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A Toy Story, Hobbs & Shaw & Midsommar im Kino-Flash

Kino-Flash

Am Ende des Monats kommt der – Kino-Flash! Hier besprechen wir Filme, für die es keine große Kritik bei uns gab. Heute wild gemischt u.a. mit Hobbs & Shaw, Late Night, A Toy Story und Midsommar.

Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Längst ist aus dem feuchten Traum aller Teenager bestehend aus Underground-Autorennen und leicht gekleideten Frauen ein geistiger Nachfolger der Marvel Verfilmungen geworden. Nur mit mehr Testosteron statt zusammenhängender Storyline. Mit schlimmsten Erwartungen bin ich „Hobbs & Shaw“ und kam bestens gelaunt wieder raus. Warum? Anders als die „Fast & Furious“-Hauptreihe ist das Werk von „Deadpool 2“-Regisseur David Leitch ein gekonnt humorvoller Film in Tradition der 80er Jahre Buddy-Cop-Ära. Diverse minutenlange Beleidigungen, die sich Hauptakteure The Rock und Statham an die Omme hauen, sind das Herzstück des Ganzen. Zumal hier in Sachen Action der Blick auf Qualität statt Quantität liegt. Zweifelsohne sagt man sich damit einerseits von den öffentlichen Streitereien zwischen Von Diesel und The Rock los und erzählt eine smarte Handlung ohne den teils nur noch peinlich anzusehenden „La Familia“-Pathos. Deadpool-Fans dürfen sich übrigens auf viele Gastauftritte freuen, die im Nachhinein „Hobbs und Shaw“ um ein ganzes Stück verbessert haben. Nur im letzten Viertel pfeift man dann vollends auf jegliche physikalische Gesetze, in dem man Hubschrauber mit Jeeps abheben lässt oder The Rock einen Kampfjet mit bloßer Hand am Boden hält. Bösewicht Idris Alba macht seinen Job gut, obwohl er eher wirkt, als hätte er bei den Dreharbeiten nicht gewusst, dass es hier um keinen Superheldenfilm handelt. Alles in allem perfektes Popcorn-Kino für Jung & Alt.

Release: 1. August. 2019 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Fast & Furious: Hobbs & Shaw” gibt es hier.

Hobbs & Shaw

© Universal

Late Night

Eine Late-Night Talkerin, deren Image wie auch die Quoten nach über 30 Jahren sinken, findet sich am Ende ihrer Karriere. Wäre da nicht eine gewitzte junge Frau mit Talent für politisch unkorrekte Gags. „Late Night“ ist kein Film für die Masse. Eher als bestätigende Antwort für alle Comedy-Autoren die sich in unglaublich vielen Situationen selbst wieder erkennen. Katherine Newbury gespielt von einer starken Emma Thompson ist der typische Host einer US-Late Night. Doch Fallon und Co. laufen ihr den Rang ab. Als erste Frau wird deshalb Molly Patel (Mindy Kaling) ins Autorenteam geholt, die mit Witz und frecher Neugier frischen Wind ins Format bringt. Beginnt äußerst stark und wird ohne Probleme viele weibliche Zuschauer ansprechen. Alleine die köstlich dargebotene Arroganz von Thompson, die irgendwo doch ihr Herz am rechten Fleck hat – ist einfach nur großartig. Natürlich verkommt gegen Ende „Late Night“ zum konventionellen US-Film inklusive Happy End. Aber die teils kritischen Untertöne gegen das Fernsehen sowie dem klassischen Humor-Verständnis hinsichtlich Political Correctness vermag das Drehbuch von Mindy Kaling – schöpft hier aus ihrer Zeit als Autorin bei verschiedenen Shows – nahezu sanft dem Publikum zu veranschaulichen. Nach Abspann ist „Late Night“ herrlich bissig mit einem wunderbar harmonierenden Cast, der hinter die Kulissen der ansonsten perfekten Late-Night-Maschinerie blickt.

PS: Als deutsches Remake gäbe es nur einen Mann für die Hauptrolle: Harald Schmidt.

Release: 29. August. 2019 | FSK: ab 0 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Late Night” gibt es hier.

Late Night

© Fox

A Toy Story

Vierter Streich der Pixar-Schmiede erstmals ohne John Lasseter als Produzent oder Drehbuchautor. An seine Stelle traten nun Rashida Jones und Andrew Stanton. Leider merkt man diesen Wegfall als Zuschauer, denn es fehlt am wohligen Charme der Vorgänger. Quasi dem klassischen Pixar-Gefühl. Hier sind zwar alle bekannte Figuren am Start, wirken jedoch wie in einem anderen Film. Kurz zur Handlung: Andy’s Spielsachen sind nun beim Vorschulkind Bonnie, die bastelt aus Müll „Forky“. Durch ein Missgeschick ist Forky verschwunden und nun liegt es an Woody (als Sprecher Michael Bully Herbig) das Spielzeug wiederzufinden. Heraus kommt ein technisch beeindruckender Film, der es schafft solch ein hohes Niveau anzulegen, dem Dreamworks und Co. erstmal Herr werden müssen. Alleine der Fakt, dass anscheinend Photogrammetrie-Technik verwendet wurde, um Objekte bzw. Texturen realistisch darstellen zu können. Dennoch war Teil 3 der Reihe ein guter Schlusspunkt – deshalb wirkt dieser Film wie ein ungefragter Nachklapp. Witzig ist er allemal, natürlich auch unterhaltsam. Selbst Randy Newman ist einmal mehr der Komponist und darf seine jazzigen Melodien gekonnt einstreuen. Etwas enttäuscht lässt uns die Storyline zurück, hier hätte man mehr draus machen können. Beispielsweise sind ehemalige Hauptfiguren – hier Butz Lightyear – zur Randerscheinung degradiert worden. Was bei Sequenzen mit ihm tatsächlich schade ist. Wir hoffen, dass es nun der echte Abschluss war.

Release: 15. August. 2019 | FSK: ab 6 | 3D: Ja. | Post-Credit Scene: Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „A Toy Story” gibt es hier.

Midsommar

Ari Aster ist der ungekrönte König des unangenehmen Kinos. Sein erster Spielfilm „Hereditary – Das Vermächtnis“ erzählte mit ruhiger Hand ein dämonisches Märchen rund um eine Familie, die langsam aber sicher dem Wahnsinn verfällt. „Midsommar“ ist ähnlich gelagert. Hier unternimmt Dani (Florence Pugh) trotz nicht überwundener Trauer mit Studienfreunden eine Reise nach Schweden zur Sommersonnenwende. Doch die abgeschiedene Sippe feiert auf brutale Art und Weise dieses Fest. Aster bleibt mit seiner Kamera lange an den Darstellern hängen. Fast schon dokumentarisch lässt er bestimmte Szenen minutenlang stehen, um so die Atmosphäre von vornherein klar zu machen. Da „Midsommar“ in vielen Aspekten Gewalt regelrecht auslebt sowie gnadenlos draufhält ist die mythische Note seines Vorgänger nur teilweise vorhanden. Man will eine Art geistigen Nachfolger zu „The Wicker Man“ etablieren, scheitert aber daran. Viel zu viel wird interpretativ stehen gelassen, um den Zuschauer auf eine Auflösung warten zu lassen, die jedoch niemals kommt. 140 Minuten sind dafür viel zu lange und wenn man bedenkt, dass noch eine 180 minütige Version folgen soll, sind wir da überaus skeptisch. Freunde des makaberen Horrors mit Tiefgang sind vielleicht hier bestens unterhalten.

Release: 26. September. 2019 | FSK: noch keine Freigabe | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Midsommar” gibt es hier.

Midsommar

© Weltkino

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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