Ich bin alleinerziehende Mutter!

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Alleinerziehende Mütter. Dieser Begriff ist in seiner einsamen Zweisamkeit schon denkbar unsexy. Erst einmal ist der Vater/Erzeuger über alle Berge. Zweitens ist die Dame mittlerweile Mutter.

In der heutigen Zeit trifft man vermehrt junge Mütter, welche allein auf sich gestellt sind. Unterhalt muss meines Wissens nicht mehr ewig auch für die ehemalige Partnerin gezahlt werden. Ihr wird nach einiger Zeit wieder Arbeit zugemutet. Die Bewertung dieser Zahlungen ist aber nicht mein Fokus in diesem Gedanken. Ich habe da auch wirklich keine Ahnung. Zum Glück.

Doch warum Glück? Es gibt alleinerziehende Mütter in meinem Alter. Sogar jünger. Sie interessieren sich für die gleichen Themen ihrer Generation, suchen wieder die Liebe und auch als junge Mütter haben sie ihr Sexualleben nicht im Kreissaal abgelegt. Doch ist es für diese Frauen weitaus schwieriger wieder einen Mann zu finden.

Was schreckt Männer vor diesen Frauen ab? Die Punkte sind altbekannt und einfach. Und man verzeihe mir jetzt die einfachen, teils dummen, aber ehrlichen Gedanken der Männer dazu. Da war jemand vor mir. Sie hatten Sex. Da ist ein Kind. Es gehört nicht mir. Ich soll dafür zahlen. Sie sucht einen Partner, aber auch einen Ernährer und Vater. Irgendwo schweben diese Gedanken immer mit. Ob sie nobel sind? Sicher nicht. Doch sie sind real und können kaum verschwiegen werden. Selbst wenn die finanzielle Seite geklärt worden ist, so steckt in dem Kind eine lebende Erinnerung an eine Zeit vor der gemeinsamen Beziehung. Und es ist nicht das Ergebnis der eigenen Liebe. Vielmehr muss man nun primär die Sorgen und Aufgaben damit bewältigen. Nebenbei vielleicht auch noch obendrein regelmäßigen Kontakt zum Vater haben und gewähren.

Das ist alles nicht sonderlich neu. Ein jeder von uns hätte diese Zeilen so beschreiben können. Alles ist sogar von mir auf die Kernpunkte abstrahiert worden. Nur ich habe einige Gespräche mit Leuten darüber geführt. Bekannte hatten das Problem, Freunde und man selbst lernt dann und wann ebenfalls alleinerziehende Mütter kennen.

Ich frage mich hier nur nach der Fairness? Ist es fair diese Frauen als zweite Wahl nicht zu beachten? Haben sie einen so schwerwiegenden Fehler begangen? Sind sie nur durch die Geburt eines Kindes nicht weniger liebenswert? Darf man selbst bei Gefühlen und starker Zuneigung eine Beziehung aus diesen Gründen verneinen? Natürlich darf man. Man darf viel. Nur ist es richtig? Was haben diese Frauen verbrochen? Selbst ohne Trauschein haben sie ihren Partner wohl nicht richtig geprüft. Das könnte man ihnen vorwerfen. Drüm prüfe wer sich ewig bindet. Auch durch ein Kind. Diesen “Fehler” könnte man ankreiden. Nur ist es das? Ein Fehler?

Und dürfen sich diese Frauen dann nicht mehr hemmungslos in den Mann ihrer neuen Träume verknallen? Bis über beide Ohren? Den Einzelfall darf jeder selbst entscheiden. Ich will Dir da keine Vowürfe oder Belehrungen machen. Es ist Dein Leben. Ich lebe nur darin. Doch nehmen wir unsere einzelnen Entscheidungen zusammen, so entsteht daraus eine Stimmung, ein erkennbarer Trend, ein Verhalten der jeweiligen Gesellschaft. Diese frage ich hier und mich selbst gleich mit. Haben alleinerziehende Frauen kein Recht mehr auf eine neue Partnerschaft? Was können wir gegen diesen Umstand tun? Wie wollen wir damit umgehen?

Bislang haben es diese Frauen (und auch Männer) sehr schwer. Vor Partnerschaft schrecken die meisten Kerle zurück. Sex ist okay. Solange das Kind nicht nach dem Vorspiel ins Bett gekrabbelt kommt. Nur sollten wir so kalt sein? Liegt es am Geld? Können wir es uns im Einzelfall schon finanziell kaum noch leisten noch ein nicht selbst gezeugtes Kind zu unterhalten?

Wir sind als Gesellschaft schrecklich modern geworden. Was Sex betrifft. Was Liebe angeht. Wir kennen kaum noch Tabus. Laut BILD-Schlagzeile von gestern muss nun doch auch gelegentlicher Sex unter Freunden kein Tabu mehr sein. Alles ist möglich. Vielmehr darf anscheinend nichts mehr unmöglich sein.

Ich habe nur ein anderes Gefühl. Über das keine Schlagzeilen verfasst werden. Das die Menschen im Einzelfall viel einfacher gestrickt sind. Jeder sich irgendwo nach einer Konstanten im Leben und in der Liebe sehnt. Oder auch nach neumodischer Entschleunigung. Und das wir auf die Fragen der modernen Umstände meist konservative Antworten in unserem Einzelfall suchen.

Was ich dazu am Ende denke? Fair ist es nicht.

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