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FIFA 17 im Test

FIFA 17 im Test: „The same procedure as every year, EA.“ so oder so ähnlich könnte es in jedem September in der Führungsetage von Publisher EA lauten. Jedoch kommt das diesjährige FIFA so anders daher. Neue Frostbite-Engine, bessere KI und sogar einen kompletten Storymode namens „The Journey“ wird den Spielern geboten. Wir haben ausdauernd und fleißig für unseren Test gekickt.

Ein Ball geht um die Welt

Es gibt wohl in der großen weiten Welt wenig Spielreihen, die jeder Mensch ob jung oder alt in gewisser Hinsicht kennt. Call of Duty – klar. Doch wenn um den beliebten Schlagabtausch mit dem runden Leder geht, ist FIFA der Klassenprimus. In jedem Jahr lockt eine neue Fortsetzung mit aktualsierten Teams, Spielern und Trainern. 1993 noch im Comic-Look gehalten, etablierte sich die Marke von EA langsam aber sicher in den Köpfen der Gamer. Mit Spin-Offs wie zur EM und WM fanden sich zudem auch kleinere Experimente wie „FIFA Street„. Nicht in üblichen Fußballstadien angesiedelt sondern auf der Straße ging es um die Gunst der Fans und die meisten Tore. Merklich größer wurde auch der Umfang, mit der Implementierung eines Trainer-Modus, sehr verlässlichen Mulitplayer-Matchs sowie der gefeierten „Karriere“.

Der Ball rollt wieder in den Stadien, so kommt es, dass wir direkt ohne Menü-Eingaben im Finale des FA Cup landen. Gleich fällt auf, die vor Release hochgepriesene neue Grafik-Engine „Frostbite“ nimmt keine allzu großen Veränderungen im Gameplay vor. Die Gesichter sehen allesamt etwas lebendiger jedoch grotesk ungelenk aus. Einmal mehr konnten die deutschen Top-Kommentatoren Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuß gewonnen werden, die mit teils sehr interessanten und flapsigen Sprüchen sich ins Gamer-Herz sprechen. Schade: Während einer Partei wiederholen sich Aussagen. Zu den „umfassenden Gameplay-Innovationen“ zählen die neuen Flachschüsse und Steilpässe. Diese gehen hier noch besser von der Hand. Das „Abschirmen“ kommt frisch mit FIFA 17 und lässt euch moderat mit beiden Armen den Gegner sozusagen einkesseln oder die Ballannahme erschweren. An der Ballphysik wurde sichtbar gefeilt, das runde Leder verhält sich realistische denn je. Pässe und Schusssituationen sind nun gut nachvollziehbar. Dennoch fehlt es an Vielfalt und Kreativität der Darstellung. Schön: Unser bespielter Rasen sieht nach 90 Minuten benutzt aus und Torlinientechnik ist hier gang und gäbe.

Großartige Stadion-Stimmung und Trainingseinheiten

Die Atmosphäre in den Arenen versprüht sofort Fußball-Stimmung. Fangesänge á la „You´ll never walk alone.“ erzeugen vom bloßen Hören Gänsehaut. Mit weiten Kamerafahrten aus und im Stadion wirkt die gesamte Inszenierung wie eine hochwertige TV-Produktion. Die Grafiken der Aufstellungen und Einschätzungen der Kommentatoren auf deutsch und englisch, tun ihr übriges. Serien-typisch darf vor jeder anstehenden Partie „trainiert“ werden. Die kleinen Minispiele decken Zweikampf, Tempodribbling und Torchancen ab. Im Vergleich zum letzten Jahr haben diese eine Überarbeitung erfahren und sind deshalb anspruchsvoller. Leider sind Ruckler inbegriffen – Patch wird hoffentlich folgen. Was wäre eine Fußballsimulation ohne ein großes Lizenzpaket? EA hat sich wieder zig Ligen aus aller Welt sichern können. Wie 1. und 2. Bundesliga, internationale Frauen-Nationalmannschaften, japanische Liga, Ligo do Brasil, Premier League, die amerikanische MLS u.v.m. Überarbeitet wurde auch die KI der Schiedsrichter, hier wird auch nach einem kleinen Malheur weitergespielt, ohne eine Zwangspause befürchten zu müssen.

FIFA 17 wartet auch mit einem umfangreichen Karriere-Modus auf. Wir können entweder einen bestehenden Spieler aus dem zahlreichen Angebot auswählen oder uns wie bei „Sims“ mit dem Editor den nächsten Fußball-Gott selbst erstellen. Von Bartlänge über Wangenbereich bis zum Gewicht steht alles frei. Verein aussuchen und wir können loslegen. Insgesamt wirkt es dieser Bereich aufgeräumter als in den letzten Jahren. E-Mails vom Trainer sind seperat, reale News um unseren Verein ploppen im Stream auf und letzte Ergebnisse sind direkt abrufbar. Das Herzstück zweifellos die Transfers wie das Finanzsystem präsentiert sich als authentisch und detailverliebt. Leihgeschäfte, Merchandise, Spielergehälter stehen bis auf den letzten Dollar, Pfund oder Euro im Finanz-Menü. Sonst bleibt der Modus gewohnte FIFA Kost.

Eine Reise voller Entscheidungen

Ein Fußballspiel mit Storymode zusätzlich grafisch ansprechenden Cut-Scenes und einer Hauptfigur? Richtig gehört. In „The Journey“ übernehmen wir die Rolle des hoffnungsvollen Fußballtalents Alex Hunter. Bereits seit seiner Kindheit mit dem Fußball verwurzelt, begleiten ihn sein Kumpel Gareth Walker, seine Mutter und sein Großvater Jim Hunter. Über 15 Stunden Handlung bietet der frische Part von FIFA 17. Wir bemühen uns am „Sichtungstag“ mit anderen Youngstern und kicken uns langsam aber sicher auf den Thron der Fußballstars. Sammeln Follower (Währung) dazu müssen wir in Quick-Time Events Entscheidungen hinsichtlich unserer Antworten treffen. Was zählt mehr – Freundschaft, Treue oder Ego? Unsere Wahl beeinflusst die Beziehung zu unserem Trainer, unserem Kumpel sowie der Follower-Gemeinde. Der Wiederspielwert ist leider nur begrenzt, da es nur eine vorgefertigte Hauptfigur gibt. Schade! Hinzu kommt, dass Alex Hunter Reise nur in Englisch und deutschen Untertiteln bereit steht.

FIFA 17 – FUT und Fazit

Zu guter Letzt schauen wir noch auf den Multiplayer und das „Ulitmate Team“. Kurz vor Release, sind schon reihenweise die EA-Server abgeraucht. Sozusagen alte Tradition. Doch wenige Tage nach Release laufen das Matchmaking und die damit verbundenen Runden wie geschmiert. Wie gewohnt eine nette Abwechslung von Story oder Vereinspartien. „FUT“ (FIFA Ultimate Team) bringt reichlich neue Sammelkarten in Silber, Gold, Inform, MOTM und Legend mit. Simple Grundidee: Aus diesen erspielten oder gekauften Karten eure Traummannschaft gegen den Computer oder andere Spieler antreten lassen. Die Preispolitik von EA ist hier fragwürdig, da ihr entweder FIFA Coins oder „Gold-Packs“ kaufen müsst. Beispiel: Ein Premium Gold Pack-Set schlägt mit 150 FIFA Points oder 7.500 Münzen zu Buche. Oder ihr besorgt euch für 4,99€ – 500 FIFA-Points. Die erhaltenen Karten könnt ihr natürlich wieder auf dem Transfermarkt gewinnbringend verkaufen.

Was für ein Gesamtpaket! Ein ausführlicher Story-Mode, saubere Online-Technik und ein süchtig machendes Gameplay. Mit kleineren Abzügen an der lahmen Offensiv-KI, Rucklern in den Minigames und einer eher fragwürdigen Microtransactions-Politik zeigt FIFA 17 wo Barthels den Most holt. Wir sehen uns auf dem Spielfeld!

Entwickler: EA Sports – Preis 69,99 Euro – Für PS4, Xbox One und PC. USK: ab 0

FIFA 17 im Test: "The same procedure as every year, EA." so oder so ähnlich könnte es in jedem September in der Führungsetage von Publisher EA lauten. Jedoch kommt das diesjährige FIFA so anders daher. Neue Frostbite-Engine, bessere KI und sogar einen kompletten Storymode namens "The Journey" wird den Spielern geboten. Wir haben ausdauernd und fleißig für unseren Test gekickt. Ein Ball geht um die Welt Es gibt wohl in der großen weiten Welt wenig Spielreihen, die jeder Mensch ob jung oder alt in gewisser Hinsicht kennt. Call of Duty - klar. Doch wenn um den beliebten Schlagabtausch mit dem…
Das beste FIFA seit langem! Bessere KI, unzählige Ligen und ein sehr lobenswerter Umfang - Top!

FIFA 17 (Playstation 4)

Spielspaß - 92%
Gameplay - 89%
Grafik - 85%
Technik - 80%

87%

Gut

Das beste FIFA seit langem! Bessere KI, unzählige Ligen und ein sehr lobenswerter Umfang - Top!

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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