Filmkritik zu Logan Lucky

Logan Lucky
© Studiocanal

Steven Soderburgh meldet sich mit „Logan Lucky“ im Kino zurück. Ob der recht eigenwillige Mix aus abgedrehter Gangster-Comedy im „Oceans 11“-Style und gefühlvoller Melancholie auch ein erfolgreiches Comeback bedeutet, verraten wir euch in der Filmkritik.

Zurück zu den Wurzeln

2013 verabschiedete sich Regisseur Steven Soderburgh vom Kino. Grund waren die übermäßige Zahl an Blockbustern, „die ja nur Geld in Kassen spülen sollen“. Oder auch „Kreativer Selbstmord“ fiel in mehreren Interviews. Sein Metier sollten Serien für´s Fernsehen werden. Kein schlechter Plan, wenn man bedenkt, dass Hollywood-Stars wie Kevin Spacey oder zuletzt Kathy Bates hier einige frische Facetten ihrer Erfolge offenbarten. Nicht minder wichtig: Serien können wahrlich gut geschrieben sein. „Breaking Bad“ oder selbst „Game of Thrones“ unterhalten mit den fein geschliffenen Dialogen ihr Millionenpublikum. Mit „The Knick“ vermag Soderburgh mit Charakterdarsteller Clive Owen ein guten Partner gefunden zu haben, trotzdem konnte die Serie keinen Hype wie genannte Serien auslösen. Die Handlung angesiedelt im frühen 20. Jahrhundert in einem Krankenhaus war interessant, aber bot eben keinen besonderen Mehrwert. 2016 kam die überraschende Meldung, dass Soderburgh an einem Kinofilm arbeitet. Nun startete vor einigen Tagen „Logan Lucky“ in den deutschen Lichtspielhäusern.

Die Gebrüder Clyde (Adam Driver) und Jimmy Logan (Channing Tatum) scheinen vom Pech verfolgt zu sein. Clyde wurde während seinem Irak-Einsatz, die linke Hand weg geschossen und Jimmy verlor gerade seinen Job als Baggerfahrer. Doch letzterer hat einen wagemutigen Plan. Ein Raubzug während des Memorial Days der örtlichen NASCAR-Strecke „Charlotte Motor Speedway“. Mit Hilfe der Einbrecher-Legende Joe Bang (Daniel Craig) hat Jimmy schon den idealen Einstieg ausgemacht. Das unterirdische Rohrpost-System unter der Strecke. Die Handlung von „Lucky Logan“ wirkt episodenhaft. Regisseur Soderburgh möchte hier keine großen Parallelen zu seiner Erfolgsreihe „Ocean“ aufbauen, aber verfehlt dieses Ziel. Zum Glück! Denn wie im geistigen Vorbild darf sich der Zuschauer über herrlich abgedrehte Figuren erfreuen. Wie etwas Clyde, der als einarmiger Barkeeper im Ort arbeitet. Alleine die Sequenz als Seth MacFarlane mit Clyde ins Gespräch kommt, sprüht vor Situationskomik und Sarkasmus. Gerade Komik wird im Film auf verschiedenen Ebenen bearbeitet. Einmal mit klassischen Gags, dann gut eingefangene Situationskomik und schließlich Humor mit einem Schuss Melancholie. Allesamt unterhaltsam und mehrere Schmunzler wert. Neben dem guten Hauptcast beweist Soderburgh, dass er bis in die Nebenrollen gute Leute fand. Katie Holmes als zickige aber liebenswerte Ex-Frau von Jimmy oder auch Katherine Waterston als Ärztin auf Rädern machen ihre Sache mehr als gelungen. Zudem ist es schön, dass Craig außer 007 hier Spielfreude beweist.

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Der Score ist handlungstypisch mit Country-Klassikern unterlegt. Sei es das ikonische „West Virginia“ von John Denver. Hervorragende Songauswahl, die Szenen herrlich hervorheben und den ganz eigenen Stil von Soderburgh wieder greifbar machen. Auch sonst, wirkt das ganze Konstrukt wie aus einem Coen-Film. Die durchweg herrschende Tragik mit lustigen Ideen aufgelockert. Insgesamt ist Logan Lucky eher ruhig gehalten. Anders als im Trailer gezeigt.

Unser Fazit zu Logan Lucky

Ein feines Comeback für Steven Soderburgh. Mit Witz, viel Südstaaten-Charme und ideenreichen Momenten bedient sich „Logan Lucky“ zwar der Präsmisse aus ähnlich gelagerten Heist-Movies wie „Oceans 11“ versetzt diese jedoch mit kantigen Figuren und schafft somit einen sehenswerten Film, der sich lohnt angesehen zu werden.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Logan Lucky“ gibt es hier.

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Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2010 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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