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Filmkritik zu Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn

Birds of Prey

Mit viel Humor und Action zelebriert Harley Quinn, die meisterlich von Margot Robbie verkörpert wird, ihr erstes Solo-Abenteuer. Warum „Birds of Prey“ trotz anarchischem Sarkasmus á la Deadpool seine Storyline zu verschachtelt erzählt, verraten wir in der Filmkritik.

Trennung mit Hindernissen

DC ist im Gegensatz zum Konkurrenten Marvel deutlich abwechslungsreicher unterwegs. Bekamen wir vor einigen Wochen, zu recht mit dem Oscar ausgezeichneten Joaquin Phoenix, den bitterbösen „Joker“ aus der Feder von Todd Philipps serviert – wurde für die ganze Familie „Shazam!“ oder „Aquaman“ konzipiert. Zusammenfassend darf man durchaus sagen, dass es bei DC wirklich für jeden Geschmack mittlerweile einen Film gibt. Marvel fuhr die letzten Jahren mit ihrer Plot-Formel recht gut, arbeitet aktuell jedoch an vielseitigeren Stoffen. Nichtsdestotrotz darf nach „Wonder Woman“ und vor „Black Widow“ die herrlich abgedrehte Harley Quinn ihre Duftnote setzen. Bereits im eher enttäuschenden „Suicide Squad“ überzeugte sie. Obwohl sie für „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ für einen Oscar als beste weibliche Nebendarstellerin nominiert war hätte ich mir nach Sichtung gewünscht, dass eher die Academy diese Leistung gewürdigt hätte. Klingt bereits wie einen Pflichtfilm für Comic-Enthusiasten, oder? Wäre da nicht, die unnötig verschachtelt gehandhabte Handlung.

Dank Bruch der 4. Wand schildert uns Miss Quinn höchstselbst ihre Trennung vom Joker, der daraus resultierenden Planlosigkeit und ihre Liebe für Eiersandwiches am Morgen. Im leicht angetrunkenen Zustand beichtet sie mitten in der voll besetzten Bar von Gangsterboss „Black Mask“ (Ewan McGregor) die Joker-Sache und gilt von nun an als vogelfrei. Heißt jedoch auch, dass sie ab sofort von sämtlichen Bösewichten in Gotham City gejagt wird. Allen voran Black Mask – nur durch das erlangte Wissen um einen wertvollen Diamanten mit zusätzlichem Versprechen ihn aufzuspüren, rettet sich Harley nochmal und muss eine pupertierende Taschendiebin aufspüren. Der herrlich verspielte Humor von Quinn reiht sich mühelos im Film ein, wird aber durch die zu verschachtelt erzählte Handlung aufgeweicht. Natürlich ist es amüsant, wenn sie kurz vor einer Action-Orgie abbricht und erzählt was vor „5 Minuten am anderen Ende der Stadt passierte“, weil die Story profitiert. Leider passiert dies zu häufig, sodass man oftmals nicht weiß, welche Zeitlinie gerade läuft oder es sich vielleicht doch um einen Flashback handelt. Das verwirrt unnötig. In „Birds of Prey“ gibt es übrigens keinen Batman oder gar den Joker zu sehen. Hier präsentiert uns die junge Regisseurin Cathy Yan einen selbstbewussten Frauenfilm mit guten Momenten. Da Robbie hier mit produzierte, am Drehbuch mitschrieb versteht man ihre sichtliche Hingabe in jeder Sekunden. Abseits davon ist die Action mehr als großartig inszeniert.

Handgemachte Action

Das hat auch einen bestimmten Grund – das Team rund um „John Wick“-Schöpfer Chad Stahelski standen technisch dahinter. Gut zu sehen, an der der großartigen choreografierten Sequenz innerhalb eines Polizei-Reviers in dem Harley mit Farbpartonen für mächtig Ärger sorgt. Trotz FSK 16-Freigabe, die heutzutage deutlich mehr zulässt als vor einigen Jahren, hält man sich bis auf kleinere Spitzen auffällig zurück. Technisch gibt es bei „Birds of Prey“ nichts zu meckern, die Optik ist hochwertig und überzeugt mit klassischen Zeitlupen-Szenen. Der Score von Daniel Pemberton ist so verrückt gestaltet wie Harley Quinn selbst, mal elektronisch, dann wieder klassischer Natur und zum Abschluss recht konventionell.

Unser Fazit zu „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“

Der Humor sagt mir zu. Die Figuren sagen mir mit kleineren Abstrichen zu. Die Handlung leider nur in Maßen. Was „Birds of Prey“ jedoch zum Pflichttermin im Kino macht, ist sein großartiger abgedrehter Stil. Style over Substance wird verdammt nochmal groß geschrieben, Margot Robbie als Harley Quinn ist fantastisch und schafft es sogar Tiefe in ihre Figur zu legen. Nicht nur für Comicfans lohnt der Kinogang.

Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn. USA 2020. Regie: Cathy Yan. Mit Margot Robbie, Ewan McGregor und Mary Elizabeth Winstead. 110 Minuten. Ab 16 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ gibt es hier.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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