PSVR-Schocker The Inpatient im Test

The Inpatient
© PlayStation

Die Macher von “Until Dawn” möchten uns in ihrem zweiten VR-Ausflug einmal mehr das Fürchten lehren. Nach dem spaßigen Railshooter “Rush of Blood” bekommen wir in “The Inpatient” wohlige Horrorstimmung mit vereinzelten Thriller-Momenten geboten. Ob sich diese Mischung ausgezahlt hat, lest ihr jetzt.

Vorgeschichte zu Until Dawn

Sony entzückt wieder PSVR-Besitzer mit einem Story getriebenen Abenteuer. Da bereits die Konkurrenz mit Highlights wie “Lone Echo” gute Beispiele bot, dass reine Kampagnen-Titel durchaus mit vollwertigen Spielen mithalten können, schreitet man mit “The Inpatient” in die richtige Richtung. Hier erwartet uns keine simplen VR-Taschenspielertricks oder kleinere Experimente. Von der allerersten Sekunden möchten die Macher uns tief in den Kaninchenbau führen. Die Entwickler von Supermassive Games haben mit dem überaus spannenden “Until Dawn” ihre spezielle Art gefunden, Spiele zu entwickeln. Mitunter stark geschriebene Figuren werden in Kammerspiel-artige Situationen geworfen. Während das wirklich spaßige “Rush of Blood” gelungene Geisterbahn-Ausflüge servierte, die im entferntesten mit Charakteren aus dem Hauptspiel verbunden waren, schickt uns das Studio nun auf Zeitreise. Knapp 60 Jahre vor den Geschehnissen im Horror-Adventure siedelt es sich an. Auch tut es dem VR-Gadget von Sony gut, dass größere Titel ihren berechtigten Platz finden. (Siehe: Hidden Agenda.)

Zuerst müssen Geschlecht und Hautfarbe auswählen, haben wir dies getan verschlägt es uns in die Anstalt. Genauer gesagt in Blackwood Sanatorium. Mit dem beliebten Motiv der Amnesie befragt uns der noch namenlose Doktor, trotz seiner beruhigenden Worte lässt uns das Gefühl nicht los, dass hier irgendwas unheimliches vorgeht. Danach führt uns das Spiel galant durch Gänge, Flure in unser Zimmer. Während es tagsüber monoton zugeht, erleiden uns nachts furchtbare Albträume. Das bietet einen netten Kontrast zum “Alltag”. Da wir im Rollstuhl sitzen, ist Bewegung unmöglich. Doch eines Nachts passiert im Sanatorium ein Unglück. Viel mehr möchten wir aus Spoiler-Gründen nicht offenbaren. Nur soviel ab der zweiten Hälfte ziehen die Entwickler die Horror-Schrauben an und das Blut an den Wänden wird das einzig gruselige bleiben. Ab diesem Zeitpunkt sind wir wieder zu Fuß unterwegs. Der Beginn orientiert sich an Psychothrillern á la “Gothika” – zudem können sich Spieler tatsächlich mit anderen Insassen unterhalten. Stichwort: Integrierte Sprachunterstützung. Die gesprochenen Sätze werden allesamt verstanden und vertiefen das Gefühl der Immersion. Leider bleiben die mehreren Nebenfiguren blass. Während Sie in “Until Dawn” mit der Zeit an Tiefgang gewannen, bleibt es hier aus. Mysteriöse Geräusche, Blutflecken am Boden und die Machtlosigkeit inszeniert Supermassive Games hingegen großartig. Alleine für die Soundkulisse lohnt es den Titel mit Kopfhörern zu genießen.

Was uns überrascht hat: Die reine Spielzeit beläuft sich auf rund zwei Stunden. Für ein PSVR-Spiel eindeutig zu wenig. Zu gerne wären wir länger durch die Gänge gestapft um mehr über die Hintergründe erfahren. Animationen sowie Gesichter der Protagonisten sind absolut hervorragend – nur die Grafik hat einige Macken. So mussten wir unserem Test vermehrt Kantenflimmern feststellen, was aber niemals richtig störend war. Durch das eher gemächliche Spieltempo ist die verbreitete Motion Sickness nicht erwartbar. Steuerung ist leider auch nicht intuitiv geraten. Zwar können wir mit Controller und Move-Sticks unsere Figur steuern, müssen jedoch immer eine Taste gedrückt halten zum gehen. Der Controller ist hier besser, aber die Sequenzen per Taschenlampe ist reichlich fummelig. Schade.

The Inpatient - Standard  Edition - [PSVR]
21 Bewertungen

Unser Fazit zu “The Inpatient”.

Das Spiel lässt uns gespalten zurück. Einerseits in die gebotene Atmosphäre ein echtes Highlight und sollte PSVR-Besitzer erlebt haben, aber die Spielzeit von rund zwei Stunden könnte nicht kürzer sein. Die großartigen Aspekte wie den bekannten Schmetterlings-Effekt oder selbst Gespräche führen zu können, lassen die negativen Aspekte etwas unter den Tisch fallen. Nichtsdestotrotz erwartet euch ein spannendes Adventure mit motivierender Story.

Entwickler: Supermassive Games – Preis: 39,99 Euro – Für PlayStation 4 – USK: ab 16

Die Macher von "Until Dawn" möchten uns in ihrem zweiten VR-Ausflug einmal mehr das Fürchten lehren. Nach dem spaßigen Railshooter "Rush of Blood" bekommen wir in "The Inpatient" wohlige Horrorstimmung mit vereinzelten Thriller-Momenten geboten. Ob sich diese Mischung ausgezahlt hat, lest ihr jetzt. Vorgeschichte zu Until Dawn Sony entzückt wieder PSVR-Besitzer mit einem Story getriebenen Abenteuer. Da bereits die Konkurrenz mit Highlights wie "Lone Echo" gute Beispiele bot, dass reine Kampagnen-Titel durchaus mit vollwertigen Spielen mithalten können, schreitet man mit "The Inpatient" in die richtige Richtung. Hier erwartet uns keine simplen VR-Taschenspielertricks oder kleinere Experimente. Von der allerersten Sekunden möchten…
Raffnierter Survival-Horror mit spannender Atmosphäre, der leider unter zu geringer Spielzeit und kleinen Macken leidet.

The Inpatient (PlayStation 4 / VR)

Spielspaß - 80%
Gameplay - 68%
Grafik - 75%
Technik - 70%

73%

Durchschnittlich

Raffnierter Survival-Horror mit spannender Atmosphäre, der leider unter zu geringer Spielzeit und kleinen Macken leidet.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2010 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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