Mit Oliver Rasche im Gespräch – Unser Twitterview

Oliver Rasche
Oliver Rasche

Oliver Rasche – ein moderner digital Hero, der früher für die „Heute Show“ sowie „Hart aber Fair“ aktiv war und aktuell bei welt.de und N24 engagiert ist. Multimedia-Producer ist er ebenfalls und wahrscheinlich noch sehr viel mehr. Jedoch, was denkt Oliver Rasche über Twitter? Welche Kritikpunkte sieht er beim Kurznachrichtendienst? Welche Inhalte mag er selbst besonders gern? Zeit für ein Twitterview mit Oliver Rasche.

Twitterview mit Oliver Rasche

Im wirklichen Leben bin ich häufig mit diesen Aufgaben beschäftigt:

Wirkliches Leben? Ist das so eine Reality-Game-App? Na gut, wenn ich aus Versehen mein Handy verlegt habe, überbrücke ich die Zeit damit, Dinge zu schreiben. Die Welt ist so lieb und veröffentlich die dann manchmal. Und dann bewegen sich bei der Welt und bei N24 ja viele Bilder. Ich helfe mit, dass sie sich in die richtige Richtung bewegen.

Meine ersten Erfahrungen mit Twitter:

Vor sieben Jahren. Damals war ich ein „Ei“ mit 12 Followern und wollte um Gottes Willen niemals aktiv werden. Dann saß ich plötzlich in einem ICE und wir standen wegen „technischer Defekte“ stundenlang bei Hildesheim auf der Strecke. Aus Langeweile griff ich zum Handy und twitterte über unsere Misere. Manchen gefiel das und ich hatte nicht nur bitteren Mitropa-Kaffee getrunken, sondern auch Blut geleckt. Und irgendwie höre ich seitdem nicht mehr auf.

Wofür ich Twitter sehr dankbar bin:

Für die gute Suchfunktion. Nimm das, Facebook!

Die Begrenzung auf 140 Zeichen pro Tweet finde ich:

Nervig und (meistens) richtig.

Das macht mir bei Twitter am meisten Spaß:

Durch lange Diskussionen zu scrollen, die sich manchmal entspinnen. Meist weniger aggro als bei FB, schon allein weil man einfach nicht den Platz hat. Dafür oft erstaunlich witzig und klug. Jetzt neulich die Diskussion zwischen Frank Elstner und Air Berlin. Plötzlich schaltet sich die unvermeidliche, ääh, die wundervolle Frau Hayali ein, dann Gert Postel. Das ist dieser Typ, der eigentlich Postbote ist und jahrelang als Psychologe gearbeitet hat, dabei sogar Karriere gemacht hat. Wo gibt es das sonst? Ein Moderator, ein Hochstapler und das gute Gewissen des modernen Journalismus streiten mit und gegen eine Fluggesellschaft um Gepäck. Herrlich!

Viele fragen sich, ob Twitter die nächsten Jahre übersteht. Meine Prognose lautet:

Ja. Es erfüllt zwei Funktionen: Es unterhält und es dient als Nachrichten- und Verlautbarungsbörse auch für Unternehmen und Ministerien. Gerade der zweite Bereich wird sich noch entwickeln, weil viele Behörden sich den Aufwand bei FB sparen wollen und daher in Sachen Social Media auf Twitter setzen.

Diesen Tweet von mir empfinde ich als pures Gold, aber meine Follower sahen das ganz anders:

Ich fand den toll. Die meisten Follower offenbar nicht. Ist ja oft so. Und umgekehrt auch: Da machst du einen Witz oder Spruch, den du selbst so gerade noch ok findest – und irgendwie gefällt er. Man steckt halt nicht drin.

Bei diesem Tweet von einem anderen Twitter-Account habe ich laut gelacht:

Berlin in a Nutshell, oder?

Dieser Tweet von einem anderen Twitter-Account hat mich nachdenklich gemacht:

Auf seinem offiziellen Account schrieb Trumps Sprecher Sean Spicer am Tag als bekannt wurde, dass er gehen muss: „It’s been an honor & a privilege to serve @POTUS @realDonaldTrump & this amazing country.“

Der Mann musste monatelang so offensichtlich lügen und sich von beiden Seiten, der Presse und seinem Boss wirklich demütigen lassen. Und dann ist offenbar nicht mal der Rausschmiss ein Befreiungsschlag? Ich kann ihn nicht ab, gleichzeitig tut er mir Leid. Komisches Gefühl. Über so etwas denke ich nach.

Was mich auf Twitter manchmal stört:

Das ist einfach: Dass Sonntags ab 20 Uhr 15 nur – wirklich fast ausschließlich – über den laufenden tatort getwittert wird. Vielleicht mal den Namen des Mörder gegen 20 Uhr 17 twittern? Dann kommt wahrscheinlich erst ein Shitstorm – und dann sind wir alle wieder offen für andere Themen.

Dieses Feature wünsche ich mir schon lange auf Twitter:

Ok, vielleicht manchmal einen Joker – einmal am Tag darf man mehr als 140 Zeichen twittern. Dann muss man viele wichtige Dinge nicht mehr nur verlinken. Würde der Plattform gut tun, oder?

Diese drei Twitter-Leute würde ich gerne im realen Leben treffen:

Noch mal, was ist dieses reale Leben? Ok: Gottschalk. Ich mag seinen Account. Entspannt und witzig. Und ja: Donald Trump. Sagen bestimmt alle, oder? Ich habe ja immer diese leise Hoffnung, auch bei sehr, sehr skurrilen Menschen noch was ausrichten zu können. Und vielleicht ist ja alles nur ein großes Missverständnis und wenn man das überwindet, wird alles etwas besser? Und Dr. Klenk aus der Werbung für Schampoo. Vor dem habe ich zwar Angst, aber er fasziniert mich auch, ich kann nicht wegschauen. Befürchte aber, der Account ist Fake.

Besten Dank für das Twitterview.

Hier kann man dem Profil von Oliver Rasche auf Twitter folgen.

Dem Autor David Schelling jetzt auf Twitter folgen.
Das Blog von David Schelling besuchen.

Im Startup die Welt gestalten: Wie Jobs in der Grunderszene funktionieren
2 Bewertungen
Im Startup die Welt gestalten: Wie Jobs in der Grunderszene funktionieren
  • Nicole Bogott, Stefan Rippler, Branko Woischwill
  • Springer Gabler
  • Taschenbuch: 256 Seiten

Veganerin und Mutter von 2,1 Kindern (laktosefrei) | YouTuber mit OMG!!! 3 Mio. Abonnenten | Aus Gründen privat hier | Snapchat: Achtung Satire

Hier geht es weiter...