Mobiler Videoschnitt am Mac

Mobiler Videoschnitt? Welches Notebook von Apple eignet sich für den mobilen Videoschnitt? Wie kann man den Standard vom Desktop auch unterwegs ermöglichen? Mobiler Videoschnitt kann heute einfach realisiert werden, doch spätestens beim Notebook aus Cupertino muss man tief in die Tasche greifen.

Mobiler Videoschnitt – Zeit ist Geld

Unterwegs muss es meistens schnell gehen. Hier kann man nicht 20 Minuten auf das Rendering einer aufwendigen Effektvorlage warten. Die Inhalte müssen schnell sortiert, geschnitten und ins Netz geladen werden. Insofern kann man ein MacBook Air und andere Geräte aus dem unteren Preissegment schlicht vergessen. Natürlich kann man mit jedem Rechner ein VideoBlog aufnehmen, doch werden Videoproduktionen immer aufwendiger. Es ist oftmals kein einfacher Schnitt mehr. Vielmehr werden Effekte nötig, Logos müssen animiert werden und selbst eine simple Farbkorrektur kann ein schwaches Notebook in die Knie zwingen. Wo bei Spielen noch an Effekten und Auflösung gespart werden kann, ist es bei Videoproduktionen wichtig saubere Qualität abzuliefern. Heute oftmals schon in 1080p oder mehr.

Die Wunschkurve geht steil nach oben

Natürlich kann man auch mit einem MacBook Pro für ca. 1500 Euro schneiden. Es wird auch ein paar Effekte rendern, nur geht die Wunschkurve bei Kunden und Produktionen schnell nach oben. Da kann man doch hier schnell noch einen besonderen Effekt einbauen. Hier noch ein paar transparente Grafiken rendern und vor allem braucht die ganze Produktion auch noch ein Intro samt Bauchbinden für das Video. Vielleicht soll das ganze Material noch einmal mit einem Farbfilter versehen werden? Schon ist die normale Leistung nicht mehr genug. Man muss einfach auf spontan steigende Anforderungen reagieren können. Aus kleinen Ideen werden oftmals große Projekte. Zwar ist die Videoschnittsoftware Final Cut Pro X auf Mac-Systeme optimiert, aber schon bei kleinsten Effekten kann auch ein ordentliches MacBook Pro nicht mehr ausreichend sein. Von einem Greenscreen darf man hier gar nicht mehr reden. Für einen einfachen Schnitt mit ein paar Logos reichen diese Notebooks, doch alle Apple-Geräte bis 1500 Euro haben die gleiche Achillesverse.

Ohne Nvidia bleibt nur Iris

Apple setzt leider nur bei den Topmodellen auf ernstzunehmende Grafiklösungen. Ansonsten wird auf Intels Grafikeinheiten gesetzt. Unter 1500 Euro wird man bei Apple in der kompletten Produktpalette wohl nur Iris und IrisPro-Chipsätze finden. Mit diesen Grafikchips kann man sicherlich so manches Computerspiel halbwegs anständig spielen, doch beim Thema Videoschnitt kann man hier keine Wunder erwarten. Für optimierte Standard-Effekte kann man Iris und IrisPro sicherlich nutzen, doch passt man erst einmal Effekte an, oder baut gar selbst in Apple Motion seine eigenen Vorlagen, so muss jeder Effekt aufwendig gerendert werden. Man merkt es bei der Arbeit sehr. Mit jeder weiteren Effekt-Schicht geht die Leistung antiproportional in die Knie. Vor allem bei 3D-Effekten, Animationen mit Lichteffekten, oder gar dem Tracking von Objekten sind diese Grafikeinheiten vollkommen überfordert. Hier schafft nur der Nvidia Chipsatz Abhilfe und hat meist 2GB eigenen Arbeitsspeicher mit an Bord. Der Nachteil? Wir kommen beim MacBook Pro schnell über die Marke von 2000 Euro. Damit ist mobiler Videoschnitt schnell ein teures Vergnügen.

Zweite Platte für unterwegs

Ein Problem haben Macs und Pcs gemeinsam. Videoschnitt sollte man nie auf der Systemplatte stattfinden lassen. Das Material gehört immer auf eine gesonderte Festplatte. Natürlich wäre hier ein fixes Raid mit Thunderbolt-Anbindung noch optimaler. Nur wie mobil ist die Videoschnittlösung dann noch? Unter USB 3.0 sollte man keine Videoschnittplatte einplanen. Mittlerweile gibt es hier zum Glück auch Thunderbolt-Lösungen für eine mobile Platte, welche obendrein noch bezahlbar sind. Für ausreichend Platz sollte unterwegs dennoch gesorgt sein. Platz auf dem Tisch kostet so eine externe Lösung ebenfalls. Dennoch ist diese Lösung unabdingbar. Eine Bearbeitung in einer Mediathek auf der Systemplatte verfettet das System, macht es schrecklich langsam mit der Zeit und ist nur in absoluten Notfällen anzuraten.

Der Upload in HD

Oftmals vergisst man bei der ganzen Rechenleistung den Weg ins Netz. Da habe ich nun mit einer Hardware von ca. 3000 Euro plus Videoschnitt-Equipment eine Datei in HD ausgeworfen und dann ist das Wlan schwach. Oftmals wird bei allen Events Wlan versprochen. Selbst auf Messen sollte es nie ein Problem sein. Die Erkenntnis? Das Netz funktioniert gerade auf großen Events, Veranstaltungen und Messen nie gut. Zumindest nie gut genug für einen Upload von 500-2GB an Videomaterial. Hier sollte man zudem auf den schnellen MP4-Kodierer „Handbrake“ setzen. Ein sehr schnelles Programm, welches zudem die Qualität runterschrauben kann. Damit erhält man kleine MP4-Dateien für einen efiizienten Upload. Nur was ist mit dem schwachen Wlan? Als sollte hier ein Surfstick mit LTE-Anbindung immer mit dabei sein. Meist findet sich noch irgendwo ein Pressezentrum mit schneller Upload-Verbindung, doch dank LTE kann man mit einem Stick auch selbst für einen Weg ins Netz sorgen. Andere Optionen dauern meist zu lange und die Files sollen schließlich fix auf YouTube und Co. landen.

Fazit

Mobil muss man sich einfach den Umständen und Wünschen anpassen können. Ein MacBook sollte daher immer mit Nvidia-Grafiklösung ausgestattet sein. Zudem kann man sich die Vorlagen daheim basteln und auf einer externen Platte mitbringen. Es spart Zeit und die Vorlage wurde im besten Falle vorher schon abgenommen. Das spart viel Zeit und so kann mobiler Videoschnitt auch gelingen. Günstig ist es dagegen nie. Vor allem nicht mit Geräten aus Cupertino.

Apple MacBook Pro MF840D/A 33,8 cm (13,3 Zoll) Notebook (Intel Core i5 5257U, 2,7GHz, 8GB RAM, 256GB HDD, Mac OS) silber
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