Filmkritik zu “Avengers: Infinity War”

Avengers: Infinity War
© Marvel Studios

Avengers: Infinity War: Der Film, auf den Marvel rund 10 Jahre hingearbeitet hat – läuft seit kurzem im Kino. Ob die geballte Superhelden-Power bestehend aus Iron Man, Doctor Strange und den Guardians of the Galaxy ausreichen, um Obermotz Thanos aufzuhalten und wie groß der Unterhaltungswert ist, verraten wir euch in unserer spoilerfreien Kritik.

10 Jahre Vorbereitung

Marvel. Wer hätte jemals vor dem ersten “Iron Man” vermutet, dass daraus eines der größten Franchises der gesamten Branche werden würde? Passend mit “Back in Black” von AC/DC unterlegt warf sich Robert Downey Jr. als erster in die Superhelden-Rolle als Iron Man. Durchaus ironisch, mit krachender Action versetzt und lockeren Plotlines zimmerte man nach und nach große Kassenschlager. Denn der damalige Plan von Marvel alle Filmrechte zurück zu kaufen und selbst mit den eigens gegründeten Studios Blockbuster zu inszenieren galt als schwierig. Comic-Verfilmungen hatten in den Nuller-Jahren keinen guten Stand, qualitativ wie bei den Besucherzahlen. Doch Producer Kevin Feige änderte dies mit Solo-Abenteuern wie “Thor”, “Der unglaubliche Hulk” oder “Captain America – The First Avenger” um wenig später einen Taskforce-Film namens “Marvels The Avengers” zu fertigen. Dieser war ein finanzieller Erfolg und spielte weltweit über eine Milliarde US-Dollar ein. Neue Helden bzw. Phasen waren damit beschlossene Sache und nun gipfeln die vergangenen 10 Jahren auf das Zusammentreffen mit Thanos. Der mächtigste Bösewicht im Universum.

“Avengers: Infinity War” schließt an das Ende von “Thor 3 – Tag der Entscheidung” an. Das Raumschiff wurde von Thanos fast zerstört am Leben sind nur noch Bruce Banner als Hulk, Loki und Thor. Durch einen Trick schickt Loki den Hulk zur Ende, um Iron Man sowie Doctor Strange zu warnen. Denn Thanos ist auf der Suche nach den verbleibenden Infinity Steinen – einen davon besitzt er schon. Auf der Erde greifen Thanos Schergen unvermittelt an, während sich Tony Stark mit Spider-Man zum Heimatplaneten Titan reisen. Währenddessen findet Thor im Weltall treibend Rettung durch die Guardians of the Galaxy, die wiederum einen Infinity Stein beim “Collector” vermuten. Zudem kehrt Captain America mit Black Widow aus dem Untergrund zurück. Dennoch hat Thanos andere Pläne. Die Handlung von “Infinity War” ruht auf mehreren Säulen. Regisseur Anthony Russo & Joe Russo haben jedoch eine gesunde Balance zwischen den einzelnen Episoden gefunden. Beispielsweise rettet der typische Humor der Guardians bevor es im Kinosaal zu bedrückt wird oder kann die epochale Schlacht bei Captain America gutes Action-Kino bieten. Wobei hier dringend das wirklich hervorragende 3D gelobt werden muss. Alleine für vier Effekte lohnt sich der Auspreis, das nur am Rande. Die Handlungsfäden verbinden sich zusehends am Schluss recht logisch. Doch gibt es Längen. Nicht störend aber bemerkbar.

Ein endgültiger Abschied?

Für einen Marvel-Film ist der Bodycount recht hoch und es wird mehrmals deutlich gemacht, dass “Infinity War” für einige Helden ein Abschied bedeutet. Man merkt einfach, dass der Ton trotz herrlichem Humor und Action düsterer geworden ist. Das tut der Reihe gut. Die Gespräche zwischen den Helden sind nicht mehr allzu belanglos sondern mit der nötigen Härte versehen. Gut ist auch, dass die Drehbuchautoren den Gegner Thanos nicht plakativ als unglaublich böse und einfach vorhanden sehen, sondern ihm genügend Screentime spendieren um die Motivation und die ein oder andere Emotion zu veranschaulichen. Wie auch Tony Stark, der unter seiner lockeren Oberfläche Ängste und Sorgen offenbart. Nahezu jeder Held besitzt ausreichend Screentime um im Kopf zu bleiben.

Wenn das 3D hier schon so gelobt wird, ist auch der technische Rest gut, mag sich der ein oder andere Leser hier denken. Richtig. Das CGI ist in fast jeder Szene löblich und kann dank 8k-Aufnahme mit scharfen Details punkten. Der Score von Alan Silvestri nimmt bekannte Themes aus den Solo-Abenteuern einzelner Helden auf und vermischt sie orchestral mit frischen Klängen. Besonders in ruhigen Passagen ist der Soundtrack recht ordentlich geraten.

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Unser Fazit zu “Avengers: Infinity War”

Was für ein Gipfeltreffen! Marvel bleibt seiner recht einfachen Art von Handlungen treu, garniert sie mit allerlei sympathischen Helden und würzt sie am Schluss mit einer Prise Wehmut. Der Schluss gehört mit Sicherheit zu den leisesten 10 Minuten der Marvel-Blockbuster im Saal. Die rund 150 Minuten sind kurzweilig inszeniert, bis auf kleinere Längen und ist trotz hohen Erwartungen keine Enttäuschungen. Dieser Film muss im Kino geschaut werden.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für “Avengers: Infinity War” gibt es hier.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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