• 24. Juli 2021 19:53

Filmkritik zu Black Widow – Am Schluss ein letzter Blick

Black Widow

Marvel öffnet für Natasha Romanoff noch einmal den Vorhang für eine letzte Abschiedsvorstellung – „Black Widow“ gerät überraschend sentimental vergisst jedoch seine Wurzeln in überbordenden und zweifellos comichaften Actionsequenzen nicht. Klare Annäherungen zum Agentenfilm lassen das Finale in einem anderen Licht betrachten. Unsere Kritik.

Zurück in die Vergangenheit

Das dienstälteste Avengers-Mitglied verabschiedet sich in ihrem ersten Solofilm vom erfolgreichen MCU. Scarlett Johansson verkörperte in über 10 Jahren und mehreren Spielfilmen die meinungsstarke sowie vielseitige Agentin Natasha Romanoff. Dank der gegenwärtigen Pandemie verschob sich dieser Abschluss leider um ein volles Jahr, sodass Disney aktuell zweigleisig fährt. Einerseits läuft er wie gewohnt weltweit in allen Lichtspielhäusern, aber wird gegen einen gehörigen VIP-Aufpreis (genauso wie „Cruella“) per Streamingdienst Disney+ anschaubar, wobei die Frage erlaubt sein darf, warum den doppelten Preis für’s Streaming löhnen während das Kino ein besseres Erlebnis liefert? Nichtsdestotrotz spielte er laut Box Office Mojo so rund 60 Mio. Dollar bisher ein. In den deutschen Kinocharts führt er aktuell auch die Liste an. Mitunter wird es für Marvel am schwierig genau dem Zuschauer zu vermitteln – in welcher Zeitlinie sich das neue Kinoabenteuer befindet. Zur Einordnung: „Black Widow“ spielt nach „Civil War“ und vor „Avengers: Endgame“.

Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) taucht nach den Strapazen aus der Rivalität gegen Iron Man im fernen Norwegen erstmal unter. Durch ein geheimnisvolles Paket mit Phivolen wird sogleich aber der Taskmaster auf Romanoff aufmerksam. Aufgrund von Hinweisen reist Sie nach Marokko, trifft auf ihre Ziehschwester Yelena Belova (Florence Pugh) mit der sie in ihrer Kindheit zur Tarnung in Ohio lebte. Zusammen mit der Wissenschaftlerin Melina (Rachel Weisz) sowie „Red Guardian“ Alexei (David Harbour) gilt es den Drahtzieher des ominösen „Widow“-Programmes zu stoppen. „Black Widow“ könnte vielleicht als der normalste Superhelden-Film durchgehen – für Marvel-Verhältnisse. Nur wenige Figuren haben Superkräfte. Romanoff selbst ist eine ausgebildete Auftragskiller, deren Background zwar gut beleuchtet wird, aber schlussendlich kaum neue Erkenntnisse bringt. Schauspielerisch holt Johansson mit aller Kraft viel aus der Rolle, wird aber ganz gerne in emotionalen Momenten von plötzlicher Action oder unnötigen Gags unterbrochen.

Alles in der Familie

Extrem oft werden Dialoge ironisiert, wovon sie teilweise ihre Schwere verlieren, aber einen Großteil ihrer Emotionalität einbüßen. Positives Beispiel ist hier Florence Pugh als „Yelena“, sie spiel zwar meist sarkastisch, lässt aber auch Gefühle zu. David Harbour ist klassischer Comic Relief. Lustige One-Liner gepaart mit sympathischer Art. Leider tritt eine großartige agiernde Rachel Weisz erst im letzten Viertel wieder auf, hinterlässt dafür gewisse Eindrücke beim Publikum. Temporeich aber nicht wirklich unvorhersehbar inszeniert die australische Regisseurin Cate Shortland ihre Storyline. Was auffällt: Für ruhige Passagen nimmt man sich in den 134 Minuten Lauflänge genügend Zeit, um neue Figuren eben nicht als eindimensionale Stichwortgeber einzuordnen. Zumal das Marvel-Werk für seine FSK 12 recht blutige Szenen beeinhaltet, die für kleine Zuschauer vielleicht verstörend wirken könnten.

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  • Laufzeit: 2 Stunden und 28 Minuten
  • Erscheinungsdatum: 6. Okt. 2016
  • Untertitel:: Deutsch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch

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Technisch bekommt man etwas für das ordentliche Budget von 200 Mio. US-Dollar auch zu sehen. Obwohl die meisten Effekte am Computer entstanden, sind die wenigen handgemachten Szenen nicht schlecht geraten. Nur störte mich an 2-3 Stellen nur eines: Wieso wurde bei sehr offensichtlichen Greenscreen-Szenen so geschlampt? Nichtsdestotrotz endet die Ära Romanoff durchaus unterhaltsam für alle, die bereits im Marvel-Universum etwas verhaftet sind und auch Insider-Gags verstehen können. Agentenfilm wäre auch zu übertrieben, da Verschwörungen und viele Ortswechsel hierfür kein maßgebliches Kriterium sind.

Black Widow. USA 2020. Regie: Jon Favreau. Mit Scarlett Johansson, Florence Pugh, William Hurt. 134 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.