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Filmkritik zu „Playmobil: Der Film“ und Interview mit Lino DiSalvo

Playmobil: Der Film

Nach Lego kommt nun ein weiteres Animationsabenteuer mit Spielzeugfiguren in die Kinos – Playmobil – Der Film ist hier aber deutlich kinngerechter gehalten. Wir sahen ihn schon und trafen den Regisseur Lino DiSalvo zum Gespräch.

Nach Lego kommt Playmobil

Es musste ja so kommen. Da die Lego-Kinofilme anhand ihres flotten Storytelling und recht origineller Figuren-Konstellation jüngere Zuschauer im Sturm erobern konnte, musste auch der deutsche Konkurrent Playmobil mal angreifen. Zusammen mit dem aus Brooklyn stammenden Animator und nun auch Filmregisseur Lino DiSalvo haben wir uns über seinen ersten Kinofilm unterhalten. Seit rund drei Jahren kümmert er sich nun um sein eigenes Projekt, das das französisch-kanadische Studios On Animation technisch verantwortet. Zudem ist dies der erste abendfüllende Animationsfilm mit Playmobil-Figuren. Unser Interview fand im Cinema in Stuttgart statt – ein freundlicher Mann mit Hornbrille und leicht grauem Bart erwarte uns bereits freudig im Saal.

Playmobil - Der Film

© StudioCanal

Benny Illgner: Wie lange dauerte es, den Film von der Idee bis zur Fertigstellung umzusetzen?

Lino DiSalvo: (überlegt kurz) Drei Jahre und vier Monate. Ich denke das Storyboard in Animationsfilmen ist die Seele des Films, anders als in Live-Action-Projekten. Walt Disney versuchte auch freier zu arbeiten als es das Drehbuch vorgab. Grundsätzlich wollte ich alles was ich bei Disney lernte, in diesen Film stecken. Mehr als 17 Jahre arbeitete ich bei Disney, im Alter von 22 Jahren wurde ich eingestellt, uns wurde da schon früh erklärt die Wahrheit hinter den Figuren zu erfragen.

„Playmobil – Der Film“ mischt Live-Action mit Animation. Im Kern handelt es sich um die Geschichte von Marla (Anya Taylor-Joy) und ihren jüngeren Bruder Charlie (Gabriel Bateman). Nach dem Verlust der Eltern – erhält sie das Sorgerecht. Nach einem Streit rennt ihr Bruder in eine Messehalle und wird ins Playmobil-Universum gezogen. Ein waghalsiges Abenteuer, in dem tanzende Einhörner völlig normal sind, rund um die Suche nach Charlie beginnt. Beginnend mit Realfilm-Sequenzen und Gesang wirkt der Film im Vergleich zu Lego deutlich ruhiger. Keine überhasteten Gags oder immer schneller werdenden Szenenabfolgen. Auch, wenn sich Marla in der Playmobil-Welt wieder findet verändert sich dies nur wenig. Zwar beginnt hier der typische Toon-Humor zu funktionieren, aber die Handlung kommt nicht so recht in Fahrt. Das liegt zum einen an fehlenden Plotpoints. Vieles wirkt relativ lapidar hingeworfen, sodass am Ende nur die Pointe stimmen muss. Beispielsweise als Charlie mit kindlicher Stimme aber als Wikinger-Figur auf andere Figuren trifft, ist oftmals nur Gag, dass die Stimme nicht zum Outfit passt. Ein bißchen mehr Anarchie á la „Shrek“ hätten wir uns da gewünscht.

Benny Illgner: Hat Ihre Zusammenarbeit als Animator bei Disney geholfen?

Lino DiSalvo: Sicherlich. Die erste Ansage, die ich an die Produzenten stellte war: „Ich muss unbedingt mit Playmobil-Fans sprechen.“ So reiste ich um die Welt und konnte mit 300 Fans sprechen. Es gab zwei Dinge, die jeder Fan daran liebte – zum einen Familie & Storytelling sowie Rollenspiel. Viele wurden emotional als sie mir erzählten, dass sie ihre ersten Geschichten mit Playmobil-Figuren nachspielten. Da wurde mir schnell klar – ich muss diese Wahrheit in solchen Figuren honorieren. Deswegen wollte ich auch keinen zynischen Film machen.

Weniger Tempo aber gute Effekte

Der Humor in „Playmobil – Der Film“ ist ehrlicher. Hier wird nicht hinter jeder ironischen Aussage eine Meta-Ebene verfolgt, die letztendlich einer großen popkulturellen Sachen hinterher läuft. Zumal die deutschen Sprecher wie Matthias Schweighöfer oder auch Christian Ulmen schon allein mit ihrer teils herrlich sarkastischen Art einige Schmunzler bei älteren Zuschauern erzeugen. Dennoch lässt der Film das Tempo aus Dreamworks oder eben Pixar-Werken vermissen. Das ist insofern schade, da es in vielen Momenten genügend Potenzial dafür gäbe. Technisch bewegen sich die Animationen knapp über dem Durchschnitt. Eine wahre Farbenpracht wie im parallel laufenden „A Toy Story“ darf man keineswegs erwarten, dennoch ploppen manchmal ganz nette Effekte auf. Interessant: Es ist ein reiner 2D-Film. Der Score von Heitor Pereira (u.a. Ich – Einfach unverbesserlich) erklingt in vielen Momenten schnell und untermalt die ab der Filmmitte einsetzende Verfolgungsjagd gewohnt gut. Gefühlvolle Sequenzen werden durch Klavierstücke wunderbar begleitet. Leider behält man im Nachgang nichts davon im Kopf.

Benny Illgner: Ohne Spoiler – Was ist deine Lieblingsszene im Film?

Lino DiSalvo: Oh, das ist hart. Als wir dem Film in Los Angeles und London dem Testpublikum zeigten, gab es zwei Figuren, die überaus positiv aufgenommen wurden. Der Foodtruck-Guy und der Spion Rex Dasher. Aber eine bestimmte Szene kann ich nicht direkt aussuchen.

Playmobil - Der Film

© StudioCanal

Unser Fazit zu „Playmobil – Der Film“

Man spürte schon an den Trailern, dass es ein europäischer Film wird. Das typisch amerikanische ist nur in Nuancen vorhanden und sonst geht es generell ruhiger zu. Ich betone das deshalb, weil wahrscheinlich viele Zuschauer mit der Intension eines „Lego“-Films reingehen und vielleicht enttäuscht werden. Der Film macht oftmals Spaß, lässt aber an Tempo und Potenzial vermissen. Animationsfans und auch Kinder werden sicher gut unterhalten – aber Erwachsene könnten auf den Kinogang verzichten.

Playmobil – Der Film. USA 2019. Regie: Lino DiSalvo. Mit Anya Taylor-Joy, Daniel Radcliffe, Meghan Trainor. 100 Minuten. Ab 0 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Kinotickets für „Playmobil – Der Film“ gibt es hier.

Frozen 2 zeigt sich im offiziellen Teaser-Trailer

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Disney will es mit Frozen 2 im Herbst 2019 an den Kinokassen mächtig krachen lassen. Dazu kommt dann noch das weltweite Geschäft mit Merchandising. Vielleicht sollte man vor dem Kinostart der Fortsetzung von Frozen noch in Aktien von Disney investieren?

Disney hat einen Teaser/Trailer zu Christopher Robin veröffentlicht

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Der brandneue Teaser Trailer zu Christopher Robin ist da! Taucht ein in die magische Welt von Christopher Robin und seinen Freunden. Ab 16. August im Kino.

Special: Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart 2018

Trickfilm-Festival
© Film- und Medienfestival gGmbH

Ein Trickfilm-Festival im Schwabenländle für Jung und Alt – zum Jubiläum statteten wir den kreativen Film-Tagen einen Besuch ab und konnten neben unzähligen Filmen, Studio-Präsentationen auch jährliche Specials wie einem Simpsons-Special mit Director David Silverman beiwohnen. Weitere Eindrücke in unserem Special.

Reichhaltiges Programm beim Trickfilm-Festival

In diesem Jahr feiert das Internationale Trickfilm-Festival in Stuttgart sein großes Jubiläum – zum 25. Mal treffen Zuschauer, Filmemacher und ausgewählte Gäste aufeinander. Doch wer hier denkt, das Festival bestehe seit 25 Jahren, der irrt. Bereits 1982 wurden die „Trickfilm-Tage“ ins Leben gerufen, etwas kleiner aber damals schon mit dem Hauptaugenmerk auf Trickfilmen bzw. Animation. Über die Jahre hinweg haben sich die obligatorischen Open-Air-Vorstellungen aktueller Kinofilme sowie Kultnächte von David Silverman oder auch „Adult Swim“ in die Herzen der Besucher gespielt. Auf fünf Tagen verteilt konnten interessierte Zuschauer sich an verschiedenen Workshops beteiligen oder kreative Demos in der Gamezone anspielen. Diese wurde unter anderem im Gamespavillion vorgestellt – eine Art begehbare „Lichtwolke“. Bei Nacht leuchtend hell präsentiert.

Neben ausgewählten Kurzfilmen in bestimmten Altersgruppen wie „Young Animation“ oder mehreren „Best of Animation“-Vorstellungen wurden auch wirklich überaus sehenswerte Studio-Präsentationen abgehalten. Beispielsweise war einer der Director von „Cartoon Saloon“ aus Dublin, Irland zu Gast und klärte über neue Projekte auf. Das mehrmals Oscar-nominierte Studio spendierte zudem einen Rückblick auf die Anfänge. Desweiteren bot das hiesige Kunstmuseum ein Hort an VR-Erfahrungen. Hochschulen zeigten frische Demos wie die weltweit erste „VR-Tauchglocke“. Ein klassischer Pac-Man-Automat durfte ebenso wenig fehlen. Über die Tage hinweg wurde ab 15 Uhr eine Auswahl an Animationsfilmen auf dem Stuttgarter Schlossplatz gezeigt. Abends gab es großes Kino mit Filmen wie „Loving Vincent“, „Coco“ oder auch „The Boss Baby“ – allesamt zahlreich besucht.

Zwischen David Silverman und Preisverleihungen

Äußerst beliebt waren auch die Verleihungen – vom „Animated Games Award“ den sich die Entwickler von „The Inner World“ sichern konnten, moderierte auch Andreas Garbe souverän durch die Veranstaltung. Tagsdrauf wurde im Renitenztheater der „Deutsche Animationssprecherpreis“ an Schauspieler Axel Prahl verliehen. Ferner waren auch Martina Hill und Heino Ferch nominiert. In über 20 Veranstaltungsstätten gab es meistens zur Primetime auch Kultnächte. Von „Extra 3“ bis hin zu den bitterbösen Gags von „Adult Swim“ wurde jegliche Animationsstile abgedeckt. Die fast schon legendären Simpsons-Specials von David Silverman (Mann der ersten Stunden bei den Simpsons) ist für jeden Festival-Gänger ein Muss.

Das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Mit über 95.000 Besuchern wurde zudem ein neuer Rekord aufgestellt, gaben die Veranstalter bekannt. Dem Stuttgarter Festival wird weltweite Bedeutung zugeschrieben. Wir werden nächstes Jahr mit Sicherheit wieder einen Besuch abstatten.

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Isle of Dogs: Ataris Reise – Der neue Film von Wes Anderson

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In naher Zukunft ist die Hundepopulation in Japan explodiert. Als dann auch noch die sogenannte Hundegrippe ausbricht und die Menschen um ihre Gesundheit fürchten, werden alle Hunde aus Megasaki City verbannt und auf die abgelegene Insel Trash Island verfrachtet, die nur aus Müll besteht. Das gefällt den Vierbeinern Boss (Stimme: Bill Murray), Chief (Bryan Cranston), Rex (Edward Norton), Duke (Jeff Goldblum) und King (Bob Balaban) gar nicht. Sie sind stolze Alphahunde und sollen jetzt Müll fressen? Also schließen sie einen Pakt und machen sich auf die Suche nach besserem Futter. Als jedoch der zwölfjährige Atari Kobayashi (Koyu Rankin) mit einem gekaperten Flugzeug auf der Insel landet und verzweifelt sein Haustier Spots sucht, beschließt die Alphahunde-Einheit, ihre Mission zu ändern und dem Jungen bei der Suche zu helfen.Ab 10.Mai 2018 nur im Kino!

http://www.imdb.com/title/tt5104604/

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