FIFA 19 im großen Test

FIFA 19
© EA

FIFA 19: Die populäre Fußball-Simulation FIFA geht in die nächste Runde. Vollgepackt mit dem Finale des Story-Mode von Alex Hunter, der frischen Champions League-Lizenz und verbessertem Gameplay. Reicht dieser Umfang für eine Top-Wertung?

Jährliche Tradition

FIFA ist ein Phänomen. Damit meine ich nicht den Altherren-Club, der regelmäßig für Skandale in Tageszeitungen sorgt sondern die gar nicht enden wollende Spielereihe von Electronic Arts. “FIFA” erscheint genauso jährlich wie die Shooter-Serie “Call of Duty” und ist für viele Gamer schon eine Tradition Ende September das neueste Update der Simulation in ihre Konsole bzw. PC zu schieben. So weit so traditionell. Selbstverständlich geht es dieses Jahr einmal mehr in die Stadien dieser Welt. Und mit den Jahren werden an sich eher unwichtige Aspekte wie der Einlauf der Mannschaften und die Nachahmung einer wirklichen TV-Übertragung stetig verbessert. Dadurch gelingt es EA Sports heute spielend den Eindruck solcher zu vermitteln.

Kommen wir doch zum recht gelungenen Kampagnen-Modus “The Journey” von “FIFA 19”. Seit “FIFA 17” dürfen wir in die Haut vom jungen Fußball-Talent Alex Hunter schlüpfen, dem der Sport quasi im Blut liegt. Neben frischen Ausflügen wie die Etablierung von Halbschwester Kim Hunter sowie seinem besten Freund Danny Williams als spielbare Charaktere spielen die großen Entscheidung und kleinen Dramen außerhalb des Spielfelds eine unterhaltsame Rolle. Durchaus lobenswert ist die deutsche Lokalisierung – wobei die englische Tonspur mitsamt ihren authentischen Stimmen von Neymar, Alex Morgan, Paulo Dybala, Kevin De Bruyne und weiteren Stars mehr Flair ins Wohnzimmer überträgt. Das Finale von Alex Hunter bleibt wie seine Vorgänger auf Soap-Niveau und packt einen recht selten. Dennoch als Auflockerung zwischen Anstoß-Matchs passabel. Diese sind wieder mal zahlreich mit unzähligen Ligen und Vereinen vertreten – neben der Bundesliga und internationalen Ligen wie Italien oder Frankreich dürfen FIFA-Spieler erstmals auch die europäische Königsklasse bestreiten. Konami vormals der Inhaber dieser Lizenz muss seit diesem Jahr ohne auskommen.

Wie im Stadion!

Stichpunkt: Präsentation. Es ist einfach fantastisch, der Champions League-Hymne zu lauschen und mit seiner Mannschaft um den Pott zu kämpfen. Zur Authentizität tragen obligatorisch die Kommentatoren Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuss bei, deren Anmerkungen mal mehr oder weniger zum Geschehen passen. Wiederholungen einiger Kommentare müssen leider auch 2018 in Kauf genommen werden. Wer es klassisch mag – im Options-Menü kann jederzeit auf FIFA-Veteran Martin Tyler wechseln. Das Gameplay ist gewohnt flott und intuitiv. War die Demo noch behäbiger und erinnerte an “Pro Evolution Soccer” ist im fertigen Spiel wieder deutlich mehr Tempo drin. Ballwechsel sind geschmeidig wie eh und je, obwohl manche Pässe technisch unsauber gelöst wurden. Sobald man die KI-Intelligenz nach oben schraubt, wird jeder Profispieler seine Grenzen kennenlernen. Fehler werden meist nicht verziehen und die Stürmer agieren flott und gnadenlos. EA verwendet die bekannten Zeitlupen nun etwas dezenter. Tore werden stets großartig inszeniert und vermitteln wunderbar das Stationfeeling. Vorallem durch die herausragende Soundkulisse. Vor jedem Match darf man sich in einigen kreativen Skillspielen behaupten – vielleicht die cleverste Art Ladezeiten zu verschleiern – gilt es mal Pässe zu geben oder als Torwart Gegentore zu verhindern.

Der Online-Modus funktionerte ab Release ohne Probleme. Spieler fanden wir schnell und die Verbindung war trotz kleineren Ladezeiten stabil ohne Verzögerungen. Faire Sache: Je nach Talent suchen die Server meistens gleichstarke Gegner aus. Verschiedene Optionen wie das Wetter oder der Ort können jeweils davor im übersichtlichten Interface entschieden werden. Für viele wahrscheinlich DER Kaufgrund – “Ultimate Team”. Diskutiert und verschrien macht der Modus doch für einige Zeit Spaß. Nur die relativ freche Lootbox-Politik seitens EA und ausnutzen von Suchtelementen sind hier durchaus negativ zu sehen.

Grafisch macht die diesjährige Version “FIFA” eine gute bis überragende Figur. Die Stadien erfreuen sich an bester 4k-Auflösung und kleine Probleme wie das Tearing oder Anschlussfehler von Spielern zu verschmerzen. Die Gesichtsanimationen werden von Jahr zu Jahr besser – und dennoch sehen sie im ungünstigen Winkel unecht bzw. nach Plastik aus. Technisch belässt EA Sports hier vieles beim alten, jedoch hatten wir zweimal im Test einen Absturz mitten in der laufenden Partie hinnehmen müssen. Hoffentlich hilft hier ein Patch. Sonst gibt es keinen Grund zur Klage.

Unser Fazit zu “FIFA 19”

Alle Jahre wieder…beehrt uns EA Sports! Außer der gewonnenen Champions League-Lizenz hat sich bei “FIFA 19” eher wenig getan. Der Umfang ist so groß wie in den letzten Jahren, neue Modi wie der Battle Royale-Lookalike “Survival” und das Ende der Ära Alex Hunter sind einen Blick wert und dennoch fühlt das Spiel wie der jährliche Besuch bei Onkel Herbert an. Ganz nett, aber einmal reicht.

Entwickler: EA | Preis: 69,99 Euro | Für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC | USK: ab 0

FIFA 19: Die populäre Fußball-Simulation FIFA geht in die nächste Runde. Vollgepackt mit dem Finale des Story-Mode von Alex Hunter, der frischen Champions League-Lizenz und verbessertem Gameplay. Reicht dieser Umfang für eine Top-Wertung? Jährliche Tradition FIFA ist ein Phänomen. Damit meine ich nicht den Altherren-Club, der regelmäßig für Skandale in Tageszeitungen sorgt sondern die gar nicht enden wollende Spielereihe von Electronic Arts. "FIFA" erscheint genauso jährlich wie die Shooter-Serie "Call of Duty" und ist für viele Gamer schon eine Tradition Ende September das neueste Update der Simulation in ihre Konsole bzw. PC zu schieben. So weit so traditionell. Selbstverständlich geht…
Umfangreiches Kicker-Spiel mit fluffigem Gameplay und wenig Macken.

FIFA 19 (PlayStation 4)

Spielspaß - 86%
Gameplay - 88%
Grafik - 84%
Technik - 78%

84%

Empfehlung!

Umfangreiches Kicker-Spiel mit fluffigem Gameplay und wenig Macken.

Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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