• 24. Juli 2021 18:21
A Quiet Place 2

Nach dem Überraschungserfolg von 2018 folgt mit „A Quiet Place 2“ nun der noch atmosphärischere Nachfolger zum gänzlich Horrorfilm-untypischen Sci-Fi Grusel. Wieder mit John Krasinski an Bord, der jedoch trotz vielen Neuerungen auf einige Konstanten setzt. Unsere Filmkritik zur Wiedereröffnung der Lichtspielhäuser.

Rückkehr in jeglicher Hinsicht

Fast wie Familie Abbott fühlt man sich als Kinogänger in diesen Tagen. Viele Wege sind so vertraut, aber gänzlich neu. Große Leinwände vor denen (hoffentlich) begeisterte, schockierte, angespannte oder freudige Zuschauer sitzen. Es fehlte die letzten sieben Monate etwas, das Streamingdienste mit bester Bild/Ton-Qualität niemals schaffen werden – Atmosphäre schaffen. Selbst hörbares Popcorn-Geraschel mit verbundenen Toilettengängen anderer Zuschauer vermisste ich spürbar. Doch auf kleinste Geräusche sollte man in der Welt von „A Quiet Place 2“ verzichten, dort jagen äußerst hörempfindliche Aliens jedem Laut nach und zerreißen Verursacher auch gerne mal in Stücke. Regisseur und Drehbuchautor John Krasinski gelang vor über vier Jahren ein sehenswerter minimalistischer Horrorfilm, dieser kam sogar ganz ohne Gekreische junger Frauen aus und setzte konsequent auf Stille. Und jeder von uns weiß, wie unangenehm sie sein kann.

Im Erstling opfert sich Vater Lee (Krasinski) schlussendlich selbst, um seine Kinder samt Frau Evelyn (Emily Blunt) vor angreifenden Monstern zu schützen. Durch das Hörgerät ihrer taubstummen Tochter Regan (Millicent Simmonds) findet Familie jedoch einen Weg sich vor Angreifern zu erwehren. Auf ihrer Flucht von der zerstörten Farm treffen Sie auf ihren ehemaligen Bekannten Emmett (Cillian Murphy). Dieser verschanzt sich geraumer Zeit in einer alten Gießerei. Zusammen mit Regan eröffnet sich ein Weg zur vermeintlichen Rettung – ganz beyond the sea….

Dramatische Flucht nach vorne

Zu den Stärken zählt ganz klar das ausbalancierte Storytelling seitens Krasinski. Vergleichbar einer Achterbahn startet er an Tag 1 im harmonischen Kleinstädter-Alltag eines Baseballspiels. Ausgelassene Stimmung mit simpler Einführung des Casts. Emily Blunt nimmt man die liebevolle aber disziplinierte Mutter ab Sekunde 1 ab. Was mit Störgeräuschen des Radios beginnt endet wenig später in spektakulärer Hatz durch das halbe Stadtzentrum von Lee und seiner Tochter. Angespannte Phasen voller drückender Atmosphäre, die zum Luft anhalten einladen finden sich insgesamt häufig. Gerade, da der Film ab Mitte drei Handlungsfäden führt. Recht clever, weil alle gleichzeitig auf ihren Höhepunkt zusteuern. Jene Grundprämisse bleibt bestehen: Wenig Geräusche erzeugen. Anders als 98% aller anderen Horror-Machwerke der letzten Jahren ist dies äußerst klug, weil das Publikum selbst ruhiger wird und das Gezeigte mit der guten Tonabmischung noch intensiver wahrnimmt. Hier empfehlen wir ausdrücklich die Sichtung in Dolby-Atmos-Sälen.

A Quiet Place (4K Ulta HD) (+ Blu-ray 2D)
  • Blunt, Emily, Krasinski, John, Jupe, Noah (Schauspieler)
  • Krasinski, John (Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren

Weitere Informationen zur Aktualität der angezeigten Preise findest du hier.

Neben bravourös eingefangener beklemmender Intimität verliert „A Quiet Place 2“ nach dem Start etwas die Puste und verkommt zum eher konventionellen „Schuld und Sühne“-Konzept. Ist diese überwunden herrscht aber konsequente Spannung weshalb es umso ärgerlicher aufstößt, dass der Drehbuchautor wieder auf das fast gleiche Ende setzt wie im Erstling. Nur dramatischer inszeniert. Obwohl handgemachte Effekte genutzt werden, merkt man in 1-2 Szenen den hintergründigen Bluescreen an. Glücklicherweise sehen dafür die deutlich näher präsentierten Aliens hochwertiger aus. Mit Gespür für die Abgründe menschlicher Naturen und in satten Farbe getauchte Bilder zeigt Regisseur John Krasinski wie anders apokalyptischer Horror sein kann.

A Quiet Place 2. USA 2020. Regie: John Krasinski. Mit Emily Blunt, Cillian Murphy, Millicent Simmonds. 97 Minuten. Ab 16 Jahren.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.