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The Division 2 im großen Test

The Division 2 Review
© Ubisoft

Der Dollar-Virus hat gewütet und die Division-Agents sind die letzte Rettung für Washington. Ubisoft bietet mit „The Division 2“ zwar wenig Neues – dafür baut man die Stärken des Vorgängers weiter aus. Unser Test zum Multiplayer-Shooter.

Story im Lootshooter-Einerlei?

In letzter Zeit häufen sich die sogenannten Loot-Shooter. Beide Teile von „Destiny“, „Anthem“ oder auch der „The Division“ basieren mehr oder minder in Rollenspiel-Manier viele Gegner zu erledigen und hierdurch Ausrüstung sowie Gegenstände einzusammeln. Problematisch wird eine vernünftige Storyline dem Spieler zu vermitteln. Gerade, wenn die wenig genutzte Open-World (siehe Anthem) nur anfangs für Faszination sorgt. Manche Spieler scheitern schlicht daran, dass sie zumindest mit geschlossenen Levels sowie klarem Spielprinzip für eine durchaus tolle Spielerfahrung stehen könnten – dieses wird jedoch durch eine aufgesetzte Open-World Implementierung völlig zunichte gemacht. Nein, Ubisoft wollte „The Division“ als Open World-Online Multiplayer etablieren. Dies gelang im Vorgänger recht gut, krankte aber sich wiederholenden Aufgaben und direkter Absage an Solisten. Auf der E3 2018 bereits angekündigt – will man alles besser machen. Und schau an, irgendwie funktionierte das auch.

Agents of Division
Kurz zur Handlung der Kampagne: Der grassierende Dollar-Virus forderte in den USA zu Thanksgiving Millionen von Todesopfern. Was einst selbstverständlich war, ist heute rares Gut. Metropolen wie New York oder Washington sind gefallen. In kleinen Basen sammeln sich Überlebende und versuchen sich zu einer Art Gesellschaft zusammen zu finden. Doch gibt es Menschen, die rauben und weiter morden – rivalisierende Banden, die den Wiederaufbau verhindern. Da kommen die Agents of Division ins Spiel – neben ihrer Aufgabe Basen weiter aufzubauen und die Zivilisation wieder herzustellen – muss auf der Kopf der ominösen Rebellengruppe ausgeschaltet werden. Die rund 35 stündige Kampagne ist deutlich besser inszeniert als beim Vorgänger. Sie reißt einen nicht vom Hocker, dennoch bleibt man am Ball. Leider spricht auch in „The Division 2“ unsere Figur kein einziges Wort, deswegen muten einzig Kopfnicken oder Schütteln in Zwischensequenzen eigenartig an. Zu Anfang erledigen wir meist Botenaufträge, damit wird uns die Spielwelt die US-amerikanische Hauptstadt Washington D.C. näher gebracht wird. Um ehrlich zu sein, war ich nicht begeistert als Ubisoft bekannt gab vom wunderschön verschneiten New York City ins sommerliche Großstadtgefilde zu gehen. Wenn man durch vom Grün überwachsenen Asphalt in gleißendes Sonnenlicht hineinläuft, während sich alte Regierungsbauten zur einen und moderne Hochhäuser zur anderen Seite erstrecken, bleibt einem mitunter glatt der Mund offen. Umso ärgerlicher, dass die Engine weiterhin mit spät nachladenden Texturen zu kämpfen hat. Selbst an ein dynamisches Wettersystem mit wechselnden Szenarien wie Starkregen, Gewitter und Sonnenschein wurde gedacht. In HDR 10 auf Konsole sieht das Spiel noch einen Tick authentischer aus.

Agents of Division

Kleinigkeiten wie das scheues Reh, dass mich beim Streifzug bemerkt und mich nicht als Gefahr sieht sind die Aspekte, die ein Videospiel erst natürlich wirken lassen. Das Gameplay wurde 1:1 vom Vorgänger übernommen und das komplette Spielprinzip eigentlich auch. Wir schießen in bester Deckungsmanier auf etliche schwache Gegner, sammeln Ausrüstungen und Waffen ein, um unsere zu verbessern. Feindgesinnte Gegner patrouillieren zudem auch auf offener Straßen. Nicht unmöglich ist auf Konfrontationen zu verzichten. Trotzdem legte Studio Massive Wert, dass jegliche Rebellen auch gewissen Tagenabläufen nachgehen. Manche suchen gezielt Resourccen, andere wiederum nach Zivilisten. Damit konnte „Big Apple“ nicht punkten. Mehr Innenräume laden zu Entdeckungen ein, auch strotzen sie vor Details. Genauso wie Straßenzüge mit ihren unzähligen Autowracks. Größte Stärke ist jedoch der Kern – die Shooter-Mechanik. Waffen besitzen endlich Wumms und Schüsse hören sich nicht wie Platzpatronen an. Leider reagieren Feinde etwas träge und die KI stellt sich mehr als 10 Mal selbst ein Bein. Die Feindarten sind zahlreicher vertreten, so rennen die „Pusher“ gerne auf uns zu und nehmen uns in den Schwitzkasten. Doch eine gute Shot-Gun hält sie auf. Das Waffenarsenal wurde mit MG und Schrotflinten aufgestockt. Dennoch haben die Entwickler den Anspruch erhöht. Selbst Gegner unter eurem Waffenlevel können euch nun schneller das Zeitliche segnen lassen. Was jedoch stört sind seltene Nahkampf-Situationen. Hier verliert man zu schnell den Überblick.

Der Score ist recht unscheinbar

The Division 2Der mittlerweile obligatorische Editor für unsere Spielfigur ist vielseitig ausgestattet. Genauso wie die recht früh freischaltbaren Spezialfähigkeiten – diese reichen von mobilen Geschütztürmen bis zu Drohnen mit denen wir unsere Umgebung scannen können. War es im ersten Teil noch zu fummelig, ist die direkte Charaktermodifikation nun simpel im ersten Menü möglich. Ohne Ladezeiten. Im Weißen Haus, unserer Basis, finden wir neben neuen Missionen auf Verkäufer frischer Ware. Im weiteren Spielverlauf dürft ihr die „Dark Zone“ in der Gefechte zwischen anderen Online-Spielern möglich sind. Das macht sogar richtig Spaß, auch wenn nur selten echte Zusammenarbeit in den profitablen Raid-Aufträgen herrscht. Technisch ist der zweite Ausflug als Devision-Agent amüsanter als zunächst vermutet. Bis auf nachladende Texturen oder Framedrops gibt es wenig auszusetzen. Die Grafik ist detailreich und scharf. Der Score ist recht unscheinbar, untermalt jedoch ganz ordentlich die jeweilige Situation.

Unser Fazit zu „The Division 2“

Ubisoft will einmal mehr die Menschheit retten. Statt im winterlich-verschneiten New York versetzt uns Entwickler Massive ins sommerliche Washington D.C. und überrascht mit dem Ausbau gesetzter Stärken. Waffen sind endlich hörbar brechend und Feinde trotz KI-Schwächen nicht mehr ganz schlimme Bulletsponges. Handlung könnte packender sein, lässt uns aber am Ball bleiben. Die Dark Zone ist wie im Vorgänger rabiat durch Mitspieler und eher als Zusatzinhalt zu sehen. Dennoch muss man die DLC-Strategie von Ubisoft loben – denn alle kommenden Inhalte sind kostenlos.

Entwickler: Ubisoft | Preis: 69,99 Euro | Für PlayStation 4, Xbox One und PC | USK: ab 18

Der Dollar-Virus hat gewütet und die Division-Agents sind die letzte Rettung für Washington. Ubisoft bietet mit "The Division 2" zwar wenig Neues - dafür baut man die Stärken des Vorgängers weiter aus. Unser Test zum Multiplayer-Shooter. Story im Lootshooter-Einerlei? In letzter Zeit häufen sich die sogenannten Loot-Shooter. Beide Teile von "Destiny", "Anthem" oder auch der "The Division" basieren mehr oder minder in Rollenspiel-Manier viele Gegner zu erledigen und hierdurch Ausrüstung sowie Gegenstände einzusammeln. Problematisch wird eine vernünftige Storyline dem Spieler zu vermitteln. Gerade, wenn die wenig genutzte Open-World (siehe Anthem) nur anfangs für Faszination sorgt. Manche Spieler scheitern schlicht daran,…
Actionreicher Shooter in schöner Open-World, der aus Fehlern gelernt hat.

The Division 2 (PlayStation 4)

Spielspaß - 87%
Gameplay - 84%
Grafik - 90%
Technik - 82%

86%

Empfehlung!

Actionreicher Shooter in schöner Open-World, der aus Fehlern gelernt hat.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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