Filmkritik zu „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“

© EuropaCorp

Valerian: Nach jahrelanger Planung bringt Regie-Legende Luc Besson sein Herzensprojekt endlich in die Lichtspielhäuser. Ob der bis dato teuerste europäische Blockbuster auch Liebhaber abseits von Comic und Sci-Fi gewinnen kann, verrät unsere Filmkritik.

Ersehnte Filme

Herzensprojekte. Das sind so Sachen im Film. Mal ausbrechen aus dem ständigen Mainstream-Kreis mit all seinen Happy Ends und guten sympathischen Figuren, die mit One-Linern um sich schlagen. Seit einiger Zeit verwirklichen viele bekannte Regisseure ihre lang geplanten Filme. Beispielsweise Martin Scorsese. Seit Mitte der 80er wollte er das Buch „Silence“ des Japaner Endō Shūsaku verfilmen. Da aber Mafia oder allgemein Thriller bei den Zuschauern besser ankommen, wie ein Werk über zwei vom Vatikan gesandte Priester, die ihren Mentor aus dem Christentum befreiten Japan retten müssen. Doch er blieb hartnäckig. Drehte mit „Wolf of Wolf Street“ einen der besten Finanz-Satire-Biopic´s der letzten 30 Jahre und sammelte endlich genug Credit bei den Studios um anzufangen. Keine Frage, der Nischenfilm lockte nicht viele Zuseher. Aber ein Herzensprojekt wurde verwirklicht. Nun war Luc Besson an der Reihe. Mit „Léon – Der Profi“ und „Das fünfte Element“ konnte er Alt und Jung gleichermaßen begeistern. Getrennt natürlich. Was lag näher als einen Comic, der so halb darauf basiert endlich als Verfilmung zu präsentieren. Hier war es dem technischen Aspekt geschuldet, dass Besson lange warten musste. Erst seit Avatar von James Cameron war eine Darstellung verschiendenster Alienrassen in einer 3D-Welt machbar. Nun kam „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“ ins Kino und gilt bis dato als der teuerste europäische Film ever. Doch reicht das um zu überzeugen?

Die Spezialagenten Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) ruhen sich gerade auf einer tropischen Insel aus, bis sie einen Auftrag des Innenministers erhalten. Währenddessen bekommt Valerian telepathisch eine Nachricht zugesendet, die jedoch mehr als geheimnisvoll wirkt. Bei ihrem Auftrag auf einem riesigen holografischen Marktplatz muss Valerian eine Perle des Planeten Múl mit einem lebenden Transformator stehlen, geht aber so ziemlich alles schief. Nichtsdestotrotz wird trotz Anwesenheit der Spezialagenten Commander Arün Flitt (Clive Owen) von Unbekannten entführt. Nun gilt es die Untiefen der Raumstation „Alpha“ zu erforschen und ihn zu finden. Um eines vorweg zu nehmen, „Valerian“ fängt in den ersten 30-45 Minuten wirklich grandios an und baut gegen Ende leider merklich ab. Der Anfang untermalt mit David Bowie´s unsterblichen Klassiker „Space Oddity“ den Weg der Menschheit zu einem Mitglied im Universum bzw. einer großen terrestrischen Raumstation in der gelebt, gehandelt und geforscht wird. Hier hat Besson seine Vorstellungen aus dem Comic perfekt in den Film gebracht. Schöne Weltall-Panoramen á la Gravity trifft auf kreative Alienrassen aus Star Wars. Wichtige Bemerkung: Der komplette Film wurde nicht in 3D gedreht sondern am Computer im Nachhinein konvertiert, was manchmal zu kleineren Bildfehlern führt.

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Die Darstellerriege ist leider durchwachsen geraten. Auf der einen Seite bietet der Film mit Clive Owen eine tolle Figur, die leider zu wenig Screentime erhält und auf der anderen das Model/Schauspielerin Cara Delevinge die zwar deutlich besser spielt als im desaströsen „Suicide Squad“ jedoch in einigen Szenen auf „Verdachtsfälle“-Niveau ist. Ihr ewiger Verehrer Valerian wird von „A Cure of Wellness“-Hauptdarsteller Dane DeHaan verkörpert. Er ist überzeugend und verspricht sich für mehrere kommende Filme. Die Chemie zwischen ihm und Laureline ist abwechselnd zwischen frech lieblich und nervtötend. Wortgefechte könnten teilweise etwas pointierter sein. Die Technik in „Valerian“ könnte nicht besser sein. Die rund 185 Millionen Euro teuren Produktionskosten sind gut angelegt worden und kann locker neben dem neuen Star Wars-Fortsetzungen bestehen. Details der Aliens sind gut erkennbar und sehen alles andere als billig aus. Der Score bewegt sich von großen orchestralen John Williams-Verneigungen bis lauen 80er Hits im Hintergrund. Die Musik unterstreicht ganz gut jede einzelne Situation und bleibt sogar im Kopf.

Unser Fazit zu Valerian

Das Herzensprojekt von Luc Besson ist eines: bildgewaltig. In den letzten 20 Jahren gab es selten derart kreative wie frische Ideen auf der großen Leinwand zu bewundern. Von ausgefallenen Alien-Rassen bis zu grandiosen Planeten. Die Actionsequenzen gehen ebenfalls mit einem guten Tempo hervor, an was jedoch das relativ starke Grundgerüst krankt ist die ziellose Story, die gegen Ende jeden Elan vermisst und der Umstand, dass der Cast durchschnittlich ist. Wer damit gut leben kann, darf sich auf ein großartiges Weltraum-Abenteuer freuen. Kleines Highlight: Haudegen Rutger Hauer bekommt auch einen kleinen Auftritt spendiert.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ gibt es hier.

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Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2010 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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