Der Streaming Kunde

Streaming? Eine altmodische CD kaufen? Einen Film besitzen? Ein Computerspiel auf einer Festplatte installieren? Das soll schnell Geschichte werden. Alles ist als Stream und kostenpflichtiges Abo verfügbar. Solange man das Kleingeld dafür hat.

Streaming ist schneller

Am 25. März erscheint endlich das neue Album von Alizée. Heutzutage auch als praktischer Download in den zahlreichen Online-Musikläden. Das hat Vorteile. Ich muss mich nicht mehr an der Kasse im Saturn schämen und spare obendrein die Parkgebühren. Generell haben Downloads und Flatrates in der Werbung nur Vorteile. Es ist furchtbar modern. Es ist viel schneller verfügbar und kann selbst mit dem Smartphone unterwegs abgerufen werden. Eine CD kaufen? In einer Plastikhülle als Datenträger? Das ist nun wirklich Schnee von gestern.

Vorteil der CD

Trotzdem werde ich in den Saturn gehen und mich kurz schämen. Warum? Weil Streaming für mich eine Gefahr bedeutet. Natürlich ist ein Abo bei einem Musikdienst wie Spotify günstig und bequem. Ich nutze es sogar intensiv. Nur gehört mir die Musik nie. Ich kaufe jeden Monat erneut die Berechtigung für den Zugang. Das sind zwar nur ein paar Euro, doch spielt der Preis hier keine Rolle. Dieses System hat einen Haken. Es funktioniert nur bei Erfolg. Ich muss immer Geld verdienen. Immer einen Job haben und immer Geld zahlen. Jeden Monat muss ich mir neuen Zugang zu dieser neuen Welt erkaufen. Ich besitze immer nur ein Zugriffsrecht und nie die Datei. Was ist bei Arbeitslosigkeit? Kein Geld. Keine Musik. Kein Zugriff auf Audio und Video. Filme kauft man oft auch nicht mehr auf DVD und Bluray. Sie sind ebenfalls als Stream verfügbar.

Mir gehört das Medium

Der Punkt wird schnell klar. Eine DVD kostet vielleicht fünf Euro. Dann aber gehört mir der Film. Ich kann ihn zu privaten Zwecken kopieren, für mein Smartphone umcodieren und mein ganzes Leben lang sehen. Die Datei gehört mir und ist ziemlich ungeschützt. Zumindest gibt es keine Probleme sie fix auszulesen. Ich kann ein Album rippen und mir für mein Auto eine Kopie anfertigen. Immer wieder. Was im Leben auch passieren mag, die Datei und damit das Musikstück gehört mir. Darin sehe ich bei der Entwicklung in Sachen Streaming immer mehr Vorteile. Man hört meist sowieso nur die 100 gleichen Lieder. Ein endloser Katalog ist überhaupt nicht notwendig. Das Internet ist fast unendlich groß und doch surft man meist nur auf 30 Seiten rum. Insofern macht es durchaus Sinn sich die Medien zu kaufen. Nicht nur aus Fantum, sondern weil einem das Werk dann mehr oder minder ein ganzes Leben zur freien Verfügung steht.

Dir gehört nichts…

Streaming ist sicherlich eine schnelle Befriedigung eines Wunsches. Ich kann mir nachts um drei Uhr einen bestimmten Film runterladen. Dafür ist es toll. Im Endeffekt ist es aber nur ein Abo. Ähnlich wie einer Leasingrate für ein Auto. Es gehört mir nie und kann mir schnell abgenommen werden. Vor allem ist bei dem direkten Vergleich die Datei sogar rostfrei. Ich muss sie nur sichern und archivieren.

Streamst Du noch, oder besitzt Du schon?

Rob Vegas

Bügerlich als Robert Michel unterwegs. Seit 2003 als "Rob Vegas" aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Social Media Manager, Autor und Moderator. Twittere unter @robvegas nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Aktiv für verschiedene Marken als Social Media Manager und ein großer Fan von Nintendo, Coca Cola und HUAWEI Smartphones. Mein Profil bei LinkedIn. Das Buch "Ich, Harald Schmidt" bei amazon. Die BuzzFabrik. Kontaktdaten .

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