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„Call of Duty – Modern Warfare“ im großen Test

Call of Duty - Modern Warfare

Hart, drastisch und die Samthandschuhe weggeschmissen – im diesjährigen Ableger der Shooterreihe geht es aktueller denn je zu. Terrorangriffe und eine salafistische Miliz lassen uns eine Kampagne á la Sicario erleben. Wobei der Multiplayer so klassisch wie selten wirkt. Unsere Review zu „Call of Duty: Modern Warfare.

London im Chaos

Im verregneten London, es ist schon dunkel, sitzen vier Personen einer Anti-Terroreinheit im Van. Zivil gekleidet, doch die Waffe im Anschlag. Jeden Moment könnte etwas passieren. Prompt fährt neben ihnen ein auffälliger Transporter vorbei – im Inneren: Unheilvoll wirkende weiße Container und Männer mit Sturmmasken. Sofort reagieren die Terrorbekämpfer. Doch auch kleinere Schusswechsel verhindern nicht, dass Terroristen den weltbekannten Piccadilly Circus in einen Ort des Grauens mit Unmengen von Leichen verwandeln. „Call of Duty“ hat die letzten Jahren meistens völlig zu recht von uns und der Fachpresse reine Sinnlosigkeit attestiert bekommen. Langweilig, in der Zukunft angesiedelte, Story-Kampagnen die emotionslos runter gerattert wurden. Nur das 2017 erschienene „WW2“ konnte sich mit Ernsthaftigkeit sowie frischem Setting deutlich davon abheben. Jetzt die Rolle zurück – „Modern Warfare“ ist das Reboot der beliebtesten internen Serienreihe im CoD-Komplex. Und dieser Plan ging zum Glück auf.

Bürgerkrieg im Land Urzikstan

Hintergrund der Handlung ist eine neu entstandene Terrorgruppe, die Anschläge in Europa begeht und Zugang zu chemischen Waffen erlangt hat. US-amerikanische und britische Spezialeinheiten machen Jagd auf diese Gruppierung, von der sie vermuten, dass es sich um Al-Qatala handelt, die von einem Mann mit dem Decknamen Wolf angeführt wird. Dieser Terrorist operiert in dem (fiktiven) Land Urzikstan, in dem derzeit ein brutaler Bürgerkrieg tobt, wo auch russische Streitkräfte mitmischen. Ziel der Entwickler war es eine realistische, authentische Handlung zu schaffen, die an das aktuelle Weltgeschehen erinnert. Tut sie. Teilweise erschreckend, wie hart Studio Infinite Ward uns gleich mehrmals deftige Magenschläge verpasst.

Wir machen die Drecksarbeit

So nehmen wir á la SWAT an einer Anti-Terroroperation im Londoner Randbezirk teil, hier infiltrieren wir ein Wohnhaus und treffen auf Angreifer. Hier kommt der moralische Kompass zum Einsatz. Wenn beispielsweise eine unbekannte Frau im Dunkeln zum Kinderbettchen rennt, wissen wir nicht, ob sie wirklich ihr Kind schützen will oder es ein Ablenkungsmanöver war und die Schrotflinte zieht. Solche harten Momente unterstreichen den neuartigen Stil des Spiels. Im Spiel selbst wechseln wir zwischen mehreren Soldaten – so auch Fanliebling Captain Price. „Wir machen die Drecksarbeit, damit die Welt sauber bleibt“ lautet einer seiner prägnantesten Sprüche. Nur die recht kurze Spielzeit von nur sechs Stunden stoßen hier sauer auf.

Wenig Michael Bay, mehr Christopher Nolan

Erfreulich ist zudem: Man verzichtet nahezu gänzlich auf typische amerikanische Glorifizierung. Der begonnene Krieg ist dreckig und bietet absolut keine Gewinner. Egal auf welcher Seite. Alle kämpfen mit unfairen Mitteln. Am Schluss zählt einzig, dass die richtige Seite gewinnt. Diesen Ritt auf der digitalen Rasierklinge konnten die Story-Autoren gut hervorstechen. Nur in schwachen Momenten verfällt man dem typischen CoD-Alltag. Die deutsche Lokalisierung ist einmal mehr gelungen und es lohnt sich dank hervorragender Stimmen sie beizubehalten. Zur Hollywood-reifen Präsentation darf der düstere Score nicht fehlen. Ferner weckt er Erinnerungen an die Klänge der „Sicario“-Filme. Mich freute die neue Grafik-Engine ungemein – endlich gehören störendes Kantenflimmern und technische Altlasten der Vergangenheit an. Runderneuert wurde somit gleich auch das Gameplay. Bereits auf der diesjährigen Gamescom fiel uns das trägere wenngleich auch realistischere Gunplay auf. Waffen zücken dauert nun deutlich länger, zielen wir über Kimme und Korn stehen wir nicht mehr kerzengrade. Braucht eine kurze Eingewöhnung danach wollten wir es jedoch nicht mehr missen. Das Schussverhalten ist glaubwürdig und Treffer sind dank physikalisch richtigem Verhalten nun nachvollziehbar. Schön: Um die Filmatmosphäre beizubehalten verschwindet öfters das Interface. Back to the Roots geht es auch im Multiplayer-Modus zu – für nicht wenige der Kaufgrund in jedem Jahr.

Gutes Matchmaking und Framedrops

Mit unterschiedlichen Modi, die von 2vs2-Gefechten oder im Ground War sogar bis zu 100 Spieler reichen, möchte man jeden Spieler irgendwie abholen. Ebenfalls enthalten sind natürlich auch Team-Deathmatch, Capture the Flag etc. Beim Waffenschmied können wir unsere Ausrüstung anpassen, Skins ausprobieren sowie neue Schießeisen ausprobieren. Daneben will Activision alle kommenden Maps kostenfrei freischalten, ein Season-Pass entfällt somit. Gute Entscheidung! Das Matchmaking funktionierte im Test meist gut, wobei wenige Tage nach dem Release wir noch immer unsanft aus Matches abserviert wurden. Mittlerweile ist dies nicht mehr der Fall. Die vorhandenen Maps bedienen sich meist Motiven aus den Kampagnen-Leveln wie den London Docks oder das sonnendurchflutete Urzikstan. Die Technik ist bis auf kleine Ausreißer wie leichten Framedrops und zu spät nachgeladenen Texturen erfreulich sauber. Besonders gut haben uns die stark modellierten Waffen gefallen.

Unser Fazit zu „Call of Duty: Modern Warfare“

Call of Duty hat nach Jahren endlich wieder sein Hirn gefunden. So salopp kann man es tatsächlich sagen. Kein ermüdendes Zukunftsszenario mit austauschbaren Charakteren mehr sondern die bittere Realität als Vorlage. Intensiv zelebriert CoD-Erfinder Infinity Ward einen harten Actioner, in dem kein Gut und Böse oder überhaupt Gewinner gibt. Der unheilvolle Soundtrack gibt dem Spiel diese besondere Note. Der Online-Multiplayer ist wie gewohnt spaßig und profitiert wirklich vom neuen Gunplay. „Modern Warfare“ ist nach Jahren wieder ein Muss für alle Shooter-Fans!

Entwickler: Infinity Ward | Preis: 69,99 Euro | Für PlayStation 4, Xbox One und PC | USK: ab 18

Hart, drastisch und die Samthandschuhe weggeschmissen - im diesjährigen Ableger der Shooterreihe geht es aktueller denn je zu. Terrorangriffe und eine salafistische Miliz lassen uns eine Kampagne á la Sicario erleben. Wobei der Multiplayer so klassisch wie selten wirkt. Unsere Review zu "Call of Duty: Modern Warfare. London im Chaos Im verregneten London, es ist schon dunkel, sitzen vier Personen einer Anti-Terroreinheit im Van. Zivil gekleidet, doch die Waffe im Anschlag. Jeden Moment könnte etwas passieren. Prompt fährt neben ihnen ein auffälliger Transporter vorbei - im Inneren: Unheilvoll wirkende weiße Container und Männer mit Sturmmasken. Sofort reagieren die Terrorbekämpfer. Doch…
Hart und intensiv - "Modern Warfare" ist nach Jahren wieder ein Muss für alle Shooter-Fans!

Call of Duty - Modern Warfare (PlayStation 4)

Spielspaß - 88%
Gameplay - 83%
Grafik - 90%
Technik - 82%

86%

Empfehlung!

Hart und intensiv - "Modern Warfare" ist nach Jahren wieder ein Muss für alle Shooter-Fans!

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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