Sonic Forces im Test

Sonic Forces
© SEGA

Sonic Forces: Es sollte die große 3D-Auferstehung nach dem guten „Sonic Mania“ werden, doch irgendwie hat man nur alles sehr viel schlimmer gemacht. SEGA hat in vielen Punkten den Vogel abgeschossen und mich etwas verstört zurückgelassen. Unser Test.

Mit Satz den Bach runter

Es passiert nicht alle Tage, dass man mit eher geringen Erwartungen ein Spiel testet und wirklich so dermaßen oft „Ah!“ oder „Wieso!?“ in den Fernseher vor einem ruft. Doch beim neuesten 3D-Ableger „Sonic Forces“ hat SEGA wirklich alles versucht, hier nahezu jeden Bereich zu vermiesen. Angefangen bei der hirnlos erzählten Story, die sogar unter dem Niveau einer Fan-Fiction ansetzt und endet am fast automatisierten Gameplay. Warum ist das jetzt so ärgerlich? Weil, man mit dem reinen Download-Titel „Sonic Mania“ an den richtigen Stellen ansetzte, Stärken hervorhob und Schwächen so geht es eben ging minimierte. Zumal die Entwickler „Sonic Team“ ja nicht das erste Mal ein eher mäßiges Abenteuer mit dem blauen Igel ablieferten. Unzählige Reboots oder wahnhaft versuchte Handlungen wie im Mittelalter in „Sonic und der schwarze Ritter“ trafen vielleicht nur den Nerv eines beinharten Sonic-Fans. Und doch bot „Sonic Generations“ Hoffnung. Hier verband in toller Art und Weise 3D-Areal mit 2D-Abschnitten. Zumal die Story hier charmant inszeniert wurde. Nun steht „Sonic Forces“ in den Regalen und versucht an Glanzzeiten anzuknüpfen. Ohne Erfolg.

Die Handlung hier zu schildern wird schwierig, aber ich probiere es mal. Bösewicht Eggman hat Sonics größte Feinde zusammengetrommelt (u.a. Infinite, Chaos). Mit einem gefundenen Phantomrubin besitzt er unendlich große Kraft und merzt, vorerst, Sonic aus. Sein Team bestehend aus Knuckles, Tails und Silver arbeiten aus dem Untergrund heraus und finden mithilfe eines jungen Rekruten (von uns erstellt) Sonic gefangen auf dem Todesstern-Replikat „Death Egg“. Lasst die Revolution beginnen. Okay, Sonic bewies nie ein Gespür für dramatische oder gute Storys. Allesamt waren jedoch sinniger und logischer als dieser Fan-Fiction Brei, der uns Spielern hier serviert wird. Zumal wir in den rund 30 Leveln (Episoden) die übrigens jeweils nur 2-3 Minuten dauern kleinere Gespräche mitgekommen. Nachdem wir unsere Figur editiert haben, wechseln wir munter zwischen ihm, Sonic und Classic Sonic. Bei letzterem spielen wir Abschnitte durchgehend in 2D-Optik was sich spielerisch unterscheidet. Denn in allen anderen Leveln geht nur darum, mit dem linken Stick nach vorne und auf die X-Taste zu drücken. Gar automatisiert bewegt sich der blaue Igel – nach rechts und links lenkt er selbst und Feinde sind im „Speed“-Mode auch kein Problem. Wahrscheinlich das erste Spiel der Welt, dass sich alleine spielt. Spaßige Sequenzen übernimmt das Spiel selbst und wir verblieben als bloße Zuschauer. Episoden suchen wir aber selbstständig auf der Weltkarte aus. Nach erledigten Stages erhalten wir Abzeichen sowie unnötig viele Accessoires. Doch die größte Frechheit hier ist die Spielzeit. Ungelogen. Ich habe 4 (!) Stunden für die Story-Kampagne gebraucht. Zeit gelassen alle Ebenen zu durchforsten. Selbst die aktuelle von „Call of Duty WW2“ ist länger.

Sonic Generations
36 Bewertungen
Sonic Generations
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Technisch ist „Sonic Forces“ ein Lichtblick. Trotz der teilweise miserablen Grafikqualität insbesondere auf Weitsicht und groben Texturen gewinnt der Titel gerade in aufwendigen Sequenzen Sympathiepunkte. Leider gibt es kein PS4 Pro oder One X-Update die es vielleicht ändern könnten. Abstürze fanden nicht statt. Die Musik ist auch so ein Ding. Aufgedrehter Poprock mit Lyrics in einigen Leveln. Hier kommt man sich wie in einer japanischen Spielhalle vor, in die ein wahnsinniger Besitzer Kinder eingeschlossen hat und sie damit bis zum Anschlag nerven will. Diese gespielt unnötige Coolness erregt bereits 10 Minuten den Wunsch den Controller samt Konsole aus dem Fernseher zu werfen. Was hat sich SEGA nur dabei gedacht?

Unser Fazit zu „Sonic Forces“

Was in drei Teufels Namen haben sich SEGA und Sonic Team nur bei „Sonic Forces“ gedacht? Anders gesagt: Was ist nach „Sonic Adventure“ schief gelaufen? Eine völlig hirnrissige Story, die sich mal widerspricht oder gar nicht erst logisch ist. Das Gameplay. Hielt es jemand ernsthaft für eine grandiose Idee weite Teile der Level auf Schienen abspielen zu lassen? Okay, die Charakter-Erstellung ist frisch und kann für Fans sogar als DAS Feature angesehen werden, aber wenn selbst Bosskämpfe so uninspiriert präsentiert werden, ist das überaus schade. „Sonic Forces“ hat meine geringen Erwartungen nochmals unterboten und sollte wirklich nur für harte Sonic-Fans….spaßig sein.

Entwickler: Sonic Team – Preis: 39,99 Euro – Für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC – USK: ab 6

Sonic Forces: Es sollte die große 3D-Auferstehung nach dem guten "Sonic Mania" werden, doch irgendwie hat man nur alles sehr viel schlimmer gemacht. SEGA hat in vielen Punkten den Vogel abgeschossen und mich etwas verstört zurückgelassen. Unser Test. Mit Satz den Bach runter Es passiert nicht alle Tage, dass man mit eher geringen Erwartungen ein Spiel testet und wirklich so dermaßen oft "Ah!" oder "Wieso!?" in den Fernseher vor einem ruft. Doch beim neuesten 3D-Ableger "Sonic Forces" hat SEGA wirklich alles versucht, hier nahezu jeden Bereich zu vermiesen. Angefangen bei der hirnlos erzählten Story, die sogar unter dem Niveau einer…
Schwacher Auftritt des blauen Igels, der jedwede Kreativität oder überhaupt Spielspaß vermissen lässt. Puh.

Sonic Forces (PlayStation 4)

Spielspaß - 45%
Gameplay - 40%
Grafik - 60%
Technik - 65%

53%

Enttäuschend.

Schwacher Auftritt des blauen Igels, der jedwede Kreativität oder überhaupt Spielspaß vermissen lässt. Puh.

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Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2010 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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