Monster Hunter: World im großen Test

Monster Hunter: World
© Capcom

Monster Hunter: World: Capcom schreitet großen Schritten nach vorne und zelebriert eine weltweite Monsterjagd in nahtlosen Gebieten. Ob sich die Reihe mit diesem Teil nunmehr auch in unseren Gefilden behaupten kann, schildern wir euch in unserem Xbox One-Test.

Es ist schon eine kleine Sensation, wenn es eine Spielereihe schafft, seit rund 14 Jahren unter dem Mainstream-Radar ihr Werk zu verrichten. Capcom´s “Monster Hunter” ist hier ein gutes Beispiel. 2004 auf der PlayStation 2 gestartet, wurde der Mix aus Action und taktischen Kämpfen gegen urzeitliche Monster besonders in Japan positiv angenommen. Hierzulande oder auch den Staaten entbrach diese Euphorie nicht ganz so spektakulär. Vielleicht waren die Anfänge etwas zu kompliziert bzw. benötigte etwas mehr Einarbeitung als andere Genrevertreter. Trotzdem ließ Publisher Capcom nicht locker und produzierte munter weitere Teile inklusive Generationenwechseln sowie Spin-Off. Ab 2011 hatte Nintendo die Ehre besagte Spielerreihe exklusiv auf Konsole anbieten zu können. Während das recht ähnliche “Xenoblades” in Europa jedoch langsam aber sicher mehr und mehr Spieler fand, war “Monster Hunter” als Marke zwar bekannt nur nicht arg populär. Doch mit dem neuesten Streich aus der Capcom-Schmiede könnte sich das ändern. “Monster Hunter: World” braucht kein Vorwissen, erklärt mit hilfreichen Tutorial-Clips seine Spielweise und bietet großen Spielspaß. Doch welche Geschichte soll uns näher gebracht werden?

Zurück auf dem großen Bildschirm wird sogleich eine frischen Handlung eröffnet. Es passiert unerklärliches: Die sogenannten Drachenältesten wandern allesamt in eine neue Welt und niemand kennt den Grund. Deswegen schicken die wissbegierigen Monsterjäger einige Luftschiffe los. Unsere Spielfigur ist Teil der 4. Flotte und wird herzlich empfangen, doch die Freude währt nicht lange. Spektakulär prallen mit dem Drachenältesten Zorah Magdaros zusammen und landen im Nichts. Wunderbar inszeniert: Mit letzter Kraft retten wir uns plus Begleitung und stecken plötzlich im tiefsten Dschungel. Unerforschtes Gebiet. In jeglicher Hinsicht. Ohne Waffe sowie Ausrüstung sind wir im Nachteil. Kurz vor dem sicheren Ende stoßen wir auf das Lager der 5. Flotte, wo unser Abenteuer erst anfängt. Die Storyline von “Monster Hunter: World” würde gemeinhin auf einen Bierdeckel passen. Trotzdem gibt es später einige “Wow!”-Momente. Zumal sich Capcom hier genügend Zeit lässt um den Spieler nicht mit zig Anzeigen zu verunsichern. Vorgestellt wird das Jägerlager (Aspera) was als Hub dient. So lernen wir auch jegliche Monster und Schauplätze der Welt kennen. Durch kleine Missionen erhalten wir Nach und Nach die Möglichkeit Erze, Felle und Pflanzen für Tränke oder Ausrüstung zu craften. Dies passiert teilweise locker im Vorbeigehen. Erste Spielstunden belaufen sich auf klassische Bring-Missionen oder bestimmte Monsterarten zu töten. Mit Waffe ausgerüstet sind die Kämpfe das Herzblut des Spiels. Eine Prise Dark Souls vermengt mit klassischem Buttonmashing – “Monster Hunter” setzt keine Combo-Kisten zum auswendig lernen voraus. Hier kommt unser Katzenbegleiter Palico zum Einsatz, er unterstützt mit Heilkräften.

Dichte Wälder und gefährliche Wege

Bevor wir es jedoch mit den großen Brocken aufnehmen können, vergeht viel Zeit. Kleine Kampf- und Sammelaufträge führen uns durch wunderschön dichte Wälder, offen gestaltete Schroffwüsten bis hin zum pink schimmernden Korallenhochgebirge. Die Spielwelt von “Monster Hunter: World” ist herrlich und detailreich inszeniert. Kleine Ompffliegen schwirren um uns herum, während verfeindete Monster einen Revierkampf abhalten. An jeder Stellen wir nützliche Craft-Items, die wir im Jägerlager zu Essen wandeln können. Stichwort: Schlitzbeere. Überaus praktisch ist die Auto-Crafting-Funktion, gesammelte Gegenstände werden gleich verarbeitet und ins Inventar gelegt. Oder wir lassen uns von Katzen eine herzhafte Mahlzeit zubereiten. (Ja, ihr habt richtig gelesen.) Doch keine Angst, trotz der recht großen Spielwelt haben die Entwickler “Spähkäfer” hinzugefügt, die als leutenden Pfad zu gesteckten Zielen dienen. Eine kreative Alternative zur leidigen Minimap. Im späteren Verlauf wird es umso wichtiger bessere Ausrüstung am Leib zu tragen. Vielseitige Outfit stehen zur Verfügung. Je nach Fasson gibt es neben normalen Lederkutten, Stiefeln auch komplette Blechrüstungen. Doch Obacht! Schwere Rüstungen schützen zwar, verlangsamen aber. Für mich als eher flotten Kämpfer mit Doppelschwert nicht geeignet. Waffen sind ebenso abwechslungsreich vertreten. Von großen Langschwertern bis hin zu Pfeil und Bogen erstreckt sich das Arsenal. Kleiner Tipp: Nicht alle Monster kann mit jedem Gift angegriffen werden. Gerade in größeren Kämpfen sollten wir unsere Stamina-Anzeige im Auge behalten.

Grafisch ist “Monster Hunter: World” der bis dato schönste Ableger. Man merkt einfach, dass Capcom hier möglichst viele Spieler mit seinem Neubeginn der Reihe fesseln wollte. Vom uralten Wald bis zum oben erwähnten Korallenriff – besonders auf Xbox One X sowie PlayStation 4 glänzt das Action-Adventure mit flüssiger Framerate und einer Vielzahl von Details. Bugs oder Tearing konnten wir nicht feststellen. Einziger Knackpunkt: Die Ladezeiten könnten fixer sein. Zudem wir zwischen ganzen drei (!) Grafik-Optionen wählen können: “Bessere Grafikqualität”, “hohe Framerate” oder “Ausgeglichen”. Da MHW als wichtigen Aspekt auch Online-Schnittstellen besitzt, ist ein Chat zwar vorhanden, aber sehen tun wir andere Spieler nicht. Schade.

Monster Hunter: World - [PlayStation 4]
121 Bewertungen

Unser Fazit zu “Monster Hunter: World”

Auch als Neuling innerhalb der Serie bin ich selten so gut rein gekommen. Mit hilfreichen Tipps betreten wir langsam die Welt und lernen Monster sowie Waffen kennen. Items werden beim ersten Mal aufsammeln erklärt. Das Jägerlager ist als Hub durchaus interessant. Aber die Spielwelt ließ mich auch nach 20 Stunden nicht aus ihrem Bann. Hier fliegen Insekten durch die Luft, dort sehen wir Schritte von seltenen Monstern. Alles wirkt aus einem Guss – inklusive dem erfrischenden Ökö-System. Zudem ist es spaßig. “Monster Hunter: World” springt spätestens jetzt an die berechtigte Oberfläche.

Entwickler: Capcom – Preis: 69,99 Euro – Für PlayStation 4, Xbox One und PC – USK: ab 12

Monster Hunter: World: Capcom schreitet großen Schritten nach vorne und zelebriert eine weltweite Monsterjagd in nahtlosen Gebieten. Ob sich die Reihe mit diesem Teil nunmehr auch in unseren Gefilden behaupten kann, schildern wir euch in unserem Xbox One-Test. Es ist schon eine kleine Sensation, wenn es eine Spielereihe schafft, seit rund 14 Jahren unter dem Mainstream-Radar ihr Werk zu verrichten. Capcom´s "Monster Hunter" ist hier ein gutes Beispiel. 2004 auf der PlayStation 2 gestartet, wurde der Mix aus Action und taktischen Kämpfen gegen urzeitliche Monster besonders in Japan positiv angenommen. Hierzulande oder auch den Staaten entbrach diese Euphorie nicht ganz…
Schnittige Monsterjagd in wunderschöner Spielwelt und deftigen Kämpfen.

Monster Hunter: World

Spielspaß - 90%
Gameplay - 90%
Grafik - 91%
Technik - 80%

88%

Ausgezeichnet!

Schnittige Monsterjagd in wunderschöner Spielwelt und deftigen Kämpfen.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2010 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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