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Das Ende des Desktops?

Ist der klassische PC am Ende? Studien, Marktforscher und netzaffine Gestalten prophezeien gern jenen Untergang. Die These verkauft sich gut. Tablets und Apps liegen voll im Trend. Richtig ist die These deswegen noch lange nicht.

En Arbeitsrechner wirkt heute nicht mehr modern. Ein blöder Kasten unter dem Schreibtisch mit vielen Kabeln und surrenden Lüftern. Geradezu schmucklose Geräte und ihr Ende scheint vorgezeichnet. Schließlich gibt es doch für jede Aufgabe die passende App. Kleine Helfer für jedes Problem. Touchbedienung ist modern. Filter auf Fotos legen und diese Bilder dann in sozialen Netzwerken teilen. Dagegen wirkt ein klassischer PC im Arbeitszimmer vollkommen veraltet.

Nur ist die These halt vollkommen falsch. Der Desktop ist nicht am Ende. Er ist nur nicht mehr so präsent im Alltag. Nur womit werden die Apps geschrieben? Die Computerspiele programmiert? Die Nachrichten für das Web geschrieben? Mit einem Rechner am Schreibtisch. Kein Mensch schreibt sein Buch auf einem iPad. Professionelle Medieninhalte entstehen immer an einem Rechner. Vollgestopft mit Speicher und Rechenleistung. Das wirkt halt nicht hip und trendy, doch erschafft man mit dem Desktop die Medien für die mobile Nutzung durch Tablets und Smartphones. YouTube-Videos? Schneidet man am Rechner mit Final Cut oder einem AVID-System. Bestenfalls für das Grading gibt es nette Apps als Hilfe. Funktionieren sogar mehr schlecht als recht.

Bildbearbeitung für Magazine? Dafür bedarf es Photoshop und einen schnellen Desktop. Nicht einmal Notebooks kommen an diese Leistung heran und sind meist ein Kompromiss. Bachelorarbeiten am Tablet verfassen? Niemals. Für mich sind Smartphones und Tablets daher eher mit Spielekonsolen vergleichbar. Bestenfalls suggerieren diese Geräte eine mögliche Bearbeitungsebene. Im Endeffekt kann ich aber nur aus 30 Filtern auswählen. Ich soll Medien damit in erster Linie konsumieren. Ich kann nur selten das Werk an sich wirklich erschaffen. Ein wenig manipulieren kann ich die Fotos. Ich kann aber nie „reiche“ Inhalte erschaffen. Hier brauche ich zudem eine schnelle und exakte Eingabemöglichkeit. Tastatur und Maus sind hier einfach um Welten genauer und schneller als ein Touchscreen.

Besonders in Verbindung mit Social Media scheint der PC ins Altersheim zu gehören. Man würde ja nur noch sein iPad benutzen. Dort sogar Präsentationen erstellen und könne sogar Musik aufnehmen. Es gibt natürlich ein paar Beispiele in vielen Bereichen. Es gibt wahrlich nützliche Apps. Doktoren laufen in Kliniken mit iPads durch die Station. Das ist alles wahr und eine neue Entwicklung. Deswegen stirbt aber noch lange nicht der Desktop im Labor der Klinik. Ohne den Desktop-PC gäbe es kaum Inhalte für Tablets und Smartphones. Meist konsumiert man diese Inhalte nur über diese neuen Formfaktoren in Form von Apps und Spielen. Sie sind eher Spielekonsolen. Beschränkt auf den Kauf von Apps und Spielen. Man erschafft damit aber selbst keine Apps für den Appstore.

Daher ist der Desktop heute wichtiger als jemals zuvor. Tablets könnten da schon viel schneller aus der Mode kommen. Ein Desktop ist keine Modeerscheinung. Er stellt Mode her.

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Rob Vegas

Bügerlich als Robert Michel unterwegs. Seit 2003 als "Rob Vegas" aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Social Media Manager, Autor und Moderator. Twittere unter @robvegas nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Aktiv für verschiedene Marken als Social Media Manager und ein großer Fan von Nintendo, Coca Cola und HUAWEI Smartphones. Mein Profil bei LinkedIn. Das Buch "Ich, Harald Schmidt" bei amazon. Die BuzzFabrik. Kontaktdaten .

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