Social Media – Der heilige Redaktionsplan aus der Hölle

Social Media Redaktionsplan
Social Media Redaktionsplan

Social Media ist eine tolle Spielwiese für Unternehmen und Agenturen. Mittlerweile hat sich der komplette Bereich professionalisiert und es gibt eine Menge Tools und Services. So gibt es in vielen Unternehmen bereits geradezu heilige Redaktionspläne. Hier trifft Social Media auf gelebte Bürokratie.

Der Social Media Plan für Unternehmen

Im Normalfall sieht ein Redaktionsplan heutzutage mindestens ein Posting für die sozialen Kanäle in den Unternehmen vor. Das kommt auch immer auf Größe des Unternehmens und die zuständige Agentur an. Welches Paket mit welchem Umfang wurde dem Kunden verkauft? Welche Empfehlung hat der hauseigene Social Media Manager für das Unternehmen festgelegt? Wie hat sich die Planung über Monate und Jahre in den Köpfen verfestigt? In der Beratung von Unternehmen und Agenturen stoße ich so im jungen Social Media Bereich schon jetzt auf vollkommen verkrustete Strukturen. Der Redaktionsplan ist hier oft der heilige Gral in Sachen Social Media. Daran hält man sich fest. Man klammert sich förmlich daran. Dabei ist ein Redaktionsplan für Social wie eine Gebrauchsanweisung für wilden Sex. So funktioniert es einfach nicht. Coolness und geniale Einfälle kann man nicht planen. Man muss im Netz blitzschnell reagieren und permanent Monitoring betreiben. Eine bürokratische Planung von Inhalten beruhigt dabei meist nur die Verantwortlichen.

Fliesen, Heizdecken und Versicherungen

Das war jetzt ziemlich laut gebrüllt, denn es gibt einfach auch sehr langweilige Produkte und Services. Hier gibt es auch einfach nicht das Budget für irre Stunts mit einem viralen Effekt. Insofern habe ich großes Verständnis für Social Media Manager, welche einfach nur ihre Arbeit für den Kunden vorplanen, weil die Inhalte eher einfacher Natur sind. Dennoch versuche ich hier das große Ganze zu sehen. Wer hat eigentlich bei der Social Media Konferenz im Jahr 2007 festgelegt, dass jeden Tag ein Inhalt neu erscheinen soll? Niemand. Es gab diese Konferenz nicht einmal. Insofern gibt es für Social Media wenig Regeln. Nur sehr große Unternehmen fühlen sich verpflichtet, eine globale Dauerbeschallung auf allen Kanälen zu fahren. Natürlich hat ein Unternehmen wie Nike 80 geile Kampagnen weltweit. Die Größe des Unternehmens spielt hier halt auch eine Rolle. Die Tragik bei den zahlreichen Redaktionsplänen liegt aber oft in den Inhalten. Wer täglich auf Sendung geht, hat meist nicht die bombastischen Inhalte für Social Media. Doch es wird täglich Content rausgehauen und beworben. In ganz vielen Unternehmen ist diese Kultur mittlerweile in den Köpfen fest verankert. Vor allem ist es auch eine Daseinsberechtigung für den zuständigen Social Media Manager. Er hat täglich zu tun. Nur sollte man Social Media wirklich so verbürokratisieren? Die Alternative verspricht auf Dauer mehr Spaß und Erfolg. Sie ist allerdings nicht so greifbar für Kunden und zuständige Agenturen. Immerhin muss man ja irgendwie ein Paket aus Leistungen schnüren.

Keine täglichen Böller, aber immer wieder Feuerwerk

Man muss nich unbedingt am kommenden Dienstag einen Post vorbereiten. Die meisten Unternehmen benötigen auch gar keine tägliche Aufmerksamkeit bei Facebook, Insta und Co.. Wer will schon wirklich wissen, was uns zum Beispiel Tefal am kommenden Mittwoch zu sagen hat? Von Donnerstag und Freitag wollen wir hier erst gar nicht reden. Es wäre stattdessen sinnvoller einzelne Inhalte viel stärker zu spielen. Ist es unser Inhalt wert bei Social Media Aufmerksamkeit zu erzeugen? Reagieren wir heute vielleicht einfach schnell mit einer humorigen Grafik auf ein aktuelles Thema und bringen uns darüber mit der Marke ins Gespräch? Social Media kann sehr viel Spaß machen, wenn gute Leute sich gegenseitig Ideen an den Kopf werfen. Dazu kommt meist ein ausgiebiges Monitoring. Welche Themen laufen gerade gut? Wo entsteht ein Trend und was bewegt jetzt gerade das Netz? Gibt es für uns hier eine Möglichkeit als Unternehmen stattzufinden? Was können wir Gutes beitragen? Haben wir gar Humor im Bezug auf ein aktuelles Thema? Diese Art und Weise sich mit Social Media auseinanderzusetzen fehlt mittlerweile in der Netzkultur. Stattdessen gibt es immer mehr Freigabeprozesse, Meetings und Planungstools. Social Media war eigentlich immer das krasse Gegenteil dieser Bürokratie.

Rob Vegas

Bügerlich als Robert Michel unterwegs. Seit 2003 als "Rob Vegas" aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Social Media Manager, Autor und Moderator. Twittere unter @robvegas nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Aktiv für verschiedene Marken als Social Media Manager und ein großer Fan von Nintendo, Coca Cola und HUAWEI Smartphones. Mein Profil bei LinkedIn. Das Buch "Ich, Harald Schmidt" bei amazon. Die BuzzFabrik. Kontaktdaten .

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