Gute Influencer, schlechte Influencer

Influencer sind dieser Tage beliebt und gehasst in den Agenturen. Auf der einen Seite braucht man ihre Reichweite und auf der anderen Seite beschwert man sich gern über diese Truppe und ihre Preisforderungen für Posts und Artikel. Dabei findet bei vielen Herstellern und Agenturen auch ein Umdenken statt.

Die Abstauber haben dem Markt geschadet

Influencer sind keine Journalisten und müssen sich daher auch nicht an alte Regeln und Umgangsformen halten. Vor allem hält sich mittlerweile jeder für einen Influencer. 30 Leser pro Monat und 4 Abonnenten bei Instagram und schon ist man wichtiger Influencer. Das Wort hat hier auch schon Schaden angerichtet, weil nun jedermann Influencer sein möchte. Da werden Testgeräte angefordert und natürlich darf und muss man die behalten. Uncool. Vor allem aber haben Agenturen und Hersteller lange Zeit nur auf die Reichweite bei der Auswahl der Influencer geschaut. Werbeaktion, zehn Leute buchen und nach 14 Tagen benutzt jeder wieder sein iPhone anstatt das Gerät vom Hersteller. Immer wieder unterhalte ich mich mit Agenturlern über die Schwächen und Probleme beim Influencer-Marketing. Dabei erwähne ich immer wieder Joey Kelly. Warum?

Joey Kelly ist ein echter Influencer

Erst einmal ist der Kerl total nett. Das ist mir bei verschiedenen Events immer wieder aufgefallen. Daneben hat kein Werbepartner Probleme mit seinen Mützen und Westen voller Werbe-Aufnäher. Das Gute an Kelly? Er ist das ganze Jahr damit sichtbar unterwegs. Wo Joey Kelly ist, da sieht man seine Werbepartner. Er steht dafür mit seiner Person ein, selbst wenn er für eine TV-Show durch die Wüste Namibias rennt. Im Internet vergessen die sogenannten Influencer schnell ihre Partner. Meiner Meinung nach sollte man mit Influencern heute anders arbeiten. Sie haben Reichweite, sind überall im Netz unterwegs und auch im Freundes- und Bekanntenkreis mit ihren Aktivitäten bekannt. Anstatt hier und da als Hersteller und Agentur einen Werbedeal zu machen, sollte man Influencer wirklich für die eigenen Produkt-Neuheiten nutzen.

Immer das aktuelle Smartphone von uns

Sponsored Post? Drei Tweets am kommenden Montag zum Event? Sicher wichtig, aber diese Flitzpiepe soll auch bei eigenen Besuchen auf Messen und im Alltag das Branding und die Marke präsentieren. Natürlich erhält er/sie von uns immer unsere neuesten Produkte. Die nutzt er/sie dann auch. Vor allem macht es den Influencer auch glaubwürdiger, weil auch in jeder Mail unten automatisch der Satz „von meinem XYZ Smartphone gesendet“ erscheint. Er oder sie benutzen diese Geräte immer. Der Influencer testet nicht nur für ein Video auf seinem YouTube-Kanal einen Audi, sondern fährt Audi. Im Privatleben, im Arbeitsleben und in der Freizeit. Gibt es ein Foto vom Influencer im Auto, so ist sofort auch die Marke dabei. Nur deshalb ist Mitsubishi so fest in den Köpfen der Menschen und Fans mit Jackie Chan verknüpft. Sie haben jeden seiner Filme gesponsert. Sie sind fester Partner. Hersteller und Agenturen sollten sich ebenfalls die Markenbotschafter suchen und ausstatten. Sie gehen dann von allein zu Events und jeder sieht das verwendete Telefon. Er wird darauf immer wieder angesprochen. Das kann auch im Privatleben passieren. Wie oft werde ich nach meiner Meinung zu HUAWEI gefragt und muss mein Mate 8 vorführen? Dafür werde ich nicht bezahlt. Das ist aber wirklich 360 Grad Marketing. Ich nutze auch kein iPhone privat, oder hole mein Mate 8 nur für Werbezwecke aus der Tasche.

Neue Deals für Influencer

Anstatt sich wahllos drei angesagte YouTuber für eine Aktion zu buchen, sollte sich das Marketing mit Influencern wandeln. Wer ist Fan von unseren Produkten? Wer steht wirklich zur Marke? Diese Leute versorgen wir exklusiv mit unseren Produkten (Wollen sowieso immer die meisten Influencer) und laden sie zu unseren Events ein. Daneben verfolgen wir nicht nur die Aktivitäten des Influencers bei gebuchten Werbepostings, sondern verfolgen das ganze Jahr über mögliche Erwähnungen, kommunizieren online mit ihm und teilen auch vielleicht sogar seine Botschaften, wenn sie zu unserer Marke passen. Bislang ist Influencer-Marketing eine Einbahnstraße, welche nur Reichweiten kennt. Es wird schon in Kürze besseres Tracking/Reporting geben, damit man auch die Werbewirksamkeit der gebuchten Influencer messen kann. Das ist aber zu kurz gedacht. Robert Basic hat zum Beispiel wegen meiner Empfehlung ein Mobiltelefon eines bestimmten Herstellers gekauft. Das hatte ich ihm aufrichtig bei einem Espresso in Hamburg empfohlen, weil ich so zufrieden damit war. Diesen Kauf wird man nie durch Trackinglinks nachweisen können. Influencer ist man einfach und lebt es auch. Nicht nur für den Moment, sondern immer als glaubwürdige Person.

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Seit 2003 aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Autor und Moderator. Twittere nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Führe wichtige Telefonate noch per Festnetz.

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