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Aufnahme mit Greenscreen

Der Greenscreen hat seine Faszination nicht verloren. Die Tools werden immer besser, die Technik günstiger und die Effekte auch für den Heimwanwender einfacher.

Greenscreen für YouTube

Eine Bluebox / Greenscreen braucht in der Regel erst einmal Platz. Zwar reicht auch eine kleine grüne Platte, doch will man schließlich nicht seinen eigenen Schatten später im Video sehen. Dazu kommen noch die Lichter. Ein Greenscreen sollte immer perfekt ausgeleuchtet sein. Das macht die spätere Nachbearbeitung am Rechner einfacher und vor allem das Ergebnis ansehnlicher. Es braucht viel Licht, einen Stoff aus Molton und einen guten Chromakeyer im Rechner. Vor allem aber sollte die Kamera das Video niemals „Interlaced“, sondern immer „Progressive“ aufzeichnen.

Was kostet ein Greenscreen?

Mit ein paar hundert Euro kann man schon sehr gute Ergebnisse produzieren. Nur kostet ein Greenscreen immer zusätzliche Zeit in der Nachbearbeitung. Mehrere Layer müssen addiert werden. Dazu kommen noch Titel, Blenden und Fotos. Insgesamt dauert so die Nachbearbeitung meist länger als der eigentliche Dreh. Hier können Vorlagen und vorher erstellte Grafiken sehr viel Zeit einsparen. Für eine regelmäßige Produktion bei einem Kanal auf YouTube sollte man sich allerdings diese Zeit vor Augen führen. Im eigenen Studio mit ein wenig Deko lässt es sich meist schneller produzieren. Ein Greenscreen muss immer angepasst und bestenfalls auch noch einmal getestet werden. Hat man allerdings sein persönliches SetUp gefunden und sich viele Vorlagen gebastelt, so ist der Rest nur noch Handwerk.

5 Tipps für einen guten Chroma Key

Immer an den Chroma Key denken! Durch YouTube wollen immer mehr Nutzer mit einem Greenscreen / Bluescreen arbeiten. Ich selbst kämpfe mit der Technik seit Jahren und finde immer noch neue Tricks aus dem Rohmaterial noch mehr Qualität rauszuholen.

Hier einmal fünf Tipps, welche schon ein viel besseres Endergebnis schaffen:

Das Greenscreen Tuch

Viele YouTuber kaufen sich da einfach ein grünes Tuch von der Resterampe. Hauptsache es ist groß und hat einen ähnlichen Grünton wie Greenscreens, welche man in anderen Videos gesehen hat. Falsch! Das Tuch/Stoff sind 50% der Miete!
Es muss ein sogn. „Molton“ sein. Zudem muss der Stoff Licht schlucken und nicht zu sehr reflektieren. Auf eBay gibt es da günstige Angebote. Im Theater wird dieser Stoff auch gerne verwendet. Der Molton hat aber auch noch einen zusätzlichen Effekt. Er schluckt auch Schall im Raum und somit verbessert sich ein wenig die Tonqualität.

Die Bügelfalte

Den ersten Schritt machen einige Nutzer schon richtig. Doch bringt auch der beste Stoff nichts ohne Spannung! Da sieht man immer wieder Falten. Das Tuch sollte gut gespannt sein und auf keinen Fall Falten werfen. Falten bedeuten Schatten und damit verbunden weitere Grüntöne. Zwei Grüntöne zu „keyen“ ist nicht optimal.

Chroma Key

Wie oft habe ich schon diesen Baustrahler aus dem Baumarkt gesehen. Kostet 15€, ist meist gelb und hat ein billiges Stativ unter der Lampe. Ganz miese Technik, weil der verbaute Halogenstrahler warmes LichtRob Vegas abstrahlt und geradezu eine Lichtbombe ist. Stichwort: „Weißabgleich„. [highlight]Hat man gar kein Geld für professionelle Photolichter, so kann man diese Baustrahler höchstens zur indirekten Beleuchtung nutzen.[/highlight] Also schön im 45 Grad Winkel an die Decke vor dem Greenscreen ausrichten und trotzdem kommt noch genug Licht auf der grünen Wand an. Die Automatik an den Camcordern kann man übrigens bei Greenscreen-Aufnahmen vergessen. Immer manuell austüfteln.

Lichterpark

Zwei Baustrahler sind schlecht, aber noch schlimmer daran ist die Tatsache, dass man sich damit noch nicht selbst ausleuchtet. Man braucht immer eine eigene Leuchte für den Protagonisten. Noch besser zwei Lichter! Von hinten sollte man sich zudem auch anstrahlen. Von hinten? Klingt komisch, ist aber so. Durch das Licht von hinten vermeidet man Reflektionen des Greenscreens und somit grüne Ränder auf der Kleidung. Selbst auf einem schwarzen Sakko kann man ohne Lichtquelle von hinten auf einmal grüne Flächen auf den Schultern im fertigen Video sehen, welche natürlich vom ChromaKey ebenfalls ausradiert werden. Unschöne Sache!

Die Software

[highlight]Mit einem Videoschnitt-Programm für 39€ kann man sicherlich Videos schneiden, doch ein guter Key ist damit meist nicht möglich.[/highlight] Profikeyer kosten tausende von Euros und Fernsehsender können mit ihren Anlagen sehr einfach einen Echtzeit-Key stattfinden lassen. Im Rechner daheim geht sowas nur mit guter Chroma Key Software. Der Key in Adobe Premiere oder Final Cut Express sollte hier die Grundvorraussetzung sein. Im unteren Preissegment kann man aber auch Magix empfehlen. Für den Preis ein erstaunlich guter Keyer!

Mit diesen Hinweisen kann man nun einen Versuch starten und meist geht eben jener, erste Versuch gründlich in die Hose. Was auf dem Kameradisplay noch toll ausschaut, wird im Rechner schnell zur Katastrophe. Man lernt immer weiter dazu. Als Extra-Tipp sollte man stets mit einer Kamera/Camcorder filmen, welchen den „Progressive Mode“ beherrscht. Der tollste HD-Camcorder nimmt die Videos oft nur in 1080i auf. Wow! Boah! FullHD! Yeah! – Schwachsinn.

1080p ist das Zauberwort. Ansonsten hat man Linien im Video und Standbilder sind immer nur Halbbilder. Da hilft dann auch der beste Chroma Key nicht viel. Nur mit einem progressiven Video hat man am Ende im Rechner auch ein Video, welches Standbilder/Frames erzeugt hat, welche die Hand als ganze Hand darstellen. Mit einem Interlaced-Bild hätte man sowas wie zwei halbe Hände, versetzt und am Rand durchsichtig.

Daraus kann selbst mit der teuersten Software niemals ein guter Key werden.