Rob Vegas
Rob Vegas @robvegasvor ca. 5 Stunden

Kann man nicht besser sagen: https://t.co/7EoNOlvLiv

Wir sind #Weltrekord !

Die letzten Tage mutierte mein Twitter-Profil zum Liveticker für die Rekordjagd. Schon seit letzten Donnerstag war ich in Papenburg auf dem ATP-Testgelände und am Ende wurde es ein echter Kraftakt.

Momentan darf man noch nicht allzu viel zum Rekord sagen. Die FIA muss erst einmal alle Daten abgleichen, analysieren und am Ende des amtliche Endergebnis bestätigen. Somit darf man das Wort „Weltrekord“ noch nicht wirklich in den Mund nehmen. Daher vorab einmal die offizielle Stellungnahme von Mazda Deutschland:

[blockquote style=“2″]Weltrekord (Vorbehaltlich der Anerkennung durch die FIA (Subject to FIA homologation))! Unsere Rekordjäger und der Mazda6 waren erfolgreich! 24 Stunden sind sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 221,072 km/h bzw. 137,367mph über die Highspeed Teststrecke von Papenburg gefahren. Dabei legten Sie eine Gesamtstrecke von 5.305,745 Kilometern zurück. Infos zur Rekordjagd findet Ihr morgen auf www.mazda.de. Danke fürs Daumendrücken!Quelle: Mazda Deutschland Facebook[/blockquote]

Autobahn war gestern

Zuerst einmal mussten wir das bisherige Leben auf der Autobahn vergessen. Wir würden hier auf einem Testgelände der Automobilindustrie unsere Runden bei Höchstgeschwindgkeit drehen. Da gibt es keine Staumeldungen, sondern Kontakt mit der Box. Wie kommuniziert man mit einer Box? Welche Flaggen muss man beachten und was bedeutet eine pinke Flagge? Wie verhält man sich generell auf einer Rennstrecke? Hier mussten wir erst einmal durch die harte Theorie. Schließlich kann auch immer einmal der Funk ausfallen und spätestens dann muss man auch die Flaggen der Streckenposten lesen können. Hier wurde uns allen bei guter Laune klar: Das wird hier kein Kindergeburtstag. Alle Teilnehmer waren motiviert, denn man muss so eine Püfung nicht bestehen. Dann ist man raus. Niemand wollte am Ende durch eigenes Fehlverhalten den Rekord gefährden. Das komplette Team wuchs schon in diesen Stunden immer mehr zu einer Einheit zusammen.

Get On Track

Wie findet man eigentlich den richtigen Scheitelpunkt in einer Kurve? Diese Fragen muss man sich als normaler Autofahrer selten stellen. Mitunter helfen auch lauter Assistenzsystem im Auto bei der Fahrt. Nur wie kann man auf einer Teststrecke auch Zeit gewinnen? Wir wollten und mussten auf die Strecke. Von den Instruktoren lernen, das Auto beherrschen und Ängste verlieren. Auch auf einer nassen Fahrbahn das Auto immer im Griff haben. Viele Fahrer haben sich über das Qualifying in Hockenheim qualifiziert, doch hier wurde noch einmal die Messlatte höher gesetzt. Das hat ungeheuer Spaß gemacht, doch musste man sich auch innerhalb der Truppe beweisen. Schließlich will man sich auf seine Teamkollegen verlassen können. Normalerweise hat man viel Zeit die Menschen kennenzulernen, doch bei uns war schon das gemeinsame Ziel schnell ein festes Band.

Anspannung als Adrenalin

Ein Hersteller kümmert sich hier um uns und das Auto fährt schon von allein. Überall wird es leckere Snacks und Red Bull geben. So dachte man vielleicht vorher. Natürlich hat sich Mazda um uns gekümmert und es gab die Energydrinks. Diese Dinge finden aber immer neben der Strecke statt. Das wurde allen im Team immer mehr klar. Ich selbst hatte noch mit Dirk Liphardt aus meinem Team darüber gesprochen. Spätestens auf der Strecke ist man allein. Hier entscheidet die eigene Leistung und man fährt seinen Stint ab. Man muss konzentriert bleiben, die Steilkurven richtig nehmen und vor allem den Boxenstopp richtig machen. Das Rahmenprogramm liegt dann nur einmal pro Runde bei Start und Ziel. Von Häppchen allein kommt kein neuer Rekord zustande.

Gegen die Zeit

Auf einmal steckt man in einem echten Rennanzug. Die Fahrt im Mazda6 auf der Strecke wird einem immer bewusster. Bald würde man auf Rekordjagd gehen. Die Techniker passen die Gurtsysteme an. Man sitzt zwar in einem Serienfahrzeug, doch hat man einen Helm auf, einen Rennsitz unter dem Hintern und den Überrollbügel um sich herum. Ich fahre sehr viel auf der Autobahn, doch war allein die Sitzposition vollkommen neuartig. Man fühlt sich wirklich wie ein Rennfahrer. Noch besser: Man ist auf einmal ein Rennfahrer. Im Gespräch mit Joey Kelly wurde es mir erst richtig bewusst. Übrigens ein super sympathischer und ruhiger Kerl. Kelly fand es einzigartig, dass Mazda hier mit den Kunden und Fans der Marke zusammenarbeitet. Normalerweise werden solche Rekorde mit eigenen Werksfahrern aufgestellt. Das macht die Geschichte auch viel einfacher für einen Hersteller. Uns dagegen könnten Fehler unterlaufen. Erst durch die Worte von Joey wurde mir dieser Umstand so richtig bewusst. Extremsportler, Showmaster, Augenoptiker, Händler und Studenten würden hier für die Marke fahren. Mazda schenkt uns allen eine extrem große Portion Vertrauen.

Steilkurve

Ein paar Stints später bin ich an der Reihe. Dirk hatte bisher extrem gute Zeiten gefahren und Team Vegas im Auto 3 liegt deutlich vorn. Mehrere Rekorde hatte Liphardt für uns gebrochen. Da war sogar Profi-Rennfahrer Bangma verwundert. Ich selbst hatte bis zur letzten Sekunde den Boxenstopp mit den Mechanikern geübt. Das ist gar nicht so einfach. Fahrer aussteigen lassen, selber Platz finden, untere Gurte anlegen, Sitz nach vorn, obere Gurte anlegen, Funkverbindung checken, Gang rein und schnell wieder los. Das klingt so derbe einfach hier als Textzeile, aber es muss wie ein Uhrwerk ablaufen. Gurt beim Einstieg unter den Hintern gerutscht? Sitz nicht weit genug vorn? Funk geht nicht? Es muss einfach wie ein Uhrwerk funktionieren und Sekunden entscheiden. Dazu macht es der Überrollbügel nicht unbedingt einfacher sich im Auto zu bewegen. Ab die Post! Man beschleunigt den Wagen und geht auf die Strecke. Man brettert mit 230kmh auf eine Steilkurve zu. Nicht bremsen! Das kommt einem im Kopf total irreal vor. Stattdessen legt sich das Auto von selbst in die Kurve. Man könnte die Hände komplett vom Lenkrad nehmen. Sehr verrückt. Durch die G-Kräfte wird man in den Sitz gepresst. Irgendwo am Horizont das nächste Fahrzeug. 90 Minuten fährt man Topspeed und kämpft um jede Sekunde.

Im Wagen vor mir

Unser Wagen ist schnell. Sogar schneller als Wagen 2. Das kann hunderte von Faktoren haben. Vielleicht hat auch mein Choco-Crossies-Kampfgewicht für mehr Bodenhaftung gesorgt. Auf jeden Fall darf man bei diesem Rekordversuch auf keinen Fall den Windschatten ausnutzen. Ich muss also als erster Fahrer im Feld überholen und die Box schickt Wagen 2 auf die Mittelspur. Nur überholt man hier nicht in ein paar Sekunden. Immerhin fahren wir Höchstgeschwindigkeit. Es würde Runden dauern. Immer ganz oben an der Steilkurve entlang und weiter für das Team die Zeit jagen. Irgendwann ist man nur noch mit sich auf der Strecke. Man konzentriert sich auf den Tacho, versucht jede Runde seine Bewegungen zu optimieren und wartet auf die Funksprüche zur Box. Vor allem muss man sich auch gegen Ende selbst auf den Boxenstopp vorbereiten. Ihn richtig einleiten, Von 230kmh runter auf 30 und die Boxengasse perfekt finden. Sich in der Box richtig verhalten und nicht aus Versehen den Rekord zunichte machen.

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WhatsLight statt Funk

Die Stunden vergingen. Vor allem aber wollte man als Fahrer nicht schlafen. Man sprach mit den anderen Teammitgliedern über die Strecke, das Auto und die bisherigen Leistungen. Ich würde wieder in der Nacht fahren und dort die 90 Minuten Schicht übernhemen. Gegen 4.30 Uhr sitze ich im Wagen und der Boxenstopp funktioniert einwandfrei. Herbie Schmidt hatte vor mir den Wagen durch die Nacht gebracht. Nur was ist jetzt los? Ich kann die Funkkontrolle nicht bestätigen. Zwar höre ich die Stimme, aber man hört meine Antworten nicht. Nochmal versuchen. Nix. Nochmal. Auch nix. Die Zeit im Nacken und trotzdem los. Kurz darauf versucht man in der Box mit mir Kontakt aufzunehmen. „Bitte antworte, Rob!“ Ich antworte, aber man hört mich nicht. Mir brennt mittlerweile echt die Lunte. Wie waren noch einmal die ganzen Flaggen? Wie war noch einmal die komplette Theorie? Mist! Ich beruhige mich bei 230 Sachen in der Steilkurve. Nur noch das Fernlicht weist mir den Weg. In der Box hat man mittlerweile eine Lösung gefunden. Man wird mir Anweisungen geben und ich werde per Lichthupe bei Start und Ziel bestätigen. „Wenn Du uns hören kannst, dann bestätige bitte mit drei Lichtzeichen an der Box.“ Es funktioniert. Zwar wird die Fahrt nun sehr einsitig in der Kommunikation, doch dafür kann man mich mit Infos versorgen.

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Benzin?

Ich fahre meinen Stint ab und denke die ganze Zeit über die Funkverbindung nach. Vor allem wird man um diese Uhrzeit immer müde. Ich muss also auch noch gegen Müdigkeit, Nacht und fehlenden Funk-Rückkanal ankämpfen. In diesen Minuten denkt man nicht mehr an Snacks und Red Bull Heidelbeere. Man hat nur noch sich und die Box. Joey Kelly fährt vor mir durch die Nacht. Was er wohl gerade denkt? Man stellt sich lauter Fragen und kämpft mit seinem eigenen Körper. Durch den Helm kann man sich kaum bewegen, ist fest verzurrt und kann jetzt nicht einmal nur mit 90 Sachen auf die rechte Spur wechseln. Es gibt einfach keine Pause bei einer Rekordjagd. Stattdessen hat sich die Box ein System einfallen lassen. Ich muss schließlich irgendwie meinen Tankinhalt aufgeben. Für alle zehn Liter einmal Lichtzeichen. Klappt beim ersten Mal natürlich nicht, weil ich vom Fernlicht auf Abblendlicht wechsele und damit die Box verwirre. Ein paar Runden später dann ist es dann wie Mails schreiben und die digitale Welt kommt einem albern vor. Der einzige Blogger im Team kommuniziert per Lichtzeichen. Ohne jetzt künstlich irgendeine krude Werbebotschaft einbauen zu wollen, aber an dieser Stelle wurde mir der Mazda 6 wirklich ein Freund. Nix konnte mir in dieser Situation helfen. Ich war auf der Strecke, es gab keine Möglichkeit zu kommunizieren und nur mein Auto und ich hatten eine Verbindung. Mein Auto konnte mir und der Box helfen. Ohne WhatsApp, Wlan und Co. . Einfach nur durch die Lichter. Ich war nach meinem Stint fix und fertig.

Finale

Das Finale am Sonntag war dagegen fast nur Formsache. Ein Rennen gegen die Zeit und immer mehr Rekorde blinkten auf dem Flatscreen im Fahrerlager auf. Unser Team fiel leicht zurück, aber Platz 2 haben wir dann doch noch gerockt. Vor allem hatten wir (vorläufig) die meisten Rekorde eingefahren. Nur war es auch kein Rennen gegen die anderen Teams. Immerhin sind wir alle für den neuen 24 Stunden Rekord gefahren. Schulterklopfen, die Autos kommen nach und nach ins Ziel und die Drohne macht Fotos von uns. Wir sind nicht mehr nur einfach Amateure auf einer Teststrecke. Wir sind (vielleicht und ziemlich sicher) alle Weltrekordfahrer. Wir haben mit Leidenschaft für das Team gekämpft und werden auch noch unseren Enkeln davon erzählen können. Mazda hat das Vertrauen in uns gesetzt und wir haben alle den neuen Rekord auf die Beine gestellt. Vielleicht werde ich nie mehr im Leben so einen Rekord fahren. Ich war dabei. Alle aus dem Team werden auf ewig in dieser internationalen Liste nebeneinander aufgeführt sein. Diese Einheit vermisse ich jetzt schon hier an der Tastatur. Ich habe dort kräftig getwittert, habe Joey Kelly kennenlernen dürfen und habe Red Bull um Liter erleichtert. Das war nicht wichtig. Stattdessen ist unser Team nun (nach der FIA Bestätigung) Rekordinhaber. Mein erstes Auto war ein Mazda und ich habe den 323 p 1.4 geliebt. Dank Twitter und Rob Vegas bin ich nun auf Ewigkeiten in dieser Liste mit Mazda verbunden. Ein wahrlich gigantisches Gefühl.

Ich widme diesen Rekord daher meinem ersten Auto. In Gedenken an Maddin Mazda. Ich habe den Rekord für Dich gefahren.

Mazda RekordJagd

Mazda RekordJagd

Copyright Fotos: Robert W.Kranz

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Rob Vegas

Bügerlich als Robert Michel unterwegs. Seit 2003 als "Rob Vegas" aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Social Media Manager, Autor und Moderator. Twittere unter @robvegas nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Aktiv für verschiedene Marken als Social Media Manager und ein großer Fan von Nintendo, Coca Cola und HUAWEI Smartphones. Mein Profil bei LinkedIn. Das Buch "Ich, Harald Schmidt" bei amazon. Die BuzzFabrik. Kontaktdaten .

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