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Call of Duty: Black Ops Cold War im großen Test | Agenten-Thrill

Call of Duty: Black Ops Cold War
© Activision

Call of Duty: Black Ops Cold War oder doch eher „Top Secret“? Mit viel Agenten-Flair versieht Activision die diesjährige Solo-Kampagne, die zweifelsohne zu den besten der Serie zählt. Spürbar arcadiger spielt sich der obligatorische Multiplayer samt weitläufigen Karten und Zombies sind ebenso vorhanden! Also ein guter Call of Duty-Jahrgang? Unsere Review zum Shooter.

Raven Software darf ran

Ballern. Deckung suchen. Ballern. Michael Bay-artige Zwischensequenz schauen. Ballern. Lange galt „Call of Duty“ als hirnlose Schießbude mit militärischen Anstrich, die Spieler nur anspruchslose Missionsziele absolvieren lassen und nach wenigen Stunden vorbei sind. Seit dem melancholischen „WW2“ trifft dies aber nicht mehr zu. Viel mehr geben sich die abwechselnden Studios sichtlich Mühe aktuelle Gegebenheiten mit sanften Anpassungen in ihren Kampagnen zu thematisieren. Neben der langsam aber sicher stagnierenden Fußballsimulation „FIFA“ von EA scheint Activision dank mutigen Entscheidungen wie zuletzt im Serienteil „Modern Warfare“ einerseits den Spieler mit direkten Menschenrechtsverletzungen wachzurütteln aber auch nicht mehr den „Hooray!“-Patriotismus wie lange Zeit zu fröhnen. Obwohl „Cold War“ deutlich leichtverdaulich daherkommt, ist dieser Jahrgang insbesondere speziell da Studio Raven Software hier federführend die Einzelspieler-Kampagne verantwortete. 1997 von Activision gekauft entwickelte man zeitlose Klassiker wie „Star Trek: Elite Force“ oder „Star Wars: Jedi Knight II – Jedi Outcast“ arbeitete aber bislang nur als zuarbeitende Entwicklerschmiede für Infinity Ward und Co. Doch „Cold War“ ist Rückkehr und Bewerbung für eigene Titel gleichermaßen, denn so kreativ war eine Shooter-Kampagne selten.

Zivilisation mit Atomwaffen

Der Story-Part von „Call of Duty: Black Ops Cold War“ spielt während des Kalten Krieges Anfang der 1980er Jahre. US-Präsident trommelt eine verdeckte Operation zusammen, um Perseus, einen sowjetischen Spion aufzuhalten. Er plant den Umsturz der westlichen Zivilisation mit Atomwaffen, dies sollen die abgebrühten CIA-Veteranen Alex Mason, Frank Woods und Jason Hudson verhindern. Als Spieler übernehmen wir den schweigenden „Bell“, den es sogar zu Anfang leicht zu konfigurieren gilt. Aber nicht das Aussehen sondern Geschlecht, Geheimdienst- sowie Perk-Zuteilung. Diese reichen von zusätzlicher Munition bis geringerem Rückstoß. Serientypisch ist anfangs vieles verworren, lichtet sich jedoch recht schnell. Die Figuren könnten vielschichtiger sein, erlaubt aber das temporeiche Spielkonzept nicht. Abwechslungsreich sind die zu bereisenden Orte – starten wir in der Türkei, schleichen wird danach durch Ost-Berlin um als Erinnerung per Heli einige vietnamisischen Hütten zu zerstören. In sich konsistent serviert Raven eine fünfstündige 80er-Shooterplatte, die grandiose Ansätze bietet aber viel zu kurz und an einigen Stellen einfach zu oberflächlich ist. Dennoch gehört sie dank ihres Agenten-Thema zu den besten Storylines der Reihe. Zumal die saubere Lokalierung hier die angepeilte Blockbuster-Atmosphäre unterstützt. Ab und zu treffen wir in „Life is Strange“ kleine Entscheidungen, die im geringem Maße die Story ändert und sogar multiple Enden bereithält.

Schleichende Agenten

Am reinen Kampagnen-Gameplay hat sich nichts verändert. Seit Jahren um genau zu sein. Noch immer schießen wir angreifende Gegner nieder, die mal oder weniger intelligent nach Deckung suchen oder treffen. Einmal mehr ist die flott reagierende Steuerung zu erwähnen. Das Waffenarsenal wurde leicht aufgestockt, bietet aber stets genügend verteilte Schießeisen um nicht zu langweilen. Für CoD-Veteranen sollte selbst der härteste Schwierigkeitsgrad kein Problem darstellen, kritisch wird es in klaren Trial & Error-Sequenzen. Starten wir nicht im richtigen Moment den Nahkampf, gibt’s den Neustart. Erfreulicherweise finden sich nur rund vier Momente im gesamten Abenteuer. Spielzeit erkauft sich „Call of Duty: Black Ops Cold War“ mit simplem Umhergetrotte hinter anderen Figuren. Oder sinnlose Wartereien im Hub bis wir auf der Karte die nächste Mission anwählen dürfen. Drastische Missionen wie in „Modern Warfare 2“ oder dem direkten Vorgänger unterließ man. Die Level sind gewohnt schlauchig, teilweise aber auch schleichend mit schallgedämpfter Pistole abgeschlossen werden. Selbst Leichen verstecken ist sogar möglich. Zumal es im Spielverlauf die Möglichkeit gibt uralte Activision-Titel wie „Pitfall“ an Automaten zu zocken. Toll! Dennoch überzeugt das Setting mit viel 80er Jahre Atmosphäre in Form von gut gewählter lizensierter Musik oder Werbeplakaten. Bis in den Multiplayer zieht sich dieser Gamedesign-Faden.

Das Herzstück: Multiplayer

Kommen wir zum Herz eines jeden „Call of Duty“ – dem Multiplayer. Schon die Beta ließ uns wissen, dass deutlich schneller und arcadiger zur Sache geht als in „Modern Warfare“. Auf 12 Karten, die von Moskau bis hin in den Nordatlantik reicht, gilt das andere Team zu schlagen. Neben allseits beliebten Modi wie Suchen & Zerstören, Herrschaft, Abschuss bestätigt etc. kehren auch Control sowie Gunfight zurück. „VIP Escort“ ist neu – Ziel ist es, einen Spieler, der zufällig als VIP festgelegt wird, sicher an einen von zwei markierten Orten zu eskortieren. Schaffen wir es, das höherwertige Ziel vor dem gegnerischen Team zu beschützen, sichern wir damit den Rundengewinn. Oder auch „Dirty Bomb“ – 40 Spieler, aufgeteilt in 10 Viererteams platzieren Uranbomben.

Von der Türkei bis nach Miami

Eine derartige Bombe kann von einem Team platziert werden, wenn diese dafür Uran sammeln, das in zu findenden Truhen oder von erledigten Spielern aufzusammeln ist. Beide besitzen ihren spaßigen Flow. Löblich sind die Karten auf denen die Action abgeht, sehr detailreich gestaltet und teils wunderschön. Ob jetzt im neonbeleutenden Miami oder Armada mitten im Ozean. Dank Seilzüge und Jetskis bewegen wir uns zwischen zwei Kampfschiffen temporeich umher. Passt auch zum aufgebohrten Movement. Statt taktische Sprints finden sich jetzt Boost-Sprints. Waffen lassen sich unkompliziert im „Waffenmeister“-Menü samt vergleichbaren Specs anpassen. Daneben wartet für alle Horror-Liebhaber der Zombie-Modus – wie so oft nur mit Freunden richtig amüsant. Zusammen gilt es auf zwei Maps Nackenbeißer auszuschalten, regelmäßig erscheint ein gepanzerter Gegner, der jedoch keiner abwurden Strategie bedarf sondern nur mit ordentlich Blei schlucken muss. Amüsant, ja. Sicherlich nicht der Kaufgrund. Im Multiplayer gilt für alle Modi übrigens Crossplay.

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Technisch fährt man anscheinend in diesem Jahr eine Zweiklassen-Gemeinschaft. Während die PlayStation 4-Version mit teils unverschämt langen Ladezeiten innerhalb der Kampagne und nachladenden Texturen zu kämpfen hat, sieht die PS5 laut Berichte spürbar besser aus. Ladezeiten sind ebenso kein Thema. Zumal die PS4 Pro eigentlich durchgehend den Lüfter pfeifen lässt. Freezes im Menü stellten wir ebenfalls fest. Zwar sieht das unterstützte HDR ganz gut aus aber lässt natürlich die möglichen Reytracing sowie Adaptive Trigger-Funktionen vermissen. Naja. Zum Redaktionsschluss lag das PS5 System-Muster zum Vergleich noch nicht vor.

Fazit Benny zu „Call of Duty: Black Ops Cold War“

Die Zeitreise zu Amtszeiten von Ronald Reagan können wir nach Genuss der Kampagne jedem Shooter-Fan ans Herz legen. Raven Software gab sich nach mehreren Jahren Stillstand spürbar Mühe die Chance auf kommende Projekte zu ergreifen. Gar nicht „Call of Duty“-typisch schleichen wir durch sowjetische Trainingsgelände nur um danach mit dem Panzer alles wegzuballern. Michael Bay hätte bestimmt großen Spaß am Chaos. Der Mehrspieler baut auf Stärken der Vorgänger auf und würzt sie mit kleinen aber feinen Verbesserungen wie das zügige Movement. Bloß die technische Seite hemmt den Spielspaß teilweise enorm. Seien es minutenlange Neustarts nach Tode oder die dauerhörbare PS4 Pro. Nichtsdestotrotz spaßiger Agententhrill im CoD-Universum.

Fazit Rob zu „Call of Duty: Black Ops Cold War“ auf der Xbox Series X

Das Spiel ist einfach ein hervorragend inszenierter Blockbuster im kalten Krieg. Dabei hat mich vor allem verwundert, wie gut man heute Gestalten aus der Geschichte in eine neue Story einbauen kann. Ich habe aus eigenem Interesse schon viele Interviews mit Ronald Reagan gesehen und es grenzt an Zauberei, dass man so eine Persönlichkeit einfach in eine neue Geschichte einbauen kann. Dabei hat man sogar auf vergleichsweise viele Details in seiner Mimik und Ausdrucksweise geachtet. Daneben läuft Black Ops Cold War auf der Xbox Series X die meiste Zeit butterweich über den Screen und es ist ein wahres Fest für die Augen, sich die verschiedenen Settings anzuschauen. Dabei wird man aber auch immer wieder schnell von der Action mitgerissen und irgendwo musste ich am Anfang der Kampagne dauernd an Brad Pitt denken, welcher auf Geheimagent umgeschult hat.

Geschichtlich nutzt man Ereignisse und Orte wie Berlin einfach für die eigene Inszenierung. Die Action und das Geballer stehen ganz klar im Vordergrund und Black Ops Cold War macht einfach Laune in der Kampagne. Diese ist zwar vergleichsweise kurz geraten, dafür aber extrem gut umgesetzt. Man fühlt sich wie in einem Kinofilm und ist dabei auch selbst noch der Hauptdarsteller. Da werden Maßstäbe für zukünftige Teile gesetzt. Die meisten Hardcore-Gamer werden sich eher dem guten Multiplayer zuwenden, aber das komplette Franchise spricht mittlerweile extrem viele Schichten von Gamern an. Manche Käufer nehmen den Titel im Media Markt mit, weil sie sich einfach durch eine sehr gut gemachte Story ballern wollen. Perfekt dafür! Andere schauen sich erst sehr viel später die Kampagne an und gehen sofort in den Online-Multiplayer. COD ist mittlerweile echt sein eigenes Universum. Der Kalte Krieg tut dem Titel gut und gibt daneben auch die Gelegenheit und Maps auf der ganzen Welt zu zeigen. Für mich sicher einer der besten Teile der Serie und ich habe lediglich ein wenig Sorge, dass die gute Umsetzung das geschichtliche Allgemeinwissen bei einigen Spielern verklären wird, denn es ist halt nicht die echte Geschichte. Es ist und bleibt ein sehr gut ausgedachtes Universum in Black Ops Cold War. Der echte Krieg verlief dann doch ein wenig anders und ohne Brad Pitt an unserer Seite ;)

Entwickler: Activision | Preis: ab 69,99 Euro | Für PlayStation 4|5, Xbox One|Series und PC|Stadia | USK: ab 18

Call of Duty: Black Ops Cold War oder doch eher "Top Secret"? Mit viel Agenten-Flair versieht Activision die diesjährige Solo-Kampagne, die zweifelsohne zu den besten der Serie zählt. Spürbar arcadiger spielt sich der obligatorische Multiplayer samt weitläufigen Karten und Zombies sind ebenso vorhanden! Also ein guter Call of Duty-Jahrgang? Unsere Review zum Shooter. Raven Software darf ran Ballern. Deckung suchen. Ballern. Michael Bay-artige Zwischensequenz schauen. Ballern. Lange galt "Call of Duty" als hirnlose Schießbude mit militärischen Anstrich, die Spieler nur anspruchslose Missionsziele absolvieren lassen und nach wenigen Stunden vorbei sind. Seit dem melancholischen "WW2" trifft dies aber nicht mehr zu.…
Die Story ist durch die Bank unterhaltsame Agenten-Action, beim Multplayer scheiden sich wohl die Geister. (Arge Technik-Probleme auf der PlayStation 4.)

Call of Duty: Black Ops Cold War (PlayStation 4)

Spielspaß - 87%
Gameplay - 86%
Grafik - 76%
Technik - 72%

80%

Empfehlung!

Die Story ist durch die Bank unterhaltsame Agenten-Action, beim Multplayer scheiden sich wohl die Geister. (Arge Technik-Probleme auf der PlayStation 4.)

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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