
Es ist einfach wunderschön. Dieser Satz allein beschreibt komplett Zelda Skyward Sword für die Wii. Doch warum eigentlich?
Ich bin mit Computerspielen aufgewachsen. Als Jugendlicher gab es laufend neue Grafikkarten, Konsolen und gerade meine Generation hat die Entwicklung der Rechner und Grafikkarten hautnah miterlebt. Kennt jemand noch die Matrox Mystique? Genau aus diesem Grund langweilen mich heute leider auch Rennspiele und Shooter. Ich persönlich erkenne darin meist wenig Neues. Habe ich in anderer Form bereits gespielt. Bestenfalls Lichteffekte sind schöner, die Welten funkeln und alles ist online angebunden.
Nicht so verhält es sich bei diesem Spiel. Nach Twilight Princess für die Wii musste man als Fan der Serie geschlagene fünf Jahre auf einen Nachfolger warten. Es kommt dem Charakter der James-Bond Reihe nahe. Nintendo hat sich dieses Mal sehr viel Zeit gelassen. Gerade deshalb nehmen die Spieler das neue Abenteuer um den Helden Link und Prinzessin Zelda auch so genau unter die Lupe. Zudem hat man im Gegensatz zu anderen Spiele eine Art Bindung an den Charakter. Nur Nintendo schafft es diese Bindung aufzubauen und weiterzuentwickeln. Ich fühle mich genau wie zu Zeiten von Ocarina of Time, sobald ich das Spiel gestartet habe.
Dabei ist Zelda an sich gar kein Quantensprung in der Technik. Vielmehr hat man den perfekten Farbstil für das Märchen gefunden. Es wirkt wie das perfekte Set für einen Film. Dennoch ist es natürlich das alte Spiel. Gegner hauen, Rätsel lösen und Juwelen sammeln. Nur hat man sich aller Bereiche angenommen und es so fein und sorgfältig ausbalanciert. Man ist jedes Mal kurz am verwzeifeln an einem Rätsel und findet dann doch im letzten Moment die Lösung. Es ist nie zu schwer. Der Umgang so nativ. Als ob man es alles schon immer so wollte. Zudem sind die Welten nicht mehr so düster. Alles hat in diesem Spiel immer auch eine wunderschöne Seite. Bei Twilight Princess nervte mich dann und wann das ewig düstere Flair.
Habe ich eben die immer gleiche Entwicklung bei Grafik und Möglichkeiten kritisiert, so hat man bei Zelda wirklich nachgedacht. Das Spiel hat sich weiterentwickelt. Das soll jetzt gar nicht zu vernarrt klingen. Zum ersten Mal seit langer Zeit packt mich wieder ein Computerspiel durch die neue Ausrichtung. Erstmalig verkauft man uns Spielern Romantik. Liebe steht im Mittelpunkt und wird durch einfachste Mittel und perfektes Handwerk grandios in Szene gesetzt. Man will seine Prinzessin retten. Darauf baut die komplette Geschichte auf. Nicht vor dem Bösen. Vielmehr weil einen die Geschichte es lehrt.
Das ist der neue Spielspaß und Nintendo zeigt hier seine wahre Größe. Wie Disney schafft man es im Gegensatz zu anderen Herstellern eine ganze Welt zu malen. Eine Stadt über den Wolken und die Einwohner springen durch die Wolken auf ihren Vogel und reiten durch die Lüfte. Welches Kind im Manne träumt davon nicht? Untermalt von einem hollywoodreifen Thema mit Orchester entwickelt sich hier ein Epos für ein Spiel. Die Saga als Computerspiel.
Nie zuvor haben mich simple Polygone so an einen Controller gefesselt. Das Spiel hat Gefühl, weckt Emotionen beim Spieler und lässt einen von Tag zu Tag neugieriger auf den Rest der Landkarte werden. Ohne große Erläuterungen lernt man allein durch die Bewegungskontrolle der Wiimote mit seinen Händen und seinem Kopf eine Lösung zu finden den Endgegner zu besiegen. Meist ist die Aufgabe logisch. Nicht einfach, aber sie fühlt sich dank des Spielerlebnisses immer als richtig und logisch an. Durch die neue Kraftanzeige muss man auf seinen Helden sogar aufpassen. Was kann ich ihm in einer Zeitspanne zumuten? Und wie wirkt sich das auf meine Strategie beim Kampf aus?
Ich kann nicht einfach mit einer Maus in der Gegend rumwandern und Kopfschüsse verteilen. Ich muss denken, fühlen und meine Möglichkeiten per Items kombinieren. Das ist nie zu schwer und macht genau deshalb enormen Spaß. Immer wieder führt einen das Spiel weiter, hilft mir durch Tipps und lässt mich nie am Controller versanden. Manche Spiele sind einfach schwer und man verliert irgendwann die Lust daran. Zelda schafft es die perfekte Balance zu finden und belohnt den Spieler immer wieder mit tollen Zwischensequenzen.
Ich habe viele Spiele gespielt. Angefangen vom C64 über Prince of Persia bis hin zu Call of Duty. Vieles langweilt mich heute endlos. Need for Speed XY? Jaja…auch nicht so viel anders als der letzte Teil. Zelda Skyward Sword? Ich abe lange nichts mehr so gern gespielt. Ein wunderschönes Märchen und ein Meisterwerk in der Kunst eine Geschichte mit allen künstlerischen Mitteln toll zu erzählen.
Lang lebe Prinzessin Zelda!


























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