Kolumne: Ehrensold für Jauch ?

Henning Scherf spricht in der Sendung bei Günther Jauch einen wunden Punkt in der Fernsehlandschaft an. Die Antwort bleibt Jauch ihm und dem Publikum schuldig.

Mit manchen Fragen macht man sich keine Freunde. Besonders nicht in den Medien. Henning Scherf hat mit der Frage nach der Gerechtigkeit beim Gehalt für Günther Jauch bestimmt in der gleichnamigen Talkshow keinen neuen Freund gefunden.
Dabei ist es längst an der Zeit die Frage nach der Verhältnismäßigkeit zu stellen. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden Gehälter von ein paar Millionen Euro als normal empfunden. Gottschalk wechselt vom ZDF zur ARD und erhält für diesen Wechsel Millionen. Ist das gerecht? Er bleibt im System. Geht nicht zu den privaten Sendern. Er bleibt beim vom Zuschauer finanzierten Fernsehen. Würde eine Kassiererin die gleiche Gage für eine Sendung erhalten? Wir sprechen bei Wulff über einen Ehrensold von 199.000 Euro pro Jahr. Ein Witz gegen die Einnahmen von einem Elstner, welcher noch jede Show im SWR moderieren darf. Niemand geht. Bestenfalls Peter Alexander hat noch selbst seinen Hut genommen. Wie hoch ist die Leistung eine Show zu moderieren bewertet? Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird anscheinend nicht einmal eine gute Quote mehr von einem Thommy verlangt. Dem Publikum wird ein angeblicher Star vorgesetzt. Den lieben sie automatisch. Das Publikum tut es aber anscheinend bei Gottschalk gar nicht mehr so stark. Trotzdem zahlen wir Millionen für diese Köpfe.
Manche Stars gehen zu Sat.1 und sehen ihre Liebe schwinden. Anscheinend sind es doch keine Götter, sondern sind oft nur Moderatoren im Genuss der GEZ-Gebührenlandschaft. Für neue Formate dagegen ist kein Geld da. Der Vergleich zur Politik muss da doch erlaubt sein? Müssen wir alternde TV-Stars ewig mit Shows und Geld versorgen? Dürfen wir keinerlei Leistung für diese Gelder verlangen? Müssen deswegen neue Formate in den Digitalkanälen versendet werden? Wie viel Geld muss ein Jauch für eine Talkshow bekommen? Ist es nicht vielmehr ein Privileg noch im Fernsehen arbeiten zu dürfen? Stattdessen darf man bei RTL ebenfalls noch einen Job in der Privatwirtschaft haben. Im Bundestag müsste man diese Nebeneinkünfte offenlegen.
Natürlich haben diese Köpfe eine Karriere. Sie arbeiten auch viel. Sie machen auch oft einen guten Job. Nur ist da keine Verhältnismäßigkeit mehr zu spüren. Sie tun es bereits Jahrzehnte! Was bekommt Frank Elstner für seine Talkshow? Muss man dann auch noch bei den Lotterien für Millionen werben und zehn Sekunden die Losnummer ansagen? Wir reden hier über sehr viel Geld.
Ich finde diese Diskussion ist längt überfällig. Das Publikum sagt hier zu wenig. Man regt sich jedoch mittlerweile ein wenig über Gottschalk auf. Zu wenig. Da muss endlich ein Ruck durch die Sender gehen. Es sind keine Götter. Nicht nur fünf Namen in Deutschland können Fernsehen machen. Oder ist das ein geheimer Club und Lanz wurde soeben aufgenommen? Selbst wenn der das ganze Ding versemmelt, so hat der Mann mit der Unterschrift ausgesorgt. Für zwei Leben. Ist das gerecht? Ist das ein gerechtes Verhalten gegenüber dem zahlenden Publikum? Wird dafür eine angebrachte Leistung erbracht?
Oder sollten wir nicht auch einmal im Studio von Jauch die Vuvuzelas hören?

In jedem Fall hat sich mein Name mit dieser Kolumne neben Henning Scherf jetzt auch keine Freunde gemacht. Dieses Thema wird niemals Thema einer Talkshow.
Wetten dass..?

Ihr

Rob Vegas

Rob Vegas

Bügerlich als Robert Michel unterwegs. Seit 2003 als "Rob Vegas" aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Social Media Manager, Autor und Moderator. Twittere unter @robvegas nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Aktiv für verschiedene Marken als Social Media Manager und ein großer Fan von Nintendo, Coca Cola und HUAWEI Smartphones. Mein Profil bei LinkedIn. Das Buch "Ich, Harald Schmidt" bei amazon. Die BuzzFabrik. Kontaktdaten .

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