gameplay mit seinen langen Laufstrecken ohne Abwechslung für Ernüchterung sorgen. Grafisch wirkt es ausgefeilt aber inhaltlich nur stellenweise interessant.

Ab dem 8. November 2019 kann sich jeder von euch selbst ein Bild davon machen.

Zu unserem Gamescom-Special 2019

„Anna“, „Yesterday“ & „Annabelle 3“ im Kino-Flash | Juli 19

Kino-Flash

Am Ende des Monats kommt der – Kino-Flash! Hier besprechen wir Filme, für die es keine große Kritik bei uns gab. Heute bunt gemischt u.a. mit “Anna”, “Leberkäsjunkie” und “Annabelle 3”.

Annabelle 3

Horror-Puppe Annabelle geistert wieder einmal durch unsere Lichtspielhäuser. Mittlerweile sind wir nach der „Insidious“, sowie „Conjuring“-Reihe so horrorerfahren, dass uns Jump Scores kaum mehr schockieren können. Die Machart hat sich über die Jahre kaum weiterentwickelt – so erhält man den Eindruck hier Fließbandfilme vorgesetzt zu bekommen. „Annabelle 3“ besitzt zwar Atmosphäre schockt den Zuschauer aber nur mit Müh und Not. Familie Warren, als Experten für Paranormale Phänomene, stehen war im Mittelpunkt haben jedoch nur rund 10 Screentime. Tochter Judy muss eine gespenstische Nacht samt zwei Teenagerinnen überstehen. Mehr als erwartbaren Geisterbahn-Grusel bietet der dritte Teil des Puppen-Franchise nicht. Zumal sich für FSK 16-Verhältnisse die Gewalt in Grenzen hält. Zumal Regisseur Gary Saubermann hier mehrmals Jump Scares anteasert um sie schließlich verpuffen zu lassen. Technisch wie optisch ist der Mindeststandard einer Kinoproduktion gegeben, obwohl manche Sequenzen eher mittelmäßig wirken. Für beinharte Horror-Fans á la James Wan-Werken ist der Kinogang vielleicht Pflicht während die Anderen den Blu-Ray Release abwarten sollten.

Release: 4. Juli. 2019 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Annabelle 3” gibt es hier.

Kino-Flash

© Universal Pictures

Leberkäsjunkie

Der Eberhofer Franz (Sebastian Bezzel) ist wieder da! Bereits zum sechsten Mal ermittelt der Provinzbulle aus Niederkaltenkirchen. Trotz streng verordneter Diät und einem mordenden Brandstifter hält das seine Ex Susi (Lisa Maria Potthoff) nicht davon ab ihn den gemeinsamen Sohn auf’s Auge zu drücken. Nun heißt es Kind, Mord und Familie unter einen Hut zu bringen. 2013 begann man die erfolgreiche Krimi-Reihe von Rita Falk zu verfilmen, obwohl hier die ARD federführend ist, kommt nur selten der Eindruck einer schnöden TV-Produktion auf. Zu besonders ist die Bildsprache und die damit verbundene Storyline, deren Krimi-Anteil zugunsten von humorigen Sequenzen recht niedrig gehalten wird. Regisseur Ed Herzog sollte sich zukünftig noch mehr austoben dürfen, umso seinen Stand als deutschen Edgar Wright auszubauen. Auch in „Leberkäsjunkie“ geht es weniger um den Mordfall – Klischees werden munter durchexerziert um in der guten Cast-Harmonie zwischen Bezzel und Schwarz manche Lacher zu setzen. Kleine Premiere: Erstmals wird ein Teil der Reihe überregional in 260 Kinos gezeigt, durch zahlreiche Wiederholungen im Fernsehen scheint man endlich den Mut gefasst zu haben, auch weitab des Weißwurst-Äquator den Film zu spielen. Insgesamt einen Tick schwächer als die Vorgänger regt jedoch immer noch zum schmunzeln an.

Release: 1. August. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Leberkäsjunkie” gibt es hier.

Kino-Flash

© Constantin Film

Anna

Mein Gott, Luc Besson! Was für großartige Filme hast du nicht dem Kino geschenkt? Angefangen von der Killer-Ballade „Léon – Der Profi“ bis hin zu fantastischen Welten in „Das fünfte Element“. Doch mit der ausgelebten Altherrenfantasie „Anna“ hast du dir keinen Gefallen getan. Nein, „Anna“ ist kein guter Film. Problematisch ist nicht der recht ideenlose Plot, der zu sehr an „Red Sparrow“ erinnert sondern der Fakt, dass sich das Drehbuch für zu clever hält. Da wird zwischendurch mal 5 Jahre zurück dann 4 Monate vor und wieder 10 Tage zurück gespult. Zumal die klaffenden Logiklücken nahezu peinlich auffallen. Kurz zur Handlung: Die mittellose Anna (Sasha Luss) wird vom KGB zur lasziven Killern ausgebildet und geht irgendwann einen Deal mit dem FBI in Form von Lenny Miller (Cillian Murphy) ein. Co-Star Helen Mirren als Chefin ist mit Luss nahezu die einzige, deren Rolle etwas mehr Tiefe als ein Kinderbecken im Freibad bietet. Teils hanebüchene Zeitsprünge gemixt mit leidlich interessanten Dialogen und erschreckend wenig Action. So lässt sich das neue Werk von Besson zusammenfassen – die Story tritt zu lange auf der Stelle und entfaltet so gut wie keinen Reiz sich diesen B-Movie-Thriller anzuschauen. Dass das Budget nicht so hoch lag, erkennt man übrigens zu Beginn gleich, da die Geschichte im Jahr 1990 spielt – auf den Straßen jedoch Tesla-Fahrzeuge im Hintergrund zu sehen sind.

Release: 18. Juli. 2019 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Anna” gibt es hier.

Kino-Flash

© StudioCanal

Yesterday

Was kommt eigentlich heraus, wenn Trainspotting-Regisseur Danny Boyle und Richard Curtis (Vier Hochzeiten und ein Todesfall) zusammen eine Musikkomödie über die Beatles machen? So etwas wie „Yesterday“. Recht gelungen, der mit Newcomer Himesh Patel einen wunderbaren Hauptdarsteller fand. Im Kern dreht sich die Story um den erfolglosen Musiker Jack Malik, der durch einen weltweit 10 sekündigen Stromausfall vom Bus angefahren wird und herausfindet, dass die Band rund um Ringo Starr und John Lennon niemals existent war. So kommt er auf die Idee, weil er sich als einziger an sie erinnert, die Songs selber zu singen. Der Erfolg kommt mit zahlreichen neuen Problemen. In Zeiten der Vielzahl an Biopics wie „Bohemian Rhapsody“ oder „Rocketman“ ist „Yesterday“ erfrischend anders. Hier wird nicht das Leben der Beatles gezeigt sondern ein Märchen mit Fantasy-Elementen erzählt. Curtis taucht wie gewohnt seine Drehbuch in viel Kitsch, was Regisseur Boyle zweifellos in seiner harten Erzählweise hemmt. Dennoch dürfen sich Insider über typische Kameraeinstellungen wie hektische Sequenzen oder surreale Kamerafahrten freuen. Trotz klassischen amüsanten Szenen bietet der Film auch dramatische Momente, in denen Love Interest Lily James ihre volle Leistung abrufen kann. Musiker Ed Sheeran spielt eine nicht unwesentliche Rolle wird jedoch als fast unangreifbarer Charakter zu sehr angehimmelt. „Yesterday“ mag zwar nicht die große Masse erreichen macht aber viel Spaß.

Release: 11. Juli. 2019 | FSK: ab 0 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Yesterday” gibt es hier.

Kino-Flash

© Universal Pictures