Die jungen Social Media Manager vs. Zielgruppe

Social Media Manager
Social Media Manager

Social Media Manager gibt es mittlerweile in vielen Unternehmen. Mitunter ist es eine One-Man-Show, oder ganze Teams arbeiten hier mit Agenturen im Einklang an den Social Media Kanälen. Dabei beeinflusst oft das Alter der Social Media Manager die Tools und Inhalte. Das kann gut sein, doch lauert hier auch eine große Gefahr für die angepeilte Zielgruppe der Marke.

Die Skills des Social Media Managers

In der Beratung von Firmen und Agenturen erlebe ich so manche Social Media Manager bei der Arbeit. Viele wünschen sich mehr Mut der Marke, andere Angestellte mehr Hilfe bei der täglichen Arbeit. In letzter Zeit treffe ich mit 34 Jahren nun auch immer mehr junge Social Media Menschen. Ich liebe diesen Austausch mit der “Jugend”, doch schüttele ich mitunter auch stark mit dem Kopf. Sehr junge Social Media Profis sind selbst mir in Sachen Insta-Story, Snapchat und Apps überlegen. Daher liebe ich den Austausch auch so sehr. Es hält mich fit und ich lerne gern dazu. Leider bemerke ich aber immer wieder, dass viele junge Social Media Manager die klassischen Skills nicht mehr beherrschen. Sie sind mit iPhone und iPad groß geworden. Videoschnitt mit Effekten, Apple Motion und After Effects? Oft nicht mehr vorhanden. Selbst bei Photoshop steigt man gedanklich oft aus und nutzt lieber kostenpflichtige Tools und Apps im Netz, welche tausende an Vorlagen bieten. Selbst eine coole Vorlage in Photoshop erstellen und ein Intro für ein Video der Marke fix bauen? Da wird die Luft dann doch sehr dünn. Junge Social Media Manager kennen viele Apps, aber eher durch ihr Verhalten als Consumer. Diese gelernten Mittel und Abläufe bringen sie dann auch mit in die Unternehmen. Bis zu einem bestimmten Grad ist dieser Input sehr interessant, doch nicht jede Zielgruppe fährt auf Influencer und Insta-Stories ab.

Mädchen für alles bei Social Media

Ein guter Social Media Manager kennt sich in vielen Bereichen aus. Er ist nirgendwo ein Profi, aber kann sich helfen. Hier fix einen Facebook-Livestream aufsetzen, dort eine Vorlage bauen und selbst kurz ein Design scheppern. Es ist generell immer zu wenig Zeit und Manpower in Firmen und Agenturen vorhanden. Die Budgets sind oft nicht groß genug und so bleibt die Arbeit beim Social Media Manager hängen. Er oder Sie muss selbst ran und ein Video schneiden, damit man es auch fernab von Insta nutzen kann. Grafiken und Präsentationen? Muss auch der Social Media Manager anfertigen. Junge Social Media Manager denken aber einfach oft nur noch in Kategorien von Insta-Videos. Das kann für einen Kunden zu einem Problem werden, denn der hippe Dienst richtet sich eher an ein junges Publikum. Die Zielgruppe für Kreuzfahrten liegt aber eher im Bereich von Silver Surfern? Dann braucht es klassische Videos und dutzende Wege zum Abruf. Vor allem lohnt sich dann auch der Aufwand für Videos, weil sie nicht nur 24 Stunden verfügbar sind. Nicht jeder Marke folgen die Nutzer so wie Influencern. Firmen und Agenturen setzen Media ein und benötigen mehr Zeit als Bibi, um ihre Zielgruppe mit den richtigen Inhalten einzufangen. “Könnten wir die Story für Insta auch gleichzeitig filmen und dann später ein paar Videos schneiden?”. Junge Social Media Manager verlangen hier oft schon nach einem Cutter. Selbst Videos mit einem sauberen Ton aufnehmen? Können bestenfalls noch Social Media Manager mit Erfahrung durch YouTube.

Die Zielgruppe bestimmt die Inhalte. Nicht der Social Media Manager.

Das ist hier überhaupt keine Abrechnung mit Social Media Managern. Für den Bereich Lifestyle sind sie den alten Säcken oft überlegen. Hat eine Marke ein sehr junges Publikum, so würde ich selbst sogar extrem junge Socials empfehlen, weil sie nah am Zeitgeist in ihrer privaten Nutzung sind. Im Alltag verdient man seine Miete aber auch mit konservativen Kunden und Unternehmen, welche nicht unbedingt 14jährige Mädchen ansprechen. Hier sehe ich aktuell eine Gefahr für viele Unternehmen. Man vertraut oft zu sehr dem Rat der jungen Social Media Manager, welche aber oft noch nie für eine ältere Zielgruppe Inhalte produziert haben. Sie tragen ihren eigenen Lifestyle ins Unternehmen. Hier gibt es aber mitunter krasse Gegensätze bei eingesetzten Medien und der Zielgruppe. Vielleicht wird sogar eine respektable Reichweite erzeugt mit Hashtags, doch die Zielgruppe bekommt am Ende nur sehr wenig von diesen Aktivitäten mit. Man sollte daher immer erst sein Publikum kennen und dann auf den Rat der Social Media Manager setzen. Ansonsten fliegt man mit viel Reichweite und Jugend komplett an den gewünschten Nutzern vorbei ins jugendlich Nirvana.

Und wo wir schon dabei sind: Ich bin 34 Jahre alt und möchte von 22jährigen Social Media Managern bitte nicht mehr mit “Sie!” angesprochen werden.

Rob Vegas

Bügerlich als Robert Michel unterwegs. Seit 2003 als "Rob Vegas" aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Social Media Manager, Autor und Moderator. Twittere unter @robvegas nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Aktiv für verschiedene Marken als Social Media Manager und ein großer Fan von Nintendo, Coca Cola und HUAWEI Smartphones. Mein Profil bei LinkedIn. Das Buch "Ich, Harald Schmidt" bei amazon. Die BuzzFabrik. Kontaktdaten .

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