Graue Gartenparty mit der EX gefällig?

France / Paris / People

Ich muss es zugeben. Ich bin gerne einfach. Schwarz und Weiss sind tolle Farben. Das Grau dazwischen kann niemand gut lesen. Und für das Leben trifft dieser Umstand meist ebenfalls zu.

Heute erscheint mir doch das Grau überhand zu nehmen. Jeder ist irgendwo über drei Ecken bei Facebook mit einem befreundet. Haben wir denn alle wirklich 700 Freunde? Ich vergesse schon die Geburtstage von sieben Freunden regelmäßig. Und gute Freunde interessiert es auch nicht. Ich muss ihnen bei Facebook keine Nachricht zum Geburtstag geben. Im besten Falle sieht man sich und hat ein duftes Geschenk dabei.

Doch Grau liegt im Trend. Es ist wohl kein Problem mehr im Patchwork zu leben. Vielleicht eine Gartenparty zum Geburtstag mit der Ex, den Kindern vom neuen Partner und meiner Affäre aus dem Büro, während meine offizielle Partnerin gerade Schnittchen macht? Dabei habe ich die Eltern ganz vergessen. Die meiner Ex, vom Geliebten, meiner Affäre und die meiner Partnerin, welche drinnen gerade alle beisammen sitzen und eine Tasse Kaffee trinken. Man versteht sich doch noch. Als Mensch. Man kann doch befreundet bleiben. Oberflächlich alle paar Monate mal eine SMS an wen verschicken und fragen wie es denn momentan so läuft? Wie geht’s Dir? Eine mir mittlerweile sehr verhasste Frage. Diese beantwortet man doch sowieso nie ehrlich und würde man es tun, so wären die Menschen geschockt. Niemand will das hören und die Menschen um Dich herum kennen doch immer und aktuell Deinen Zustand. Was soll diese Frage also bezwecken? Sie soll wohl so etwas wie Nähe schaffen. Durch Worte ist man beieinander. Nur welcher Sinn liegt darin? Taten sind weitaus sinnvoller. Nähe entsteht gewöhnlich aus Taten. Zumindest in meiner Welt. Durch Wahrheit.

Was will ich von anderen Alltagen schon wissen? Ich habe mit diesen Alltagen doch nichts am Hut. Vielleicht hatte ich das einmal. Nur schreibt man keine Zukunft gemeinsam. Nur wer mit einem aktuell Zukunft und Gegenwart schreibt scheint mir ehrlich bei Dir zu sein. Ich wollte mich mal wieder melden… . Wozu? Weil wir mal durch einen Umstand bei der Arbeit, durch eine Beziehung, durch Familie etwas miteinander zu tun hatten und uns gut verstanden haben? Dann war das so und zu seiner Zeit sicherlich großartig. Nur lieben die Menschen heute wohl grau. Oberflächlich über Nähe in Worten befreundet bleiben. Den Wert Freundschaft kann ich dabei nur nicht erkennen. Ein Freund kämpft mit mir. Er ist immer da.

Sollen wir denn bald alle mit den Müttern unserer Ex wandern gehen? Mit den alten Kollegen aus dem alten Job eine Weihnachtsfeier planen? Mit der Ex auf die Kinder ihres mittlerweile schon wieder Ex-Mannes aufpassen? Und wofür? Welcher tiefere Sinn steckt hinter der Farbe Grau? Das alle für immer und in alle Ewigkeit verbunden bleiben?

Das ist doch sowieso der Fall. Man kann Dich seit geraumer Zeit immer wieder anfunken. Über Handy, Facebook, Mail und im schlimmsten Fall findet Dich Google. Somit kann man sich doch jederzeit bei Bedarf erreichen. Man weiß wo man sich findet. Und bis dahin braucht es doch kein Grau. Und im besten Fall hat man die Person ja auch gern. Geht halt nicht anders. Oder soll man noch Geschenke zur Entbindung mit dem Kind von XY schicken?

Können wir nicht gute Freunde bleiben?
Das war lange Zeit ein schlechter Scherz von Frauen. Heute erscheint es mir in allen zwischenmenschlichen Beziehungen zur Normalität geworden zu sein. Man war doch mal etwas füreinander. Stimmt. Liegt nur in der Vergangenheit. Da können wir jetzt ewig alte Geschichten aufbrühen und uns die Dias ansehen. Oder uns anrufen wenn etwas anliegt. Und meist liegt nichts an. Und falls doch. Ich freue mich dann auch. Auf Schwarz und Weiss.

Ich hasse Grau!

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