
Auszug aus der aktuellen Kolumne von Rob Vegas auf Quotenmeter.de:
Was hat uns die Stuttgart21-Schlichtung am Ende eigentlich gebracht? Wir haben einmal am runden Tisch gesessen und offen darüber geredet. So geht es wohl auch den meisten Paaren vor einer Trennung. Und wer war unser Scheidungsanwalt? Heiner Geißler. Der mediale Gandalf, welcher mit jeder Falte im Gesicht noch mehr Weisheit zu verstrahlen wusste. Und wo übertragen wir das ganze Spektakel? Auf dem Informationssender Phoenix.
War die Aufregung am Anfang noch groß, so schauten etliche Zuschauer sich gern die Debatten in ihren epischen Längen an. Man hätte auch den Elternsprechtag aus Oerlinghausen live übertragen können. Doch wollen wir nicht scherzen. Das Thema war im Fokus, die Bürger aufgebracht und Frau Merkel rufte zur Schlichtung.
Was von Anfang an in der heutigen Zeit klar war? Das mediale Interesse wird damit gekonnt zerstört. Gibt es anfangs noch großes Interesse und massive Berichterstattung, so interessiert sich bald kein Schwein mehr dafür. Hier und da flammt das Feuer noch einmal auf, aber irgendwann will sich niemand mehr das brennende Haus ansehen. Die Schaulustigen gehen halt bald nicht mehr mit auf die Demos. Es ist ein Kinderspiel heute geworden. Aussitzen. Medial halt. Der Energiewende sind mittlerweile die gleichen Symptome anzusehen. Es gab die Kommission, zahlreiche Talkshows und schon jetzt redet niemand mehr gern über die große Wende und Fukushima. Strahlt weiter wie am ersten Tag, doch medial sind wir längst in Norwegen. Oder waren wir in Norwegen. Die Finanzkrise ist doch schon längst wieder spannender. Immerhin gab es da diesen Krimi in Washington. Würde die Welt am Abgrund stehen?
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