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Warum kostet DVB-T2 eigentlich Geld?

DVB-T2
Die Kosten für DVB-T2

Die deutschen Privatsender wollen beim neuen DVB-T2 Standard die Kunden zur Kasse bitten. In der direkten Konkurrenz zu den neuen Streaminganbietern wirkt dieses neue PayTV wie ein selbst abgefeuerter Kopfschuss.

Was kostet DVB-T2 pro Monat?

DVB-T ist spätestens im Juli 2017 Geschichte. Bis dahin läuft der Probebetrieb samt Gratisphase für die privaten Sender. Mitte nächsten Jahres werden dann aber spätestens für die privaten Sender bei DVB-T2 Gebühren fällig. Der Anbieter Media Broadcast gehört nun zu Mobilcom-Debitel und das Angebot DVB-T2 läuft unter dem Namen „Freenet TV“. Will man damit ab Sommer 2017 dann auch RTL, ProSieben und Co. sehen, so braucht man nicht nur einen speziellen Receiver mit Bezahlfunktion, sondern muss auch 5,75 Euro pro Monat für die verschlüsselten Programme zahlen. Diese dann verschlüsselten Sender werden die privaten Programme sein. ARD HD, ZDF HD und die Dritten gibt es dagegen weiterhin kostenlos. Nur wer will schon auf eine Vielzahl der gewohnten Sender verzichten? Pro Jahr werden so für die verschlüsselten Sender 69 Euro fällig.

Werbefinanzierte Sender

Mögen die Kosten für eine Ausstrahlung in HD mit dem neuen Standard gestiegen sein, so ist der Übertragungsweg den Zuschauern wohl herzlich egal. Sie werden einfach monatlich zur Kasse gebeten. Nur warum soll ich als Zuschauer für werbefinanziertes Fernsehen eigentlich Kohle zahlen? Finanzieren sich die privaten Sender nicht schon genug über endlose Trivago Werbespots in Dauerschleife? Ich soll nun zusätzlich zahlen. Das ist ein PayTV mit Werbung und wird schick als „FreenetTV“ verkauft. Ich muss also künftig für den Fernsehkonsum zahlen. DVB-T wird abgeschaltet. Lebe ich auf dem Land, so kann ich bestenfalls Fernsehen über das Netz schauen. Doch auch hier verlangen die privaten Sender nun Geld für ihre Livestreams.

Amazon Video, MaxDome und Netflix

Sind die privaten Sender nicht aktuell schon genug unter Druck? Immer mehr Menschen nutzen Amazon Video dank ihrer Prime-Mitgliedschaft. Tolle Serien produzieren aktuell fast nur die neuen Streaminganbieter. Läuft kommende Woche ein Blockbuster auf ProSieben im FreeTV? Dann wird amazon ihn sehr sicher jetzt gratis für alle Prime-Kunden freischalten. Da herrscht aktuell ein echter Krieg um die Zuschauer. Streaminganbieter kaufen sich Dokus,Kinderserien und sogar schon Fußballrechte ein. Und jetzt kommen die privaten Sender und setzen eine weitere Paywall vor ihr „FreeTV“?! Zahle auch für unser altes, klassisches und lineares Programm! Welche Logik steckt denn hier dahinter? Hauptsache noch ein wenig Moneten aus diesem alten Geschäftsmodell ziehen? Ich würde stattdessen als privater TV-Sender versuchen mein Programm auf möglichst vielen Plattformen gratis anzubieten, damit mir die Werbekunden treu bleiben. Stattdessen wird jetzt das werbefinanzierte FreeTV durch eine neue Gebühr zum werbefinanzierten PayTV. Bescheuert.

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Rob Vegas

Bügerlich als Robert Michel unterwegs. Seit 2003 als "Rob Vegas" aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Social Media Manager, Autor und Moderator. Twittere unter @robvegas nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Aktiv für verschiedene Marken als Social Media Manager und ein großer Fan von Nintendo, Coca Cola und HUAWEI Smartphones. Mein Profil bei LinkedIn. Das Buch "Ich, Harald Schmidt" bei amazon. Die BuzzFabrik. Kontaktdaten .

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