13 Mrz, 2016

Die Zukunft der CeBIT

Warum sollte man auf die CeBIT gehen? Immer wieder gibt es böse Kommentare zur Messe, weil dort weniger Produktneuheiten und Gadgets präsentiert werden. Unter dieser Wahrnehmung der Öffentlichkeit leidet die CeBIT seit mehreren Jahren, obwohl sie sich einfach nur weiterentwickelt hat.

Früher war alles besser

Das stimmt natürlich. Damals war der Markt überschaubar, das TV-Programm bombastisch und Wlan war noch nicht einmal erfunden. Viele vergleichen die heutige CeBIT mit ihren Besuchen in den 90er Jahren. Damals gab es jedes Jahr auf der CeBIT Neuheiten, kostenlose Werbegeschenke, Computerspiele und überlaufene Messestände. Über die Jahre durfte ich selbst mit Geschäftsführern, Pressesprechern und Mitarbeitern der Messe immer wieder auf den Bühnen über die Lage der CeBIT sprechen. Am Anfang wünschte ich mir dabei auch immer wieder Keynotes von Apple und Co. zurück auf der CeBIT. Die Messe ist aber jedes Jahr im Wandel. Mittlerweile sind die Konferenzen das Highlight der Messe.

Hersteller und Buzz

Smartphones werden in Barcelona präsentiert. Apple, Nintendo, Google und andere Hersteller laden die Weltpresse mittlerweile das ganze Jahr über zu eigenen Veranstaltungen ein. Der Buzz konzentriert sich längst nicht mehr auf nur ein Datum im Jahr. Jeden Tag gibt es irgendwo auf der Welt und im Netz eine Produktvorstellung. Eine Messe könnte diese Leistung für so viele Bereiche der Computertechnik gar nicht mehr bieten. Dann müsste es in nur einer Woche 10.000 episch angelegte Keynotes geben. Selbst die IFA in Berlin kann immer nur eine Momentaufnahme der Consumerelektronik zeigen. Zwei Wochen später werden schon wieder ganz andere Geräte im Netz präsentiert. Vor allem kann man die Heimanwender und Privatkunden heute auch daheim am Rechner mit neuen Informationen zu eigenen Produkten erreichen. Dafür muss sich niemand mehr in eine Bahn setzen und auf ein Messegelände fahren. Insofern ist die Kritik an der CeBIT oft falsch angedacht. Sie ist keine Messe für Smartphones. Sie ist keine Messe für 3D-Grafikkarten. Sie ist auch keine Messe nur für Endkunden. Sie fasst vielmehr alle Bereiche zusammen und dient immer mehr als internationale Konferenz, welche alle Segmente miteinander verbindet.

Was die CeBIT noch nicht schafft?

Die Messe könnte den Privatanwender ein wenig mehr in die allgemeine Zukunft blicken lassen. Das große Ganze ein Stück weit erlebbar machen. Vodafone hat zum Beispiel im letzten Jahr eine Fahrt aus einem Porsche mit einem neuen Funkstandard ermöglicht. Jeder konnte sich für eine schnelle Runde anmelden und erhielt am Ende ein Video als Erinnerung. Wie wird sich unser Alltag durch neue Entwicklungen in den kommenden Jahren verändern? Welche Hochschulen in Deutschland und der Welt arbeiten schon an dieser Zukunft? Hier könnte die Messe selbst ein wenig mehr Action bieten. Interessante Showrooms und Geräte für die Besucher und Schulklassen zeigen. Vielleicht auch wieder mehr E-Sport ins Programm aufnehmen. Talks mit Prominenten über ihre Social Media Aktivitäten. Einfach die breite Masse auch mit den großen Themen der Messe ansprechen. Messetaxis autonom über das Gelände fahren lassen. Hier müsste die Messe wahrscheinlich selbst mehr Geld in die Hand nehmen, weil die Aussteller es selbst nicht leisten können. Wahrscheinlich müsste die CeBIT hier ein wenig mehr Gas geben. Zeigen wir Module der internationalen Raumstation und lassen unsere Besucher selbst einen Funken Schwerelosigkeit erleben. 200 Drohnen tanzen in der Luft zu einem Musikstück. Bilder und Emotionen durch Technik generieren, welche auch weltweit wahrgenommen werden.

Die Jugend wieder begeistern

Als Kind und Jugendlicher hat die CeBIT bei mir immer große Bilder hinterlassen. Heutige Kinder und Heranwachsende bekommen die Infos zu neuen Produkten der Hersteller aus dem Netz. Man muss sie daher anders begeistern. Normalerweise stellt eine Messe den Raum für die Aussteller bereit. Vielleicht muss eine Messe heute aber auch selbst für mehr Leuchttürme sorgen. Sich selbst mehr zum Event erheben und damit die einzelnen Aussteller unterstützen. Ein Kampf zwischen Robotern live auf dem Außengelände der Messe. Selbst Buzz erzeugen. Das würde die Messe auch in der breiten Wahrnehmung der Öffentlichkeit attraktiver werden lassen, weil die Messe zur Zeit wirklich eine Fachmesse geworden ist. Apple wird sein iPhone 9 nicht auf der CeBIT ausstellen. Produkte für den Endkunden sind auf der IFA zu sehen. Die CeBIT hat allerdings die große Möglichkeit sich selbst an die Spitze zu setzen, weil sie den Begriff „Zukunft“ für alle Schichten und Besucher erlebbar macht. Das würde ich mir zumindest wünschen.

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Rob Vegas

Seit 2003 aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Autor und Moderator. Twittere nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Führe wichtige Telefonate noch per Festnetz.

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