4k im Massenmarkt

Mobiler Videoschnitt

1080p war gestern. Überall tauchen nun Monitore und Kameras mit 4k-Auflösung am Markt auf. Die Video-Produktion ist dabei oft noch nicht einmal schnell genug fur 1080p-Produktionen.

Scharf, schärfer, 4k

Auf der IFA konnte ich als Konsument nur staunen. Jeder Monitor auf den Messeständen bot eine gewaltige Auflösung. Für die neuen TV-Geräte benötigt man bald gar einen eigenen Wintergarten. Nur ist 4k nicht nur ein Thema bei modernen Fernsehern. Auch Actioncams, Monitore und Tablets werden in Zukunft diese Auflösungen bieten. Braucht man 4k? Diese Frage darf man dabei nie stellen. Brauchte man FullHD? Jetzt ist es da und die Entwicklung geht jeden Tag weiter. Bei den verfügbaren Medien für diese Geräte kann man allerdings wirklich Fragen stellen. Wo gibt es schon 4k-Inhalte? Wie bekomme ich diese großen Datenmengen über meine Datenflatrate? Wer soll in 4k produzieren und wann?

Mobile first

1GB mobiles Datenvolumen wird heute kaum für viele 4k-Inhalte ausreichen. Schon mit FullHD-Streaming wird man mobil seine Probleme bekommen. Insofern machen die hohen Auflösungen hier kaum Sinn, denn man ist eher auf kleine Datenmengen aus, will sein Volumen vom Vertrag schonen und schnell dem Freund ein Video von YouTube zeigen. Auch wenn YouTube seit geraumer Zeit HD-Wiedergabe anbietet, so verzichtet man doch gern auf ein besseres Bild und lädt schneller die Standardauflösung. 4k ist zwar scharf und schön, als Datei aber sehr langsam. Videomaterial muss heute auch schnell verfügbar sein.

HD im Massenmarkt

Die neuen Smartphones und Tablets bieten wahnsinnige Auflösungen. Im Wohnzimmer sieht die reale Situation da schon anders aus. Mittlerweile dürfte bald jeder Haushalt den Umstieg auf einen Flachbildfernseher vollzogen haben. Hier sind wird aber noch in der Breite oft mit HD-Ready-Geräten konfrontiert, welche nicht einmal die volle HD-Auflösung ausliefern können. Dazu kommen noch Systeme wie DVB-T, welche ein noch schlechteres Signal dann vom HD-TV hochskalieren lassen. Nur mit HD-Sendern (oft kostenpflichtig) und BluRays kann man bislang FullHD-Geräte ausreizen. 4k-Fernseher sind dagegen noch sehr teuer und nicht für 299 Euro (für 499 wohl allerdings schon) im Saturn zu haben. Wir leben also beim Massenmarkt gerade einmal in einem halben HD-Zeitalter und nun folgt schon der Schritt zu 4k.


Inhalte, Inhalte, Inhalte

Es gibt Millionen DVDs. Es gibt Milliarden an TV-Minuten. Es gibt nur kaum 4k-Inhalte. Die Hersteller der TV-Geräte stellen deshalb sogar oft eigene Datenbanken bereit, weil einfach der breite Zugang zu diesen Inhalten fehlt. Nie wurde vorher in dieser Auflösung produziert und nur Kinofilme können wieder einmal neu abgetastet werden. Hier kann sich die Filmindustrie wieder einmal eine goldene Nase verdienen. Indiana Jones, digital-remastered, jetzt in 4k! Für TV-Serien und Inhalte wird man wieder einmal niedrige Auflösungen von einem Chip auf 4k hochskalieren lassen. Wir müssen also zusätzliche Pixel „erfinden“, weil man sonst nur ein gestrecktes Bild zu sehen bekommen würde. Daneben filmen nun immer mehr neue Kameras, Smartphones, GoPros und Camcorder in 4K. Der Markt bewegt sich also hin zu 4k und die Monitore sind auch verfügbar, nur wie soll man auch 4k bearbeiten?

Intel Iris Pro

Nehmen wir hier als Beispiel die Hardware von Apple. Ich schneide darauf alle Videos mit Final Cut Pro X. Erst kürzlich stellte Apple einen neuen iMac mit enormer Auflösung vor. Hier kann man als Videoeditor sogar um das 4k Material noch seine Videoschnitt-Werkzeuge anzeigen lassen. Es ist allerdings bisher nur ein Gerät und das Update von Final Cut Pro X ist noch nicht einmal verfügbar. Vor allem schneiden wenige Cutter ihre Videos mit einem iMac. Wie kann ich mobil in 4k am MacBook Pro schneiden? Hier kommen dieser Tage noch die Intel Iris und Intel Iris Pro-Grafikchips zur Anwendung. Nur bei Top-Austattung liefert Appe auch GeForce-Grafikeinheiten von Nvidia aus. Selbst mit dieser Grafikkarte muss man Wartezeit für aufwendige Videoanimationen einkalkulieren. Mit Intel Iris könnte man sogar einen Kurzurlaub auf Tahiti buchen.

Ich will kein 4k!

FullHD-Produktionen kitzeln bei mir schon die Hardware an ihre Grenzen. Die Kamera muss hier in die höchste Auflösung gehen, der Rechner ätzt vor Rechenlast und eine Echtzeit-Vorschau kann man gleich knicken. 3D-Animationen im Raum mit zahlreichen Effekt-Layern kosten hier sehr viel Zeit. Am Ende ist diese HD-Produktion als Datei groß, braucht lange im Upload und kaum ein Zuschauer klickt bei der Wiedergabe auf YouTube zusätzlich den HD-Button. Man bräuchte heute schon oft 50 Prozent mehr Leistung, damit ein FullHD-Schnitt angenehm in der Produktion zu realisieren ist. Das ist aber noch nicht der Fall und nur mit sehr teurer Hardware zu schaffen. Agenturen, Cutter und YouTuber besitzen dagegen oft Standard-Hardware wie ein MacBook-Pro. Hiermit kann man 4k kaum anständig realisieren.

Fortschritt braucht die Welt

Man darf sich nicht das alte SD-Signal als neuen Standard wünschen. Allerdings gibt es bald gar keinen Standard mehr, weil die Hersteller alle zwei Jahre die Auflösungen verdoppeln. HD-Ready ist noch gar nicht so alt und schon sind wir im 4k-Zeitalter angekommen. Die Produktionsprozesse beim Videoschnitt kämpfen dagegen noch mit FullHD-Material. Sollte man nun 4k meiden? Das ist der falsche Weg. Immer mehr Geräte werden mobil und daheim diese Auflösung bieten und dann werden sich auch die Medien anpassen. Allerdings sollte man dabei nicht die Produzenten vergessen. Man sollte vielleicht erst einmal die nötige Rechenleistung in der Breite installieren und dann die Endgeräte auf den Markt werfen. Was bringt mir ein 4k-Monitor, wenn die Hardware im Rechner daneben diese Auflösung kaum im Video flüssig bearbeiten kann?

[hr]

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