
Auszug aus der aktuellen Kolumne von Rob Vegas auf Quotenmeter.de :
An diesem Wochenende war ich seit langer Zeit wieder einmal im Kino. Die Alternativen sind ja nun auch leider nicht mehr verfügbar und somit habe ich den Eintritt für einen Film mit Julia Roberts und Tom Hanks gern gezahlt. Günstig war es nicht und schon nach der nächsten Rolltreppe wurde ich mit Cola und Popcorn für weitere neun Euro abermals geschröpft. Ein Abo bei Sky kam mir in diesem Moment weitaus günstiger vor.
Doch will man sich die Stimmung als Kinogänger nicht durch den Preis vermiesen lassen. Vielmehr machte sich beim Anblick auf die Eintrittskarte Ernüchterung breit. Kino 10? Der Film hatte doch gerade erst seine Premiere in Deutschland gefeiert. Die Verwunderung steigt als man verliebte Pärchen vor dem Eingang zum Saal mit Hangover 2 sieht. Nun immerhin auch eine Komödie und der erste Teil war ein großer Publikumserfolg und lief erst letztens zum ersten Mal im Fernsehen. Nun gut. Bestimmt wird es noch einige andere Zuschauer für das Duo Hanks und Roberts geben. Doch weit gefehlt. Eine nächste Schlange steht vor Transfomers 3 und ihr gelüstet es nach Autobots und der neuesten Tricktechnik aus Hollywood.
Am Ende saß man mit maximal zehn anderen Personen im Film Larry Crowne und sorgte sich beinahe um den Kontostand von Produzent Tom Hanks. Dabei war der Film doch insgesamt solide und hatte eine gute Geschichte zu erzählen. Das Gipfeltreffen von Forrest Gump und einer Pretty Woman lockt ohne Spezialeffekte nur noch zehn Zuschauer in den Kinosaal? Ich war geschockt.
Nun vielleicht war es die Ausnahme, doch stelle ich mir hier die Frage wie viel eine gute Geschichte heute im Kino oder Fernsehen noch wert ist? Langweilt es die Zuschauer gar und lechzen sie nur nach dem bildgewaltigen Overkill? Toppt Michael Bay mit seinen Explosionen heute jeden gut geschriebenen Dialog? Hat die erzählte Geschichte ohne Autobots gar keine Chance mehr? In den Trailern sah ich insgesamt mehr animierte Figuren als Schauspieler. Ein Vater bringt mit seinem Jungen einen schrottigen Roboter zurück in den Cyber-Boxring. Die Entwicklung der Charaktere Vater und Sohn stand dabei schon im Trailer weit hinter der Bedienung des Roboters durch ein fetziges iPad.
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