Resident Evil: The Final Chapter – Filmkritik

Resident Evil: The Final Chapter: Ab Donnerstag startet der vermeintlich letzte Teil der erfolgsverwöhnten Trash-Kinoreihe „Resident Evil“. Ob sich eine Rückkehr nach Racoon City in den Hive mit Milla Jovovich lohnt, verrät unsere Kritik.

Es bleiben Fragen

Die Geschichte von Resident Evil ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Einst als geistiger Nachfolger von „Alone in the Dark“ gestartet, katapultierte sich die Spielereihe sobald in die Herzen vieler Gamer. Der Mix aus gruseliger Erforschung eines Herrenhauses und gut getimter Action sorgen bis heute in den „Remastered“-Fassungen für spannende Konsolenkost. Anders sieht es mit der 2002 gestarteten Film-Franchise aus. Regisseur, Drehbuch-Autor und meist Produzent in Personal-Union Paul W. S. Anderson formte aus der Survival-Action Stimmung der Spiele in eine Art Sci-Fi Action mit unterschwelligem Horror um. Wobei ersterer sich so ziemlich am meisten noch damit identifizieren konnte. Während beispielsweise Star Wars an jedem Anfang nur die wichtigsten Eckdaten dem Zuschauer näherbringt, schritt es Resident Evil seit jeher anders an. Die im Mittelpunkt der Saga stehende Alice (Milla Jovovich), sie erzählt uns nochmals die Handlungsstränge der letzten Fortsetzungen. Im Grunde eine kluge Idee von sichtlichen Fehlern oder der Masse an Logiklücken zu entfliehen. Im letzten Drehbuch vergessen, wie manche Figuren überhaupt mit Umbrella in Kontakt kamen? Kein Problem, das machen wir in die Rückblende des nächsten rein!

Hoffnung und stibitzte Ideen

Resident Evil: The Final Chapter knüpft nahtlos an „Retribution“ an. Nachdem sich Alice, aufgrund einer Lüge von Wesker (Shawn Roberts), auf den Weg nach Washington machte und sich kurz zuvor in einem Bunker vor einer Explosion rettete, entdeckt sie einen Supercomputer. In Form von Hive-KI „Red Queen“ wird Alice offenbart, dass ein Antivirus gegen den T-Virus gibt. Dieser befindet sich leider in den Untiefen des Hive und ihr verbleiben nur noch 48 Stunden. Sonst wird das Gegenmittel unwiederbringlich vernichtet. Joa, das ist im Großen und Ganzen die Handlung von „The Final Chapter“. Natürlich fährt Alice nicht ohne Schwierigkeiten nach Racoon City. Natürlich steht ihr eine überdimensionale Zahl von Untoten und ihr alter Widersacher Dr. Alexander Isaacs (Iain Glen) gegenüber, der unpraktischerweise mit mehreren Panzer ebenfalls auf dem Weg nach Raccoon City ist.

Man merkt es Regisseur Paul W.S Anderson förmlich an, dass er während seinem 106-minütigen Werks einige Einflüsse von Klassengenius „The Walking Dead“ oder im späteren Verlauf sogar kleine Ideen von Guy Richties „Sherlock Holmes“ abzweigt. Dennoch kann die Handlung in Relation zu früheren Teilen überzeugen. Bietet sogar kleine Überraschungen. Qualität der Dialoge reichen von Gut bis Marc Terenzi im aktuellen Dschungelcamp. Ich persönlich sehe, die Resident Evil Filmreihe als hochgestyltes Trash-Kino an. Quasi die Hollywood-Lizenzversion eines Asylum-Meisterwerks. Wobei, der Aspekt Action hier zu den Stärken des Franchise gehört. Ausgefallene Kamerafahrten treffen auf perfekt choreografierte Sequenzen. Keine Frage, mit Popcorn auf großer Leinwand macht dieser Film, Spaß. Wollte damit nur sagen, dass Resident Evil: The Final Chapter kein Oscar-verdächtiges Dialogkino darstellt sondern einfach unterhalten will. Und das macht er zweifelsohne. Der Soundtrack bedient sich größtenteils wieder an Techno-Beats überrascht aber auch mit fetzigen Gitarrensounds, bleibt jedoch nicht im Kopf. Neben Jovovich ist einmal mehr Ali Larter als Claire Redfield vertreten. Netter Sidekick mit coolen One-Liner. Leider ist der Rest des Cast erstaunlich blass. Meistens sind sie eher die Stichwortgeber für Flucht, Action oder Jumpscares-Sequenzen.

Resident Evil: The Final Chapter – Fazit

Unter dem Punkt als Blockbuster-Kino ohne jeden Anspruch konnte mich „Resident Evil: The Final Chapter“ überzeugen. Das 3D ist eher gut gemeintes Beiwerk, jedoch kein Muss. Finale liegt in der verseuchten Luft und dies merkt man Jovovich, Larter und Glen an. Alle geben nochmals ihr bestes versuchen zeitweise ihrer eindimensionalen Rolle mehr Tiefe zu geben. Schlussendlich bleibt unser Fazit, dass der (vielleicht) letzte Teil besser als die vergangenen Fortsetzungen sind.

Dem Autor Benny Illgner jetzt auf Twitter folgen.
Die Spielkultur auf Facebook.
Spielkultur auf Twitter folgen.

Resident Evil: Teil 1-5 [Blu-ray] im Set - Deutsche Originalware [5 Blu-rays]
5 Bewertungen

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2010 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

Hier geht es weiter...