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Independence Day: Wiederkehr – Tischfeuerwerk Deluxe

Independence Day: Wiederkehr
Visuell unbestreitbar ein Highlight. © 20th Century Fox

Mit Independence Day nahm uns Hollywood-Visionär Roland Emmerich im Jahr 1996 auf einen actiongeladenen Kampf gegen überdimensionale Aliens mit. Genau 20 Jahre später meldet er sich mit der Fortsetzung „Wiederkehr“ zurück. Wir haben das Sequel vorab gesehen und waren, um es milde auszudrücken, leicht ernüchtert.

Spätzle-Emmerich on the Road, again!

Das explodierende Weiße Haus aus dem Blockbuster „Independence Day“ gehört zweifellos zu den großen Momenten des Filmjahres 1996. Gerade deswegen auch da viele diesen Film in den letztjährigen Sommerlöchern auf dem Privatsender ihres Vertrauens gesehen haben. Damals waren die Special Effects jedoch überwältigend, der eher unbekannte Will Smith wurde auf dem gesamten Erdball schlagartig berühmt und der Streifen avancierte zum Kult. Der lockere Humor, die unter heutigen Maßstäben nach zwei Wodka Red Bull vergessene Storyline und die Chemie zwischen den Figuren waren der angenehme Cocktail eines jeden Kinoabend. Unser Star-Regiesseur in Hollywood, im Ländle auch liebevoll „Spätzle Emmerich“ genannt, verschaffte diesem Science-Fiction Knaller einen großen kommerziellen Erfolg samt gehörigen Karrieresprung und konnte mit Godzilla, The Day after Tomorrow und schließlich „2012“ stylische und gut getrickste Katastrophen auf die Leinwand zaubern. Jetzt lässt unser Spätzle-Emmerich die Welt zum 828348298 Mal zerstören oder etwa nicht?

Handlung

Die Story hält was der Film im Vorhinein verspricht. Sehr. Viel. Science-Fiction. Emmerich macht auch nur 2 Kontinente dem Erdboden gleich. Schlechten Tag gehabt oder in 30 Jahren geht es in der nächsten Fortsetzung weiter. Die Story: Die Welt hat ihre „kleinlichen Differenzen“ beigelegt und konnte mit der gewonnenen Alien-Technologie aus dem ersten Angriff unseren Fortschritt revolutionieren. Zusammen mit vielen anderen Nationen hat die Erde ein großes planetares Verteidigungssystem gegen Attacken aus dem Weltall entwickelt. Die USA hat, wie sollte es anders sein, die Schirmherrschaft übernommen und eine Frau zur Präsidentin gemacht. Donald Trump wurde entweder vergessen oder gehörte zu den Aliens. Nun gut, ihr Vorgänger Thomas Whitmore (gespielt von Bill Pullman) hat die Geschehnisse vor 20 Jahren noch immer nicht richtig verarbeiten können und lebt abgeschieden samt Security und Tochter. Auf der neuen „Erdmond-Basis“ arbeitet Jake Morrison (gespielt von Liam Hemsworth) als Kampfflieger, Techniker und Will Smith Ersatz. Der Draufgänger hat seine gesamte Familie bei der geplanten letzten Invasion verloren und möchte nun seinem Land dienen. Patriotismus Hooray Hooray Hooray! Inmitten der annähernden Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des „Independence Day“ bekommen wir endlich Jeff Goldblum als Wissenschaftler David Levinson zu sehen. Er wurde auf den Wunsch eines afrikanischen Warlords eingeladen, bestimmte Aliensymbole eines über 10 Jahre andauernden außerirdischen Bürgerkriegs (Menschen und ihre Kriege, nicht wahr? in Nordafrika zu untersuchen. Hier trifft er auf Love Interest Charlotte Gainsbourg, die über den ganzen Film hinweg ohne Sinn und nur Mittel zum Zweck ist. Übrigens Will Smith taucht an drei Stellen im Film auf. Als Plakat, Foto im Spind und Rückblende, vielleicht kannte er das Drehbuch und musste „kurzfristig“ absagen.

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Star Wars und Michael Bay

Wer mindestens 2 Filme von Roland Emmerich gesehen hat, weiß dass er zu gerne mit 5-6 Nebenhandlungen arbeitet, die jedoch völlig verwirren. Deswegen habe ich nur die wichtigsten Figuren erwähnt die, die halbgare Story weiterbringen. Zu sehen sind noch gelungene Hauptfiguren wie der von Brent Spiner dargestellte leicht wahnsinnige Professor „Brakish Okun“, sowie Maika Monroe als Tochter von Bill Pullman und rechte Hand des weißen Hauses. Nicht zu vergessen ist William Fichtner, der ungemein Charisma verstrahlt und einen gewissen Funken von Michael Bay´schen Zerstörungswahn in den Film bringt, weil er in fast jedem mitspielt. Gerade die mitunter sehr auffallenden Parallelen zu anderen Filmen sind nicht zu verschweigen. Im Mittelteil von „Independence Day: Wiederkehr“ wird sich per Luftkampf gegen die Invasion zur Wehr gesetzt, die unzähligen Laserstrahlen und halsbrecherischen Manöver erinnern zweifellos an „Star Wars: Das Erwachen der Macht“. Anderes Beispiel. Die Bodentruppen halten die kommende Gefahr zurück und reagieren zum Teil ähnlich wie die Soldaten aus „Starship Troopers„. Ich sehe dies natürlich als reine Inspiration. Die Figuren bleiben einfach zu farblos und langweilig. Langeweile habe ich währenddessen nicht verspürt, es hätte dem Film auch nicht geschadet 10-15 Minuten kürzer zu sein.

Effekte hui, Story nicht so hui

Wenn es um Darstellung und atemberaubenden visuellen Erlebnissen geht, macht jedoch Emmerich keinem etwas vor. Die längere Kamerafahrt, am Anfang, durch das Weltraumschrott geflutete schwarze Nichts ist in 3D wirklich bombastisch. Danach flacht es eher in die übliche Zweckmäßigkeit ab. Vier-Fünf Mal wird damit noch gespielt, wenn wir uns beispielsweise im Cockpit eines rasenden Raumschiffs befinden oder fette Laserkanonen auf uns gerichtet werden. Doch wie geil wäre es gewesen, wenn uns Will Smith „geblitzdingst“ hätte. Ach so, falscher Film. Insofern kein nötiger Grund, den Zuschlag für 3D an der Kinokasse zu bezahlen. Alleine die Szene als das rund „500 Meilen breite Mutterschiff“ die Erde an einigen Stellen zerberstet und über dem Meer landet zeigt, zu was aktueller CGI-Porn im Stande ist. Im Großen und Ganzen passt die gesamte Handlung auf einen halben Bierdeckel, wir haben keine Christopher Nolan-artige Metaebene zur zusätzlichen durchdachten Geschichte erwartet, doch läuft man ernüchtert aus dem Lichtspielhaus. Die verschiedenen Hauptcharaktere haben bis auf Pullman und Goldblum keine wirklichen Berührungspunkte oder geschweige denn einen nachvollziehbaren Hintergrund. Sie sind da um Stichworte für übergroße Explosionen oder auf die nächste Szene zu verweisen. „Wir müssen gehen!“ (Explosion).

Fazit von Independence Day: Wiederkehr

Was haben wir gesehen? Kein Will Smith. Check! Eine bekloppte belanglose Story für einen weiteren Film. Check! Gute CGI-Action mit verständlichen 3D-Effekten. Check! Nach dem Abspann bleibt ein Sommer-Blockbuster, der nicht so recht weiß, was er überhaupt sein will. Prequel, Reboot oder Beginn einer angekündigten Trilogie. Es fehlen die Elemente, die es braucht um einen Film, im Gedächtnis zu halten. Das explodierende Weiße Haus. Drin. Ein fluchender Will Smith in der Wüste von Nevada. Drin. Ein durchgeschwitzter Liam Hemsworth im weißen Shirt. Zum Glück vergessen. Ein Schreibstischhengst, der sich zum Kämpfer mausert. Was? Hier fehlen sie oder wurden durch halbgare bedeutungsschweren Halbsätze ersetzt. Atmosphäre und halbwegs Spannung ist ohne jede Frage vorhanden, doch die neuen viel zu einfach geschriebenen Figuren ohne jedes Alleinstellungsmerkmal verbauen diesen Film. Die Effekte sind natürlich das Highlight von „Independence Day: Wiederkehr“ doch das Herz und der lockere Humor des Erstlings fehlen.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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