MediaMarkt und Saturn ziehen in den Krieg

Media Markt
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[dropcap]Ü[/dropcap]ber Jahre hat sich die Konkurrenz das Wachstum von Amazon still angesehen und gemosert. Die Kunden bestellten einfach nur immer mehr Päckchen beim Versandriesen und kamen seltener in die Läden. Dort wurde dann bei einem Besuch gleich das Preisschild mit dem Preis bei Amazon abgeglichen. MediaMarkt und Saturn feuern nun zurück.

Marktmacht

Wie schlägt man Amazon? Erst einmal beim Preis. Hier machen nach langer Zeit MediaMarkt und Saturn aktuell oft die besseren Angebote. Da werden kostenlos Spiele beigelegt, oder für einen Tag der Preis enorm gesenkt. Man will die Kunden wieder in die Läden locken. Doch damit nicht genug. Man versucht den Onlinehandel mit dem klassischen Ladengeschäft besser zu verknüpfen. Jederzeit die Ware erhalten. Online, im Markt und jederzeit. Das ist die neue Losung gegen Amazon. Service bieten und den besten Preis machen. Dazu noch Tech-Nick und die gerade omnipräsente Kampagne von MediaMarkt. Hauptsache ihr habt Spaß! Auch hier geht man noch ein Stück weiter. Man will Entertainment bieten und die „alten“ Marken mit Unterhaltungselementen wieder frisch für die Konkurrenz aus dem Netz machen. Hier tobt gerade ein echter Boxkampf. Lange wirkten die Elektromärkte wie gelähmt. Seit einiger Zeit sprechen die Menschen aber öfter wieder über die aktuellen Angebote von MediaMarkt und Saturn. Ich kenne allein drei Bekannte, welche dort kürzlich bei einem Angebot zugeschlagen haben.

Onlineshops

Auch der Onlinehandel wurde aufgemotzt. Zwar bieten die Shops von MediaMarkt und Saturn nicht die gleiche Warenvielfalt wie Amazon, aber man gibt hier endlich Gas und hat die Seiten stark an das Vorbild aus Amerika angelehnt. Dazu will man mit Service punkten. Fernseher wird aufgebaut, Altgerät mitgenommen. Drei Spiele für 49 Euro. Gutscheine und Rabattaktionen fast jede Woche. Das ist nicht mehr nur eine einfache Werbekampgane. Hier fährt man jetzt endlich einmal die Ellbogen aus. [highlight]Da wird gerade richtig Geld ausgegeben.[/highlight] Man will sich nicht mehr die Butter komplett vom Brot nehmen lassen. Leider klappt die Verzahnung von Onlinehandel und realem Einzelhandel noch nicht perfekt. Das ist aber auch zum großen Teil der Tatsache geschuldet, dass zum Beispiel die Märkte bei MediaMarkt eher wie ein Franchise zu verstehen sind. Da muss am Ende der jeweilige Marktleiter entscheiden. So kann die Kette nicht wirklich bis ins letzte Glied vereinfachte und schnelle Abläufe bieten.

Warenlager in der Stadt

Jedoch ist die Marschroute klar. MediaMarkt und Saturn wollen den Kampf aufnehmen. Auf Dauer könnten sie von ihren „alten“ Läden glatt noch profitieren, weil MediaMarkt und Saturn damit auch gleichzeitig Warenlager in jeder Stadt haben. Theoretisch könnte mir jetzt sofort der MediaMarkt in Altona das von mir bestellte Computerspiel in weniger als 30 Minuten in den Briefkasten werfen. Hier sehe ich auf Dauer die große Stärke der Ketten. Ihre riesigen Läden sind in allen Innenstädten der Nation vertreten. Vielleicht sollte man die Ladenfläche für die Kunden auf Dauer verkleinern und dafür den Onlinehandel stärken. Mit einer noch besseren Verzahnung könnte Amazon richtig Probleme bekommen.

Geschrieben von

Seit 2003 aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Autor und Moderator. Twittere nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Fahre am liebsten Mazda und trinke für mein Leben gern Vitamalz. Führe wichtige Telefonate noch per Festnetz.

Richtig unfassbar wird es erst hier...