Uncharted: The Lost Legacy im Test

Uncharted: The Lost Legacy
© PlayStation

Uncharted: The Lost Legacy: Der XXL-DLC zur Uncharted-Reihe! Statt mit Nathan Drake rennen, kämpfen und klettern wir mit Femme Fatale Chloe Frazer durch den indischen Dschungel. Ein Spiel, dass selbst Tomb Raider in vielerlei Hinsicht gefährlich werden könnte. Unser Test.

Lohnende Wartezeit

Wäre euch eine Wertung recht, in der ich sage, dass ich mit Freuden „Uncharted: The Lost Legacy“ gleich zweimal durchgespielt habe? Oder, dass Naughty Dog´s Mega-Add-On wahrscheinlich der beste Vertreter seiner Zunft darstellt. Werden Spieler in anderen Titeln mit lachhaften Maps oder gar nur neuen Kostümen abgespeist, mussten Uncharted 4: A Thief´s End-Käufer zwar über ein Jahr auf ein Wiedersehen mit der Reihe warten, könnten dafür aber nicht besser belohnt werden. Protagonist Nathan Drake hat sich zwar im Vorgänger in den völlig verdienten Ruhestand begeben, doch wussten die Entwickler, dass diese ganze Welt aus verborgenen Schätzen, Tempeln und Schatzsuchern vielleicht noch ein Spiel mehr vertragen könnte. Doch eine Neuerung musste sein. Die Hauptfiguren. Bereits auf der E3 2015 staunte Fachpresse und Fans nicht schlecht, dass zu allererst ein Krisengebiet als Setting dienen sollte und am Ende bekannt wurde, dass Nebenfigur Nicole Ross sowie Chloe Frazer, hier in Drakes Fußstapfen treten sollten. Quasi, echtes „Tomb Raider“-Feeling in der Uncharted-Welt erleben. Bekanntlich verschob das Studio einige Male den Release, doch am 23. August ist es soweit. „Uncharted: The Lost Legacy“ kommt.

Die Handlung ist bekanntlich eher einfach gestrickt: Das eher unfreiwillige Zweigespann aus Nicole Ross und Chloe Frazer suchen den Stoßzahn der Hoysala. Neben wirren Hinweisen kommt erschwerend, ihr Widersacher Asav hinzu. Dieser bringt gleich einen ganzen Söldner-Trupp mit. Nach einem Einbruch in Asav´s Büro treffen die Drei erstmals aufeinander. Schnell wird klar, dass Asav mehr im Schilde führt und alle eine Gemeinsamkeit verbindet. Nach hitzigen Gefechten findet sich das Duo Frazer/Ross im indischen Dschungel wieder. Und ab hier beginnt ihr Abenteuer erst. Studio Naughty Dog hätte es sich mit ihrem DLC denkbar einfach machen können. Hier ein paar Kletter-Einlagen, dort Shooter-Sequenzen und zwischendurch Schätze einsammeln. Taten sie jedoch nicht. Randfigur Chloe Frazer aus Uncharted Teil 2 & Teil 3 wird mit derart viel Menschlichkeit und Ruhe in das Spiel eingeführt, dass man meinen könnte, sie wäre eine neue Protagonistin. Wir spielen eine selbstbewusste, humorvolle und schlagfertige Frau, die weiblichen Spielfiguren in Videospielen ein Vorbild sein sollte. Nadine Ross aus dem Vorgänger kannte bereits, aber nur oberflächlich. Ähnlich mutig wie Chloe ist sie aber ordnungsliebender und möchte über alle Fakten informiert sein. Während ihre Partnerin damit sportlich nimmt. Während der gut 13 stündigen Kampagne dürfen wir viele lustige Frotzeleien lauschen und sogar Gespräche weiterführen. Uncharted ist dafür bekannt, in den kleinsten Szenen unglaublich kreative Figurenentwicklung zu präsentieren. Auch hier gibt es mehr als einen solchen Moment.

Rambo oder Sam Fisher-Style?

Das Gameplay ist gegenüber seinem Vorgänger weitesgehend gleichgeblieben. Dennoch etwas tiefgründiger. Wir springen gewohnt über Abgründe, was in TLL noch eine Spur smoother aussieht, lassen die Waffen sprechen oder verstecken uns im hohen Gras und schalten Gegner still und heimlich aus. Die KI ist nicht dumm geraten und erkennt uns, wenn wir zu offensichtlich herumlaufen. Bei Alarm gibt es hitzige Gefechte und wenn wir nicht mehr zu sehen sind, suchen Feinde kategorisch das Areal ab. Enterhaken-Passagen gibt es hier einen Tick mehr, während die obligatorischen Rutsch-Abschnitte nicht mehr derart häufig vorkommen. Für die Reihe typische Schrecksekunden, wenn ein Vorsprung abbricht, wurde in kleinerer Dosis bewahrt. Selbst nach durchgehend 10 Stunden bleibt das Gameplay ungemein flott und überrascht mit so manchem kreativen Einfall der Entwickler. Erstmals können wir in Uncharted: The Lost Legacy eine schallgedämpfte Pistole aufnehmen, die hilfreicher ist als man meinen könnte. Im ersten Drittel haben wir ein größeres Areal, dass wir per Jeep erforschen und kleinere Schätze wie antike Anhänger finden. Der Bolide steuert sich schwammig. Keine Angst, auch im Add-On wartet keine unnötige „Open World“ auf euch. Der Multiplayer wurde direkt aus Teil 4 übernommen, während es ganz frisch einen „Horde“-Modus mit verschiedenen MP-Figuren zu spielen gibt. Zum Zeitpunkt des Tests waren noch die Server offline. Bildet aber keinen Kaufgrund.

Grafisch orientierte man sich klar an „Uncharted 4: The Thief´s End“. Die Farben sind schön kräftig, Kontraste hoch bei kompatiblem Fernseh-Gerät gibt es zudem HDR-Effekte. Details wie Steinwände oder auch Neon-Reklamen sind hochauflösend zu entdecken. Schön: Falls Chloe und Nadine durch Schlamm müssen, sieht man deutlich ihre Fußspuren danach. Das sind nur kleinere Aspekte, spricht aber für die Genauigkeit und Effizienz der Entwickler. Bis auf wenigen Ausnahmen wie hakelige Animationen oder abgeschnittene Dialoge kann es technisch überzeugen. Der Sound wurde üblicherweise mit Hingabe bearbeitet. Wasserplätschern, Vogelgezwitscher reihen sich mühelos in das Gesamtkonzept ein. Darüber hinaus steuert Komponist Henry Jackman einmal mehr einen gar perfekten Soundtrack zum Spiel dazu. Schnelle rhythmische Melodien wechseln sich mit langen orchestralen Klängen ab. Hollywood-reif!

Uncharted: The Lost Legacy - [PlayStation 4]
188 Bewertungen
Uncharted: The Lost Legacy - [PlayStation 4]
  • Plattform: PlayStation 4
  • Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Genre: Aktion, Abenteuer

Unser Fazit zu Uncharted: The Lost Legacy

Was für ein DLC-Meisterwerk! Ich bin fast geneigt zu sagen, dass „Uncharted: The Lost Legacy“ das beste Add-On gewesen ist das ich jemals spielte. Aus dem Plan nur 2 Stunden mehr Story zu bieten wurde ein, im Vergleich, monumentales Action-Abenteuer. Selbst die sich angleichende „Tomb Raider“-Reihe sollte sich hier warm anziehen. Raffinierte Rätsel, großartige Dialoge und ein fantastisches Gameplay machen dieses Spin-Off zu „Uncharted“ zu einem der Must-Play´s im Jahr 2017.

Entwickler: Naughty Dog – Preis: 39,99 Euro – Für PlayStation 4 – USK: ab 16

Uncharted: The Lost Legacy: Der XXL-DLC zur Uncharted-Reihe! Statt mit Nathan Drake rennen, kämpfen und klettern wir mit Femme Fatale Chloe Frazer durch den indischen Dschungel. Ein Spiel, dass selbst Tomb Raider in vielerlei Hinsicht gefährlich werden könnte. Unser Test. Lohnende Wartezeit Wäre euch eine Wertung recht, in der ich sage, dass ich mit Freuden "Uncharted: The Lost Legacy" gleich zweimal durchgespielt habe? Oder, dass Naughty Dog´s Mega-Add-On wahrscheinlich der beste Vertreter seiner Zunft darstellt. Werden Spieler in anderen Titeln mit lachhaften Maps oder gar nur neuen Kostümen abgespeist, mussten Uncharted 4: A Thief´s End-Käufer zwar über ein Jahr auf…
So muss ein DLC sein! Rundum gutes Schatzjäger-Abenteuer, dass in allen Aspekten überzeugt.

Uncharted: The Lost Legacy (PlayStation 4)

Spielspaß - 95%
Gameplay - 90%
Grafik - 90%
Technik - 80%

89%

Ausgezeichnet!

So muss ein DLC sein! Rundum gutes Schatzjäger-Abenteuer, dass in allen Aspekten überzeugt.

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Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2010 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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