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Crysis Remastered im Test | Technisch mauer Shooter-Aufguss

Crysis Remastered

Crysis Remastered ist jene Art von Spielen, die vollmundig eine Vielzahl an Neuerungen versprechen aber davon nur wenige halten – Texturen sind zwar höher aber nicht hübscher aufgelöst, teilweise arge KI-Aussetzer und selbst springende Schatten begegneten wir in unserem Test. Was es damit auf sich hat – klären wir jetzt.

Kein Aprilscherz

Crytek dürfte jedem ernsthaften Videospiel-Enthuisasten ein Begriff sein. Die Frankfurter Spieleschmiede steckt hinter der wegweisendem „Far Cry“-Reihe, die Ego-Shooter in sonnig exotischen Gefilden salonfähig machte. Die Brüder Yerli besaßen ein Gespür für wirklich unterhaltsame Shooter-Konzepte, erhoben sich durch die technische Expertise jedoch von der allgemeinen Masse der Call of Duty’s oder damals noch groß in den Spielerzahlen vertreten „Medal of Honor“. Obwohl nur der Erstling von Crytek kam, konnte er dank guter Verkäufe praktischerweise als Werbung für die Grafik-Schnittstelle „CryEngine“ herhalten. Danach übernahm Ubisoft und der Rest ist Geschichte. 2007 setzte man erneut auf einen Shooter mit Strand-Flair aber inhaltlich deutlich ernster sowie mit Science-Fiction Elementen versehen. „Crysis“ ist lateinisch und bedeutet „hardwarehungrig“. Derart schicke Optik bedarf sogar bis heute eine gut ausgerüsteten Gaming-PC um das Spiel zu wuppen. Was als Aprilscherz dieses Jahr anmutete wurde nun Realität – der obercoole Shooter kommt als Remastered-Version für PC und Systeme. Aus guten Gründen verzichteten wir auf den Test der Switch-Fassung, die dank schwächerer Hardware noch rudimentärer aussieht.

Kurz zur Handlung, die euch auch 2020 atmosphärisch erzählt wird: Nordkoreanische Seperatisten besetzen eine philippinische Insel auf der mehrere Archäologen und die Wissenschaftlerin Dr. Rosenthal arbeiten. Als kompakte Söldner-Einheit infiltrieren wir die Insel und stoßen sehr bald auf einen gefährlicheren Gegner als die Besetzer. Dank wendungsreicher Storyline unterhält die rund 10 stündige Kampagne wie damals ordentlich. Veteranen finden sich sofort zurecht. Die Zwischensequenzen warten mit professionellen Sprechern auf. Durch schön eingefangene Momente wie Sonnenuntergänge oder die explosive Zerstörung von Gegnerbasen entsteht ein guter Flow, der aber durch die technische Seite regelmäßig zunichte gemacht wird. Fangen wir im Menü an. Dort finden sich drei Grafik-Einstellungen, die einerseits konstante 60FPS, gleich hohe Qualität oder Reytracing-Effekte versprechen. Ganz lustig: Die FPS-Zahl erreicht man, selbst auf der PS4 Pro, nur durch das 70%ige Verblassen des Bildschirms außerhalb einer linken Sichtbox neben dem Fadenkreuz. Selbst gibt es Mikroruckler. Wie früher dauert das Laden des nächsten Levelabschnitts rund 5 Sekunden. Die KI der Gegner ist manchmal hochintelligent oder blöd wie Weißbrot. Da stehen wir länger ohne Tarnmodus hinter ihnen und es gibt keine Reaktion. Gleiches gilt für komplette Texturenfelder: Oft laden sie nur seeehr langsam oder gar nicht.

Crysis Remastered

Frontalkurs am Strand

Natürlich macht das Gameplay wieder einiges wett. Durch den dichtbewuchteten Dschungel springen, Feinde verwirren und sich in wuchtige Shootouts schmeißen. Spaßig allemal. Die Steuerung ist simpel gehalten. Zu Anfang laden die weiten Sandbox-Level zum Erkunden ein, während ab Mitte die Abschnitte spürbar kleiner werden und sich Konfrontationen mit den angreifenden Aliens konzentrieren. Leider erneuerte Crytek geliebte Standards wie freies Speichern und ersetzte sie durch Checkpoints. Zudem noch wie in allen Konsolenfassungen die 11. Flugmission fehlt. Aus Gründen der Schwierigkeit heißt es, naja. Im Vergleich zum liebevoll runderneuerten „Tony Hawk’s Pro-Skater 1+2“ ist „Crysis Remastered“ ein Graus für Fans.

Unser Fazit zu „Crysis Remastered“

Auf diesen aufgefrischten Shooter freute ich mich wirklich. Nur wegen Optik oder Mythos sondern wegen des allgemeinen schnellen Spielgefühls im Nano-Anzug. Aber 2020 reicht es einfach nicht mehr von anderen Titeln wiederholte Gameplay-Elemente nur rudimentär verbessert nochmal vorzusetzen. Crytek enttäuscht besonders auf technischer Seite, was dank der Entwicklung der starken „CryEngine“ besonders schmerzt, weil Potenzial zweifellos vorhanden ist.

Entwickler: Crytek | Preis: 29,99 Euro | Für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC | USK: ab 18

Crysis Remastered ist jene Art von Spielen, die vollmundig eine Vielzahl an Neuerungen versprechen aber davon nur wenige halten - Texturen sind zwar höher aber nicht hübscher aufgelöst, teilweise arge KI-Aussetzer und selbst springende Schatten begegneten wir in unserem Test. Was es damit auf sich hat - klären wir jetzt. Kein Aprilscherz Crytek dürfte jedem ernsthaften Videospiel-Enthuisasten ein Begriff sein. Die Frankfurter Spieleschmiede steckt hinter der wegweisendem "Far Cry"-Reihe, die Ego-Shooter in sonnig exotischen Gefilden salonfähig machte. Die Brüder Yerli besaßen ein Gespür für wirklich unterhaltsame Shooter-Konzepte, erhoben sich durch die technische Expertise jedoch von der allgemeinen Masse der Call…
Trotz Nanosuit: Dürftige Remastered-Version eines eigentlich zeitlosen Shooters.

Crysis Remastered (PlayStation 4)

Spielspaß - 69%
Gameplay - 68%
Grafik - 65%
Technik - 53%

64%

Durchschnittlich

Trotz Nanosuit: Dürftige Remastered-Version eines eigentlich zeitlosen Shooters.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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