The Surge im großen Test

The Surge
© Koch Media/Focus

Dark Souls im hochmodernen Sci-Fi Setting? Das könnte man durchaus denken, wenn man The Surge spielt. Zwar mit einigen Parallelen versehen, überzeugt der Titel mit einigen Überraschungen. Unser Test zum Actionkracher.

Spiele in der zweiten Reihe

Es gibt Spiele im normalen Branchen-Alltag, die alleine mit ihrer Präsens/Ankündigung schon einige Spieler begeistern können. Das neue “Call of Duty” zum Beispiel. Hier hast du die Gewissheit, dass es ein Triple-A Blockbuster mit Millionen Budget ist. Relativ lange Entwicklungszeiten mit erfahrenen Studios suggerieren den Eindruck, dass das Endprodukt ja nur überzeugen kann. Doch selbst große Publisher überraschen mit kleinen Titeln. Allen voran sei Ubisoft erwähnt. VR-Experimente wie das kommende “Star Trek: Bridge Crew” oder “Valiant Hearts” sind Musterbeispiele für (Indie)-Projekte. Und dann gibt es noch die Spiele, die einen Release haben und veröffentlicht werden. Ohne große PR-Maschinerie im Hintergrund wurde “The Surge” in den Handel gebracht. Und langsam beginnt das Spiel anhand seines Konzepts sich über Mund- und Netzpropaganda zu etablieren. Es könnte am nicht übersehbaren Gameplay Richtung Dark Souls liegen. Obwohl From Software´s Meisterwerke um einiges schwieriger und böser zu den Spielern sind. Jetzt versuchen deutsche Entwickler dieses Konzept an ein modernes Sci-Fi Szenario zu lehnen. Durchaus gelungen.

Die Story von “The Surge” ist angenehm kurz. Zeitlich spielt sie in einer nicht so weit entfernten Zukunft, in der Maschinen die meisten Menschen mit sogenannten “Upgrades” an den Gliedmaßen uterstützen. Hauptprotagonist Warren begibt sich als Mitarbeiter der anrüchigen Metallverarbeitung-Firma CREO zum Upgrade. Doch statt stärkeren Beinen oder mehr Kraft findet er sich nach Stunden in der Einöde der Fabrik wieder. Von CREO selbst ist niemand mehr zu finden. Nur verdächtig tote Menschen in selbstständig bewegenden Maschinen-Anzügen. Das deutsche Studio Deck13 (u.a. auch Lords of the Fallen) lockt nicht mit minutenlangen Zwischensequenzen oder gar einer bewegenden Story. Vielmehr möchten die Entwickler dir sofort ins Gesicht schreien: “SPIEL JETZT EINFACH! GUCK DIR DAS GAMEPLAY AN!” Bereits nach 10 Minuten befinden wir uns im Hauptspiel. Als metallischer Held durchstreifen wir mit anfangs schwacher Waffe das Gelände, treffen auf Maschinen und erkunden unser Hub. Ja, an ein “Bonfire” hat Deck13 auch gedacht. Hier führen die leichtgewichtige Story mit Hologramm-Gesprächen fort. Bunkern Altmetall, leveln uns hoch und wechseln unsere Chipsätze. Diese sammeln wir bei erledigten Gegnern und können Boosts sowie schnellere Energiegewinnung freischalten.

Brutal gutes Gameplay

Womit wir beim Kernstück von “The Surge” sind – dem Gameplay. Deck13 hat während der Entwicklung wohl Dark Souls im Kopf gehabt. Anders ist das Konzept nicht zu erklären. Wir bewegen uns recht flott durch die Areale, visieren Gegner an und weichen ihnen im perfekten Zeitpunkt auf um sie dann wiederum anzugreifen. Schneller als in “Lords of the Fallen” und doch langsamer als im geistigen Vorbild. Das Schlagen dauert einfach zu lange für einen geschmeidigen Comboverlauf. Je nach Waffe können wir da entgegen wirken, jedoch ist es mit schwächeren Angriffen verbunden. Hilfreich: Jede Waffe dürfen wir entweder zu wertvollem Schrott verarbeiten oder aufbessern. Das Sci-Fi Setting nimmt sich hier sehr ernst und erinnert stellenweise an Neil Blomkamp´s Dystopiefilme. Unsere Gegner sind auch nicht zu veraschten. Obwohl diese meist nach einem Muster angreifen, kann uns ein Schlag das digitale Leben kosten. Ein innovatives Gameplay-Element: Vor dem Kampf scannen wir Feind und können ihn per Gliedmaßen angreifen. Beispielweise trägt er am rechten Knie ein seltenes Bauteil, visieren wir ihn an und schlagen nach einer simplen Quicktime-Sequenz das Knie ab. Gerade hier zeigt sich, dass die USK 18 nicht übersensibel gewählt wurde. The Surge ist sehr brutal und blutig.

Die Levelstruktur lädt durchaus zum Erforschen ein. Die Entwickler haben darauf gut geachtet, dass nicht nur ein einziger Weg zum Ziel führt und findige Abkürzungen durch Gebüsche, Keller oder versteckte Türe eingebaut. Auch Aufzuge helfen uns, vorher unerreichbare Ebenen zu entdecken und mehr Loot zu finden. Lobend zu erwähnen ist es im Spiele keinerlei Ladezeiten innerhalb gibt. Uns auch sonst sind sie kurz geraten. Das war auch nötig. Denn die größte Gemeinsamkeit zur “Souls”-Reihe besteht im Sterben. In manchen Bereichen rafft es uns im Minuten-Takt dahin. Besonders der erste Boss hat es in sich. Diese Kämpfe folgen einer nicht minder leichten Strategie. Mal müssen wir die Beine treffen und danach den Zellkern. Über mehrere Stufen verteilt gestaltet sich so ein Boss-Fight ganz schön happing. Auch auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad. Die zu entdeckenden Bereiche varieren. Von der sonnendurchfluteten Lichtung, in dunkle Fabrikhallen/Gebäude und auch sehr düstere Keller mit gekonnter Horror-Atmosphäre. Man merkt Deck13 die Leidenschaft fürs experimentieren einfach an.

Grafisch macht “The Surge” einiges her. Auf unserer Testkonsole PlayStation 4 Pro fielen positiv die Lichteffekte und scharfen Texturen auf. Die Frame-Rate bricht höchst selten ein und bleibt auf flüssigen 60fps. Und hier eine Besonderheit: Ähnlich wie im Samurai-Spiel “Nioh” dürfen wir zwischen “Leistung” und “Qualität” wählen. Je nach Entscheidung ist der Titel schärfer hat aber nur 30fps oder ist weniger hochaufgelöst mit 60fps. Bitte mehr davon! Die Soundkulisse kann ebenso überzeugen. Mechanische Schläge gepaart mit fleischigen Geräuschen während man die Gliedmaßen absäbelt. Dies reiht sich mühelos ins angepeilte Setting ein. Innerhalb der Fabriken oder später Gebäuden sind fallen einem die gut designten Geräuschquellen auf. Hier ein rostiges Knarzen, da ein laufendes Schweißgerät. Die Musik ist leider sehr im Hintergrund geblieben. Im Hub läuft immer der gleiche Country-Song, was einem nach dem zehnten Tod in Folge spürbar auf die Nerven geht.

The Surge
  • Ausgefeiltes Gameplay und interessante Mechanik durch Abtrennen von Gliedmaßen
  • Ein brandneues RPG von den Machern von Lords of the Fallen
  • Eine dystopische Zukunft gezeichnet von harten Kämpfen

Unser Fazit zu The Surge

The Surge ist ein sehr interessantes Spiel geworden. Irgendwo zwischen Dark Souls, Nioh und Sci-Fi á la Terminator angesiedelt, bricht der Titel mit mancher Tradition und präsentiert sich als durchaus brutales Äquivalent. Neben dem sehr gelungenen Gameplay sammelt das Setting mit einer erfrischend neuen Richtung einige Pluspunkte. Protagonist Warren wird auch nicht als Elitekämpfer á Call of Duty dargestellt sondern als Mensch mit Schicksalsschlägen. Gerade hier ist es doch sehr schade, dass Deck13 sich so sehr auf ihre Welt und das Gameplay verließ ohne eine grandiose Handlung dazu zu erzählen. Die Möglichkeiten waren einfach vorhanden. Schlussendlich bleibt The Surge ein anspruchsvolles Spiel, dass mit flotten Kämpfen und langer Spielzeit viele glückliche Gamer finden kann.

Dark Souls im hochmodernen Sci-Fi Setting? Das könnte man durchaus denken, wenn man The Surge spielt. Zwar mit einigen Parallelen versehen, überzeugt der Titel mit einigen Überraschungen. Unser Test zum Actionkracher. Spiele in der zweiten Reihe Es gibt Spiele im normalen Branchen-Alltag, die alleine mit ihrer Präsens/Ankündigung schon einige Spieler begeistern können. Das neue "Call of Duty" zum Beispiel. Hier hast du die Gewissheit, dass es ein Triple-A Blockbuster mit Millionen Budget ist. Relativ lange Entwicklungszeiten mit erfahrenen Studios suggerieren den Eindruck, dass das Endprodukt ja nur überzeugen kann. Doch selbst große Publisher überraschen mit kleinen Titeln. Allen voran sei…
Brutales Action-RPG mit eindeutigen Vorbildern sowie wirklich gutem Gameplay jedoch Story-Makeln.

The Surge (PlayStation 4)

Spielspaß - 85%
Gameplay - 85%
Grafik - 80%
Technik - 90%

85%

Ausgezeichnet!

Brutales Action-RPG mit eindeutigen Vorbildern sowie wirklich gutem Gameplay jedoch Story-Makeln.

Entwickler: Deck13 – Preis 69,99 Euro – Für PlayStation 4, Xbox One und PC – USK: ab 18

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    Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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