• 24. Juli 2021 19:50
Ratchet & Clank: Rift Apart

Bolts, Dimensionsrisse und viel Kreativität! „Ratchet & Clank: Rift Apart“ ist beste Popcorn-Action, die alte Stärken vergangener Teile zu einem kunterbunten Action-Adventure für alle Altersklassen verbindet. Wir schossen uns durch allerlei abgefahrene Dimensionen und kamen teilweise aus dem Staunen nicht heraus. Unsere Review.

Seit Generationen kaum wegzudenken

Es gibt manche Spielereihen, die unweigerlich das Profil der Konsole verkörpern. Die titelgebenden Helden Ratchet und Clank sind solche Naturen. Einerseits offen, neugierig und um keinen Spruch verlegen aber auch technisch meist am Limit jener PlayStation-Ära. Dahinter stehen die digitalen Väter und Mütter seitens Insomniac Games, deren hochgelobte Jump’n’Run-Serie um den abenteuerlichen lila Drachen Spyro schon die immense Kreativität für kindgerechte aber nicht zu Zielgruppen-orientierte Welten durchscheinen ließ. 2002 folgte mit „Ratchet und Clank“ der Startschuss für galaktische Abenteuer mit verrückten Wummen, Charakteren sowie Geschichten. Lombax Ratchet und kleine Roboter Clank waren in jeder PlayStation-Generation regelmäßig sichtbar – versuchten sich in anderen Genres wie Tower Defense (Q-Force), Multiplayer á la Diabolo (All 4 One) oder Arena-Kämpfen (Ratchet: Gladiator). Nicht alles war gold, aber spielerisch sauber. Nach einem finanziell unglücklichen Kinoausflug 2015, dafür erfolgreichen Soft-Reboot in 2016 auf der PlayStation 4 fasst PlayStation endlich genug Triple-A-Vertrauen, um den Beiden einen Blockbuster-Auftritt erster Klasse zu vergönnen.

Ratchet & Clank: Rift Apart vereint so ziemlich alle Stärken und kleinere Schwächen der vergangenen Teile zu einem technisch beeindruckenden und spielerisch fordernden Action-Adventure. Die Storyline ist kindgerecht kurz, aber nicht zu simpel: Clank repariert ein mächtiges Werkzeug namens „Dimensionator“. Dieser soll Ratchet schlussendlich helfen nach seiner Familie also anderen Lombaxen suchen zu können. Wie so kommt alles anders. Während einen großen Festakts, in dem beide Helden für die letzten friedlichen Jahre geehrt werden, greifen plötzlich finstere Halunken von Dr. Nefarious an. Amüsanterweise während eines spaßigen Tutorials, in dessen wir Miniaturausgaben vergangener Handlungen nachspielen. Doch der Trio-Blaster-Pistole ist einsatzfähig – also kämpfen wir uns zum ersten kleinen Bosskampf gegen den verrückten Doktor. Infolgedessen greift er sich wiederum den Dimensionator und sorgt für interdimensionales Chaos. Plötzlich spurten Dinosaurier-eske durch’s Bahnhof-Wartehallen, Dimensionsrisse verschlingen komplette Wolkenkratzer samt fliegenden Fahrzeugen und Ratchet wird von Clank getrennt. Der eine findet sich in Nefarious-City, einer herrlich neondurchfluteten düsteren Großstadt wieder, während der andere auf Rebellin Rivet – ebenfalls eine Lombax/in trifft. Können sie das Chaos wieder richten? Diese Frage stellt „Rift Apart“ mit viel spielerischer Freiheit. Zu allererst ist die mit optionalen Missionen bestückte Handlung für ihre Spielzeit von knapp 20 Stunden erfreulich dynamisch.

Auf zu neuen Dimensionen!

Rivet als brandneue Hauptfigur wirkt nicht deplatziert, sondern wird dank Ruhe sowie humorvollen Momenten ins bekannte Universum eingefügt. Dialoge mit Clank kommen Neulingen aber auch Veteranen der Reihe zu Gute, da in beiden Fällen frische Informationen gezeigt werden. Absolut positiv zu erwähnen ist herrschende Authentizität der Dialoge. Alle drei Hauptfiguren äußern ihren emotionalen Zustand wie Angst, Furcht oder Zweifel. Dies zeigt die Ernsthaftigkeit der Entwickler keine 0815-Gespräche einzustreuen sondern eine Persönlichkeit zu offenbaren. Ratchet trifft wiederum, bis zu einem späteren Zeitpunkt, auf Nebenfiguren bzw. veränderte Figuren der anderen Dimensionen. Zumal das Studio hier auf größere Erkundungsanreize der weitläufigen Level setzt. Klar, gibt es überall bestimmte Ziele wie „Suche Person XY“ oder „Finde drei Statuen“ aber durch die Hovercraft-Schuhe bewegen sich beide Hauptfiguren flott von A nach B. Lineare Levels bieten genug Abzweigungen für sammelbare Goodies sodass Monotonie nicht im Entferntesten auftritt. Leicht an Uncharted erinnern die wunderbar cineastischen Sequenzen in denen wir förmlich rausgerissen und auf Verbindungsstangen skaten, um einem riesigen Roboter zu entkommen, der uns eigentlich helfen sollte aber schlussendlich nur durch Clank nicht in der Hand zermalmt. Zwischendurch fallen wir durch Dimensionsrisse durch dschungelartige Gebiete aus dem Neandertaler um Sekunden später über futuristische Kulissen auf mehreren Planeten zu gleiten, alleine technisch hoch beeindruckend.

Rivet und Ratchet erleben übrigens zeitgleich ihre Eskapaden, jedoch darf man als Spieler nur bestimmte Missionen mit vorgewählter Figur anwählen. Aber beide dürfen alle Planeten bereisen für jeweils andere Aufträge bereisen. Mal reitet man mit Rivet auf rasenden Flitzschnecken durch ätzende Sumpfgebiete, währenddessen erforscht Ratchet eine verlassene Unterwasserstation von Nefarious, die ungewohnt gruselig aber noch kindgerecht designt wurde. Überzeugen konnte uns die Lebendigkeit jeder Spielwelt. Ob kleine NPC’s, Gesprächspartner oder der Waffenshop von Ms. Zurkon, die auch Pause macht, obwohl unsere Munition verbracht ist – jeder lebt seinen eigenen Alltag. Führt sogar in einer Bar Gespräche, denen wir lauschen dürfen. Der wilde Mix aus Rennen, Schießen, Fliegen und Erforschen setzt Insomniac Games einfach gekonnt ins Konzept. Im Test gab es viele Momente, wo wir bestimmte Elemente aus frühen Spyro-Titeln, Sunset Overdrive oder das zuletzt grandiose „Marvel’s Spider-Man“ wiedererkannten.

Das Gameplay wurde klar aus den Vorgängern übernommen: Wir rennen durch kunterbunte Welten und schießen mit absurden (vielen) Kugelschleudern – Maschinen, Piraten, Dr. Nefarious-Schläger über den Haufen. Das Arsenal ist munter gemischt. Vom Allrounder des Trio-Blaster-Pistole, über den Verpixler der Gegner für kurze Zeit in 16 Bit-Grafiken samt Sounds verwandelt bis zur blitzverschießenden Blitzschlag-Büchse. Wie gewohnt verbessern sie sich durch häufige Benutzung in coolem Zeitlupen-Effekt. Mit seltenem Raritanium, das überall versteckt liegt, erweitern wir jene Wumme im Shop von Ms. Zurkon noch um bestimmte Skills. Kurzum: Wow. Derart zahlreich, dass es fast schon zu viele sind. Jeder wird sozusagen ermuntert seine eigene Strategie zu erproben um Bösewichte zu besiegen. Die spektakulären Bosskämpfe lockern merklich auf, sind fair gestaltet und nicht einzig auf blindes Losballern ausgelegt.

Grafikchaos in bester Absicht

Technisch setzt Insomniac die Grafik-Latte ganz nach oben. Zweifellos. Feine Partikeleffeke durch Lava oder Sporen in Waldgebieten durch deren Baumkronen einzelne Sonnenstrahlen blitzen sind in nativer 4K-Auslösung einfach nur herrlich anzusehen. Dank drei Performance-Modi – eine mal Ausflösung mit Raytracing oder Framerate bevorzugen, sind mit der Barrierefreiheit vorbildlich. Oftmals bleiben wir einfach nur stehen, ließen die Kamera kreisen und genossen den Schauwert. Das tolle Sounddesign sei ebenfalls erwähnt. Schlichtweg ist Ratchet & Clank: Rift Apart ein spielbarer PIXAR-Animationsfilm.

Als PlayStation-Exklusive nimmt der brandneue DualSense-Controller der PS5 eine wichtige Rolle ein – er rappelt, tönt und baut in Triggern Widerstände für alternative Feuer-Arten auf. Ähnlich wie bei „Returnal“ entsteht so ein höchst immersives Erlebnis. Doch wo viel Licht, da auch etwas Schatten: Nach Jahren der Abstinenz stießen wir auf löchrige Level-Architektur durch diese Ratchet in hektischen Sitationen fliegt. Oder klemmt zwischen zwei Rohren fest während sich die Kamera genau die falsche Perspektive anwählt. Ärgerlich war da nur ein Komplett-Absturz. An wenigen Stellen stießen wir sogar auf kleinere Triggerprobleme bei denen nur ein Checkpoint-Neustart half. Alles in allem aber Meckern auf hohem Niveau.

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Unser Fazit zu „Ratchet & Clank: Rift Apart“

Was für ein explosives Abenteuer! Insomniac Games enttäuscht einmal mehr nicht und beweist seinen Ruf eines der besten PlayStation-Studios zu sein. Nicht verunsichern lassen – der Look wirkt kindlich, aber das Gameplay ist mehr denn je für Erwachsene geeignet. Es gibt nicht wenige Spiele, die ein rotes USK-Logo tragen aber nicht im Ansatz mit derartiger Kreativität aufwarten. Zwischen deftig-knalligen Effektgewitter gibt es Ruhephasen in denen die liebenswerten Charaktere erzählerisch fortgeführt werden. Das Storytelling gehört mit zum Besten was moderne Jump’n’Run’s zu bieten haben. Jeder Glückliche mit einer PS5 in Besitz sollte mindestens einmal Hand angelegt haben.

Entwickler: Insomniac Games | Preis: 79,99 Euro | Für PlayStation 5 | USK: ab 12

Bolts, Dimensionsrisse und viel Kreativität! "Ratchet & Clank: Rift Apart" ist beste Popcorn-Action, die alte Stärken vergangener Teile zu einem kunterbunten Action-Adventure für alle Altersklassen verbindet. Wir schossen uns durch allerlei abgefahrene Dimensionen und kamen teilweise aus dem Staunen nicht heraus. Unsere Review. Seit Generationen kaum wegzudenken Es gibt manche Spielereihen, die unweigerlich das Profil der Konsole verkörpern. Die titelgebenden Helden Ratchet und Clank sind solche Naturen. Einerseits offen, neugierig und um keinen Spruch verlegen aber auch technisch meist am Limit jener PlayStation-Ära. Dahinter stehen die digitalen Väter und Mütter seitens Insomniac Games, deren hochgelobte Jump'n'Run-Serie um den abenteuerlichen lila…
Wunderschöne interdimensionale Abenteuer - durch sympathische Figuren, launige Action und kunterbunter Grafik entsteht unweigerlich der Look eines spielbaren Animationsfilms.

Ratchet & Clank: Rift Apart (PlayStation 5)

Spielspaß - 94%
Gameplay - 92%
Grafik - 95%
Technik - 84%

91%

Ausgezeichnet!

Wunderschöne interdimensionale Abenteuer - durch sympathische Figuren, launige Action und kunterbunter Grafik entsteht unweigerlich der Look eines spielbaren Animationsfilms.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.