In einem Interview mit Wofgang Back hörte ich vor geraumer Zeit den Begriff “always on”. Damit meinte er die neue Möglichkeit unserer Generation ohne großen Kosten immer an das Internet angebunden zu sein. Noch in den 90ern waren mobile 24h Flatrates zu günstigen Gebühren undenkbar. Man muss sich nur an die Kosten für den ISDN-Zugang daheim erinnern.
Wolfgang Back erklärte damit auch eine neue Lebensweise. Wozu noch über Klassenarbeiten brüten? Die Informationen und Lösungen auf viele Fragen sind in Sekunden abrufbar. Wozu also alles merken? Humorvoll nennen Menschen immer schon bei Fragen die Wikipedia und sind dabei schon vollends auf dieses Wissen angewiesen. Hausarbeiten werden dort kopiert und die Welt schlägt im Internet nach. Vorbei die Zeiten vom Brockhaus und Microsoft Encarta. Fast jedes Handy kann auf die riesige Wissensdatenbank des Internet zugreifen.
Nur nutzen wir kaum die große Möglichkeit dahinter. Wir nutzen es vielmehr optional. Als Nachschlagewerk zu einem bestimmten Zeitpunkt. In unserer modernen Welt wird täglich geforscht, berichtet, gefunden und neu interpretiert. Das an Schulen vermittelte Grundwissen verändert sich dabei nicht so schnell. Man könnte es auch für diesen Artikel als “Basiswissen” bezeichnen. Rechenarten, Grammatik, Geschichte, Kunst und Wissenschaften. Wir bauen uns in der Schulzeit einen bestimmten Wissensschatz für unseren Kulturkreis auf.
Das ist gut und schon lange so. Bestimmtes Fachwissen erlangen wir durch ein weiterführendes Studium. Nur warum nutzen wir nicht die großen Datenbanken?
Mir kam da folgender Gedanke: Warum existieren nicht für alle Wissenschaften Datenbanken? Riesig und immer aktuell. Eine Entdeckung wird hinzugefügt und anderes Wissen berichtigt. Nicht als Webseite wie die Wikipedia, sondern als Datenbank. Die Welt und ihre Erkenntnisse als Software. Eine Art künstliche Intelligenz die durch unsere Forschungen lernt und alles Gelernte auf unsere Fragen anwenden kann. An die wir alle kostenlos angeschlossen sind und die mit uns durchs Leben geht. Die uns bei allen Aufgaben wie eine Fee mit Antworten hilft. Die für uns Berechnungen durchführt und uns Fehler vermeiden lässt. Die von unseren Eltern und Großeltern gesammelte Erfahrungen an neue Generationen weitergibt. Damit junge Menschen weniger Fehler machen und gleichzeitig mit viel mehr Wissen ausgestattet sind. Nicht wie Google auf Fragen mit Möglichkeiten und Links antwortet, sondern die echtes Wissen aus der kompletten Zeit bietet.
Wir können nicht immer mehr lernen. Nicht unser “Basiswissen” in der Schulzeit verdreifachen. Stattdessen sollte uns der Computer wie von Zauberhand helfen. Wie eine Art Navi am Hinterkopf. Es sieht eine Rechnung und kann uns mit Informationen versorgen. Es sieht eine Baustelle und kann uns eine architektonische Analyse geben. Es sieht Kunst und gibt uns dazu den Hintergrund. Es erklärt uns den Planeten auf Wunsch. Wie eine Bibliothek der Menscheit mit Augen und Ohren für unser Umfeld. Menschliche Mikrogesten bei Lügen werden dank neuester Forschungen bemerkt. Der komplette Schatz der Bibliotheken ist permanent als Art Gehirn auf unserem Weg bei uns.
Als Menschen benutzen wir angeblich nur einen Teil unseres Gehirns. Warum nicht also das geballte Wissen der Menscheit in der neuesten Version permament nutzen? Nicht als Nachschlagewerk. Als Teil des eigenen Wissens.
Das optionale Zweithirn.


























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